V. * ' v J ^-> ' y FOR THE PEOPLE j FOR EDVCATION FOR SCIENCE LIBRARY or THE AMERICAN MUSEUM OF NATURAL HISTORY /Bound aV U.M.N.H. Verhandlungen der Naturfi ^sehenden Gesellschaft in Basel. Band XXXIII 1921 22 Mit 8 Tafeln und 1 Textfigur. Basel G cor» & Cie., Verlag HI22 3/-'^/6&7-C»-t^r. if Buchdruekerei Emil Birkhäuser & Cie. Inhalt. Seite (■colonie. H . Deecke. Der paläogeographisohe Charakter des germanischen Muschelkalk-Binnenmeeres 1 Itotunik. A. - Becherer, E. Steiger und (I. Lettau. Die Flora des Naturschutzreservates an der Rheinhalde oberhalb Base! . . 127 A. Binz. Ergänzungen zur Flora von Basel. 2. Heft 256 Zoologie. Josef Schweizer. Beitrag zur Kenntnis der terrestrischen Milbenfauna der Schweiz 23 l'aiiii'Oiitologic. Carl Renz. Neue griechische Trias-Ammoniten 218 Astronomie. Paul Sarasin. Über die blaue Randsichel bei partiellen Mondfinsternissen 113 Bericht über das Basler Naturhistorische Museum für das Jahr 1921 von H. G. Stehlin 281 Bericht über das Basler Museum für Völkerkunde für das Jahr 1921 von Fritz Sarasin 309 Dr. J. M. Ziegler sehe Kartensammlung. Dreiundvierzigster Bericht, 1921. Von ('. Chr. Bernoulli 332 Chronik der Gesellschaft 1921 22 335 Jahresrechnung der Gesellschaft 1921 22 338 2. Nachtrag zum Mitgliederverzeichnis von 1921 340 Verzeichnis der Tafeln. Tafel I — IV zu Josef Schweizer: Beitrag zur Kenntnis der terrestrischen Milben- fauna der Schweiz. Tafel V zu A. Becherer, E. Steiger und G. Lettau : Die Flora des Naturschutzreservates an der lihcinhalde oberhalb Basel. Tafel VI— VIII zu Carl Renz : Neue griechische Trias-Ammoniten. Bemerkung der Redaktion. Wenn der vorliegende Band XXXIII der „Verhandlungen" an Text und Illustration den letzten Jahrgängen nicht nach- steht, sondern sie eher noch etwas übertrifft, so ist dies nur dadurch möglich geworden, dass verschiedene Autoren nennens- werte Beiträge an die Kosten von Druck und Tafeln geleistet oder dieselben ganz übernommen haben. Es sei deshalb nicht versäumt, an dieser Stelle den betreffenden Mitgliedern namens der Gesellschaft bestens zu danken. Was den Inhalt der einzelnen Abhandlungen betrifft, so sind hiefür die Verfasser allein verantwortlich. Basel, im Oktober 1922. A. Buxtorf, z. Zt. Redaktor der „Verhandlungen". Der paläogeographische Charakter des germanischen Muschelkalk-Binnenmeeres. Von W. Deecke Die germanische Triassee ist mit ihren Gesamteigentümlich- keiten als Binnenmeer, soweit ich weiss, bisher nicht behandelt. Wohl halten wir treffliche Darstellungen dieser Triasfacies, lialien sorgfältige Bearbeitungen ihrer Faunen in den verschiedenen Landstrichen Mitteleuropas, ebenso Vergleiche der ausser- und inneralpinen Versteinerungen. Alter es fehlt eine Bearbeitung des Ganzen von hydrographischen, faunistischen und tektonischen Gesichtspunkten her, wobei die geologischen und paläontologischen Tatsachen als Ausgangspunkte dienen, um uns den Gesamt- charakter dieses Ingressionsmeeres klar vorzuführen. Natürlich existieren viele Einzelbemerkungen, und über vieles herrscht völlige Übereinstimmung. Z. B. gab E. Vraas eine gute Darstel- lung der Gesamttrias vor etwa 20 Jahren, in welcher vor allem der Keuper paläogeographisch aufgefasst wurde; vom Muschelkalk habe ich nirgends eine älmliche Darstellung gefunden, mindestens keine solche, wie ich sie hier vorlege und welche wegen der Be- deutung dieses Formationsgliedes für die Geologie Deutschlands sicher ein allgemeines Interesse besitzt. Der referierende Auf- satz von Tornquist, Die Binnenmeerfacies der Trias (Geol. Rund- -ehau, Bd. III, H. 2, 1912) verfolgt andere Ziele. Das Muschelkalkmeer breitete sich ziemlich plötzlich in Mitteleuropa auf einem Gebiete aus, das bisher ein abgeschlossenes nur mit Sandmassen sieh zufüllendes Becken war. Eine lang- -aine, andauernde Senkung, die niemals rasch bedeutende Tiefe bewirkte, hatte südlich der Britisch-Skandinavischen und westlieh der Russischen Masse eine Eindellung erzeugt, in die wahrschein- lich vim Norden her so bedeutende Sand- und untergeordnete Tonmassen hineingeschüttet wurden, dass sie die Senkung aus- glichen. Das Becken war von Wasser erfüllt, nicht eine Wüste, wie zwei Jahrzehnte lang behauptet wurde. Sein Südrand lag nicht fest, sondern verschob sich im Laufe der Buntsandsteinzeit i 2 W. Deecke. immer weiter nach Süden und Südosten, so dass die höheren Sand- steinstufen in Vogesen und Schwarzwald übergreifen. Zugleich tauchte eine bisher m ich vorhandene Halbinsel oder Insel, die Rheinische Masse nebst dem Hohen Venn, unter den Seespiegel. während die Ardennen über Wasser blieben und vielleicht als Ansatzpunkt einer nach dem französischen Zentralplateau west- lich vom Pariser Becken durchziehenden Barre als Westrand des Buntsandsteins dienten. Im grossen und ganzen hatten wir also eine weite Mulde. die den Nordrand des varistischen karbonischen Gebirges als Bogen umzog, so wie die Adria an der Aussenseite des Appenins liegt; sie bestand aber aus zwei Teilen, einem deutlich herzyni- schen, welcher etwa in der Richtimg der oberen Oder und unteren Elbe bis über Helgoland hinaus lief, und einem zweiten rheinischen Abseimitte, der von Besançon zur Rheinmündung reichte und wahrscheinlich bis nach England, wo beide Teile sich vereinigten. Beide Abschnitte traten während des mittleren und oberen Bunt- sandsteins nördlich der Doubs — Donaulinie in Süddeutschland mit- einander in breite Verbindung. Der Kern der varistischen Faltung (die Gegend Plateau central-Mittelschweiz — Böhmer Masse) blieb Festland und trug auf seiner Süd- und Südostseite, d. h. in den Ostalpen und in der Lombardei die Flachwasserstrandseen, denen die alpinen Werfener Schichten und der Servino ihre lagunäre Entstehung verdanken. Dieses Becken besass, wenn wir von einem selbständigeren englischen Zipfel längs des Ostrandes der Masse von Wales absehen, die Gestalt eines gleichschenkligen Drei- ecks, dessen Basis doppelt so lang war, wie jede der beiden anderen Seiten und dessen Spitzen bei Besançon, York und Tarnowitz lagen. Es mass also etwa 500000 qkm Fläche, wobei die Inseln mitgerechnet, aber manche randlichen Teile ausgeschaltet sind. Es kommt ja auf eine genaue Zahl, welche wir gar nicht mehr festzustellen vermögen, hier nicht an, sondern nur auf eine all- gemeine Grössenordnung. Vergleichen wir damit die heutigen europäischen Binnenmeere, so hat: Ostsee 416000 qkm Schwarzes Meer mit Asowischem Meer . . 460000 qkm Caspi-See 4400011 qkm Es war also diese mitteleuropäische Buntsandsteinsee nicht wesentlich grösser als eines der heutigen europäischen Binnen- meere. Neben diesem bestand noch ein zweites Becken in Südwest- europa, welches das jetzige Meeresstück zwischen Sardinien. Muschelkalk- Binnenmeer. •'! Spanien und Algier nebst dem Ebrotal umfasste. Nennen wir es das Sardo-spanische ; es hatte ungefähr dieselbe Fläche wie das germanische. Indessen lassen sich seine Ränder noch weniger scharf festlegen. Beide standen so zueinander, wie heule Caspi und Pontos, d. h. sie waren zeitweise durch schnulle Landengen voneinander getrennt. Heide haben anfangs gleichartige, oft -ehr mächtige, aus roten Sandsteinen bestehende Sedimente um Einlagerungen von Landpflanzen und mit gelegentlich sali- naren Ausscheidungen: nur erreicht in dem südliehen See die Oicke der Schichten niemals die hohen Beträge wie im Norden. Das offenere Meer. d. h. die nach Südeuropa eindringende Tethys, halien wir in Kleinäsien, in Rumänien, Ungarn, Mazedonien und Si/.ilien konstatiert und kennen in den Alpen die Litoralbildungen dieses sich in der Tria.- immer weiter nach Westen vorschiebenden Gürtelmeeres. Während des Buntsandsteins war es wohl von den beiden Binnenbecken durch einen Bogen von Böhmen über Plateau central — Korsika — Sardinien Tunis getrennt. Indessen scheint bisweilen schon die See eingebrochen zu sein, vor allem in der Zeit des oberen Buntsandsteins, da wir an vielen Stellen Mvophorien- und Gervillienbänke darin bei uns finden, bei Sulz- bad im Elsas- marine Krebse, Limulus und Beneckeia Buchi mit Voltzia heterophylla zusammen beobachten, ebenso wie Frech aus schlesischem Sandstein denselben Ammoniten abbildete. Auch im mittleren Sandstein haben wir Gervillien , und Estherien bankweise, wobei die Frage offen bleibt, ob nicht nur Wind oder andere Vermittler solche Keime vertragen haben. Im obersten Sandstein deuten dagegen die Linguliden, Mvo- phorien und Krebse auf eine wirkliche Meeresverbindung hin. Man täte vielleicht besser, diese Bänke trotz der Buntsandstein- facies schon zum Muschelkalk zu ziehen. Das ist aber eine Prin- zipienfrage, ob die petrographische Facies oder der Fossilinhalt massgebend sein soll. 1 ) Eine verstärkte tektonische Bewegung erschloss nun zunächst das nördliche Becken der marinen Tierwelt durch Pforten, welche. wie wir bestimmt wissen, in Oberschlesien lagen. Durch sie ergoss -ich das Wa-ser in die erneut vertiefte Senke und erfüllte sie bis zum äussersten Hand. In einem dünnen, 1 — 2 m dicken Schicht- packet ändert sich der gesamte Gesteinscharakter, da an Stelle der Sandmassen und roten Tone die kalkigen oder dolomitischen. ') Lagen mit Schizodus, aber vom Charakter des unteren Buntsandsteins rechnet man in der Pfalz jetzt zum oberen Zechstein, früher wegen des Au sehens zur untersten Trias. Den Macrocephalushorizont stellt man in Schwallen immer noch in den braunen Jura wegen seiner Eisenoolithe usw. 4 W. Decke. frisch blaugrauen, verwittert rotgelben Gesteine irrten. Es ist eines der allerbesten Beispiele für eine marine Transgression auf weite Fläche, und es niuss diese erfolgt sein in ein etwas unter dem Meeresspiegel liegendes Becken, weil die untersten Wellen- kalkbänke konkordant auf dem Röt lagern. Wir haben also den Fall des Caspi, der auch unter dem Seespiegel steht, der von Sand- ufern im Norden und Osten eingefasst ist, dessen bis Zaritzin reichende nördliche Umrandung bei einem Einbruch des Mittel - meerwasser vollaufen würde. Über Strand und Flussmündungs- schutt, über Salz-Gipspfannen würde sich das neue marine Sedi- ment legen, und zwar so gleichartig, dass auf sehr weite Flächen eine völlige Konkordanz der verschiedenartigen Bildungen ein- träte. Wir wären dann nicht in der Lage, iiu Gebiete der unter- sten Wolga die Transgression anders zu konstatieren, als an dem Gesteinswechsel und an der marinen Fauna. Seine allgemeinen Sedi- mentationsbedingungen waren gegenüber der vorhergehenden Zeit nur insofern geändert, dass die Sandzufuhr bis in die Mitte des Beckens aufhörte und auf den Rand (Luxemburg, Nordvogesen. England) beschränkt blieb, der rasche Wechsel der Schichtung, die zeitweilige Trockenlegung mit Ausscheidung von Gips und Salz blieben in den westlichen Gebieten, also vielleicht überhaupt in der Nähe des Westrandes, bestehen. Wir haben nämlich vom < Idenwald bis Basel dünne Rauchwackenbänke im unteren Wellen- dolomit, die sich genetisch von denen des Röt nicht unterscheiden. Die Hauptsenkung geschah am kräftigsten im Osten, vielleicht auf iler hercynischenElbe — Oderlinie und erreichte dort bedeutende Beträge, da wir den unteren Muschelkalk in Oberschlesien rund 100 m, bei Rüdersdorf 150 m mächtig sehen. Die reine Kalk- bildung ist am bedeutendsten auf der Linie Tarnowitz — Rüders- dorf und nimmt nach Südwesten und Westen zugunsten der Mergelschichten mit dolomitischen Einschaltungen ab, ohne dass die Mäehtigkeiten erheblich sinken (bei Jena 113 m, bei Würz- burg rund 100 m, in Schwaben rund 90 m) ; erst iu der Pfalz und in der Eifel kommen wir zugleich mit der Muschelsandsteinfacics an den Rand der weiten Pfanne. Die Ausdehnung der Wellen- kalksee scheint im Westen und Südwesten nicht wesentlich über den Rahmen des Buntsandsteinareales hinaus gegangen und ihr Boden recht eben gewesen zu sein. Wir haben Wellenkalk bisher nicht im Schweizer Jura und Rhonegebiet und beobachten im südlichen Baden, in den Vogesen, in der Pfälzer Hardt und in Luxemburg eine starke Beimischung von Muskovit, die ganz an die gleiche Erscheinung in den Plattensandsteinen erinnert und deren Rekurrenz darstellt. - - Im Sardo-spanisehen Becken Muschelkalk-Binnenmeer. 5 wird nur aus Sardinien von Tornquist eine Lage unter dem Nodosus- kalk erwähnt, wi'lche Gesteine vom Habitus des germanischen Untermuschelkalkes hat und Lima lineata führt. Eine Ver- bindung dieses isolierten Vorkommens mit Süddeutschland ist nicht nachgewiesen und könnte nach unseren bisherigen Kennt- nissen nicht über die Schweizeralpen, sondern nur über das Rhonetal vermutel werden. Es fehlen aber auf Sardinien die übrigen Wellenkalkgruppen. - Das bezeichnendste Merkmal der Wellenkalksee ist die uns plötzlich erscheinende Verbreitung einer marinen Fauna über die ganze Fläche, einer Fauna von einheitlichem Charakter, mit zahllosen Individuen verhältnismässig weniger Arten. Es macht den Eindruck, als ob das einströmende Wasser Keime mit- gerissen und rasch überall hin verbreitet habe. Dabei kamen in erster Linie die Eier und Larven der in der flachen Littoralzone lebenden und von Osten her eingewanderten Tier- formen in Betracht, d. h. solche Arten, welche auf seichtem. schlammigem Untergrunde fortzukommen vermochten. Wir wer- den von diese]- Tierwanderung gleich ausführlicher sprechen. Vorher möchte ich einige Analoga solcher Einbrüche mit Ver- breitung mariner Keime anführen. Am Ende des Pliocäns muss durch den Bosporus das Mittel- meerwasser sich den Zutritt zum Schwarzen Meer geschaffen haben. Wir sehen, dass ein Teil der mediterranen Fauna das neue Gebiet rasch erobert, aber wegen der eigenartigen Gestalt de- Pontos auf den Ufersaum beschränkt bleibt. Unwirtliche, mit Schwefelwasserstoff geschwängerte Tiefen besass das Wellen- kalkmeer nicht und konnte sich daher ganz bevölkern: ferner war das Wellenkalkbecken kein Süsswasserbecken gewesen, wie das Schwarze Meer, und der Salzgehalt vielleicht beinahe normal. Ein zweiter, diesem noch ähnlicherer Vorgang war der Ein- luuch des Litorinameeres der Postglacialzeit in das Ostseebecken. Die Süsswasser-Ancylus-See wurde durch Einstrom des Xordsee- wassers umgestaltet. Die Pforten lagen in Holstein bei der Elbe- und Travemündung und waren breiter als die heutigen Strassen des Sundes und der Belte. Es verbreitete sich eine geringe Anzahl der Nordseeformen bis in die nördlichsten Zipfel der Bottnischen W ick. und zwar entsprechend der Wellenkalkfauna nur wenige Arten mu sehr vielen Individuen, so dass wir Gründe mit Oar- dium edule, Scrobicularia piperita, Litorina litorea, Mya arenaria usw. wahrnehmen, die sich etwa den Myophorien, Gervillien und Limenpflastern im Wellendolomit vergleichen lassen, [•'einer waren, wie noch heute bei Kiel, in der Nähe der 6 W. Deecke. Pforten, infolge des lebhafteren Salzwassereinstromes die marinen Arten der Litorinasee zahlreicher und die einzelnen Individuen grösser und dickschaliger: nur die in Gotland oder bei Hapa- randa zu sammelnden Typen sind kleiner und gleichen den jetzt an der Westseite Rügens lebenden Tieren. In ähnlicher Weise erfolgte im Ostseebecken schon im mittleren Diluvium ein Ein- bruch des Nordseewassers und brachte die Eemfauna mit Car- dium edule, Cyprina islandica. Rotalia Beccariae usw. bis Hiddensö und Danzig, während die nördliche Ostseerinne mit Inlandeis gefüllt blieb, das bald darauf wieder vorstiess. Wollen wir eine Parallele dieser quartären Ingressionen mit dem Wellenkalkmeere ziehen, so liesse sich die Eemphase - - mutatis mutandis -- mit dem Rötmeerstadium vergleichen, dessen Tiere auch wieder verdrängt wurden und nicht überall im Buntsand- steinbecken sich ansiedelten, die Litorinaphase etwa der eigent- lichen Wellenkalksee. Denn auch von deren schlesischen Pforten an ist bis Rüdersdorf und Thüringen das Tierleben reicher, als weiter entfernt z. B. in Süddeutschland; aber völlige Überein- stimmung beider Erscheinungen herrscht insofern nicht, als die Beimischung von Süsswasser im germanischen Muschelkalk- becken immer untergeordnet blieb. An der schlesischen Pforte beobachten wir eine Menge von Schnecken, Brachiopoden, Fischen und Sauriern, die dem west- deutschen Wellenkalke fehlen, ferner die Kalkalgen, denen augen- scheinlich das Binnenwasser wenig zusagte. Sofort allgemein wurden verbreitet Lima lineata, Lima striata, die „Mya- cites", Gervillia socialis var. funieularis, Myophorien. Pecten discites, Linguliden und Dadocrinus gracilis. Später, im mittleren Wellendolomit, kommen wieder Beneckeia Buchi, mit ihm Terebratula Ecki, drittens in etwas höheren Bänken Terebratula vulgaris. Erst im Wellenmergel erscheinen die langhäusigen Gastropoden häufiger, stellen sich langschwänzige Krebse ein und dazu die Mixosaurier. Das Wandern aller dieser Tiere nach Westen mag eine Folge des Salzwasserstromes gewesen sein, der sich in dem Becken zu einer kreisförmigen Drift ent- wickelt haben wird, und zwar unter Einfluss ("istlicher Winde. Heute beobachten wir, wie die herrschenden Westwinde des süd- lichen Ostseebeckens das salzigere Wasser der dänischen Strassen nach Osten treiben, und auch die rasche Einwanderung der Litorinafauna wurde zweifellos begünstigt durch solche West- winde. Im Wellenkalkmeer lagen die allgemeinen hydrographi- schen Bedingungen ähnlich, indem eine von Südosten eindringende Strömung wahrscheinlich östlichen Winden unterlag und daher Muschelkalk- Binnenmeer. 7 nach Westen und Südwesten abgedrängt wurde. In Russland bestand damals ein ausgedehntes Festland, im .Süden von Europa und im Norden von Afrika entwickelte sich das Gürtelmeer mit seiner von Ostasien herkommenden Warmwasserströmung. Daher ist das russische Land wahrscheinlich vorzugsweise ein Hochdruck- _ • ■ i - 1 . ■ t gewesen, von dem. wie in der Gegenwart, kontinentale, d. h. östliche Winde ausgingen. Diese Ostwinde werden die Gegend von Polen, Schlesien, Ungarn beherrscht baben, wie noch heute, und mussten das Wasser in die germanische Wellenkalkmulde hinein- treihen. Wir beobachten, dass im Pontos diese Ostwinde eine Dritt hervorrufen, welche von der Krim am Ufer entlang nach dem Bosporus läuft und dort umbiegt, so dass sie an der klein- asiatischen Küste ostwärts gerichtet ist und bei Trapezunt quer über das Meer nach Norden zurückgeht. Für das Wellenkalkmeer gilt das gleiche. Denn auch sie stiess im Westen auf Festland und muss mm umgekehrl sein. Diese Umkehr ist aber auf der nördlichen Halbkugel immer im Sinne einer Rechtsdrehung, so dass die Wasser nordöstlich abgelenkt wurden. Die Breccien- struktur der Schaumkalkbänke, die vielen Fliess- und Wellen- spuren. die zahllosen zusammengefegten ( >i liicularis-Sehalen im oberen Wellenkalk des Odenwaldes deuten auf solche von Osten kommende Strömung oder Wellenwirkung hin. Dazu möchte ich auch die Verbreitung von Gervillien, Myophorien und Linguliden im obersten Buntsandsteine von Elsass und Baden zählen. Als nun das Meer dauernd von dem weiten Gebiet Besitz ergriff, stellte sich ein Beharrungszustand dieser Art ein. Da- raus wird uns die plötzliche Aussaat der Keime über das Ge- samtgebiet verständlich, daher versuchen im untersten Wellen- dnlnmit deich so viele Tiere heimisch zu werden, welche sich zum Teil nachher nicht dauernd halten, z. B. Terebratula Ecki und Dadocrinus gracilis. Ich glaube, dass viele der Beneckeien verschwemmte leere Schalen waren, desgleichen die einzelnen Ptychites-Individuen, welchen wir von Rüdersdorf über Thüringen bis Heidelberg in etwas verschiedenen Horizonten des Wellenkalkes begegnen. Sie geben uns gleichsam die Hauptdrift an, gerade so wie manche Crinoiden. W T ir haben im Westen im Tiefsten Wellendolomit einzelne dünne Dadocrinusbänke, meist : ui zerfallende Stiel- und Armglieder, kaum Kronen; höchst selten zeigt sich Encrinus aculeatus, der im Osten häufiger ist, und zwar im mittleren und oberen Wellenkalk, in Thüringen im oberen Horizonte liegt, indem er in Südwestdeutschland ganz fehlt, wenn wir nicht die isolierten Stielglieder des Schaumkalkes auf diese und andere Arten (Encr. Brahlii, Carnalli) zurück- 8 \V. Deecke. rühren wollen. In dem Falle wäre die Verschwemmung von Osten her nicht abzuweisen, sogar ein trefflicher Beleg für die oben behauptete Meeresströmung. In Thüringen und bei Rüdersdorf haben wir nämlich Rasen von Encrinus Carnalli und E. Brahlii in höheren Schichten - alles das deutet darauf, dass vielleicht einige der westdeutschen Crinoidenhorizonte nur aus Treibmassen weiter östlich gewachsener Rasen hervorgingen. Ganz sicher ist dies im Schaumkalk des Odenwaldes der Fall. wo nie ein ganzes Exemplar vorgekommen ist und auch die bei- gesellten Pentacrinusglieder immer verstreut erscheinen, beide Crinoiden aussen lern mit aufgearbeiteten Mergelstücken zusammen- liegen, also die starke. Bewegung des Wassers sichersteht. In der Ostsee fehlen heute Seeigel, dagegen gehen Seesterne mit dem salzigen Einstrom bis nach Vorpommern. Ebenso haben wir im Wellendolomit Süddeutschlands zwar Ophiuren, aber keine Cidariten. Die Gervillien bleiben anfangs klein, gleichsame Küm- merformen, Lima striata, tritt ebenfalls klein und dünnschalig im untersten Wellendolomit auf, um dann zunächst wieder zu verschwinden. Reichhaltige]' ist die Fauna erst im Wellenmergel. in welchem die Myophorien, Homomyen, Undularien usw. zu grösseren Individuen werden. Auch Terebratula Ecki er- scheint gegenüber der hoher liegenden Ter. vulgaris als ver- kümmert. Die südwestdeutschen Wellenkalkformen gleichen also biologisch den Typen der Litorinasee nördlich der Aalandsinseln und lebten wie diese weiter weg von den Pforten. Auffallend ist die Menge von winzigen Schnecken in der gesamten marinen deutschen Trias, von denen ich annehmen möchte, dass sie meistens auf Tangen sassen und daher in einzelnen Schichten so massen- haft und lokal beschränkt erscheinen. Sie wären den Hydrobien und Neritinen der Ostsee zu parallelisieren, von welchen man an manchen Stellen bei einem Dredgezug viele Hunderte auf einmal erbeutet. Besonders die pseudo-oolithischen Schaumkalke stecken voll davon und stellen einen Schneckensand dar, wie ich ihn durch Abschlämmen des Schlickes im Greifswalder Bodden auf Seegrasgründen oft erhielt. Wie die Seehunde und Tümmler von der Nordsee in das Baltikum und die Delphine in den Pontos. so wanderten die Mixosaurier in die Binnensee des unteren Muschelkalkes und kamen auch etwas später, d. h. erst im eigentlichen süd- deutschen Wellenmergel vor; genau so machen es die Macruren unter den Krebsen. Die langhäusigen Schnecken und Nati- copsis hatten zwar gleich anfangs einen weiten Verstoss ge- macht, verschwanden dann aber, um erst in der mittleren Muschelkalk-Binnenmeer. 9 Serie zeitweilig allgemein häufig zu werden. Die Besamung erfolgt eben eine Zeitlang immer wieder ?.. B. mit Terebratula vulgaris, Spiriferina hirsuta und Sp. Eragilis, wahrend manche nahverwandte Arten (Sp. Mentzeli, Rhynchonella decurtata) nicht nach Westen vordrangen, sondern immer (auch in Spanien, in den Südalpen) auf die Ränder des offenen Meeres beschränkt blieben. Die Lebensbedingungen müssen damals rasch und auf weiti Strecken in dem flachen Meere gewechselt haben. Dies gehl aus den Dolomitlagen. Rauchwackenbänken. den eingeschalteten .Mergeln, ja dunklen blätterigen Tonen hervor. Bald haben wir last nur die kleinen Crinoidenstielglieder in spätigen Kalken. bald nur aufeinander gepackte Schalen von Pecten discites oder dicht beieinander liegende Terebratula vulgaris in schwarzen dünnschiefrigen Mergeln. Lagen, welche auf 100 km Entfernung dieselbe stratigraphische Stellung bewahren und dabei kaum ihren Possilinhalt ändern, höchstens fossilleer werden. Die Bestreuung des ganzen Beckens mit Keimen geschah stets von Osten her. Was nicht für den Boden passte, ging ein, das andere entwickelte sich in Tausenden von Individuen nach Art d'er Cardiensande in der heutigen Ostsee und den Scrobicularia- schichten in der Litorinazeit. Dahin gehören im Wellendolomil die Eckilagen. die Bänke mit Myophoria cardissoides. die stratigraphisch . so wichtigen Spiriferinenhorizonte, die letzten meist etwas härtere, also kalkigere Gesteine, unter und über denen man vergeblich nach diesem Fossil sucht, in denen aber regelmässig die austerartigen Terquemien sich einstellen. Betrachten wir diese Fauna als Ganzes, so herrschen dem Schlammgrunde gemäss Formen vor, die entweder wie die Mya- citen, Anoplophoren, Homomyen in demselben eingebettet leben oder Monomyarier. denen wir einen Byssus zuschreiben dürfen, womit sie sich in dem Schlick befestigten (Lima. Myalina, Gervillia, Pecten). Dazu kommen Lingula, Terebratula. Spiriferina, ebenfalls alle mit eingegrabenem Stiel. Eine Aus- nahme machen allein die Myophorien, welche ich übrigens eben- falls für Bewohner schlammiger Gründe halte, wie die Trigonien, die ja schliesslich verlängerte Siphonen und daher eine nach hinten ausgezogene Schale besitzen (Trig. praelonga im Cal- lovien, Trig. aliformis im Gault). Hier ist ferner Dentalium torquatum zu nennen, das gleich in den untersten Wellen- dolomiten bankweise erscheint, um darauf zu verschwinden und dann bald hier, bald dort sich wieder zahlreich einzufinden. In dies« Gesellschaft passen Ophiuren und garneelenartige Krebse, 10 \Y. Deecke. sowie Anneliden gut hinein. Beachtenswert ist die Seltenheit von Fischen und Nothosauriern im Westen Deutschlands, wäh- ii 'inl in Schlesien und Rüdersdorf es lagenweise von Knochen wimmelt und viele Gattungen dort vorkommen. Nur der tiefste Wellendolomit hat eine Art Bonebed mit Ganoidschuppen und Saurierresten, gleichsam als sei ein Schwärm mitgerissen oder versuchsweise eingebrochen und dann zugrunde gegangen. Auch heute halten sich an den Pforten von Binnenmeeren gern viel Fische auf, z. B. die Heringe im Sund, im Belt. sogar im Kaiser- Wilhelmskanal, und ihnen folgen Seehunde und Delphine; am Bosporus ist der Tunfischfang seit dem Altertum berühmt; im finnischen Meerbusen haben wir die Menge von Cor ego nus. bei den Engen der Aalandsinseln die dichten Scharen der Strörn- minge. Ich denke mir. dass die Nothosauriden Überschlesiens und Rüdersdorfs diesen Fischen folgten und in deren Zuggebiet lebten, woraus sich ihre Seltenheit in Süddeutschland zur Wellen- kalkzeit zwangslos erklärt.') Häufiger sind sie in deren mitt- leren und oberen Schichten (oberer Muschelsandstein der Pfalz oder die badischen Spirif erinabänke) . Es ist sehr wohl möglich, dass das berühmte Rhaetbonebed von Stuttgart auch an einer solchen Strasse, einer Einbruchspforte der See entstand, wo sich kleine Haifische (Acrodus), Hybodonten und Saurichthys. Lepidotus und Dapedius in Zügen und Schaaren drängten. Diesen Tieren folgten Nothosauriden und Stegocephalen. Deren Knochen wurden schliesslich zusammengeschwemmt und mit aufgearbeiteten anderen Knochen sedimentiert. Analoga bietet das ob er schwäbische marine Miocän mit den zahllosen Haifisch- zähnen, Rochenkauplatten, wobei auch Knochen von Landtieren miteingebettet wurden, so dass an manchen Stellen Rhinoceroten-, Hirsch,- Tapir-, Schweinereste mit den La m na- und Noti- d a n u s-Zähnen zusammeuliegen. Der Schlick des Wellenkalkmeeres war stark bituminös, was auf abgestorbenes Plankton oder Algenrasen deutet: alle frischen Wellenkalkgesteine sind blaugrau und riechen beim Anschlagen nach Erdöl. Seit dem Schaumkalk geht im Westen dies Wellenkalkmeer seinem Ende entgegen. Warum? ist nicht völlig klar; vielleicht verengerten sich die Pforten im Osten, aber ganz ge- schlossen wurden sie erst in der Zeit nach der Anhydritgruppe. Die Orbicularisregion hat im Westen eine ganz verarmte x ) Nicht alle Knochen im süddeutschen Wellenkalk gehören den Notho- sauriern an; im Wellendolomit haben wir auch Labyrinthodonten. im Wellen- kalk Mixosaurier, auch Saurichthys erscheint hier und da. Muschelkalk-Binnenmeer. 1 I Fauna, welche in der Zusammensetzung etwa der Rötfauna ent- spricht; im Osten bleibt sie noch mannigfaltiger, wenn auch einförmiger geworden. Im Westen haben wir nur Myophorien, Gervillien, Spirorbis, einen Wurm, dessen Röhren vielleicht auf \|"rn äassen, wie heute diese Schalen massenhaft die Nordsee- Fucus bedecken, ferner das Dentalium, bisweilen eine letzte Lima. Bald beginnt, wie im Rot, die Gipsausscheidung; indessen treten über den ersten Gipsbändern noch einzelne Fossillagen auf, d. h. es hat nochmals Erneuerung dies Salzwassers stattgefunden oder Strömungen Italien anderswo herstammende Schalen aus- gestreut. Die See muss im obersten Wellenkalk im Westen sehr flach gewesen sein, da Wellenfurchen, Fliesspuren, zusammen- geschwemmte Museheihaufen und auf den Schichtflächen ver- streute Einzelklappen allgemein verbreitet sind. Die Art der Salz- und Anhydritausscheidung im mittleren Muschelkalk ist nicht ganz sicher ermittelt. Wir wissen, dass sie nach Osten abnimmt, in Thüringen zwar noch existiert, bei Rüdersdorf und Oberschlesien fehlt; dafür breitet sie sieh im Bereiche der alpinen varistischen Schwelle nach Südwesten aus. Ich halte auch die nordalpinen Salz- und Gipsschichten für An- hydritgruppe, und wir finden diese Salzmassen bis Salins im Jura, ja noch weiter südlich bis ans Plateau de la Serre. Die vindelicische Schwelle und ihr nördliches Vorland sanken, ein- fach als Fortsetzung der vom Buntsandstein her bekannten, -leichartigen, von NW. nach SO. vorschreitenden Einmuldung. Daher zogen sich die schweren salzigen Wasser in diese breite Rinne hinein und schieden dort in der Tiefe ihren überschüssigen Salzgehalt aus. Von einer irirklichen Trockenlegung ist an der Basis der süddeutschen Anhydritgruppe und überhaupt innerhall» derselben nichts zu beobachten. Der Gips und das Salz ruhen konkordant auf dem Orbicularismergel, und zwar wieder auf weite Entfernung hin ganz gleichartig. Von Basel bis zum unteren Neckar haben wir nämlich das Steinsalz an der Basis, darüber das Calciumsulfat, dann Tone mit Salz und Gips, schliesslich helle plattige Dolomite, das Ganze fast 90 m dick. Abgesperrt war flieses Binnenmeer: sonst hätte es seinen Salzgehalt nicht so angereichert, mindestens muss die Verdunstung den Zufluss üben lullen haben. Dies führe ich wieder auf trockene östliche Winde zu- rück, die, aus dem russischen Land kommend, die Feuchtig- keit aufnahmen und das Salzwasser konzentrierten. In der Nähe i blesischen Pforten blich das Wasser normaler, obwohl auch längs der Oder — Elbelinie Dolomitausscheidung begann. 12 W. Deecke. hu Westen aber herrschte Verdunstung vor, so das* wir an- nähernd den Zustand haben, den heute Caspi und Karabugas zeigen. Es ist daher möglich, dass etwa vom Taunus nach dem Erzgebirge eine niedrige, subaquatische Barre bestand, die das Gesamtbecken in zwei Abschnitte zerlegte und damit die in dem unteren Teile der Anhydritgruppe enthaltenen süddeutschen •Salze entstehen liess, wie heute die 70 km lange, niedrige Sand- zone den Karabugas absperrt. Die mitteltriadische Schwelle hätte eine Länge von rund 230 km gehabt. Südlich derselben haben wir tatsächlich erst die Hauptmasse der salinaren Sedi- mente. Es mag sich um eine leichte, in varistischer Richtung erfolgte Wellung, eine Nachwirkung der karbonischen Gebirgs- bildung gehandelt haben. Wir beobachteten ja in Mitteleuropa immer wieder ein Aufsteigen des fränkischen Streifens, wenn im Süden eine Einmuldung erfolgt; z. B. am Ende der Jurazeit, als sich die helvetische Kreide entwickelte, und im Miocän, als das Meer den Xordfuss der Alpen umilutete. in der Anhydritgruppe wurden in Lothringen, in der Eitel, in Thüringen, Rüdersdorf und Oberschlesien Corbuliden, Linguliden, Myophorien, Estherien und viele Fischtrümmer ge- funden, an Menge nach Osten zunehmend, indem bei Rüders- dorf Myoph. vulgaris direkt Bänke bildet. Die Tiefenachse der Salzregion läuft von Macon am Plateau central nach Weimar, also varistisch. Nordwestlich der genannten Achse haben wir im mittleren Muschelkalke von Lothringen und im Odenwald spärliche Fossilien, die südöstlich ganz fehlen und beweisen. dass gegen Norden hin da,s organische Leben im Binnensee nicht völlig erlosch, wie ja aach in Thüringen einige Fossilien auftreten. Von einem wirklichen Eindampfen analog den Zech- steinsalzen, bei denen schliesslich die Mutterlaugen auskristal- lierten, darf demnach keine Rede sein. Aus der Niedrigkeit der Barre ergibt sich, dass die bei Rüdersdorf und in Schlesien vor- siehgehende Dolomitbildung in der oberen Anhydritgruppe selbst die südwestdeutschen Gebiete ergriff, nachdem der überschüssige Gehalt an Chloriden und Sulfaten aus dem Wasser beseitigt war und ein Dauerzustand sich hergestellt hatte. Damals müssen die schlesischen Pforten ganz geschlossen gewesen sein, wodurch eben jener Dauerzustand eintrat. Bei Berlin misst der mittlere Muschelkalk immer noch 60 in. also fast ebensoviel, wenn nicht nicht etwas mehr, als in Südwestdeutschland ohne die Salz- und Gipseinschaltungen. Dort hielt sich auch ein verarmtes Tierleben, welches an dasjenige des oberen Buntsandsteins mit den Estherien. Gervillien und Myophorien erinnert, wozu als Muschelkalk- Kinnen nui t. l:; unterschied die vielen Haifische treten. Das Binnenmeer schwand also nicht: es blieb, und zwar im alten Umfange, bestehen und batte nur seinen Salzgehalt und damit Fauna und Sedimenthatur geändert. Mir bat keine andere Deutung der Anhydritgruppe esagt, weil es ganz, und gar an wirklich abgegrenzten Salz- pfannen fehh . Als da- Meer im Hauptmuschelkalk wiederkam, vollzieh! sich dies ohne ausgesprochene Diskordanz, gleichsam, als wenn ein nicht wesentlich tieferliegendes Becken durch Schwinden einer niedrigen Barre dem Meere angegliedert wäre. Die neuen Pforten öffneten sich aber diesmal im Süden, entweder im Gebiet der Alpen oder im Bereich des Rhonetales, d. h. von dem zweiten, dem spanischen Binnensee her. Auf diese Ansicht bin ich dadurch gekommen, dass im Osten bei Rüdersdorf und in Oberschlesien der Hauptmuschelkalk so kümmerlich entwickelt ist. während er in Süddeutschland ins- gesamt rund 100 m misst. Die beiden Gebiete haben gegenüber dem Wellenkalk ihre Rollen vertauscht. War früher die mächtigere Kalksteinserie an die östliche Pforte geknüpft, so haben wir eine gewisse Berechtigung .das jüngere Eingangstor auch in der Nähe der neuen Hauptkalksteine zu suchen, d. h. im Südwesten. Damit stimmt, dass sich im süddeutschen Trochitenkalk Retzia trigo- nella, in Lothringen Gyroporellen einstellen, dass in den tiefsten Kieseloolithen der Schwarzwaldgegend Kieselspongien, kleine alpine (?) Schnecken und ein Arcestes beobachtet sind, dass bei Donaueschingen im Hauptmüschelkalk Korallen, obgleich nur selten, sich angesiedelt haben und dass im Trochitenkalk des Kraichgaus allerlei Forarmniferen liegen. Auf die letzten Tier- formen der südwestdeutsehen unteren, dicken Kalkbänke führe ich den einst vorhandenen Glaukonit zurück, der in manchen Lagen noch nachweisbar ist und seinerseits auf rein marines Wasser. also Nähe der Eingangstore hinweist, somit gut in das Gesamtbild hineinpasst. Die Parallele zu Oberschlesien während des Wellenkalkes ist also im Trochitenkalk Süddeutschlands klar vorhanden, nämlich das Wiederauftauchen der Retzien, der Kalkalgen, ein- zelner fremder Ammoniten. Dazu kommen dann an Stelle der Dadocrinus die Encrinus liliiformis — Bänke, in denen ausserdem viele Nothosauridenknochen stecken. Wieder findet sich sofort Lima striata ein. Wir beobachten ähnliches im sardo-spanischen Becken, nämlich Diploporen, Ceratites Mün- äteri und Protrachyceras longobardicum im sardischen Muschelkalk, in welchem ebenfalls Bänke mit Encrinus lilii- 14 W. Deecke. formis und Lima striata sich zeigen. Im Gegensatz zu Lima lineata scheint L. striata salzigeres Wasser geliebt zu haben: denn sie tritt im untersten Wellendolomit in SW. Deutschland auf, in der Spiriferinabank unter der Orbicularis-Region und dann endgültig allgemein und mit stattlicheren Individuen im Haupt- muschelkalk; sie ist ferner in dem sardo-spanischen Becken häufiger als die andere Art, was auf den Zustrom aus der offenen See sich ebenso erklären würde. Ging die Senke der vindelicischen Schwelle weiter, so kann ein erster Einstrom über diese Barre von Süden her erfolgt sein; denn Retzia trigonella zeigt sich sowohl in der Klippentrias der Schweiz zusammen mit Siphoneen als auch im transgredierenden Muschelkalk am Luganer See und in Piémont. Dies Niedergehen der alpinen Triasbarre und eine entsprechende Vertiefung dei nördlichen vorgelagerten Mulde erklärt das weite Übergreifen des Hauptmuschelkalkes im Schweizer Jura und seine Ausbreitung nach Südwesten gegen das Plateau central und gegen das mittlere Rhonetal. Es war diese Senke abermals varistisch orientiert. und eine schärfere Ausbildung derselben gerade im Südwesten musste das deutsche Becken mit dem sardo-spanischen in Verbin- dung Illingen. Von dort her wanderten die meisten Meerestiere in das germanische Becken wieder ein, falls man nicht eine Strasse nördlich von Schottland annimmt, die ganz hypothetisch ist. Einzelne in der mittleren Abteilung des östlichen Abschnitts er- halten gebliebene Arten z. B., Myoph. vulgaris, mögen sich auch von dort aus erneut ausgebreitet haben; freilich sind dies nach unseren bisherigen Kenntnissen nur sehr wenige Spezies. Im spanisch-sardinischen Gebiete haben wir die deutsche Muschel- kalkfauna mit Hoernesia socialis, Myophoria vulgaris, Encrinus liliiformis, Nautilus bidorsatus und nodosen Ceratiten, also eine Litoralfauna der nach Westen langsam vorrückenden offenen See. Korsika hat alpine Facies, Sardinien, die Balearen und manche Teile Kataloniens besitzen alpinen Ein- schlag durch Auftreten von Gyroporellen, Daonellen, Protrachy- ceraten, Cassianellen usw. Aus den ostalpinen und helvetischen Meeresteilen wird die deutsche Hauptmuschelkalkfauna kaum herzuleiten sein, weil alle Formen darin fehlen. Aber aus einem solchen Litoralbezirk, wie er damals im westlichen Mittelmeer bestand, lässt sich die Reihe schön ableiten. Dabei ist anzunehmen, dass in dem wieder erschlossenen germanischen Becken gerade die Typen üppig gediehen, welche durch die freie See im südlichen mehr und mehr verdrängt wurden. Nach den Tornquisf sehen Arbeiten Muschelkalk- Binnenmeer. 15 1 1 : 1 1 t . • 1 1 wir am Rande der Tethys eine Gruppe vonAmmoniten, die sich dem Cer. nodosus sehr nähern, nämlich in Asien Cer. subrobustus. in der Pohrudsrha (.'er. subnodosus, im Vi- centin Cer. Münsteri, in Sardinien C. cf. evolutus, in N<>. Spanien Cer. nodosus. In Ligurien kommt auch Retzia trigo- nella mit Encrinus liliiformis vor, auf den Balearen haben wir Daonellenlagen, welche nach Tornquist Dann, franconica enthalten, also dieselbe Form, welche in der Nahe der Terebr. cycloides-Bank bei Würzburg und Coburg vereinzelt in einem Kalkschiefer beobachtet wurde. Terebratula cycloides ist auch eine westdeutsche Form, die nicht weit nach Osten geht und besonders vom < »denwald bis Thüringen einen bestimmten Horizont charakterisiert, also im Hauptmuschelkalk die Rolle der gleich grossen Terebr. Ecki übernommen hatte. Tornquist meint, dass südlich von Grenoble las Korsika ein Eindringen der Tethys in die spanische See erfolgte; ausgeschlossen ist dies nicht, aber es kann die Pforte auch bei den Balearen ge- legen haben. Ahnlich äussert sich Wurm, der mit Arthaber annimmt . es habe im südlichen Mittelmeer eine Verbindung der Tethys mit dem sardo-spanischen Muschelkalkmeer bestanden und über Toulon sei eine solche auch mit dem germanischen Binnensee er- folgt. Er lehnt die Tornquist'sche Meinung einer Strasse von der Lombardei über Grenoble ins Rhonetal und nach Norden hin ab, weil in der Basse Provence der Muschelkalk durchaus in der deut- schen Facies entwickelt sei, und hat damit wohl Recht. Jedenfalls scheint die Mehrzahl unserer Hauptmuschelkalkformen von Süd- westen eingewandert zu sein. Dann brauchen aber die Schichten im westlichen Mittelmeer und bei uns nicht völlig gleichaltrig zu sein, wenn darin dieselben Arten vorkommen. In SW. -Europa waren die Tiere wahrscheinlich schon etwas vorher heimisch, ehe sie in das germanische Becken gelangten. Dies erklärt auch die bisher schwierige Frage, warum der deutsche Nodosuskalk ersl den unteren YVengener Schichten gleichaltrig sein soll. Daonella franconica in der Cycloides-Region bei Würzburg kommt auf den Balearen mit Protrachyceras Curionii vor, einem Ammo- niten der Reitzi Schichten. Zwei andere Arten gleichen Alters Ci ràtites Münsteri und Protrachyceras longobardicum) naben wir auf Sardinien mit Hörnesia socialis, Lima striata, Terebratula vulgaris zusammen. Ceratites Münsteri ist eine der deutschen Nodosenarten über dem Trochitenkalk. An- dern oberen Rüdersdorfer Schaumkalk beschrieb Jäkel einen Cer. trinodosus und meinte damals schon, dass der alpine obere Muschelkalk, der durch diesen Ammoniten bezeichnet wird, noch 16 W. Deecke. dem obersten deutschen Wellenkalk parallelisiert werden müsse. Die Anhydritgruppe und der germanische Hauptmuschelkalk gehören dann in den unteren alpinen Keuper. Ceratites antecedens, der tiefer und hei Freudenstadt an der Grenze von Wellendolomit und Wellenmergel liegt, soll eine Parallelform von Oer. binodosus sein. Beide Ammoniten wären in der germanischen Trias typische Vertreter der von Newmayr ,, unvermittelt auftretend" genannten Cephalopoden und deshalb als Leitformen brauchbar. Die tektonische Phase, welche die schlesische Pforte verengte, das süddeutsche Becken vertiefte, fällt also zusammen mit der Transgression der Tethys nach Westen über den Corner »See hinaus- mit dem Einsetzen der mächtigen Dolomite in den lombardischen Alpen und wurde dort gefolgt von den Eruptionen, welche die „piatra verde" lieferten. Sind die Hauptmuschelkalkschichten jünger als der alpine Muschelkalk, wäre es möglich, dass sich die im offenen Meere verdrängten Ceratiten als Relikte in die Binnen- meere gerettet haben und dort eine Art selbständiger Entwicklung erlangten. Deshalb wird es kaum angehen, die einzelnen Muschel- kalkhorizonte Deutschlands mit den alpinen Schichten genau zu parallelisieren. Dasselbe betonten schon Frech- Philippi in der Lethaea und meinten, dass der deutsche Nodosenkalk dem Kom- plex zwischen Buchensteiner und Wengener Schichten oder sogar noch höheren Schichten gleichaltrig zu setzen wäre. Diese Binnen- meer-Entfaltung der Ceratiten entspricht etwa der Umwandlung der Cardien und der Congerien in dem abgesperrten oder anfangs nur noch durch enge Kanäle mit der offenen See verbundenen Pon- tischen osteuropäischen Meere. Man könnte auch an die Paludinen Slavoniens denken, welche ebenfalls in solchem Becken stark knotig werden und Analoga zu Cer. nodosus und Cer. spino- sus wären. Die durch Strömungen wie im Wellenkalkmeer immer neu erfolgte Besamung ergibt sich aus den Bänken mit Ter. eye loi des, Daonella franconica, aus den Pemphix- Schichten und den auch über dem Trochitenkalk in Süddeutschland immer wieder einsetzenden Lagen mit grossen Encriniten, welche den Eindruck von eingeschwemmten Fremdlingen machen und nicht wie im Trochitenkalk wirklich rasenbildend erscheinen, so dass sie bio- logisch den Schaumkalklagen entsprechen würden. ' Am Mte. S. Giusta auf Sardinien erscheint Encrinus liliiformis in Schich- ten, die Tornquist in den Nodosenkalk setzt. Zu solchen Einwan- derern gehören Cerat. semipartitus und Trigonodus Sand- bergeri in den obersten Muschelkalkhorizonten; für Trigonodus haben wir alpine Verwandte, aber nicht für den Ammoniten. In Muschelkalk-Binnenmeer. I * Südwestdeutschland ist oben der Glaukonitkalk wieder bezeich- uend als Beweis für starken Salzwassereinstrom, eine Bildung, die je weiter muh N \\ . fehlt. Mit diesem vergesellschaftet sieh im schwäbischen Becken das massenhafte Auftreten einer auch alpinen Kalkalge, des Sphärocodium, welche genau so gewiss aus der Tethys herstammt wie die Gyroporellen, nur auf weitere Flächen zu echter Rasenentwicklung gelangt. Wir halien uns die Strasse im Rhonetal recht schmal nach Art. de- Bosporus oder der Enge von Gibraltar vorzustellen. Wir keimen ihre Lage nicht genau, weil in der Tiefenlinie zwischen der Basse Provence und der Gegend von Lyon Aufschlüsse fehlen. Wo wir alicr am Rande im Süden hei Toulon und im Norden am Morvan die Trias sehen, haben wir unten sandig-conglomeratische ( iesteine, welche las in das Niveau mit Cer. nodosus hinaufreichen. Hang betont in seinem „Traité de Géologie", dass das Alter der unter diesem marinen Fossilhorizont liegenden Schichten zweifel- haft sei. und auch ich bin der Ansicht, dass keineswegs Bunt- sandstein vorhanden sein mus>. wenn wir dort irgendwo in der unte- ren Trias klastische Sedimente beobachten. Selbst das Vorkommen von Voltzia heterophylla beweist nichts, weil solche Pflanzen recht langlebig sind z. B. Glyptostrobus europäus in Oligocän und Miocän oder Taxodium distichum vom Miocän bis zur (Jcgcnwart. Zu solcher .Ansicht über Voltzia heterophylla ge- langte ebenfalls Wurm nach deren Auftreten bei Montserrat, in Katalonien. Ausserdem kommt Encrinus liliiformis in der l'iovence in Sandsteinen vor, gerade so, wie am Ardennenrande bei Diekirch (Luxemburg) die Muschelkalkarten mit conglomera- tischen Kalksandsteinen verknüpft sind. Diese litoralen Gesteine und das Übergreifen der Lettenkohle über den Granit bei Valence lassen die Rhonestrasse als ein Äquivalent von Sund oder Bospo- rus vermuten. Als -ich diese enge Pforte auf tat, war die germanische See ein ühersalzenes Wasser; daher geschah zunächst ein Austausch, und es wird eine nicht unbedeutende Zeit gedauert haben, bis der Ausgleich erreicht war. Diese Zeit ist nach meiner Ansicht die Entstehungsperiode der Plattigen Dolomite in der Anhydrit- gruppe. Während dieser kann aher in Sardinien und in der sardo- spanischen Provinz die Hauptmuschelkalkfauna schon gelebt haben; denn im Mittelmeer war die marine Tierwelt während des mittleren und oberen Pliocäns auch schon vorhanden, die im Quartär durch den Bosporus in das Schwarze Meer einwanderte. Wir sehen in Süddeutschland, wie sich über der Anhydritgruppe zunächst in den Kieseloolithen nur eine Kümmerfauna ansiedelt 2 18 W. Deecke. mit vielen kleinen .Sehnecken, kleinen Musehein usw.. weil das Wasser noch zu salzig war; darauf erst wandert die Hauptmasse ein und vermehrt sich gewaltig. Es gab dort ja keine Konkurrenten, keinen Kampf um den Platz. Abermals zeigen sich vorherrschend fest geheftete (Encrinus, Gervillia, Lima, Pecten, Tere- bratula, Ostrea) oder im Schlamm sitzende Formen (Den- tal i u m , M y o p h o r i a) . Abgesehen von wenigen eingeschwemmten Stücken (Arcestes?) erscheinen die Ammoniten erst später reich- lich, nämlich im oberen Trochitenkalk und Nodosenhorizont. Da- gegen sind in Süddeutschland im unteren Hauptmuschelkalk auf einmal dieNothosauriden reichlich vorhanden, verbreiten sich nun an den Rändern entlang über das ganze Becken und gelangen an der NW-Ecke der Böhmischen Insel zu reicher Blüte (Bayreuth). Dass sie in den litoralen Gebieten der alpinen Trias lebten, also von dort durch die Rhonestrasse einziehen konnten, wissen wir aus den Funden von Perledo am Corner See. Da es aber in der ger- manischen See damals wenig Fische gab, haben wir allgemeiner verbreitet nur die Placodus, die sich von Muscheln, Crinoiden oder Terebrateln nährten, wozu sie durch ihre Pflasterzähne be- sonders befähigt waren. Die geringe Zahl von Fischschuppen und Zähnen in dem süddeutschen oberen Muschelkalk ist auffallend. Nur die obersten Bänke der Odenwaklabdachung und in Franken sind reich und liefern eine Art Bonebed, in welchem Saurierreste nie fehlen. Bemerkenswert ist, dass wir in Deutschland in diesen Schichten die Gattungen Astarte, Nucula, Leda, Opis, Cardita, ferner die Arcaceen so spärlich und immer in kümmerlichen Individuen antreffen. Betrachten wir den Einstrom des Nordseewassers durch den Sund in die Ostsee, so lässt sich derselbe bis Rügen glatt nachweisen. So ähnlich stelle ich mir die Strömung vor, welche durch die Rhonestrasse etwa nordöstlich gerichtet bis an die Untiefen der Böhmischen Masse ging, so dass wir über den Kraichgau nach Franken die deutlichste Einwirkung des offenen Meeres haben. Dies blieb später bestehen, weshalb in der fränkischen Letten- kohle ein Temnocheilus und im Gipskeuper des Kraichgaus und bei Würzburg Myophoria Raibliana erscheinen, im Aargau bei Gansingen die nach diesem Orte benannte Bank im mittleren Keuper das typische Fossil der Raibler Schichten, die Myo- phoria Whatlyae umschliesst. Auch das Auftreten von Ger- villia exilis, der Leitform des Hauptdolomits im Keuper- dolomit des Morvan weist auf Wanderungen alpiner Arten längs des Rhonetales nach Norden hin. Zu Beginn des Hauptmuschelkalkes müssen wir in dieser Strasse zwei Strömungen annehmen, eine salzige, untere aussehende Muschelkalk- Binnenmeer, 1 9 und eine obere eingehende, welche das normale Meerwasser und damit die organischen Keime und viel treibende Reste zuführte. So erkläre ich mir die im süddeutschen Hauptmuschelkalk auf- tretenden, vielleicht als leere Gehäuse eingeschwemmten, ver- einzelt vorkommenden alpinen Ammoniten, entsprechend den im Wellenkalk von Osten her verbreiteten einzelnen Ptychiten. Im unteren Muschelkalk dauert es eine gewisse Zeit, bis die Be- neckeien allgemein im germanischen Becken sich einstellen; genau SO sind ( leratiten im oberen Muschelkalk reichlich erst von der Mitte des Trochitenkalkes oder gar erst über diesem vorhanden. Die Macruren liegen zahlreicher erst im Wellenmergel, Pemphix Sueurii demgemäss über dem Trochit eukal k; in beiden Fällen "ebt eine Blüte der Muscheln und Terebrateln voran. Wie schon früher macht Spiriferina den Versuch, heimisch zu werden, taucht daher in der Mitte in wenigen Bänken auf und verschwindet wieder. Wurm hält auch den sardo-spanischen Muschelkalk für ein Binnenmeer mit enger östlicher, im südlichen Mittelmeer gelegener Pforte. Wir können eigentlich das hier angewandte Prinzip auch auf diesen zweiten triadischen Binnensee anwenden und mit Wurm dadurch den alpinen Einschlag auf den Balearen und in Kata- lonien erklären. Die Richtung des Salzwassers wäre gegen NW., also hercynisch gerichtet gewesen, wie noch heute das Ebrotal verläuft. Wir hätten damit eine Parallele zu der Wellenkalkströmung von Oberschlesien nach Rüdersdorf und abermals Einschwemmungen leerer Ammonitengehäuse; solche Driften hätten die lokale Ver- breitung alpiner Formen mit M vophoriopsis, Cassianella, Megalodon, Spiriferina Mentzeli erzeugt. Diese Wanderungen so im einzelnen zu verfolgen, wie in der germanischen Trias, hindert einerseits die heutige Meeresbedeckung, anderseits die noch immer lückenhafte Kenntnis der iberischen Trias. Wie Retzia trigo- nella und Spiriferina hirsuta im schlesischen Wellengebirge liegen und in Suddeutschland bis in den Hauptmuschelkalk reichen, 50 kommt Spirif. Mentzeli in Katalonien noch in den Schichten vor, welche Wurm mit den Nodosusschichten parallelisiert. Für Tierwanderungen in horizontaler und vertikaler Richtung bietet also die mittlere Trias mehrere hübsche Beispiele. Das sardo- spanische Becken wäre gleichsam ein vergrössertes Mar rnara- Meer gewesen; die südmediterrane Pforte hätte die Funktion der Darda- nellen, die Phonestrasse die des Bosporus gehabt. In diesem riesi- gen Zwischenbecken lebte eine Litoral- und Seichtwasserfauna, die in das deutsche sich entsalzende Pinnenmeer eindrang. In der Zeitspanne des obersten Muschelkalkes und in der Letten- kohle müssen wir innerhalb der vindelizischen Barre wieder ein Auf- steigen vermuten. Im .Schwarzwalde ist der untere Keuper dünn; 20 \V. Deecke. Lettenkohlensandsteine, die Estherienschichten, < lio Bonebeds, die Landpflanzen, die Labyrinthodonten deuten ein Sumpfgelände in Süddeutschland an, das freilich vor allem im Grenzdolomit noch einmal eine weitgreifende Bedeckung mit Salzwasser erfuhr. Dagegen schein* im Nordosten des germanischen Beckens tieferes Wasser bestanden zu haben, und durch ein Vorgreifen des Strandes gegen die skandinavische .Masse sieh schon damals die spätere dortige Rhättransgression anzukündigen. In diesem Horizont wiederholen die Myophorien (M. pes anseris und Struck- in a uni) die Erscheinung einer plötzlichen Verbreitung über weite Teile des neubelebten Meeresbeckens und gleichen darin durchaus den Wellenkalkformen. Als alpiner Gast stellt sich Trigonodus Sandbergeri ein, welcher ebenfalls vom Oberrhein bis zur Ostsee vorkommt. In Vorpommern dürfte schon der Trigonodusdolomit in sandigei- Facies übergegriffen haben, und es scheint die her- cynische Oder-Elbe-Linie abermals von Bedeutung geworden zu sein, womit stimmt, dass das Rhät längs eines so gerichteten Streifens in Schonen das Grundgebirge bedeckt. Deshalb sei darauf hingewiesen, dass die Verbreitung der Trias von den Bale- aren durch das Ebrogebiet nach Nordwesten ebenfalls ausgeprägt hereyniseh orientiert ; st und ein Vordringen der alpinen Facies in dieser Richtung zeigt. Denselben Charakter besitzt die Trans- gression des Keupers von Lothringen nach dem südwestlichen England und seine Uferlinie an den Ardennen. Ja, man darf die Aufwölbung von Südwestdeutschland in der Lettenkohle auch in dies Schema hineinziehen, da die für die Lettenkohle charakte- ristischen Sümpfe vom Odenwald noch 50 km gegen SO. bis Gaildorf und darüber hinaus sich ausbreiteten. Nichts hindert, im südlichen Schwarzwald eine gleichgerichtete Schwelle anzu- nehmen, die später sogar noch höher aufstieg. Durch solche zum varistischen System quer verlaufenden Be- wegungen wurde die Rhonestrasse erst zeitweilig und schliesslich ganz ungangbar, so dass die Gips- und Salzpfannen des germani- schen Keupers entstanden. Wie im mittleren Muschelkalk geschah < lie Ausscheidung der salinaren Keupermassen unter Wasser und in Löchern, in denen sich die gesättigten Solen anreicherten. Sonst wäre die hangende mächtige Tonablagerung des mittleren Keupers, die ja bis 200 m messen kann, einfach unerklärlich. Die tektonischen Bewegungen in der Keuperzeit schufen Löcher und Einsenkungen, welche langsam erst mit chemischen, darauf mit tonigen Sedimenten zugefüllt wurden. Ausserdem spielten Wasser- persetzungen in diesem abgeschlossenen Becken eine grosse Rolle, bis schliesslich vom Schilfsandstein an eine von der Axe des Böhmer und Thüringer Waldes ausgehende Hebung nach SW. fortschrei- Muschelkalk-Binnenmeer. - 1 tende Trockenlegung und Ausfüllung schufen und ein terrestrischer Sumpf sich immer weiter westwärts ausbreitete. Verbinden wir die Stellen der mächtigen, dem Keuper eingeschalteten Salz- und Gipsausscheidungen, nämlich Franken-Kraichgau -Lothrin- gen miteinander, so erhalten wir wieder eine südlich des rheinischen Schiefergebirges laufende zaristische Linie als Hauptaxe dieser Keupereindellung in Süddeutschland. Mit anderen Worten, wir sehen abermals die karbonische Struktur des Untergrundes hervor- treten. In dieser Richtung greift, der Keuper a"fu Nordrande des Plateau rentrai über, wie einst die Anhydritgruppe in der südlicheren vindelizischen Zone. Überhaupt ist die Verbreitung des Keupers von der unteren Weichsel bis nach Valencia in Spanien im grossen and ganzen varistisch beeinflusst. Seit der grossen tertiären Alpenfaltung beobachten wir ein wiederholtes Auf und Ab in deren nördlichem Vorlande bis nach Skandinavien hinein: das mitteloligoi änc norddeutsche Meer, die zentraleuropäische Hebung im Miocän. die haltische Senkung im Mitteldiluvium (Eiszeit), die süddeutsche Hebung im Oberdilu- vium, die skandinavische Yoldia-Ancylussee, das Litorina-Meer sind derartige Phasen. Vor den kleinasiatischen kaukasischen Falten liegen heute die beiden Löcher der osteuropäischen Binnen- meere. Gerade so stellt sich die germanische Triassee und ihre wechselnde Gestalt als eine Nachwirkung t\v^ karbonischen Falten- wurfs und der vorzugsweise permischen hereynischen Bruchbildung dar. Beide tektonischen Systeme halte ich für uralt, aber während des Paläozoikums in Mitteleuropa besonders belebt, so dass sie sich erst nach längerer Zeil gegenseitig ausgeglichen hatten. Im allgemeinen haben wir ein Niedergehen des Landes erst im Zechstein, dann in der Trias, endlich im Lias und Dogger, unter- brochen von lokalen Hebungen, die das Becken vorübergehend ab- sperren; nämlich im oberen Zechstein bis oberen Huntsandstein, in der Anhydritgruppe und im Keuper. Im untersten Dogger -cheint das Maximum der Senkung erreicht zu sein. Dann steigl umgekehrt die herzynische Oolithzone (Jura — Lothringen— Ar- dennenrand — England) auf und teilt das Meeresbecken in zwei Teile. Im oberen Jura hebt sich der im Muschelkalk gesunkene Streifen Plateau central — Sehwarzwald Erzgebirge wieder, wäh- rend der damit parallele Hannover— Pommern — Kurland absinkt und die baltische .Jurastrasse liefert. Wahrend der Juraformation gewinnt, die Bewegung von SO. nach NW. und von SW. nach NO. den Charakter einer weiten Faltenwellung ; in dem Zechstein und der Trias besitzt sie mein- den einer Lochbildung. Durch Milche allerdings ausgedehnte Lochentstehung' erhält der ger- manische Keuper seinen Charakter gerade wie der Caspi-See und 22 W. Deecke. kam sein Niveau unter den Meeresspiegel, so dass der Lias weithin als Meer trau sgr edierte. Ein solches Loch war eigentlich schon das Buntsandsteinareal, dessen Tiefe Cassel mit rund 1000 in gleich- sam den Mittelpunkt bildet und andererseits einen Vorläufer des Lias-Loches bei Göttingen, also des Leinegrabens, darstellt. Wie jetzt die Kaukasusfalten nach der Krim zu schräg zwischen Caspi und Pontos durchziehen, so schieden Barren das germanische und sardo-spanische Binnenmeer anfangs voneinander und waren Nachwirkungen der karbonischen Faltungsperiode. Karabugas und Aralsee stellen uns rezente Analoga der Anhydritgruppe- und oberen Keuperbildungen dar, das Asow'sche Meer besitzt die Facies des Schonen'schen Rhäts mit einer Brackwasserfauna und bedeu- tendem fluviatilem Einschlag. Caspi und Pontos befinden sich an der Scharungsstelle der europäischen und asiatischen tertiären Falten; germanisches und sardo-spanisches Becken lagen im Be- reich des Zusammentreffens von varistischen und armorikanischen karbonischen Faltenzügen. Die dänischen Strassen des Quartärs und Bosporus mit Dardanellen müssen mit der schlesischen und Rhonepforte funktionell verglichen werden, ausserdem scheinen die letzten ebenso mit tektonischen Linien zusammenzuhängen, wie Sund und Kattegat mit dem schonen'schen Bruchsystem und die holsteinischen Quartärstrasse mit dem hercynischen Bau des I 'nterelbgebietes. Die Süduferlinie in der Ostsee wird von Lübeck lus Danzig durch einen Wechsel von hercynischen und varistischen Strecken bestimmt, das Gebiet von Smaland bis Gotland ist in gleicher Weise durch den in Vestergötland, Vetternsee, Kalmar- sung, Oeland vorwaltenden NNO. -Bruchspaltenzug beherrscht. Beides wären Analoga zu dem von mir hier betonten Einflüsse einer älteren Tektonik auf die Form der deutschen Triassee. Schliess- lich ein letzter gemeinsamer Zug: weder am Pontus, noch am Caspi. noch an der Ostsee haben wir mit diesen Löchern genetisch ver- bundene vulkanische Erscheinungen, und auch im deutschen Trias- binnenmeer fehlen sie absolut. Nur in dem Bereich' der sich stetig erweiternden Tethys haben wir in Spanien die dem Keuper ange- hörigen Ophite, welche durchaus zu den Melaphyren, Augitpor- phyriten und Dioritporphyriten der Südalpen passen und in ihrer Gesamtheit eine vulkanische Zone darstellen, deren Länge, All- gemeinheit und Förderung unterschätzt zu werden pflegt. So gewinnt die deutsche Muschelkalksee allgemeinere Bedeu- tung und fügt sich zwanglos in den tektonischen Rahmen und in die Morphologie Europas und im besonderen seiner Binnen- meere ein. Manuskript eingegangen 14. Februar 1921. Beitrag zur Kenntnis der terrestrischen Milbenfauna der Schweiz. Mit 4 Tafeln (I— IV). Von Josef Schweizer. Inhaltsverzeichnis. Seit« Einleitung 23 Si stematik: l'nt. Oid. Gamasoidea 26 Ixodoidea 52 Oribatoidea 53 Thrombidoidea 76 Sarcoptoidea 92 Liste der in der Schweiz gefundenen Acariden mit Angabe ihrer geographischen Verbreitung 9" Zusammenfassung der Resultate 104 Literaturverzeichnis 108 Figurenerklärung 111 Einleitung. Die Wassermilbenfauna der Schweiz ist durch die Arbeiten vi.iii ( '. Walter im Zoologischen Institut der Universität in Basel sehi gut erforscht und bekannt gemacht worden. Die gewonnenen Resultate, sowohl in taunistiseher als auch in tiergeographischer Beziehung, liessen < lie Bearbeitung der übrigen Unterordnungen der Acariden als wünschenswert erscheinen, um so mehr, als dieselben für die Schweiz noch gar nicht erforscht worden sind. Die Beiträge von Haller (29 — 34) über terrestrische Milben blieben für die schweizerische Faunistik ohne Bedeutung, da -ii- mehr allgemeiner, biologischer und entwicklungsgeschicht- licher Natur waren. Dass die individuell- und artenreiche Tier- gruppe in Eaunistischen Arbeiten stets vernachlässigt wurde, ist reiflich, da die Bestimmung dieser kleinen Arthropoden eine vollständige Spezialisierung verlangt, und die dazu notwendige Literatur -ehr zerstreut und in der Schweiz nur teilweise erhält- lich war. Bäbler (1) ist der einzige, welcher für sein (Jnter- suchungsgebiet in der mvalen Zone der Schweizeralpen eine Liste L'4 Josef Schweizer. von 2:i von Trägardh (Upsala) sicher bestimmten Arten, sowie 5 neuen Spezies und 2 neuen Varietäten, die aber bis heute noch nicht beschrieben wurden, gibt. Die Zahl der bis zu meiner Arbeit für die Schweiz bekannten, sichern Arten betrug 31. Die Aufgabe der vorliegenden Arbeit besteht nun darin, eine systematische Übersicht der in der Schweiz gefundenen Aca- riden (ausschliesslich die Hydracariden) zu geben, die als Grund- lage zu weiteren Untersuchungen über diese Gruppe dienen möge. Verfolgt man die Arbeiten von Berlese. Michael und Oude- mans, so begreift man. dass die von mir aufgestellte Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit machen darf, da es jahrelanges, systematisches Sammeln braucht, um einigermassen ein voll- ständiges Bild dieser Mikrofauna zu erhalten. Meine Feststellungen umfassen hauptsächlich die Unterordnungen der Gamasoidea, Oribatoidea und Thrombidoidea; die Sarcoptoidea wurden nur gelegentlich gesammelt, während die Phytoptoidea vollständig vernachlässigt wurden. Die Arbeit wurde im Zoologischen Institut der Uni- versität Basel in den Jahren 1017 — 1919 ausgeführt. Ich bin meinem hochverehrten Lehrer, Herrn Professor Dr. F. Zschokke, der mich auf diese interessante Tiergruppe aufmerksam machte, herzlich dankbar. Es sei mir auch erlaubt, ihm für seine wohl- wollende Aufmerksamkeit, die wertvollen Ratschläge, die alle Schwierigkeiten, die sich meinen Untersuchungen entgegenstellten, überwinden halfen, und mit denen er das Gedeihen der Arbeit in hohem Masse förderte, meinen innigsten Dank auszusprechen. Das Material, das der Bearbeitung zugrunde liegt, stammt für die niedrigem Gebiete der Schweiz (im Folgenden als Mittel- land bezeichnet) zum grössten Teil aus der engern Umgebung von Basel und von Diessenhofen (Kt. Thurgau) und wurde von mir selber gesammelt. Aus dem Jura, namentlich dem Hauen- steingebiet. wurden grössere Materialproben, wie Moos, Laub, morsches Holz. Humus mit dem Berlese- Apparat ausgesiebt. Eine grössere Moossendung aus dem Jouxtai stellte mir Herr Prof. Blanc in Lausanne zur Verfügung. Zahlreiche und sehr wertvolle alpine Acaridensammlungen, ohne die die vorliegende Arbeit nicht hätte zum Abschlüsse gebracht werden können, verdanke ich meinem Freunde Herrn Dr. Eduard Handschin aus Liestal. Er überliess mir nicht nur seine in den Sommer- monaten 1916 und 1917 in den Berner Alpen (besonders im Finster - aarhorn massiv) systematisch gesammelten Acariden, sondern ver- schaffte mir auch solche aus den Waadtländer und Walliser Kalkalpen (Col de Chaude, Pas de Cheville usw.) und dem Rhone- Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 25 tal.*) Ebenso überschickte er nur grössere Moosproben aus dem schweizerischen Nationalpark (su von Stragliavita, aus dem Val del Aqua, Val Nüglia), welche mit dem Berlese-Apparal aus- gesiebl wurden und in erster Linie zum Sammeln von Oollembolen bestimmt waren. Leider konnte eine grössere Sammlung aus der montanen Region der Engadiner Alpen wegen Zeitmangel oichl verarbeitet werden. Ferner ist es mir eine angenehme Pflicht, folgenden Herren. die mich durch Mitteilungen, Zustellen von Material oder Über- senden von mir unzugänglicher Literatur in meiner Arbeit in freundlicher Weise unterstützt haben, zu danken: Dr. C. Walter. Dr. R. Menzel. Dr. A. P. Chappuis, Dr. IL Kreis. Dr. L. Borner. Dr. IL Hunziker in Hasel. Dr. J. Carl in Genf, Prof. Dr. Blanc in Lausanne. IL Läuchli in Rom. Dr. Th. Steck, Dr. Ch. Fernere. Dr. IL Stäger in Bern. Dr. S. Thor in Drammen (Norwegen) und Dr. A. C. Oudemans in Arnhem (Holland). Dank gebührt an dieser Stelle auch Herrn Prof. I>r. A. Buxtorf, der mir bei der Drucklegung dieser Arbeit mil Rat und Tat behilflich war. Speziell danken möchte ich Herrn Professor Dr. Antonio Berlese in Florenz, der mir in sehr liebenswürdiger und uneigen- nütziger Weise sein grosses Werk: Acori, Myriopoda et Scorpiones huscusque in Italia reperta, Patavii, Fluren! nie 1882 — 18112. ab- trat und mir alle seine bis heute publizierten Arbeiten, die für meine Untersuchungen nötig waren, schenkte. Ohne seine Freund- lichkeit wäre die vorliegende Arbeit nichi möglich gewesen. Da das untersuchte Material von etwa 350 verschiedenen Fundorten stammt und die Zahl der in den einzelnen Moosproben mit dem Berlese-Apparat erbeuteten Acariden oft mehrere Tausend beträgt, so suchte ich mir eine einfachere, als die von Michael angegebene Aufhellungsmethode. Die Milben wurden auf einem Objektträger in Milchsäure unter Deckglas gebracht und, je nach der Stärke des Chitinskelettes, die Flüssigkeit nur erwärmt oder bis zum Sieden erhitzt. Bei diesem Verfahren tritt nicht nur eine rasi-he Aufhellung der Tiere ein. sondern es wird auch meistens eine Streckung der Gliedmassen verursacht ; ebenso wird ein Auflösen des Körperinhaltes bewirkt, der. namentlich bei Throm- bidien. mit Leichtigkeit ausgedrückt werden kann. Die Tiere wurden in Glycerin untersucht. Für Dauerpräparate verwendete ich als Einschlussmitte] Glyceringelatine. *i Betreff näherer Fundortsbeschreibungen verweise ich auf die Arbeit: Uandschin Ed., Beiträge zur Kenntnis der wirbellosen terrestrischen Xivalfauna der schweizerischen Hochgebirge. Verlag Lüdin & Co., Liestal 1919. 26 Josef Schweizer. Der Einfachheit halber erlaubte ich mir die am häufigsten wiederkehrenden Namen der Donatoren nur mit dem Anfangs- buchstaben anzugeben. So sind die Funde von Herrn Dr. Ed. TIandschin mit (H.), von Herrn Dr. C. Walter mit (W.). von Herrn Dr. J. Carl mit (C.) und von Herrn Prof. Dr. Blanc mil (B.) bezeichnet. Ordnung Acarina. Unt. Ord. Gamasoidea. Fam. Gamasididae. 1. Gamasus (Gamasus) fimetorum Berl. Fundorte: Mittelland: In Mist, moderndem Holz, unter Baumrinde und unter Steinen, vom Juni — November. Basel (Birsmündung), Diessenhofen. Lausanne (H.). Alpen.- Schubs, unter Steinen, 1 J, VIII. 05 (C). - Murtera, 2500 m, 11. VIII. IS, 1 ? (H.). Verbreitung: Italien, Corfu, Deutschland. Irland. Mandibeln und Epistom des Exemplare* von Murtera stim- men mit den Abbildungen der italienischen Form von Berlese überein (16, tav. XI, fig. IIb; tav. XIV, fig. 25a). 2. Gamasus (Gamasus) consanguineus Oudem. et Voigts. Fundorte: Mittelland: Birsfelden, in Komposterde, 3 $$, 15. IX. 16. Alpen: Murtera, 2500 m, 1 . Gamasus (Gamasus) handschini sp. nov. (Fig. 1 a— f, Fig. 2 a— d.) Fundort: Alpen: Trübtensee, 2500 tu. 24. VII. 16, unter Steinen, 3 . Breite 840 p, Bein I 1500 fi, Bein IV 1650 n. Farbe dunkel strohgelb, Gestalt (Fig. la) länglich, zylinder- förmig, hinterer Rand des Abdomens ein wenig zugespitzt, schwach geschultert. Rückenschilder deutlicher getrennt als bei Gamasus coleoptratorum, Trennungslinie ebenfalls in der Mitte leicht nach hinten gebogen; ziemlich dicht, mit einfachen, länglichen Haaren tzt. Zweites Bein (Fig. 11») ähnlich wie bei der verwandten Art, nur ist der Processus ascellare daumenförmig, der Processus gemialis und tibialis schlank und konisch. Da- Epistom (Fig. lc u. d) besteht aus einem schwach iiitinisierten. medianem Zahn, der an der Basis so breit wie lang ist. und zwei kleinem, schwach einwärts gebogenen Seiten- zähnen. Der Mittelzahn hängt meistens nach unten und so er- scheint das Epistom nur zweizähnig (Fig. 1 d). Die Mandibeln Fig. 1 e) sind kräftig ausgebildet. Die obere Lade ist länger als die untere und ist distal schräg abgestutzt. Bewegliche Lade vorn mit starkem Hacken, in der vordem Hälfte mit stumpfem, nach hinten gerichtetem Zahn. In der Mitte ein grosses, ovales Foramen, dessen vorderer Teil von einem flachen, gewölbtem Chitinzapfen daumenartig überragt wird. W'ei bchen (Fig. 2 a — d). Länge L700 /<. Breite 930 />. Farbe und liesta.lt (Fig. 2a) ähnlich wie beim Männchen, nur decken die Rückenschilder das Abdomen nicht vollständig. Trennungsfurche gerade und breiter, hinterer Abdominalrand bgerundet. Behaarung und Beinlängen, sowie Epistom (Fig. 2c) erinnert ebenfalls an das Männchen. Die Mandibeln (Fig. 2b) sind nicht so kräftig entwickelt. Der hintere Rand des Sternums mit einer mittleren und zwei seitlichen Einbuchtungen; den letzteren zwei sind Metasternalia vorgelagert. Epigynium (Fig. 2d) mit scharfer, stark chitini- sierter Spitze lateral und an der Basis abgerundet. Paragynia dreieckig, innere Schenkel fast bis zur Basis des Epigyniums reichend. 28 Josef Schweizer. 6. Gamasus (Eugamasus) cornutus 3(i -544. tav. 19, fig. 26—37, ?, $). 1913 Eug. loricatus Oudm. (71, p. 114-127. fig. 20—52). Fundorte: MitteUand: Diessenhofen, in Pflanzenmulm um einen Pappelstamm herum, etwa 20 cm tief, 7 $ J, 4 ??, 23. VII. 17. Alpen: Stavel-chod, 1900 in. unter Brettern einer Alphütte, 2 2. X. 16; in Moos, 1 34. Gamasellus (Protolaelaps) murcronatus (!. IL ('an. Ktlti Gamaseüus brevispinosus Trat;. 1912 Protolaelaps brevispinosus Trag. Fundort: Hohle von Cabris bei .St. Immer, unter Steinen (C'h.). Ich besitze nur zwei Nymphen, die mit der Abbildung von Trägardh (95, p. 422. fig. 90 — 97) übereinstimmen. Verbreitung: Italien. Frankreich (in Höhlen), Schwediseh- Lappland. 35. Gamasellus (Protolaelaps) aster Berl. 1918. (Fig. ßa-d, Fig. 7 a-c.) Fundort: Grotte du Chemin de fer (Gorge de l'Areuse), Neucbâtel, in Detritus von Fledermäusen, 1 ". 1 ?. 3 $$, V. 19 (Ch.). Ich möchte meine Exemplare mit 1 der von Berlese, 191S 2:!. p. 137) beschriebenen Spezies identifizieren. Sie stimmen mit der Beschreibung überein, nur scheinen mir das Epistom und das zweite männliche Bein zu differieren. Da Berlese keine Abbildung gibt, so lässt sich die Bestimmung nicht genau fest- stellen. Ventri-Analschild des Ç ist trapezförmig; Länge des- selben 350 fi, grosse vordere Parallelseite 245 /u, hintere kleine Parallelseite 146 /<, im hintern Drittel mit 1 Paar langen, im vordem Drittel mit 1 Paar kurzen Haaren versehen. Ebenso stehen links und rechts der Afteröffnung zwei kleinere Haare, die aber gegenüber der Grösse der übrigen Ilaare unscheinbar sind. Länge der grössern. gefiederten Abdominalborsten 80 /'. Verbreitung: Sardinien, in Nestern der Fledermaus. 36. Gamasolaelaps aurantiacus Berl. Fundorte: MüteUand: Diessenhofen, unter feuchtem Holz und in Moos am Rheinbord, VII. 17. — Mariastein, unter Steinen, VI. 17. Verbreitung: Nordsibirien, Norddeutschland, Irland. 37. Cyrtolaelaps nemorensis (C. L. Koch). Fundorte: Mittelland: Meistens in Moos, weniger in Laub oder unter Baum- rinde, vom Mai — Oktober, von etwa 30 verschiedenen Fundorten ver- zeichnet. Jura: Kaltbrunnental, in Moos, VI. 17. — Jouxtai, in Baummoos, IX. 18 (B. ). Schauenburger Fluh, in Wurzelgeflecht, 24. V. 19. — Bennwil, 800 m, in feuchtem Moos, 16. VI. 19. - Kellenköpfli, 1100 m. 18. V. 19. Alpen: Vierecker, 2450 m (M.). - La Drosa, 1900 in. VI. 19 (H.). — Val Xüglia, 2250 m, VI. 19 (H.). - Gäbris 10. V. 18 (H.). - Zernez, unter Steinen an einer Quelle. 11. VII. 19 (H). — Villeneuve, unter Baumrinde einer Salix. 20. V. 18 (EL). - Jorat, in Baummoos, VI. 18 (H.). — Pas de Cheville, 2700 m (H.). Verbreitung: Wahrscheinlich allgemein verbreitet in Europa, gefunden in Deutsehland, Holland, Irland, Italien. 36 Josef Schweizer. 38. Cyrtolaelaps remis (Krämer). Ist im Mittelland meistens in Gesellschaft der vorhergehenden Spezies gefunden worden. Fundorte: Juni: Sennweid (Rehhag), 800 m, in morschem Baumstrunk. 18. V. 19. - Kellenköpfli. 1100 m, in Moospolster, 18. V. 19. - Jouxtai. IX. 18 (B.). Alpen: Salvatore (Tessin) (H.). — Gäbris, in Moos. 10. V. 18 (H.). — Frenière- Bex (H.). - La Drosa, 1900 m, in Moos. VII. 19 (H.). Verbreitung: Weitverbreitet in Europa. 39. Cyrtolaelaps transisalae Oudm. Fundorte: Jura: Bennwil, in feuchtem, angeschwemmten Buehenlauh. 16. VII. 19. Alpen: Quellen bei Tenna (Rheinquellen, Kt. Graubünden), ca. 1900 m (\V.). - Vallée de la Tinière, unter Baumrinde, 19. V. 18 (H.). — Villeneuve, unter Baumrinde (H.). — Frenière-Bex, in Moos, VI. 18, 10 Exemplare (H.). Verbreitung: Holland, Frankreich (Pyrenäen), Irland, Deutsch- land (in Quellen vom Keller- und Ratzeburgersee), Schweden (bei Svarthäll). KL Cyrtolaelaps kochi Trag. Da mir die Beschreibung von Cyrtolaelaps herculeanus Berl. nicht bekannt ist, so möchte ich vorläufig meine Exemplare als die von Träger dh beschriebene Spezies ansehen, obwohl sie alle grösser sind. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen (Schaarenwald), in Moos, Länge 1500 p., VII. 17. - Trogen, in Moos, Länge 1350 /j, VI. 18 (H.). Alpen: Val del Aqua, 2100 m, im Moos einer Quelle, 5 Exemplare, deren Grösse 1200-1275 u beträgt, 17. VII. 19 (H.). - Piz Soër, 2800-2900 m, Länge 1350 u (C). Verbreitung: Sibirien, Novaja Semlja, Grönland. Schwedisch- Lappland, Irland. 41. Pachylaelaps pectinifer (G. R. Can.). Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, in altem Kuhmist, 1 $, X. 16; unter Steinen. 1 S, 21. VII. 17; in Moos. 1 ?. Jura: Schauenburger Fluh, in Wurzelgeflecht, 1 S, 24. V. 19. — Bennwil. 800 m, in feuchtem Moos. 1 Ç, 16. VI. 19. Verbreitung: Italien, Frankreich, Nordafrika. IIa. Pachylaelaps pectinifer (G. R. Can.) var. magnus Haibert. Fundort: Mittelland: Diessenhofen, in Moos. Haibert (37, p. 63) beschreibt unter diesem Namen ein Weib- chen, das 1280 X 793 /« misst. Mein in Waldmoos bei" Diessen- hofen im Juli erbeutetes Exemplar könnte das zugehörige Männ- chen sein. Länge 1170 ,«, Breite 825 p, zweites Beinpaar und Terrestrische .Milbenfauna der Schweiz. 37 Palpen sind bewaffnet wie bei P. pectinifer var. siculus; die Corni- euli labiali gleichen denjenigen von P. strigifer var. siculuœ (2. Fase. 64, 5). Die Mandibelladen mit je einem Zahn; der An- hängsel der beweglichen Lade ist :î 1 2 — 4mal so lang als die- selbe. Epistom wie bei P. pectinifer. nur sind die einzelnen Fransen distal nochmals tief eingeschnitten. Verbreitung: Irland. '.'Italien. ? Frankreich, ? Tunis. 12. Pachylaelaps laeuchli sp. nov. (Fig. 8a— dl. Fundort: Mittelland: Hasel (Niederholz), in Moospolster, teilweise ms Wasser eines stark {liessenden Baches eingetaucht, 1 j, VI. 19. Ich besitze nur ein einziges, männliches Exemplar, das aber -ein gut erhalten ist. Länge 75(1 u. Breite 525 u. Habitus (Fig. 8a) von Pachylaelaps (Onchodelus) reticulatus Berlese (15, p. 452, tav. XIX. fig. 173 u. 171; tav. XX. fig. 173d), unterscheidet sieh jedoch durch andere Bewaffnung '\r< 2. Beines Fig. 8b) und durch andere Ausbildung des Epistoms (Fig. 8d), was am besten aus beiliegenden Abbildungen ersichtlich ist. Die obere Lade der Mandibel ist nur einzähnig, der Anhängsel des beweglichen Fingers ist breitlappig. (Fig. 8 c.) Gen. Macrocheies La.tr. 1 S2'.». (2:!. p. 145.) 13. Macrocheles (Géholaspis) longispinosus (Kramer). Sj n. Holostaspis longi&pinosue i Krämer) Berl. Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz), im Pflanzengeiiist eines Wasser- tiimpels, ti , .. ti. VI. 19. — Biel. in Moos. lä. X. 16. — Diessenhofen, in Waldmoos. I _. 19. VII. 17; in Pflanzenmulm, 23. VII. 17. - Vallée du Klon, 7. VI. 18. Jura: Beimwil. 800 tn, in Moospolster, am Ufer eines Wassergrabens, 5 ÇÇ, 16. VI. 19. Verbreitung: Deutschland, Holland, Italien. Irland. I I. Macrocheles (Geholaspis) mandibularis Berl. (Fig. 9a-c.) Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz), in feuchtem Moos, 1 $, 6. VI. 19. Jura: Bennwil, 800 m, in feuchtem Moos, 3 ?$, 16. VI. 19. — .Jouxtai, m Baummoos. IN. 18 (B.). Alpen: l'as de cheville. 2700 in. 8. VII. 18 (H.). Verbreitung: Italien (Cansiglio, in Waldmoos), Deutschland m Quellen vom Dieksee. 2. IV. l'.i und Etatzeburgersee, I. X. 19 . La Berlese zu seiner Beschreibung keine Abbildung gibt, ein sich nur mit einer kurzen Diagnose begnügt, möchte ich 38 Josef Schweizer. drei Figuren beifügen. Der mittlere Lappen am distalen Ende de* Epistoms konnte nur an einem Exemplar beobachtet werden. Grösse 780 X 420 /«. 45. Macrocheies (Geholaspis) longulus Beil. Fundort: Walliser Alpen: Frenière-Bex, in Moos (H.). Verbreitung: Italien, Frankreich, Irland, Holland. 46. Macrocheies (Geholaspis) alpinus Berl. Fundort: Engadiner Alpen: La Drosa, 1900 m, in Moos, 1 2. VII. 10 (H.). Verbreitung: Italien (Toscana). 47. Macrocheies (Coprholaspis) pisentii Beil. Fundorte: Mittelland : Basel, im Pflanzenmist, 1 Ç, 15. IX. 10; unter Holz. 28. V. 17, 1 2; unter Steinen, 1 2, 23. VI. 17. - Eglisau. unter Holz. VIII.7, 1 2. — Diessenhofen. in morschem Holz, 1 2, VII. 17. — Lausanne, in Moos. V. 18 (H.). Jura: Kellenköpfli, 1100 m, in Moos, 18. V. 19. Alpen: Gorge de Nozon 1 ,-$, 4. V. 18 (H.). — Sägitalsee, unter Steinen. 16. VII. 09 (W.). - Murtera, 2500 m, 11. VIII. 18 (H.). - Tavrü. 2500 m, in Gemsenkot, 12. VIII. 18 (H.). — Laschadura, 2700 m, unter Steinen an Schneetälchen, 14. VII. 19 (H.). Verbreitung: Italien, Deutschland (Keller- und Seientersee). 48. Macrocheies (Nothrholaspis) tridentinus (G. R. Can.) Berl. Fundorte: Mittelland: Basel unter Steinen, 1 2, 15. IX. 16; in Bohnenlauh, 1 2, 10. X. 17 ; in Moos, 6. VI. 19. - Diessenhofen, in Moos, 2 22, 22. VII. 17 ; in Moos, 1 £, 4 22, 23. VII. 17; in Moos, 1 J, 1 5 ; in Grünfutterabfällen eines Kaninchenstalles sehr häufig. Jura: Sennweid (Rehhag), 800 m, in morschem Baumstrunk, 1 2, 18. V. 19. Bennwil, 800 m, in feuchtem Buchenlaub, VI. 19. — Schauenburger Fluh, in Humus, 24. V. 19. Alpen: Val Nüglia, 2250 in, in feuchtem, dichtem Moospolster, 1 Ç, Länge 1200 /(, 30. VII. 19 (H.). - Murtera, 2600 m, 30. VII. 19 (H.). Verbreitung: Von Schwedisch-Lappland bis Italien. 49. Macrocheies (Nothrholaspis) terreus (Can. et Fanz.) Berl. Fundorte: Mittelland: Basel, in Mist, 2 $2, IX. 16. — Diessenhofen, in einem Feldmausnest. — Romanshorn, 10 22, an Geotrupes, 5. X. 16. Jura: Jouxtai, in Baummoos, IX. 18 (B.). Alpen: Pas de Cheville, 2700 m, 8. 7. 18 (H.). Verbreitung: Italien, Holland. Irland. 50. Macrocheies (Nothrholaspis) montivagus Berl. Fundort: Jura: Bennwil, 800 m, in feuchtem Moos, 16. VI. 19. Verbreitung: Italien, Deutschland (Keller- und Seientersee). Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 39 51. Macrocheles (Noihrholaspis) aciculatus Berl. 1918 Berlese (23. p. 169.) Fundort: Jura: Bennwil, in Moos, am Rande eines Wassergrabens, nur ein einziges, weibliches Exemplar. Länge 960 X 480 /i. 6. VI. 19. Verbreitung: Frankreich (in Moos). ■">2. Macrocheles (Macrocheles) marginatus (Herrn.) Berl. Fundorte: Mittelland: Basel, in Mist. 2 22, Länge 1500 //. X. 16; unter einem Papier, das einen menschlichen Detritus bedeckte, über 100 Exemplare, ausschliesslich Weibehen, 1. XL 16. - Diessenhofen, in Mist, 2 99. 2. X. 16: in feuchtem Holz, 6. X. 16: in Pflanzenmulm. 1 9, X. 16: an Pilzen, I .. 20. VN. 17; in Laub, 1 2. 20. VIT. 17; und Steinen, 2 ??, 21. VII. 17. Verbreitung: Deutschland, Holland, Frankreich, Italien. •Vi. Macrocheles (Macrocheles) vagabundus Berl. Fundort: \tittelland: Basel, in faulendem Laub (Komposthaufen), 1 ,-]■ und zahlreiche 92, VI. 17. Verbreitung: Italien. Holland. Fam. Laelaptidae. 54. Laelaps (Laelaps) agilis ('. L. "Koch. Fundort: Mittelland: Diessenhofen, in einem Feldmausnest, 1 $, 2 99, und zahlreiche , 6. X. 16. Verbrei t u ng: Europa. .">.">. Laelaps (Laelaps) echidninus Berl. Fundorte: Mittelland: Lausanne, auf Mus arvicola ziemlich häufig. Alpin: Marangun, 2500 m. I 2, in Carexbüschen an Schneefeld, 9. IX. 18 (H.). \ erbrei tung: Italien. ■">(>. Laelaps (Laelaspis) astronomicus (Koch) Berl. Fundort: Mittelland: Basel, an Pflanzengenist der Birs, 1 2, 19. IX. 17. Verbrei t u ng: Italien. 57. Laelaps (Eulaelaps) stabularis (C. L. Koch) Berl. Fundorte: In Kehrricht, in einem Feldmausnest, aus einem Kaninchenstall, _'cmein. Verbrei t ung: Europa. 58. Laelaps (Eulaelaps) miles Berl. Fundort: Mitfelhn«! : Basel, in Moos, 14. VII. 17. Verbreitung: Italien. 40 Josef Schweizer. 59. Laelaps (Eulaelaps) aculeifer Can. Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz), in Moos und Pflanzengenist eines Wassergrabens, VI. 19. Alpen: Villeneuve, unter Baumrinde. 24. V. 18 (H.). Verbreitung: Italien. 60. Laelaps (Cosmolaelaps) ornatus Berl. Fundort: Mittelland: Basel, Universitätsgarten, unter der Kinde von morschem Sanibucus niger. Verbreitung: Italien (myrmecophil). 61. Laelaps (Cosmolaelaps) cuneifer Midi. Fundort: Alpen: Lugano, VI. 17 (H.). Verbreitung: Gemein in Ameisenhaufen. Europa. Amerika,. 62. Laelaps (Cosmolaelaps) vacuus Mich. var. ensiger Berl. Fundort: Jura: Bennwil, 800 m, in feuchtem Moos, 2 $?, 16. VI. 19. Verbreitung: Italien. 63. Laelaps (Hypoaspis) tumidulus C. L. Koch. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, in feuchtem Moos eines Quellbaches, 2 ?$, 22. Vit. 17. - Basel, an Treibholz der Birs, 19. IX. 17; Niederholz, in feuchtem Moos am Ufer eines Baches, 1 Ç, fi. VI. 19. —Trogen, in Moos, V. IS (H.). - La Rosiaz, 1 ?, 26. IV. 18 (H.). Jura: Senmveid (Rehhag). 800 m, in Moos, 19. V. 19. Alpen: Villeneuve, am Seeufer, in Laub und Mulm, 20. :ï. 18 (H.). — Val Nüglia, 2250 m, in feuchtem Moos, 1 ?, 30. VU. 19 (H.). Verbreitung: Europa. 64. Laelaps (Hypoaspis) acutus Mich. Fundort: Engadiner Alpen: La Drosa, 1900 m. in Moos, VII. 19 (H.). Verbreitung: Österreich, Irland. 65. Laelaps (Hypoaspis) elega?itulus Berl. Fundort: Mittelland: Basel (Niederholz), im Pflanzengenist eines Wassergrabens, 2 $?, 6. VI. 19. Verbreitung: Italien (myrmecophil), selten. 66. Laelaps (Hyoaspis) ovatulus Haibert. Fundort: Walliser Alpen: Frenière-Bex, in Moos, 1 £, VI. 18 (H.). Verbreitung: Irland (Cläre Island) Survey. Ferrestrische Milbenfauna der Schweiz. II 67. Laelaps (AndrolaelapsJ karawaieici Berl. Fundort: Engadiner Alpen: Val Niiglia, 2250 m, in Moos, VII. lü (H.). \ erbreitu ag: Russland. Ich besitze einige Exemplare, die ich als zu dieser Spe: ie gehörend bestimmen möchte, obwohl der Analschild fasl recht- eckig und grösser ist (120 X 105 ju). Es sind keine Schultern vorhanden; der vordere Drittel des Rückens ist ziemlich konisch geformt. Die Rückenhaare sind kurz, alier kräftig entwickelt. Epistom mit drei einfachen, gleichgrossen Stacheln. Tarsus 150,«, Tibia 70/«, Körpergrösse 465 — 510 x 225 — 240,». 68. Seius togatus K. Fundorte: Mittelland: La Rosiaz (Lausanne), auf Polyporus, 1 . Grösse 750 400 jx; 1 O, Grösse 855 x 600 //, 27. V. 18 (EL). Walliser Alpen: Villeneuve, unter Baumrinde, 1 _ t . 20. V. IS (H.). Verbreil uni; : 1 >eu1 schland. 69. Seiulus levis Oudm. et Voigts. Fundorte: Mittelland: Basel, an Treibholz der Birs, mehrere Exemplare, IX. 17. Niederholz, im Pflanzengenist eines Wassergrabens, <>. VI. 19. Verbreitung: Deutschland (Bremen), Irland, in Waldmoos und Sphagnum. Tu. Amblyseius obtusus (K.) Berl. 1914, Berlese, 13. p. 144. Fundort: Mittelland: Diessenhofen, in Moos, um einen morschen Pappelstrunlt am Rheinufer, 23. VII. 17. Verbreitung: Italien, Deutschland. 70a. Amblyseius obtusus var. alpinus nov. (Fig. 10.) Fundort: Engadiner Alpen: La Drosa, 1900 m, in Moospolster, 1 , , VII. 19 (H.). Farbe strohgelb, ist A. obtusus var. tuscus Berl. (13, p. 144, tav. IV. fig. 57) sehr ahnlieh, unterscheidet sieh von ihr nur durch 5i Te Schlankheit und die Kleinheit der hintern Abdominal- A. 35, P. ">:i /(, L. abgebrochen, werden aber höchstens die Grösse der P.-Borsten erreichen; Schulterl><>rsten ebenfalls sehr klein. Körpergrösse 350 x 180//. 71. Ameroseius hirsutus (C. L.Koch) Kerl. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, in Moos am Rheinufer, 23. VII. 17. Basel, in Bohnenlaub sehr häufig, an Kohlwurzeln; an Treibholz der Birs, X. 17. 42 .Tosef Schweizer. Jura: Bennwil, in feuchtem Buchenlaub, 2 ÇÇ, 16. VI. 19. Verbreitung: Deutschland, Italien, Irland. 72. Ameroseius pseudocorneta sp. nov. Fig. 11 a, b, c. Fundorte: Mittelland: La Rosiaz (Lausanne), an Polyporus, 27. I\'. 18. — Vallée du Flon (Lausanne), in Moos, 7. VI. 18 (H.). Länge 525 ji, Breite 375 u. Steht Ameroseius hirsutus nahe, nur ist der Rückenschild ohne Skulpturen und die borstenartigen Haare sind kleiner. Die Ventralseite erinnert an Hoploseius cometa Berlese (13, tav. III. l'ig. 49a), mit dem grossen, deutlich skulptierten Analschild und den zwischen ihm und dem Genitalschild eingelagerten vier schmalen, länglichen Schildchen. Die bewegliche Lade der Man- dibel besitzt in der vordem Hälfte zwei Zähnchen, von denen das distale nach vorn, der proximale nach hinten gerichtet ist: die dliere Lade ist im mittleren Drittel mit drei scharf differenzierten, nach unten gerichteten, spitzigen Zähnchen bewaffnet. Die beiden Scheitelhaare sind einfach, nicht blattartig und relativ klein. 73. Eviphis ostrinus (C. L. Koch). Fundorte: Mittelland: Diessenhofen. in Pflanzenmist, unter feuchtem Holz, an Pilzen, in Moos, im Juli. — Basel, in feuchtem Moos, VI. 19. Jura: Bennwil, in feuchtem Moos, 6. VI. 16. Verbreitung: Ganz Europa. 74. Eviphis iiaUeri G. R. Can. Fundort: Engadiner Alpen: Murtera, 2500 m. 11. VIII. 18 (H.). Verbreitung: Italien. 75. Lasioseius (Lasioseius) glaber Berl. 1917, Red. VII. p. 33. Fundort: Mittelland: Basel (Niederholz), in Moos, am Ufer eines Baches, 1 rj, Grösse 510 x 360 /«; 2 ??, Grösse 690 x 480 //, 6. VI. 19. Verbreitung: Italien, Niederland, eine Varietät in Schwedisch- Lappland. 7(3. Lasioseius (Lasioseius) corniger Berl. Am selben Fundort wie L. L. (/laber, Berl. Verbreitung: Italien. 77. Lasioseius (Lasioseius) italiens Berl. Fundort: Mittelland: Basel (Niederholz), im Pflanzengenist eines Wassergrabens, 6. VI. 19. Terrestrische Milbenfauna (Ici' Schweiz.. 43 'Verbreitung: Nord-Italien, Irland. 7s. Lasioseius (Lasioseius) serratus (Haibert) Berl. (Fig. 12a-o.) Fundortr: Mittelland: Basel (Niederholz), am selben Fundort wie L. L. iluliciis, Berl. 1 .. 6. VT. 19. Enijnilimr 11 iihi: Val Nüglia, 2250 in, in dichtem Moospolster einer Quelle, 1 (J. 1 ?, 30. VII. 19 (H.). -*Val del Aqua, 2100 m, in der Quellflur mit reicher Moospolsterbewachsung, 8 i;. 3 .. 1 : J, 17. VII. 19 (H.). Verbreitung: Irland (Cläre Island), in Sphagnum, 180 m über Meer, im Oktober. Wie Haibert (87). su fand auch ich diese Spezies nur in von Wasser bespülten Moospolstern. Da bis jetzt das Männchen unbekannt war. so möge eine kurze Beschreibung desselben ge- -cl.cn werden. Grösse des $ 330 X 180 jli, Bein I 360 //, Tibia 88 //, Tarsus 84 ,«. I Länge 450 u, Breite 300 u. Farbe strohgelb, Gestalt wie beim Weibchen. Rückenschild mit borstenartigen Ilaarm besetzt. Ventralseite schwach und unbestimmt ehitinisiert. Das Sternum scheint vom Ventro- Analschild durch eine Linie zwischen den Coxae IV getrennt zu sein. Die verwachsenen Pedal-Peritremaschilder sind schmal und reichen last bis zur Mitte des Bauchschildes, vom Peritrema an nach hinten schwach einwärts gebogen. Die untere Mandibel- lade kurz vor der Mitte mit einem grössern, aufrechtstehenden spitzigen Zahn und einem kleinem beim Endhaken: obere Lade nur einzähnig. mit einem kompliziert nach vorwärts und rück- wärts verschlungenem, stark chitinisiertem, kompaktem Gebilde als Anhängsel, das grösser und kräftiger als die beiden Mandibel- laden zusammen ist. (Fig. 12c). 79. Lasioseius (Lasioseius) tenuipes (Haibert) Berl. (Fig. 13a-d.) Fu ndorte: Mittelland: Basel (Niederholz), im Pflanzengenist eines Wassergrabens, 2 (?(J, 6 $?, 6. VI. 19. Alpen: Alpbach am Hasliberg, 1500 in, in Moos, das von Wasser bespült wurde. VIII. lfi (W.). - Davos, 1560 m, Anstaltsquelle: Temperatur des Wassers 5,4° C, 7 $5. 14. XI. 15; 1 ?, 13. I. lfi; 1 Ç, Temperatur 5° <': I , 31. VII. 1918, 30 cm unter Wasser (W.). Verbreitung: Irland (Cläre Island), nur ein Exemplar, unter Steinen eines Bergbaches (Mai); Deutschland (in holsteini- schen Quellen an 16 verschiedenen Fundorten. Material Thienemann). Ilalbcit (37, p. 78, Fig. 24a — e) gibt auch für diese Spezies nur eine Beschreibung <\t-> Weibchens, da das Männchen von ihm 44 Josef Schweizer. nicht erbeutet wurde. Ich vermute nun. dass die vorn selben" Fundort stammenden männlichen Tiere, die durch ihre Gestalt und Farbe sofort an obige Spezies erinnern, derselben angehören. £ 510 x 330 ,«; V 690 X 480 ,». Gestalt breit-oval, Farbe gelblich- bräunlich. Rückenschild wie beim '+' deutlich netzartig skulpiert, marginal mit ziemlich zahlreichen borstenartigen Haaren besetzt (Fig. 13a). Vorderer Rand leicht eingeknickt, ähnlich wie es Haibert (36, Fig. 24a) heim Weibchen andeutet. Ventralseite mit grossem Ventro-Analschild, der die ganze hintere Hälfte der Ventralseite bedeckl und nach vorn bis zur vordem Höhe der Coxae IV reicht, ebenfalls mit netzartiger Skulptur, jedoch mit spärlicher Behaarung, Sternalschild gross, glatt, mit vier Paar schwachen Haaren und drei Paar halbmondähnlichen, kaum sicht- baren Chitingebilden, deren konkave Seite bei den beiden vordem Paaren nach vorn, heim hintern Paar den Coxae III zugewendet ist. Pedalschilder nicht deutlich entwickelt, um so sichtbarer sind die Peritremaschilder ausgebildet, die weit nach hinten ver- längert sind und Fast die seitlichen Ecken des Ventro-Analschildes erreichen. Die Mandibeln sind mittelmässig stark; bewegliche Lade mit wohlentwickeltem Endhaken, einem kleineren Zahn im vordem Viertel und einem Anhängsel, der nur um Weniges die Grösse der Lade übertrifft. Feste Lade, ähnlich gebaut, nur mit 3 gleich- grossen Zähnchen im vordem Viertel, die auf derselben ein wenig erhöhten Hasis aufsitzen. Coxae I — IV sind am innern, obern Rand ebenfalls mit einer zahnartigen, spitzigen Erhöhung, wie Haibert sie heim Weibchen zeichnet, versehen. Sil. Lasioseius (ZercoseiusJ remiger (Krämer) Berl. Fundort: Basier Jura: Schauenburger Fluh, in Humus und Wurzelgeflecht, 1 f , 24. V. 19. Verbreitung: Deutschland, unter abgefallenem Laub; Irland. Fam. Celaenopsidak. 81. Celaenopsis cuspidata (Krämer). Fundort: Mittelland: Diessenhofen, in Moos am Rheinufer, 2 -j.j. 19. VIT. 17. Verbreitung: Deutschland. Italien, bland. Kam. Zerconidae. S2. Zercon triangularis V. L. Koch. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, in Moos, VII. 17. .Iura: Kellenköpfli, 1100m, in Moos, V. 19. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 45 Alpen. Frenière-Bex, in Moos. V. 18 (H.). Saillon, in Moos. 2 .. + . -(>. V. 18 (H.i. Gorge de Xozon. ; ; und ?$, in Moos. 4. V. 18 (H.i. Pischa- hörn, 2500 in. Verbreitung: Deutschland, Italien, Irland. 82a. '/.i'rrnii triangularis v.u. caudatus Berl, Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz), in feuchtem Moos. Jura: Jouxtai, in Moos, 1 ,. IX. 18 (B.). - Kellenköpfli, 1041 m und 1100 m, in Moos. \'. 19. Schauenburger Fluh, in Wurzelgef locht, 24. \'. 19. Stragliavita, l'Tihi m. in Moos. 14. VII. 19 (H.i. Val Nüglia, 22:>o m, in Moos, VII. 1!" lH.1. Verbreitung: Frankreich, in Moos, 2000 m über Moor. 82b. Zenon tniintfidaris var. echinatus imv. (Fig. 14.) Fftndort: Engadiner Alpin: La Drosa, in Waldmoos, 1$, 1900 m, VII. 19 (H.i. Weibchen. Länge :jött /<. grö.-ste Breite 280 //. Diese Varietät unterscheidet sich von Z. triang. var. caudatus durch geringere Grösse und durch das hinten nicht abgerundete Abdomen. Die beiden hintersten Borstenhaare am Rande des Abdomens liegen weiter auseinander und sind grösser und kräftiger entwickelt. Stärker ausgebildet ist auch die Gruppe von Borsten vor den vier nierenförmigen Chitinhöckern, die sich eher mit der Abbildung von Gamasus serratus Krämer (41, tav. V, fig. 1) vergleichen lassen. Auffallend ist die zurückgebildete Borste, die sich je links und rechts der äusserten Chitinhöcker findet und die die gleiche Basis wie die übrigen Borsten aufweist, auf der aber ein kugeliges Chitingebilde sitzt. Trotz des Arten- und Individuenreichtums der Moosprobe fand sich nur ein ein einziges Exemplar vor in Gesellschaft von Z. perforatulus und trigonus. 8: J >. Zercon perforatulus Berl. Fundorte: Jura: Jouxtai, in Baummoos, 18. IX. (B.). — Sennweid (Rehhag), 800 m, in Moos. 18. V. 19. — Bennwil, 800 in. in feuchtem Buchenlaub, lfi Exemplare. 16. VI. 19. llpen: La Drosa, 1900 m, in Waldmoos, ziemlich häufig, VI. 19 (H.). - Val del Aqua, 2100 in. in Moos, 10 Exemplare, 19. VIT. 19 (H.). Verbreitung: Italien (Tridentino, Cansiglio). s |. Aniini trigonus Berl. Fundorte: Mittelland: Hasel (Niederholz), im Pflanzengenist eines Wasser- grabens, VI. 19. 46 Josef Schweizer. Jura: Jouxtai, in Moos, IX. 18 (B.). — Bennwil, 800 m. VI. 19. — Schauen- burger Fluh, in Wurzelgeflecht. VI. 10. Alpen: La Drosa, 1900 m, in Moos, VII. 19 (H.). Verbreitung: Italien (Cansiglio, Belluno). 85. Zercon ornatus Beil. Fundort: Jura: Jouxtai, in Baummoos, IX. 18 (B.) Verbreitung: Italien (Florenz), Schwedisch-Lappland. 86. Zercon bicomis (C. et F.) Berl. Fundort: Mittelland: Basel (Niederholz), in feuchtem Moos, 2 2$, 6. VI. Ht. Verbreitung: Italien, in Moos. 87. Epicrius geomelricus C. et F. (Fig. 15 a u. b.) Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, Schlattingerwald, in .Moos. 1 2, VII. 17. Jura: Jouxtai, in Moos. 1 2, IX. 00 (B.). Alpen: Frenière-Bex, in Moos, 3 $<$ und 5 $2. Verbreitung: Italien, Deutschland, Holland, England, Irland. Meine Exemplare differieren mit den Abbildungen von Bei- lese (2, Fase. 30, 8) inbezug auf die Schilder der Ventralseite. Sie sind aber auch unter sich verschieden, indem die beiden Weibchen aus dem Mittelland und dem Jura zwischen dem Genitoventral- und dem Analschild 3 bzw. 4 kleinere Schildchen aufweisen, die den weiblichen Individuen der Alpen fehlen. Grösse aller Weibchen 510 X 285 //,. Das Weibchen des Mittellandes hat zwei mit je einem Haar gezierte Jugularschildchen zwischen den Coxae II. Der Sternal- schild reicht von der Mitte der Coxae II bis zur Mitte der Coxae III, und ist 49 // lang und 70 /< breit, mit schwach konkavem, hintern Rand. Er trägt nur zwei Paar Haare, das dritte Paar befindet sich ausserhalb des Sternums, doch sehr nahe am Hinterrand desselben. Der Genitoventralsrhild ist gross, birnförmig; seine Länge beträgt 193 // und seine grösste Breite 114 /li. Seine Ge- stalt erinnert an Laelaps euneifer. Er erreicht, seine grösste Breite hinter den Coxae IV und ist nur mit zwei Paar marginalen Haaren versehen. Der Analschild ist rechteckig bis oval. Der After be- findet sich in der vordem Hälfte, ist beidseitig und hinten von einem einzelnen Haar begleitet. Zwischen Genito-ventral- und Analschild sind 3 Schildchen eingelagert, von denen sich zwei kleinere auf der linken Seite befinden und je mit einem Haar versehen sind; dazu kommt ein einzelnes, grösseres, mit zwei Haaren besetztes Schildchen, auf der rechten Seite. Das grössere Teilest lischt- Milbenfauna der Schweiz. 4i Schildchen ist wahrscheinlich sekundär ans zwei ursprünglichen verwachsen. Das Weibchen aus dein Jura unterscheidet sieh von dem obigen nur durch das Vorhandensein von 4 Schildehen zwischen dem Genitoventralschild und dem Analschild, von denen jedes em Haar trägt. Den Weibchen aus den Alpen fehlen diese 4 Schildchen; an ihrer Stelle finden sich nur zwei einzelne Haare. Im übrigen sind sie gleich beschaffen, wie die aus dem Mittellande. Den Weibchen aus den Alpen fehlen diese 4 Schildchen; an ihrer Stelle finden sich nur zwei einzelne Haare. Im übrigen sind sie gleich beschaffen, wie die aus dem Mittellande. Bei den Männchen sind ebenfalls mit einem Haar versehene Jugularschilder vorhanden. Das Sternum spitzt sich nach hinten nicht zu, wie die Figur von Berlese angibt, sondern der Hand läuft zunächst parallel den Coxae IV bis hinter deren Mitte, wo es die breiteste Ausdehnung erreicht, tun dann mit scharfer Ecke nach hinten umzubiegen und halbkreisförmig abzuschliessen. Der ganze Sternalschild ist mit 4 Paar von fast randständigen Haaren besetzt, von denen sich das 1. Paar in der Nähe des vordem Kandes, das 2. und 3. Paar kurz vor und hinter der Ge- schlechtsöffnung, welche zwischen den Coxae III liegt und das 4. Paar hinter den Coxae IV befindet. 88. Epicrius menzeli spec. nov. (Fig. 16 a u. b.) Fundort: Basier Jura: Bennwil, in feuchtem Buchenlaub in einem Wasser- graben, 3 . Trachyuropoda (Dinychura) alpina sp. nov. Fig. 18. Fundort: Engadiner Alpen: Lischanna, 2700 m, unter Steinen, auf Murmeltier- kot, 1 l 98. Discopoma pulcherrima Berl. Fundort: Basler Juni: Bennwil, 800 m. in feuchtem Moos, I . VI. 1!». Schauenburger Fhih. in morschem Baumstrunk, 1 j. - j?!j und zahlreiche . 25. V. 19. Verbreitung: Italien, Irland. Meine Exemplare stimmen mit der Abbildung von Berlese t,lü. tav. VII, fig. 10) überein, sind aber grösser, nämlich 900 690 ». ? 870 x 630 ». : 780 x 600 ». Tribus Urodinyehini. 99. Urodinychus karawaiewi Berl. Fundort: Basler Jura: Sennweid (Rehhag), im Moos an einem morschen Baum- strunk, 1 =. LS. V. 19. Bennwil. in feuchtem Moos, 1 $, 16. VI. 19. Verbreitung: Russland, m Ameisennest, unter faulendem Holz. 100. Urodinychus ovalis Kramer. Fundort: Mittelland: Diessenhofen, in faulendem Holz, 2 ocJ, 1 $, 8. IX. 17. Verbreitung: Deutschland, Frankreich, Italien. 101. Urodinychus subterranus sp. nov. (Fig. 19a, I). c.) Fundort: Mittelland: Basel, an Kohlwurzeln, 1 .. IX. l.s. Habitus von Urodinychus ovalis, jedoch Grosse von var. thoriawus. Wei bchen. Länge 900 ». Breite 750 ». Farbe hellbraun, nur der hintere Teil des Rückenschilde.-, mit dem Mar^iual-ventralschild verwachsen, Rand ganzrandig, nichl wellenförmig oder gezähnt. In der vordem Hälfte des Rückenschildes, lateral je 8 rosettenartige, schwache Skulpturen. Der ganze Rückenschild ist mit hellen Flecken bestreut, welche wahrscheinlich Ansatzstellen von Ilaaren waren, worauf die im hinten] Viertel vorhandenen, relatif grossen, distal verdickten Haare deuten. Auf der Ventralseite fällt die Verschiebung der Fussgruben in die vordere Körperhälfte auf: ebenso auffallend nach vorn verschoben ist «lie Afteröffnung, die in der Mitte der hintern Hälfte angebrachl ist. Genitalschild von ähnlicher Ge- ätal! wir bei U. karawaiewi, jedoch kleiner. Er beginnl vor der Coxae IV und reicht mit seiner scharfen Spitze bis zur Höhe ■ les Vorderrandes der Coxae II. Die ganze Ventralfläche is1 von kleinen, stumpfen, kegelförmigen C!hitinhöckern besetzt. Peri- 52 Josef Schweizer. trema schwach wellenförmig; bei den Coxae III endigend. Epi- stom lang, dolchförmig, mit gezackten Seitenrändern. 102. Urodinychus (Leiodinychus) krameri (G. Et. Can.) Berl. Fundort: Mittelland: Schweizerhall, unter feuchtem Hol/.. VII. 17. Verbreitung: Europa. Tribus Uropodini. 103. Uropoda obscura (C. L. Koch) Berl. Fundort: In Pflanzengenist, unter feuchtem Holz, unter Steinen, allgemein im Mittelland. Verbreitung: Kosmopolitisch (Berl es e). 104. Uroplitella parado.ru (C. ei B.) Berl. Fundorte: Mittelland: Eglisau, unter Holz. 2 ei der sibirischen Art beschaffen sind und das Abdomen jene helleren Flecken aufweist, auf die Trägardh (94, p. 15, Kg. 11 — 18) aufmerksam macht. Nur die grössere Körperbreite und die geographische Verbreitung der von mir gefundenen Tiere bewogen mich, sie mit der S. T. princi- palis zu identifizieren., 122. Sphaerozetes (Tectoribates) undulatvs Heil. Fig. 22. I 13. p. 129. tav. II. fig. 24.) Fundort: Alpin Stragliavita. 2700 m, in niederm Moospolster auf Urgestein aufliegend, 5 Exemplare, 14. VII. 19 iH.i. Verbreitung: Italien, 2:3(10 m . in Moos. Selten. Vier von den Fünf erbeuteten Exemplaren sind dunkel- kaffeebraun und lassen deshalb nur die Behaarung des Rückens erkennen, wie sie Berlese eingezeichnet bat. während ein Indi- viduum durch hellgelbe Körperfarbe ausgezeichnet ist und die wirkliche Behaarung des Abdomens mit Leichtigkeit erkennen lässt. Im vordem und mittlem Drittel befindet sich eine Quer- reihe von je 1 zylinderförmigen, geraden Haaren, im hintern 1 >rittel und am Ende de- Abdomen- sind nur je zwei Haare vorhanden. 56 Josef Schweizer. Zwischen der 1. und 2., und 2. und 3. Reihe liegen lateral je zwei kleine, ritzenartige Gebilde, die von einer Chitinleiste umgeben sind. ( >h es sich hei dem heller gefärbten Exemplar um ein jüngeres Entwicklungsstadium oder um Geschlechtsdimorphismus handelt, kann ich nicht entscheiden. Länge 630 — 675 //. Breite 360 — 420 ». 123. Oribata piriformis Nie. Fundorte: Alpen: Frenière-Bex, in Moos, VI. 18 (H.). ha Drosa, 1900 m. in Moos. VII. 19 (H.). Verbrei tung: Europa. 124. Oribata punctum ('. L. Koch. Fundort: Alpen: Lugano, 1 Ç, mit 7 Eiern, in Moos. 5. IV. 17 (H.). Verbreitung: Deutschland, Italien. Schweden. 125. Oribata setosa 0. L. Kocl Fundorte: Mittelland: Basel, an Gras, VI. 17. — Eglisau, unter Holz. VII. 17. — Diessenhofen. an Gras, VII. 17. — Trogen, in Moos, V. IS (H.). Lau- sanne, in Moos, häufig, V. 18 (H.). Alpen: Co) de Chaude, 1900 m, unter Steinen (H.). — Konkordia, 2850 m, 26. VII. 17 (H.). - Faulberg, 2800 m (H.). - Ewig-Schneehorn, 3200 m (H.). Felsenmeer, 2750-3000 m, VIII. 05 (C). — Davos, 1560 ni. in der Anstaltsquelle, Temperatur des Wassers 5,4° C, 3 Exemplare. 26. X. 15 und 13. I. 16 (W.). - Schills, VIII. 05 (C). - Marangun. 2500 m, zahlreich in C'arex firma-Jiiiachen an Schneefeld, 9. VIII. 18 (H.i. La Drosa, 1900 m, in Moos, VII. 19 (H.). - Val Nüglia, 2250 m, in feuch- tem Moos. 30. VII. 19, ziemlich zahlreich (H.). - Val del Aqua. 2100 in. in Moos. 13 Exemplare, 19. VII. 19 (H.). Verbreitung: Weitverbreitet in Europa, reicht bis in die Arktis (Franz- Joseph- Archipel, Spitzbergen). 126. Oribata sphagni Mich. Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz), in Moos, das teilweise in Wassei untergetaucht war, VI. 19. Alpen: Ritom-See(Gotthard), 1800 m (B.). Jöri-See, 1950 m (K.). Verbreitung: England (in Sphagnum), Deutschland. 127. Oribata ovalis ('. L. Koch. Fundorte: Im Mittelland und .lurn gemein und häufig. Kellenköpfli, in Moos, 1041 und 1 100 m. Alpen: Col de Chaude, 1900 m, 19. V. 18 (H.). - Pas de Cheville, 2700 m, 8. VII. 18 (H.). - La Drosa. 1900 m. VIL 19 (H.). - Val Nüglia, 2250 m, 30. VIL 19 (H.). Verbreitung: Weitverbreitet und gemein in Europa. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 57 L28. Oribata pallidula C. L. Koch. Fundort: Alpin: Zernez, unter Steinen, 11. 7. 19 (H.). Verbreitung: Deutschland, Frankreich, Italien. 129. Oribata quadricornuta Mich. Fundorte: In abgefallenen Coniferennadeln. in faulendem Holz, dürrem Laub, in Moos, weitverbreitet und oft zahlreich, Mittelland und Jura. Verbreitung: Pinnland, Deutschland, Holland, Italien*.'. Algier. England. Die Lamellen besitzen lateral die zwei typischen Zacken. wie sie Herlese für ". superbulus (1904 Red. II. p. 29, luv. II. ög. 50) angibt. 130. Oribata tecta Mich. var. alpina nov. (Fig. 23.) Fundorte: Alpen: Faulberg, 2800 in. unter Steinen. 26. VII. 18 (H.). Jöri- See. 2550 tn (Kreis). Val Xüglia, 2250 m. in .Moos. VII. 1!» (H.). Verbreitung «1er Hauptart: England. Grösse 150 ■ 320 ». I nterscheidet sich von der Hauptarl durch bedeutendere Grösse und Behaarung des Abdomens, welche jedoch nicht mit sichtbar ist. Die Lamellen berühren sich an ihrer Basis, von welcher Stelle aus die Lamellhaare zu entspringen scheinen. Die [nterlamellhaare sind kräftig, einfach, schwach gebogen und reichen über das Rostrum hinaus. Im vordem und hintern Teil des Abdomens je ein Paar hellere, kreisrunde, siebartige Gebilde. 131. Oribata conjunetus spec. nov. Fig. 24. Fandorte: .1//»// Frenière-Bex, in Moos, 1 Exemplar, VI. 18 (H.). — Val de] Aqua. 2100 m, in Moos. 1 Exemplar, VII. 19 (H.). - La Drosa, 1900 in. in Moos. VII. 19 fen. Alpen: Niouc (Kt. Graubünden) (C). Verbreitung: Mittel- und Norditalien. 133. Oribata longvplumus Berl. (13. p. 122.) Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, in Moos, dürrem Laub. Jura: Schauenburger Fluh. Alpen: Felsenmeer, 2750- 3000 m. unter Urgestein, 10. VIII. 05 (('.). Verbreitung: Italien, Holland. Berlese gibt als Norm für die Länge 685 /( und für die Breite 520 ii an. Meine Exemplare messen 675 — 750 x 490 — 550 fi. 133a. Oribata longiplumug var. myrmophilus Berl. Kundort: Alpen: Val Nüglia, 2250 m. unter Steinen. 9. VII. 10 (H.). - Grösse 690 525 ,u. Verbreitung: Italien (Cansiglio), in Ameisennestern (Lasius umbratus) . 184. Oribata tenuiclavus Berl. Fundort: Jura: Bennwil, in feuchtem Moos, an Bachrand, VI. 1!*. Verbreitung: Italien, nicht häufig, in Moos, auch unterirdisch in Humus. 135. Oribata obvia Berl. ( 13. p. 119. tav. I, fig. 1.) Fundort: Diessenhofen, in Moos am Rheinufer, VII. 17. - Grösse 800 /i. Verbreitung: Europa, Südafrika. 136. Oribata nervosa Berl. (13. p. 127, tav. I. fig. 15.) Fundort: Diessenhofen, in Waldmoos, VII. 17. Verbrei t ung: Europa. 137. Oribata cuspidata Mich. Fundorte: Mittelland: Hauptsächlich in Moos, weniger an abgefallenen Coni- ferennadeln oder an Pilzen. Diessenhofen. Trogen (H.). - Lausanne, Vallée du Flon (H.). Jura: Jouxtai (B.). -- Bennwil, Sennweid, Kcllenköpfli, 1041-1100 m. Alpen: Frenière-Bex. Pas de Cheville, 2700 m (H.). Verbreitung: Finnland, Deutschland, Schweden, Italien. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 59 138. Oribata dorsalis (C. L. Koch). Fundorte: Mittelland: Basel. Trogen (H.). Jura: Jouxtai (B.). /4ipen:Moriote, 6. VI. 16, Lugano, Salvatore (H.). Gäbrisi H.). Vulpera(H.). Verbreitung: Europa, Brasilien, Paraguay. 189. Oribata lucasi Nie. Kundorte: In .Moos, unter Steinen, unter Holz von verschiedenen Fundorten der Ost-, Nord- und Westschweiz. Alpen: Tavrü, 2000 m, in Pferdekot. 12. VIII. IS (H.). Kranzberg, 2800 m, unter Steinen. 17. \I1. 17 lH.). Verbreitung: Algier, England, Frankreich. 140. Oribata parmelia Mich. Fundorte: Mittelland: Hasel. 6. VI. 19. Jorat (H.). Alpen: Stragliavita, 27oii m, 16. VII. 19 (H.). Verbreitu ng: England. III. Oribata pseudofusiger spec. uov. (Fig. 25.) Fundorte: Millilliunl: Diessenhofen, in Baummoos. Jura: Jouxtai, in Baummoos, IX. 18 (B.). — Schauenburger Fluh, in Baum- moos, V. 19. Kellenköpfli. 1041 m, in Baummoos, V. 19. Steht O. fiisiger sehr nahe, ist jedoch einkrallig. Kastanien- luaiui. Abdomen länglich schildförmig, spärlich behaart. Die ('ephalothoracallainellen Ins zum vordem Viertel des Céphalo- thorax reichend, scheinen in der Mitte am höchsten zn sein und sind durch eine deutliche Translamelle miteinander verbunden. Lamellen mit stumpfer Spitze, die ein einfaches Lamellhaar trägt. Interlamellhaare klein und zart, ragen nur wenig unter dem Progaster hervor, und stehen am Ende der die Pseudo- stigmen bildenden Chitinleiste. Pseudostigmatische Organe sind lang, bestehen aus dünnen Pedunkeln und spindelförmigen Köpf- chen, die einwärts gebogen sind und bis zur Translamella reichen. Die Heine sind kurz und besitzen nur eine Kralle. Länge 300 fi, Breite ISO ». 142. (trilxita carh spec. nov. i Fig. 26 a n. Il i Fundort: La Drosa, 1900 m, in Mi»>- und Flechten, l Exemplar, VII. 19 (II.). Länge : J »!in ». Breite 270 ». Im Habitus erinnert diese Spezies sehr an Oribata sarekensis Trägardh (95, p. 504, Eig. 259), unterscheide! sich alier von ihr 60 Josef Schweizer. durch die einkralligen Tarsen und die spindelförmigen, einwär-ts- gebogenen Pseudostigmalorgane. Dunkel-kastanienbraun, Cephalo- thoracallamellen fast bis zum vordem Ende des Rostrums reichend, mit zweizackiger Spitze und wohlentwickelter Translamella. Die Lamellenhaare entspringen in der Mitte der beiden Zacken, von denen die äussere mehr zurücktretend (Fig. 26b). die innere mehr vorspringend ist. sind einfach und schwach einwärts gebogen; I >ie Interlamellhaare sind einfach, schräg aufwärts gerichtet und von mittlerer Grösse. Abdomen glatt, Pteromorphae kaum vor- wärts gerichtet, abgerundet. Die Beine sind kurz, das 1. Bein- paar erreicht kaum die Höhe der Rostrumspitze, das 4. Beinpaar die vordere Seite der Analplatte. Einkrallig. Subfamilie Serrariinae. 143. Serrarius microcephalus (Nie). Fundort: In .Moos, im Park Mon Repos, Lausanne, V. 18 (H.). Verbreitung: England, Frankreich, Deutschland. ? Italien. Subfamilie Zetorchestinae. 144. Zetorchestes micronychus (Berl.) Can. Fundorte: Mittelland: La Rosiaz, Waldtälchen, bei Lausanne, in Moos (H.). Jura: Jouxta], in Baummoos, IX. 18 (B. ). Verbreitung: Algier, Italien, Schweiz. Subfamilie Notaspidinae. 145. Scutovertex caelatus Berl. Fundorte: Mittelland: Jorat, in Baummoos. VI. 18 (H.). Alpen: La Drosa, 1900 m, in Moos, ziemlieh zahlreich. VII. 19 (H.). Verbreitung: Norditalien. 146. Scutovertex sculpta* Mich. Fundorte: Mittelland: Basel, an Treibholz der Birs, IX. 17. Lausanne, in Moos. 12. V. 18 (H.). Verbreitung: Deutschland, England. Algier. Schottland. 147. Tectocepheus velatus (Mich.) Berl. Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz, im Pflanzengenist eines Wasser- grabens, l>. VI. 19. — Diessenhofen, in Moos. Alpin: Jöri-See, 2500 m (Kreis). — Stragliavita, 2700 m, in Moos. 16. VII. 19 (H.). La Drosa. 1000 m, in Moos, VII. 19 (H.). Terrestrische Milhenfauna der Schweiz, (il Verbreitung: Ostgrönland, Schwedisch-Lappland, England, Hol- land, [talien. 148. Cepheus nivalis spec. nov. (Fig. 27a-g.) Fundorte: Alpen: Galenstock, 3300 in (H.). — Ewig-Schneehorn, 3100 ni (H.). Triibtensee, 2500 ni (H.). Mt. Baseglia, 2300 m (Nationalpark) (H.). Länge 900 -945 ,u, Breite 525—600 ,«. Vorliegende Art scheint mit Cepheus ocellatus Mich, nahe verwandt zu sein. Farbe dunkel, fast schwarzbraun. Abdomen kreisförmig, vorn geradlinig abgestutzt, mit starken, von vorn nach hinten verlaufenden Chitinleisten überzogen (Fig. 27b). Die Fehler zwischen den Rillen, die sich sekundär verzweigen. oder auch durch Querrillen verbunden sind, zeigen bei stärkerer \ ergrösserung rundliche Grübchen, deren Ränder weniger stark chitinisiert sind. Céphalothorax gross, mehr als \'^ der ganzen Körperlänge. Lamellen breit, schwach koloriert, deutlich skulp- tiert, distal abgerundet, nehmen nach vorn an Breite zu (Fig. 27c). Interlamellhaare klein, kaum sichtbar, liegen an der Basis der Pseudostigmen : letztere sind klein, aber kräftig entwickelt, mit starkem Chitinrand als obern Abschluss (Fig. 27 d). Die Pseudo- stigmalorgane mit feinem zartem Stielchen und keulenförmigem. struppig behaartem Köpfchen, reichen kaum aus dem becher- artigen Gebilde heraus. Der mediane Teil des Abdomens auf der Ventralseite wird fast vollständig von den beiden grossen Genital- nnd Analschildern, die sich gegenseitig fast berühren, beansprucht: Struktur gleich wie Dorsalseite. Beinlängen ähnlich wie bei C. ocellatus; Fémur, Genu, Tibia und Tarsus auf der Aussen- seite mit starken Chitinschildern bewaffnet (Fig. 27e). Alle Exemplare waren von der Nymphenhaut bedeckt. 149. Cepheus bifidatus Nie. Fundorte: Mittelland: In Moos, Diessenhofen, Trogen (H.). Lausanne (H.), Vallée du Flon. 7. VI. 18 (H.). Jura: Sennweid, Schauen burger Fluh, Bennwil, ziemlich zahlreich. Alpen: Frenière-Bex, VI. 18, 1 '~ 4 und einige adulte Formen (H.). - La Drosa, 1900 m, VII. 19 (H.). Verbreitung: Finnland, Holland. Frankreich, England. 150. Cepheus tegeoeranus (Herrn.). Fundorte: Mittelland: Basel, Diessenhofen, Lausanne (H.). Jura: Schauenburger Fluh. Verbreitung: Finnland bis Algier. 62 Josef Schweizer. 151. Cepheus latus Nie. Fundorte: Mittelland: In Moos, weniger an Pilzen; Diessenhofen (Länge 1100 ft). ■Iura: Jouxtai (B.). — Schauenburger Fluh (Länge 1200 /<). — Bennwil. Verbreitung: Finnland bis Italien. 152. Tegeocranus cepheiformis Nie. Fundort: An Pilzen im Juli. Diessenhofen. Verbreitung: England, Frankreich, Deutschland. 153. Tegeocranus dentatus Mich. Fundorte: In Moos, Diessenhofen. Alpen: Frenière-Bex (H.). Verbreitung: Englan < 1 . 154. Tegeocranus hericius Mich. Fundorte: In Baummoos, Jorat, 1 £, VI. 18 (H.). — Imago und Nymphen in Baummoos. Jouxtai. IX. IS (B.). Verbreitung: Englan < 1 . 155. Carabodes coriaceus C. L. Koch. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, an Eierpilzen. Jura: Jouxtai, in Moos, IX. 18 (B.). — Schauenburger Fluh, V. 19. Alpen: Fontana, 20ÜÜ m, an Polyporus, 18. 8. 18 (H.). - La Drosa, 1900 m. in Moos, VII. 19 (H.). Verbreitung: Algier. Italien. England, Irland, Deutsehland, Holland. Finnland. 156. Carabodes elongatus (Midi.). Fundort: Mittelland: Jorat, in Baummoos. 1 Exemplar (H.). Verbreitung: Algier. Italien. England. Irland: var. subaretica in Schwedisch-Lappland. 157. Carabodes marginatus (Mich.). Fundorte: Mittelland: In Moospolstern, vom April— September, Gäbris, Jorat, Lausanne (H.). Jura: Jouxtai (B.). Kellenköpfli, 1041 1100 m, Sennweid, Schauen- burger Hub. Alpen: Val Nüglia, 2250 m (H.). Verbreitung: Algier, Italien, England. Irland. Deutschland, Finnland. 158. Carabodes labyrinthicus (Mich.). Fundort: Alpen: La Drosa, 1900 m, in Moos. VII. 19 (H.). Verbreitung: England, Irland. [Terrestrische Milbenfauna der Schwei; 63 l.v.i. Lim unis coriacinus (C. L. Koch). Fundorte: Mittelland: lu Moos, Diessenhofen. Juni: Kellenköpfli, 1041 in. Sennweid, Schauenburger Fluh, Bennwil. Alpen: Lugano, IV. 17 (H.). - La Drosa, 1900 m. VII. 19, in Moos, ziem- lieh zahlreich (H.). Verbreitung: Finnland bis Algier. 160. Liacarus globosus (Berl.). Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz), in .Moos .VI. 18. Diessenhofen, in Gras, VII. 17. Alpen: Gentilione (Tessin) (H.|. Verbreitung: Deutschland, Italien. Finnland. 161. Liacarus intens (Gerv.). Fundorte: Mitlelland: Diessenhofen, in Moos. VII. 17. Alpin Gorge de Xozon, V. 18 (H.). Verbreitung: Frankreich. Italien, Holland. 162. Liacarus ovatus (C. L. Koch). Fundorte: Jura: Jouxtai, in Moos (B.). - Kellenköpfli, 1041 L100 m. Alpfii: La Drosa, 1900m, VII. 19 (H.). Verbreitung: Deutschland, Frankreich. England. Irland, Hol- land. Italien. 163. Notaspis similis Mich. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen. in Moos. — Basel (Xiederholz), in Moos. .Iura: Sennweid. in Moos. Alpen Ritom-See, 2500 m, in Wasser (Borner). Verbreitung: England, Finnland, Holland, Irland. 164. Notaspis plantivaga (Berl.). Fundorte Mittelland: Basel (Niederholz), in Moos. — Trogen (H.). Alpen: Frenière-Bex (H.). Pas de Cheville, 2700 m, s. VIL 18 (H.). - Si ■.rima. 2500 m. 9. VIII. ls (H.). Verbrei t ung : Italien. 165. Notaspis exilis Nie. Fundot le: Mitteltand: Jorat (H.). Jura Jouxtai (B.). Alpen Frenière-Bex (H.). Stragliavita", 2700 m. 17. VIL 19 (H.). La Drosa. 1900m, 24. VII. 19: IL). Val del Aqua, 2000 m, 19. VII. 19 (H.). Verbreitung: Italien. England, Irland, Frankreich, Holland, I leutschland, Sibirien, Nbwaja-Semlja. 04 Josef Schweizer. 165a. Notaspis exilis Nie, var. maculata nov. (Fig. 28.) Fundort: Mittelland: Basel (Breite), unter Steinen. 1 Exemplar. VI. IT. Grösse 495 x 225 //. Farbe grünlichbraun, Gestalt wie N. similis, nur wenig I ueiter, Lamellen wie bei N. exilis. Pseudostigmen ragen nur wenig nn.ter dem Progaster hervor. Pseudostigmalorgane auf langen, dünnen Pedunkeln und keulenförmigen, kurz behaarten Köpf- chen. Abdomen schwach chitinisiert, mit unregelmässigen, nackten Stellen seitlich und auf dem hintern Teil, und mit 3 Paar runden, siebplattenartigen Gebilden, die von einem Chitinring umgeben sind. Vor dem vordersten Ring ein schräg nach der Mitte des Abdomens gerichtetes, scharf begrenztes, spaltenartiges, offenbar ilen siebplattenartigen Bildungen analoges Gebilde. Abdomen spärlich behaart. 1(56. Notas pis tibialis Nie. Fundorte: Mittelland: In Moos, an Holz, abgefallenen Coniferennadeln, oft zahlreich. Basel, Diessenhofen. Jura: Kellenköpfli, 1100 m. Alpen: Frenière-Bex, Lugano (H.). - Säntis, 2500 m (('.). - La Drosa, 1900 m (H.). Verbreitung: England, Frankreich. Deutschland. Finnland, Schwedisch-Lappland, Italien. 167. Notaspis hepatica (('. L. Koch). Fundorte: Mittelland: La Rosiaz (Lausanne), in Moos, 0. V. IS (H.). Alpen: La Drosa, 1900 m, in Moos, VII. 19 (H.). Verbreitung: Deutschland. Italien. 168. Notaspis oblonga (C. L. Koch). Fundorte: Mittelland: In Moos, meistens in grösserer Anzahl. Jorat, VI. IS (H.). — Diessenhofen. Jura: Jouxtai (B.). - Kellenköpfli. 1041- 1100 m. V. 19. Sennweid, V. 19. — Sehauenburger Fluh. V. 19. Alpen: Frenière-Bex, V. 18. - Pas de Cheville, 2700 m, 8. VII. IS. Straglia- vita, 2700 m, VII. 19 (H.). Verbreitung: Finnland bis Italien. 169. Notaspis serrula Mich. Fundort: Jura: Jouxtai, in Baummoos, :i Exemplare. IX. IS (B.). V e r b reit u n g : England . 170. Notaspis lucarum (C. L. Koch). Fundorte: Mittelland: Basel, unter Steinen und morschem Holz, V. 19, zahl- reich. — Diessenhofen. in Moos. - Lausanne, an Bebmauern (H.). Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 65 Jura: Liestal, an Granitblock herumlaufend, zahlreich, Ende September (H.). Alpen: Konkordia, 2sôo m H.i. Verbreitung: Spitzbergen bis Italien. Im Gegensatz zu den meisten Oribatiden, die lichtscheu sind, fand sich diese Spezies an dem Sonnenlichte ausgesetzten Gegenständen, munter umherlaufend. 171. Notaspis lanceolata Mich. Kundort»-: Mittelland: Basel (Niederholz), in Moos. 6. VI. 19. ■Iura: Schauenburger Fluh, in Humus. 24. V. 19. Verbreitung: England, Sehottland. Irland. Holland. 172. Notaspis pectinata Mich. Fundorte: Mütelland: Trogen, in Moos. 10. V. 18 (H.). Jura: Sermweid (Rehhag), in Moos, 18. V. lit. Schauenburger Fluh, 24. V. 1!'. Alpen: Fienière-Bex, in Moos, IV. 18 (H.). Verbreitung: England, ? Italien. 17:1. Notaspis microptera (Berl.). Fundorte: Mittelland: Diessenhofen. ■Jura: Jouxtai (B.). Alpin: Salvatore (Kt. Tessin), Frenière-Bex (H.). Verbreitung: Italien. 174. Notaspis furcillata Nordensk. (Fig. 29.) Kundorte: Mittelland: Diessenhofen, in dürren Fichtennadeln, unter Steinen, in Moos, an 4 verschiedenen Fundorten, VII. 17. Verbreitung: Finnland (mirmecophil). Wahrscheinlich gehören die von mir gefundenen Exemplare zu dieser Spezies, obwohl sie kleiner sind (Länge 57(1 — 600 /'. Breite 345 — 375 ,«) und die Lamellenhaare nicht über das Rostrum hinausreichen. Die Lamellen scheinen kräftiger entwickelt zu -> m und die Interlamellhaare sind schwach behaart. Die Pseudo- stigmen ragen unter dem Progaster hervor und lassen ihre becher- hinnijc dc-talt leicht erkennen. Die Pseudostigmalorgane be- sitzen einen langen, dünnen Stiel und keulenförmige Köpfchen. die schwach behaart sind. Gestalt ähnlich wie bei Cultroribula bicultrata, Berl. (11. Fig. 67). 175. Notaspis brauni Sellnick. (81. p. 26, Fig. 1.) Kundort: Alpen: La Drosa. in Moos, 19(1(1 m (H.). 66 Joaef Schweizer. Verbreitung: Deutschland (Ostpreussen). Länge 300 /i. erscheint nicht so schlank wie der Typus, hin- terer Rand des Abdomens mehr abgerundet, Haare kürzer. La- mellen, Lamellar- und Interlamellarhaare, sowie Pseudostiginal- organe stimmen mit der Abbildung von Sellnick überein. 176. Hydrozetes confervae (Schrank) Oudm. (Syn. Notaspia ktcustris, Mich. 1917, Red. XII. p. 343.) Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz), in Moos, das teilweise in Wassei untergetaucht war, VI. 19, im Pflanzengenist eines Wassergrabens. Nein häufig, VI. 19. Jura: Bennwil, in Moos, am Rande eines Bächleins, V 7 . 19. Alpen: Ritom-See, 1800 m, ziemlich häufig, in Wasser (Borner). — Jöri-Sei . 2500 m, in Wasser (Kreis). Verbreitung: Europa, in Süsswasser (Chinglia). 177. Ceratoppia bipilis (Herrn.) Berl. (Syn. Notaspia bipilis Herrn.) Fundorte: Mittelstand : Basel, unter Holz. 19. IV. 19. — Diessenhofen. an Gras, an abgefallenen Tannennadeln, VII. 17. — Lausanne, in Moos (H.). ■hirii: Jouxtai, IX. 18 (B.). — Sennweid, Bennwil, Kellenküpfli, 1100 m. im Mai und Juni. Alpen: Gäbris, in Moos (H.). — Frenière-Bex, in Moos, V. 18 (H.). — Ras de Cheville, 2700 m, 8. VII. 18 (H.). - Livigno, im Wasser des Spöhls, 2(i. VII. 18 (W.). - Scarl, unter Brettern, 9. VIII. 18 (H.). - Mt. Tavrü, 8. VII. 17 (H.). - La Drosa, 1900 m, VII. 19 (H.). -Val del Aqua, 2100m(H. | Verbreitung: Schweden, England, Irland, Deutschland, Italien. Sibirien, Ostgrönland, Nowaja-Semlja. Die Grösse dieser Spezies scheint sehr variabel zu sein. .Michael gibt als Normallänge 650 // an. Die Länge der Koch- schen Typen aus Sibirien und Novaja Semlja beträgt 756 li. Die Exemplare Kulczynski's aus Spitzbergen und die von Trä- gärdh aus Schwedisch-Lappland weisen eine Länge von 800 jx auf. Berlese beschreibt eine neue Spezies (1008, 17, p. 7; 1910. 11 , tav. XXI, fig. 90) C. herculeana mit 900 x 580 ii als Grössenmass. Meine Exemplare differieren sehr in ihren Grossen Verhält- nissen, und zwar in der Länge von 500 — 930 //. Von 20 Indi- viduen ein und desselben Fundortes (Scarl) messen die extremen Längen 655 // und 930 /* und die entsprechenden Breiten 455 // und 600 //. Dass die Grössenverliältnisse bei dieser Spezies als Artmerkmal aufgefasst werden können, möchte ich daher be- zweifeln. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 67 Subfamilie Damaeinae. 178. Amerus troisi (Berl.). Fundort: Jura: Schauenburger Fluh, ein einziges Exemplar, in Moos und Holz eines morschen Baumstrunkes, 24. V. 19, Grösse 1000 x 585 //. Verbreitung: Italien, Algier. 179. Daumens auritus C. L. Koch. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, in Moos und an abgefallenen Fichtennadeln. Jura: Kellenköpfli. 1100 m. Verbreitung: England, Deutschland. ISO. Damaeus berlesi Mich. Fundort: Alpen: Frenière-Bex, in Moos (H.). — Länge 525 /(. 4. Bein 1200 /;. Verbreitung: Italien. 181. Damaeus clavipes (Herrn.). Fundorte: Häufig in Moos, an Pilzen, weniger unter Steinen. Mittelland: Basel, Diessenhofen, Gais, Trogen (H.). Jura: Liestal (H.). — Schauenburger Fluh, Bennwil. Alpen: Frenière-Bex (H.). — Gorge de Xozon (H.). — Trübtensee, 2850 m. - Finsteraarhornhütte, 3237 m (H.). - Rotloch, 3000 m (H.). - Felsen- meer, 2750-3000 m (G). -- Champatsch, 2925 m, zahlreich (H.). - Lischanna- Gipfel, 3100 m, Piz Soër, 2800-2900 m, sehr zahlreich (H.). - Rotspitz, 2500 m, sehr häufig (G). — La Drosa, 1900 m (H.) Verbreitung: Weitverbreitet, von Finnland bis Nordafrika. 182. Damaeus genicidatus (C. L. Koch). Fundorte: Mittelland: In Moos und an Pilzen, Basel, Diessenhofen, Trogen (H.). — Lausanne (H.). Jura: Keilenköpf li. 1041 in. Schauenburger Fluh. Bennwil. Alpen: Frenière-Bex, zahlreich (H.). — La Drosa, 1900 m (H.). Verbreitung: (nach Michael) Belgien, England, Frankreich, Deutschland, Italien. Holland. Schweden, Schweiz. Port • üarence (Vega- Expedition). 188. Damaeus tecticola Mich. Fundorte: Alpen: Sesvenna, 2500 m, Wald ^egci Tablasot, 9. VIII. 18 (H.). - Stragliavita. 270(1 m. in niederm Moospolster. It. VII. 19 (H.). - La Drosa, 1900m, in feuchtem Moos. VII. 19 (H.). Verbreitung: England. Italien. Die Haare im vordem Teil des Abdomens sind lang und kräftig, leicht nach rückwärts gebogen und werden allmählich nach hinten kleiner und schwächer. 68 Josef Schweizer. 184. Damaeus verticillipes Nie. Fundort: Mittelland: In Moos, Basel. Jura: Jouxtai (B.). - Kellenköpfli 1041 — 1100 m. Alpen: Frenière-Bex (H.). - Gäbris (H.). - La Drosa. 1900 m (H.). Verbreitung: England. Frankreich'?, Deutschland. Alle meine Exemplare sind grösser als der Typus (3(50 //), nämlich 390 — 525 //. Sie kommen also der Grösse von D. globipes (Can. und Beil.) nahe, doch besitzen alle die dornenartigen Fort- sätze zwischen Bein 1+2 und Bein 3 -\ t, die für obige Spezies typisch sind. 185. Damaeus femoratus <'. L. Koch. (Fig. :!ita ii. b.) Fuudort: Mittelland: Diessenhofen, im Schaarenwald. •"> Kxemplare, in Moos. Ende Juli. Verbreitung: Algier, Italien, Deutschland. Da mir nur die Abbildung von Berlese (2, Fase. III. 6) zum Vergleich zur Verfügung steht, so möchte ich meine Exem- plare, trotz einigen Abweichungen, vorderhand als diese Spezies betrachten. Grössen 660x375 //; 690x420 /t; 750x420 /< (Typus 1000 //). Lange der Beine des grössten Exemplares I. 700 //, II. 575 fji, III. 630 /«, IV. 1000 f i. Tibia I am distalen Ende, dorsal ein Fortsatz, der ein kleines und ein grosses Haar trägt. Die Pseudüstignialorgane sind nicht fadenförmig, sondern spindel- förmig mit behaarten Köpfchen, das von einem langen, dünnen Stiel getragen wird. Die Pseudostigmen sind becherförmig, mit niederm Rand, und durch eine zusammengesetzte, nach vorn bis zur Mitte des Rostrums vorspringende bogenförmige Chitinleiste verbunden. Dornfortsatz zwischen Bein III und IV nicht vorhanden. Der ganze Körper ist von der Nymphenhaut überzogen. 186. Dameosoina denticulatum (G. R. Can.) Paoli. Fundort: Mittelland: Basel, an Sägespänen und Baumrindeabfällen aus dem Sarge einer menschlichen Leiche, die am 13. III. 1919 exhumiert wurde (Hunziker). — Basel. Universitätsgarten, in dürrem Laub. — Diessen- hofen. unter Holz. Verbreitung: In Moos, ausgetrocknetem Laub, unter Baum- rinde, in Italien, England. Deutschland. Insel Corcyra. An ganz wenig Material des Sarginhaltes fanden sich etwa 50 lebende Exemplare dieser Spezies in Gesellschaft zweier, von mir als Dameosoina fasdatum Paoli bestimmten Milben, ferner begleitet von Croseius hunzikeri Schweizer (1 <$, 2 ^?), Serrator Terrestrische Milbeiifauna der Schweiz. 69 neorophagus, Histiostoma feronianum und von einer Anzahl Wander- larven. Ich verdanke diese seltenen Funde Herrn Priv.-Doz. Dr. II. Ilun/.iker. Stadtphysikus in Basel, der alle Ausgrabungen auch vom zoologischen und botanischen Standpunkte aus unter- sucht, nl. diese Acariden mit den als Sargpolsterung verwendeten Sägespänen und Etindenabfällen, oder an Blumen, die als Toten- schmuck dienten, also auf passivem Wege, in den Sarg und mit diesem in das 1,80 m tiefe Grab gelangten, oder ob die Tiere angelockt durch den Leichengeruch, aktiv in die Erdtiefe vor- drangen, kann ich nicht entscheiden. In einer Materialprobe v < «in Jahre 1917 fand sich nur Uroseius hunzikeri Schweizer vor. Während drei Wochen brachte ich das ganze Material, dem ich einen feuchten Wattepausch zusetzte, im Dunkeln unter Glas. Alle Individuen waren nach dieser Zeil noch munter, ob- wohl keine weitere Feuchtigkeit zugesetzt wurde. Der Watte- pausch war ziemlich glatt geworden, da die Ligninfasern offenbar den Milben als Nahrung dienten. Diese Art Ernährung scheint den Wanderlarven nicht behagt zu haben, denn sie hefteten sich alle an die schneller laufenden Oribatiden, um wahrscheinlich auf diese Art den Ort leichter wechseln zu können, während die lang- same Gamaside nicht besetzt wurde. 187. Dameosoma fasciatum Paoli. (Fig. 31.) Fundorte: Mittelland: Basel, im Sarginhalt einer exhumierten menschlichen Leiche, 13. III. 19 (Hunziker). Alpen: Tamangur (Nationalpark), unter Steinen. 18. VIII. 18 (H.). — Val Nüglia, 2250 m, in Moos (H.). Verbreitung: In Moos und Humus, Italien. Grösse 360x180 /j. Im proximalen Teil des Rostrums 3 Paar rundliche Schild- chen, ähnlich wie bei D. inseluptum. Die Behaarung des Ab- domens scheinl reichlicher zu sein. Interlamellhaare kurz, nach vorn gerichtet. Die Lamellenhaare seh,. inen bei den dem Grab entstammenden Individuen auf lamellenartigen Gebilden zu sitzen. > 188. Dameosoma inscuVptum Paoli. Fundorte: Jura: In Moos, Jouxtai (B.). - Schauenburger Fluh. — Bennwil. Verbreitung: In Moos. Italien. L89. Dameosoma splendens (C.L.Koch) Paoli. Fundorte: Jura: In Moos. Kellenköpfli, 1041 1100 m. Alpen Gäbris. 70 Josef Schweizer. Verbreitung: England, Deutschland, Italien, Algier, Nord- amerika (Florida). 190. Dameosoma tricarinatum Paoli. Fundorte: Mittelland: In Moos. Basel (Niederholz). Jura: Sennweid. Bennwil. Kellenköpfli. 1100 m. Alpen: La Drosa. 1900 m (H.). Verbreitung: In Moos, Italien, England. Deutschland, Nord- amerika. 191. Dameosoma biearinatum Paoli. Fundorte: Jura: Sennweid, Schauenburger Fluh. Alpen: La Drosa, 24. VII. 19 (H.). Verbreitung: In Moos, Italien. 192. Dameosoma falcatum Paoli. Fundorte: Jura: Jouxtai (B.). — Kellenköpfli 1100 m. Alpen: La Drosa, 1900 m (H.). Verbreitung: In Moos, Italien. 193. Dameosoma corrugatum Beil. Fundorte: Mitteilend: Basel (Niederholz), in Moos und Pflanzengenist einen Wassergrabens. VI. 19. Juni: .Schauenburger Fluh, in Humus und Wurzelgeflecht. -- Kellenköpfli. 1100 m, in Moos. Verbreitung: Häufig in Moos, dürren Blättern, Humus, in Italien, Nordamerika (Columbien, Florida). 194. Dameosoma confine Pauli. Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz). Jura: Bennwil. Verbreitung: In Moos. Italien. 195. Dameosoma quadricarinatum (Mich.) Berl. Fundorte: Jura: In Moos, Jouxtai (B.). — Kellenköpfli. 1041 und IHM» in. - Sennweid. — Schauenburger Fluh. Verbreitung: In Moos, England. Italien. Nordamerika. 196. Scutobelba trigona (Mich.) Pauli. Fundorte: Jura: In Moos, Jouxtai (B.). — Kellenköpfli. 1041 und 1100 m. - Sennweid. — Schauenburger Fluh. Verbreitung: In Moos. England, Italien (sehr häufig). Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 71 I '*7. Scutobelba corniger (Berl.) Paoli. Fundorte: MitteUand: Basel i Niederholz i. Jura: Kellenköpfli, 1100 m. Schauenburger Fluh. Bennwil. Alpen: La Drosa, 1900 m (H.). Verbreitung: Sehr häufig in Moos, Humus, faulendem Laub usw. in Italien. Nordamerika (Columbien). An denselben Fundorten fanden sich auch einige Exemplare or, die durch ihre Kleinheit und eine andere Ausbildung der Pseudostigmalorgane auffielen, während die Skulptur des Céphalo- thorax vollständig dem Typus gleicht. Grösse 175 — 193 /> lang, '. |s i a breit und die Pseudostigmalorgane wie bei Dameosoma vpiens entwickelt. Möglicherweise könnte es sich hier um 1 îeschlechtsdimorphismùs handeln. Subfamilie Nothrinae. 198. Hermannia nuire. m (C.L.Koch). Fundorte: Mittelland: In Moos, Diessenhofen, Trogen (H.). .Torat (H.). Jura: Jouxtai (B.). - Kellenköpfli, 1041 — 1100m. Alpen: Frenière-Bex. Saillon, Gorge de Nozon, Pas de Cheville. 2700 m. Gäbris, Sesvenna. 2500 m, La Drosa. 1900 m (H.). Verbreitung: Deutschland, Holland. Frankreich, England, Ir- land. Schweden. 199. Hermannia grandis Berlese 1910. Fundort: In Moos. Kastenloch bei Trogen, 1 adulte Form und 1 Nymphe, 10. V. LS (H.). Verbreitung: Italien (Agro romano). Mein adultes Tier übertrifft den Typus von Berlese (18. ] i. :38lh an Grösse. Länge 1300 /ti, Breite 775 /<, Nymphe 960 X 600 /, . Habitus wie H. convexa. Pseudodistigmatische Organe sind bei ■ 1er Nymphe und heim Imago gleich entwickelt, nämlich zylin- drisch, wie bei H. piceae (2 Fase. 33, 6). 200. Hermanniella granulata (Nie.) Berl. Fundorte: Jura: Schauenburger Fluh, im Holz, eines morschen Baumstrunkes, 24. V. 19. Verbreitung: Algier, England. Frankreich. 201. Nanhermannia minus (Nie.) Berl. Fundorte: MitteUand: Trogen, in Moos (H.). Jura. Sennweid (Rehhag), ziemlieh häufig. — Bennwil. Verbreitung: Finnland las Italien. 72 Josef Schweizer. 202. Neoliodes concentricus (Say). Fundort: Mittelland : Diessenhofen, in abgefallenen, dürren Fichtennadeln. Verbreitung: Algier. Italien, Deutschland, Schweden. 2o:î. Neoliodes theleoproetiis (Herrn.) Fundorte: Juki: Schauenburger Fluh, in Humus. Alpen: Frenière-Bex. in Moos (H.). VerWreit ung: Deutschland, Italien. Schweiz. Paraguay, ? Penn- sylvanien. 201. Cymbaeremaus cymba (Nie.). Fundorte: Mittelland: Basel, an Treibholz der Birs, IX. 17. — Lausanne (H.). - Vallée du Flon (H.). Alpen: Sesvenna. 2000 m (H.). — La Drosa, 1900 m, •'! Exemplare (H.). Verbreitung: England, Frankreich, ? Italien, Holland. 205. Noihrus biverrucatus ('. L. Koch. Fundorte: Jura: Jouxtai (B.). Alpen: Stragliavita, 2700 m, VII. 19 (H.). - La Drosa. 1900 m, VII. 19 (H.). Verbreitung: England, Deutschland, ? Frankreich, ? Italien, Schweden. 206. Noihrus horridus (Herrn.). Fundorte: Alpen: Galensattel, 3200 in, 4 Exemplare, unter Steinen (H.). - Stragliavita, 2700 m, in Moos, VII. 19 (H.). - Val del Aqua, 2100 m. in Moos. VII. 19 (H.). — Jöri-See, in Wasser (Kreis). Verbreitung: Algier, England. Deutsehland, Finnland, Schweiz. Eine Varietät borealis Thor, in Sibirien, Spitzbergen, Ost- ( irünland. West- Grönland, Arktisch-Lappland. Die Unterschiede, die Trägardh für die Varietät borealis angibt, finden sich auch hei meinen Exemplaren, die alle aus den Alpen stammen: aber auch die typischen Artmerkmale sind vorhanden. 207. Noihrus invenustus Mich. Fundort: Jura: Schauenburger Fluh, in Humus und Wurzelgeflecht. Verbreitung: England. 20S. Noihrus palustris *'. L. Koch. Fundorte: Mittel/und: Basel, in Moos. - Lausanne, in Moos (H.). dum: Nennweid, in Moos an einem morschen Baumstrunk. - Bennwil, in .Moos, am Rande eines Bächleins, ziemlich haufit:. Verbreitung: England. Frankreich. Deutschland. Italien, Hol- land, Schweden. ? New York. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 73 209. Nothrus sylvestris Nie. Fundorte: Jura: Neuenburgersee, in 28 m Wassertiefe i\\'.). Gaiser-ßiet, an Sphagnum (H.). Verbreitung: Finnland bis Algier. 210. Nothrus (Uronothrus) segnis (Herrn.) Berl. 1913 Berlese 12. p. 98.) Fundorte: Alpe»: Frenière-Bex, in Moos (H.). Bitom-See, 1800 m. im Wasser (Borner). — La Drosa. 1900 m, in feuchtem Moospolster, ziemlich zahl- reich (H.). Verbreitung: Weitverbreitet in Europa, von Finnland bis [talien. 211. Xotlinix (Heminothrus) targionii Berl. (1913 Berlese 12. p. 98.) Fundorte: MiUelland: Basel (Niederholz), in Moos, am Ufer eines Baches und im Pflanzengenist eines Wassergrabens, massenhaft, ti. VI. lü. Trogen (H.). Alpen: Gorge de Nozon, in Moos (H.). Verbreitung: England: Italien. ■2)-2. Platynoihrus palliatus (K.) Berl. Syn. Nothrus bistriatus K. Ih iiiiiiiiniii bislriata (Nie.) Mich. Berl. Bed. IX, p. 99. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, in Moos und an Pilzen. Basel (Nieder- holz), im Pflanzengenist eines Wassergrabens, sehr zahlreich, (i. VI. li». Jura: Jouxtai (B.). — Bennwil. Alpen: Frenière-Bex, in Moos, häufig (H.). Bitom-See, 1800 in. in Wassi i (Borner). Davos, in der Anstaltsquelle, Wassertemperatur 7" ( '. 20. V. 16 (W.). Verbreitung: Imago terrestrisch in Moos, Nymphe amphi- biotisch in Landmoos oder Sphagnum; Frankreich, Deutsch- land, Italien. 213. Platynoihrus punetatus (K.) Berl. Fundorte: Alpen: In Moospolster, im Juli, La Drosa. lune m, Val del Aqua, 2100 m. - Val Niiglia, 2250 m (H.). Verbreitung: Novaja-Semlja, Bären-Insel, -bin Mayen, West- grönland, Schwedisch-Lappland. Ich möchte ineine Exemplare, die in den drei Moosproben aus dem Nationalpark ziemlich zahlreich gefunden wurden, mit obiger Spezies identifizieren, obwohl sie ein wenig grösser sind als der Typus. Trägardh (95, p. 524) gibt als Grösse 720 • lim // : ich ermittelte als Länge 751) -800 u und als Breite 400 150 u. Das Habitusbild entspricht allerdings Nothrus pelifer (p. 5:32. 74 Josef Schweizer. Fig. 316); aber Tarsus II. Palpen, Mandibeln nähern sich eher den Zeichnungen 300 — 305 von Trägard h. 214. Malaconothrus globiger Trüg. (1910 Trägärdh 95. p. 537.) Fundort: Aljien: Val Nüglia, 2250 m, einige Exemplare in nassem Moospolster (H.). - Länge 375-400 //. Breite 180-195 //. Verbreitung: Schwediseh-Lappland (Sarekgebirge). 215. Malaconothrus sphagnicola Trag. Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz), in Moos, das zum Teil in Wasser untergetaucht war. VI. 19. Alpen: Ritom-See, 1800 m. in Wasser, ziemlich zahlreich (Borner). — Jöri- See, 2500 m, in Wasser (Kreis). — Hinterburgsee (W.). Verbreitung: Schwediseh-Lappland. Länge meiner Exemplare 540 — 700 //, Breite 330 — 40(1 /< (Typus 540—580/0- 210. Lohmannia (Eulohmannia) ribagai Berl. 1910. Svn. Arthronothrus biunguiculatus Trag. 1910 (95. p. 544). 1910 Berlese II. p. 223. tav. XX. Fig. 51. Fundorte: Mitielland: Vallée du Flon (Lausanne), in Moos. 1 Exemplar. 7. VI. 18 (H.). ■Iura: Kellenköpfli. 1100 m, in dichtem Moospolster, an einem Kalkfelsen. 2 Exemplare. 18. V. 19 (Grösse 600 x 210 /<). Verbreitung: Italien, in .Moos (Tridentino). Schwediseh-Lapp- land, im Neste von Bombus nivalis. 217. Brachychthonius brevis (Mich.) Berl. Fundorte: Alpen: In Moos, im Juli, La Drosa. 1900 m. Val del Aqua. 2100 m. Verbreitung': Italien. England. Schottland. Irland, Schwediseh- Lappland. 218. Cosmochihonius (Cosmochihonius) lanatus (Mich.), Berl. Fundort: Jura: Kellenköpfli. 1041 m. in Baummoos. V. 19. V e i- breit un g : Engla nd. 219. Hypochthonius rufulus C. L. Koch. Fundorte: Mittelland: In Moos. Mai — Oktober. Basel. Diessenhofen. Trogen (H.). — Lausanne (H.). Jura: Sennweid. Schauenburger Fluh. Verbreitung: Finnland bis Italien. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 75 22(i. Tripochtkonius trichosus spec. nov. (Fig. 32.) Fundort: Mittelland: Base! (Niederholz), im Pflanzengenist eines Wassergrabens, V. 19. Diese Spezies fand sich in Gesellschaft von Malaconoihrus sphagnicola, war jedoch nicht so zahlreich. Sic steh! Tripochtho- nius longisetus, Berl. sehr nahe (1904. 8. p. 27. tav. II. fig. 14). Länge 540 //. Breite 30(1 ». Pseudostigmalorgane wie l>ei T. hmtjisetiis. Die Interlamell- haare sind bedeutend länger (ca. 110 //), nach hinten schräg aus- wärt.- gerichtet. Abdominalhaare einfach, ziemlich lang (70 »i. Rostrum und Abdomen fein punktiert, letzteres im hintern Drittel am breitesten, mit welligen Einbuchtungen, halbkreisförmig ab- gerundet. Beine ähnlich proportioniert wie bei verwandter Art. Subfamilie Phtlvracarinae. 221. Hoploderma magnum (Nie). Kundin le: Mittdland: In Moos, Diessenhofen, Trogen (H.). Jura: Jouxtai (B.). — Bennwil. - Kellenköpfli. 1100 in. Alpen: Frenière-Bex (H.). Verbreitung: Deutschland, Holland. Prankreich, England, Ir- land. 222. Hoploderma dasypus (Ant. Duges). Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz). -- Trogen (H.). Lausanne (H.). Jura: Liestal (H.). Alpen: (iorge de Xozon (H.). -■ Villeneuve, unter Baumrinde (H.). Frenière-Bex (H.). - Pas de Cheville. 2700 m, 8. VII. 18 (H.). - Fon- tane 2000 m. an Polyporus, VIII. 18 (H.). Verbreitung: Finnland bis Algier. 223. Hoploderma globosum (C. L. Koch). Fundorte: M ittelland: In Moos, Basel. Diessenhofen. Lausanne (H.). Jorat(H.). Jura: Sennweid. Bennwil. Alpt n . Gorge deNozon(H.). Frenière-Bex (H.). — Scarl, unter Brettern (H.). La Prosa. 1900 m. Val del Aqua, 2100 m. Verbreitung: Deutschland, Italien, Niederland. 224. Hoploderma striculum (C. L. Koch). Fundort: ■Iura: Sennweid. in Moos. Verbreitung: England, Frankreich, Deutschland. 76 Josef Schweizer. 22."). Phfhiracarus arduus (C. L. Koch). Fundorte: MitteUand: Lausanne, in Moos. V. 18 (H.). — Basel, Universitäts- garten, unter Rinde. Verbreitung: Finnland, Deutschland, Holland. England, Irland. Unt. Ord. Thrombidoidea. Fam. Tarsonemidae. 226. Pediculopsis graminum (E. Reuter). Fundort: Alpen: Für die Umgebung von Landquart nachgewiesen von Tho- mann, 1908. Verbreitung: Finnland, Schweden, Dänemark, Deutschland. (Als Parasit auf vielen Wiesengräsern und unsern Getreide- arten. Verursacher der Weissährigkeit.) Fam. FupodidaE. 227. Ereynetes limacum (Sehr.) G. Can. Fundort: Mittelland: Unter feuchtem Holz und an Schnecken, Basel, Diessen- hofen. Verbreitung: Europa. 22S. Ereynetes polymitus (Koch) Berl. Fundort: Mittelland: Unter Steinen. Basel. V e r b r e i t u n g : Ganz Europa . 229. Linopodes motatorius (Linné) 1758. Fundorte: Häufig unter Steinen, unter Brettern usw.. gemein im Mittelland und Jura. Alpen: Stragliavita, 2700 m (H.). Verbreitung: Ganz Europa. 230. Eupodes vnriegatus C. L. Koch. Fundorte: Mittelland: Unter Steinen, in Moos, Basel, Diessenhofen, Lugano (H.). Verbreitung: Deutschland, Italien, England. 231. Rhagidia terricola (C. 1/. Koch). Syn. Norneria gigas. Fundorte: Weit verbreitet im Mittelland und Jura; meistens unter Steinen, unter feuchtem Holz, weniger in Moos. Ylpen: IV. Dreieck, 2760m, 28. VII. 17 (H.). - Kranzberg, 2800 m, 27. VII. IT (H.). - Kleines Siedelhorn, 2624 m, 24. VII. 16 (H.). - Faulberg, 2980 m. 26. VII. 17 (H.). Finsteraarhorn-Hütte. 3237 m. 3. VII. 16 (H.). Oberaarjoeh. 3300 m, 2. VIII. 16 (H.). - Ewig- Schneehorn- Grat, 3100 ra, Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 1 • 30. VII. 10 (H.). - Galensattel, 3200 m. 26. VII. 16 (H.). Trübten- see. 2500 m. 24. VII. 16 (H.). Gerstenhorn, 2600 m. 9. VIII. 16 (H.i. - Höhhorn, 2795 m, 9. VIII. 16 (H.). - Lischanna-Aufstieg. 2700 ni (C.) - Felsenmeer, 2750— 3000 m, 10. VIII. 05 (C). ■ Muttier, 2800 3000m, 22. VIII. 06 (C). - Piz Soër, 2800-29OO ,„. 22. VIII. 06 (C). Verbreitung: Europa. 232. Penthaleus ovatus C. L. Koch. Fundorte: Mittelland: Unter Steinen, Basel. Diessenhofen. Juni: Kaltbrunnental. Alpen: Faulberg. 2800 m. 26. VII. 17 (H.). - Säntis. 2500 m. 2. VIII. 06 (< - Piz Soër, 2800-2900 m, 8. VII. 05 (C). Verbreitung: Deutschland, Italien, England, Irland. 233. Penthaleus egregius Berl. Aus der Sammlung von Bäbler wurde von Trägardh ein Penthaleus als speo. nov. bezeichnet. Offenbar handelt es sich bei den Funden von Handschin um dieselbe Art. Ich möchte sie vorderhand unter dieser Spezies aufführen, obwohl sie kleiner (600x390 //) und mit langen Haaren versehen ist. Fundorte: Alpen: Kranzberg. 2800 m, 27. VII. 17 (H.). - Konkordia, 2850 m, 25. VI. 17 (H.). - Felsenmeer. 2750—3000 m. 10. VIII. 05 (0.). - Piz Soër, 2800-2900 m, 8. VII. 05 (C). Verbreitung: Italien. 284. Penthaleus haematopus (G. R. Can.). Fundorte: Mittelland: Muttenz, in Moos, 28. I. 18. - Lausanne (H.). Alpen: Schollberg- Gipfel (Partium), 2500 m, Gorge de Nozon (H.). - -M->venna, 2000 m, 9. VIII. 18 (H.). -- Sürsass-Alp (Niunc), 2200 m. 20. VIII. 18 (H.). Verbreitung: Italien, Deutschland, Grönland. Fam. Bdellidae. Betreffend die Systematik dieser Familie folgte ich dem Vor- schlage von Sig. Thor (84, 85, p. 69: 89, p. 28). 285. Cyta latirostris (Herrn. 1804) Heyden 1826. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, in Moos. -- Basel, in Quelltümpel. Vallée du Flon, in Moos. Alpen: Hohen Kasten, unter Steinen (H.). — Saillon, in Moos (H.). — Unter Steinen: Konkordia, 2850 m, 4. VIII. 16, 25. VI. 17 (H.). - Kranzberg, 2650 m. 27. VII. 17 (H.). Faulberg, 2980 m, 26. VII. 17 (H.). - Finster- aarhom-Hütte. 3227 m. :!. VII. 16 (H.). - Aelpligletscher, 2500 m, 7. VI. 16 (H.). - Lischanna- Gletscher, Aufstieg. 3000 m, 29. VII. 17 (H.). - Felsenmeer. 2750-3000 m. 10. VIII. 05 (('.). - Champâtseh. 2850 m 7S Josef Schweizer. und 2925 m, 3. VIII. 06 (C). ~ Mot Tavrü. 8. VII. 17 (H.). - Straglia- vita, 2700 m. in Moospolster, 16. VII. 19 (H.). Verbreitung (nach Sig. Thor): Grönland, Sibirien, arktische Inseln, Norwegen, Schweden, Finnland, Deutschland, Frank- reich, Italien, Südamerika. 236. Bdella longicornis (L. 1758) Sig. Thor 1903. Syn. Bd. vulgaris (Herrn.) Koch. Fundorte: Häufig, besonders in Moos, unter Steinen, weitverbreitet im Mittel- land und Jura. Von Interesse mögen die Fundortsangaben aus den Alpen sein: Col de Chaude, 1900 m, 19. V. 18 (H.). - IV. Dreieck, 2760 m. 28. VIL 17 (H.). - Konkordia, 2850 m, 4. VIII. 16 und 25. VI. 17 (H.). - Kranzberg, 2650 und 2800 m, 27. VIL 17 (H.). - Rotloch, 3000 m (H.). - Triibtensee, 2500 m, 24. VIL 16 (H.). — Désorhom. 2500 m (H.). - Ewig- .Schneehorn, 3000 m (H.). - Galenstock. 3300 m. 26. VII. 16 (H.). - Pischahorn, 2900 m ( Jegen). - Rotspitz (Partnuntal). 2500 m, 4. VIII. 0.3 (C). — Weberiishöhle (W.). — Lischanna. Aufstieg. 2700 m. Lischanna- Gletscher, 3000m, 29. VIL 17 (H.). - Lischanna- Gipfel, 3100 m. 24. VIII. 06 (C). - Champatsch, 2850 ni und 2925 m. 3. VIII. 06 (C). - Minschun. 2900 m und 3070 m (G). - Muttler, 2800-3000 m, 22. VIII. 06 (C). Piz Soër, 2800-2900 m, 8. VIL 05 (C). - Mot Tavrü, 8. VIL 17 (H.). - Stragliavita, 2700 m. in Moos. 16. VIL 19 (H.). - La Drosa. 1900 m VIL 19 (H.). Verbreitung: Sibirien, Novaja-Semlja, Spitzbergen, Bering- Insel, Jan-Mayen, Grönland, Schweden, Niederland, Eng- land, Frankreich, Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien. Amerika. 237. Scirus longirostris Herrn. 1804. Syn. Bdella longirostris (Herrn.) (Berl. 2. Fase. 45. 6.) Fundorte: Nicht häufig, in Moos. Laub. Gras, unter Steinen und Brettern. in Pflanzengenist. Mittelland: Basel. Diessenhofen, Gais (H.). ■Jura: Liestal (H.). Alpen: Val del Aqua, 2100 m (H.). Verbreitung: Norwegen, Bering-Insel, Schweden, Deutschland. ? Niederland, Frankreich, Schweiz, Italien, Amerika. 288. Sei ins virgulatus (('an. et Franz.) Sig. Thor. Fundorte: Alpen: Mariote (Tessin), 6. IV. 16 (H.). — Frenière-Bex, in Moos (H). Verbreitung: Norwegen (sehr selten), Italien. Diese Art scheint auch in der Schweiz sehr selten zu sein. Ein Exemplar erhielt ich aus dem Allgäu (Bayern) von Herrn Dr. Walter in Basel. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 79 239. Biscirus silvaticus (Kramer) Sig. Thor 1913. (89, p. 28.) Fundorte: Mittelland: Basel, unter Steinen, an einigen Fundorten. Jura: Liestal. unter Rinde (H.). Alpen: Saillon (H.). — Konkordia, 2850 in. 4. VIII. 16 (H.). Verln-eit uni;: Norwegen (selten), Deutschland, Frankreich. 240. Molgus capillatus (Kramer) Sig. Thor 1904. Syn. Bdella capillata Kram. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen. in Gras, unter der Rinde eines Apfel- baumes. Kreuzungen, in Moos an der Quaimauer des Bodensees. Alpen: IV. Dreieck, 2760 m, 28. VII. 17 (H.). - Konkordia, 2850 m. 4. VIII. 16 (H.). - Kleines Siedelhorn, 2624 in. 24. VII. 16 (H.). - Desorhorn, 2500 m (H.). Gerstenhorn, 2600 m. 9. VIII. 16 (H.). - Höhhorn, 2756 m, H. VIII. 16 (H.). - Säntis, 2500 m, 2. VIII. 06 (G). - Lischanna-Aufstieg, 2700 m. 29. VII. 17 (H.). - Ldschanna- Gipfel, 3100 m, 19. VIII. 05 und 24. VIII. 06 (G). - Champatsch, 2850 und 2925 m, 8. VIII. 06 (G). - Felsenmeer. 2750-3000 m. 10. VIII. 05 (G). - Muttler, 2800-300(1 ni. 22. VIII. 06 (G). l'i/. Soër, 2800-2900 m, 22. VIII. 06 (G). - Rot- spitz, 2000-2600 m, 4. VIII. 05 (('.). Verbreitung: Norwegen, Deutschland, Italien, England, Frank- reich, Schweiz, ? Sibirien. ? Novaja-Semlja. Fam. Raphignathidae. 241. Cryptognatus lagena Krämer. Fundorte: Jura: In Moos, Jouxtai (B.). — Kellenköpfli. 1100 m. Verbreitung: Deutschland, Italien, Irland. 242. Raphignatus piger (Seh.) Berl. Fundort: Jura: In Moos. Rebberg Muttenz. I Exemplar, 28. I. 18. V e r b reit u n g : Euro] »a. 243. Raphignathus patrius Berl. Fundorte: Mittelland: Basel (Niederholz), in Moos, am Ufer eines rasch- fliessenden Baches und im Pflanzengenist eines Wassergrabens. — Vallée du Flon, in Moos (H.). Alpen: Gotthard, in Quellen, zahlreich (W.). • Val Xüglia, 2250 m, in dichtem Moospolster einer Quelle, massenhaft, 30. VII. 19 (H.). Verbreitung: Italien. Eine Varietät brevipalpe in Schwedisch- Lappland. 244. Caligonus longimanus K. Fundort: In Moos, Kellenköpfli, 1041 m. 18. V. 19. Verbreitung: Deutschland, Italien. so .loset' Schweizer. 245. Stigmaeus elongatulus Berl. Fundort: In Moos. Kellenköpfli. 1100 m. V. 19. V erb r e i t. u n g : Italien. 246. Neophyllobius elegant Berl. Fundort: Schauenburger Fluh, in Humus und Wurzelgeflecht. Verbreit ung: Italien. 247. Tetranychus telarius (L.) Duges. Fundorte: Mittelland: Romanshorn, unter feuchtem Holz. — Basel, an dürrem Bolinenlaub. sehr häufig, im Oktober. Alpen: Davoser-See. im Plankton, in 5 m Wassertiefe, 1 Exemplar (Schmass- mann). Verbreitung: Europa. 2 IS. Bryobia praetiosa C. L. Koch. Fundorte: Mittelland: In Moos, an Pilzen und feuchtem Holz, unter Steinen. — Basel. Trogen (H.). - Basel, in Quellwasser. - Vallée du Flon (H.). ■Iura: Cabris, Höhle bei St. Imicr (Chappuis). Alpen: Pas de Cheville. 2700 m. 8. VII. IS (H.). - Gäbris (H.). - Säntis, 2500 m, 2. VIII. 06 (G). - Davos, Anstaltquelle. 1560 m, Temperatur des Wassers 5.4° C (W.). - Kranzberg, 2800 m, 22. VIL 17 (H.). - Grüneck, 2800 ni, 28. VII. 17 (H.). - Champatsch-Gipfel, 2995 m (G). - Fras. 2300 m (H.). Verbreitung: Sibirien. Novaja-Semlja, Bären-Insel. Ostgrön- land, Schweden. Niederland. Deutschland, Italien. Kerguelen i Antarktis). Familie Erythraeidae. 24ft. Actineda vitis (Schrank) Berl. Fundorte: Mittelland: Meistens an Pflanzen, aber auch unter Steinen. Diessen- hofen. Basel. Vessy (bei Genf), auf einer Wiese mit dem Kätscher zahl- reich erbeutet. 22.' VI. 19 (H.). Alpen: IV. Dreieck. 2760 m. 28. VII. 17 (H.). Verbreitung: Europa, Südamerika. 250. Eryihraeus hercules Berl. var. nivalis nov. Fundort: Alpen: IV. Dreieck, 2760 m. 2765 m. 2780 m, 2800 in, 28. VII. 17 (H.). - Konkordia, 2950 m, VII. 17. 25 (H.). - Kranzberg. 2800 m, 27. VII. 17 (H.). - Rotloch. Umgebung. 3000 m, 4. VIII. 16 (H.). - Schild Rarer- tepp. 2800 m. 14. VII. 14 (.legen). Verbreitung: Beide Hauptarten in Italien. Diese Varietät steht zwischen Eryihraeus hercules und E. sabulosus. Palpe wie bei der letztern, Anhängsel aber schlanker Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 81 wie l>ei der erstem Art. Die Tarsen sind gegliedert wie bei E. hercules, gleich ist auch die Behaarung der Beine. Körperhaare stark, borstenartig, bis 225 11 lang. Länge 1 125 1500 ». 251. Törythraeus sabulosus Berl. Fundort: Alpen: Sür En d'Ardez, 20. VIII. 16 (H.). Verbreit ung: Italien. 252. Erythraeus venustissimus Berl. Fundort: Alpen: Piz Soer, 2800-29(1(1 m. s. VII. 05 (Cl. Verbreitung: Italien. Fam. Cunaxidàe Su.. Thor. 1902. (87. p. 389.) 253. Ca nu. m taurus (Kramer) 1881. Fundort: Basel, in dürrem Laub, in Gras, nur je 1 Exemplar. \ erbreitung: Norwegen, in Laub und (Iras, Deutschland. Italien. 251. Eupalus croceus Koch 1838. Fundort: Alpen: Davos, Anstaltsquelle, 1560 m, Wassertemperatur 5,5° < '. 26. X. 15, 1 Exemplar; Id. VII. 1916, 1 Larve, Wassertemperatur 6,5" (' (W.) Verbreitung: Deutschland. Italien. Norwegen, im Heuabfall, in Gras und Laub. Fam. Cheyletidae Krämer 1X77. 255. Cheyletiis eruditus (Sehrank) 1781. Fundort: Hasel, in Kleie, Heu und Stroh. Verbreitung: Europa. Fam. Rhyncholophidàe. 256. Rhyncholophits miniatus (Herrn.) Berl. Fundorte: Meistens unter Steinen, aber auch an Holz und in Moos. Mittelland: Basel, an Treibholz der Birs. — Diessenhofen. ■Iura: Schauenburger Fluh. Alpen: Saillon (H.). — Chèxbres, im Wasser eines Brunnentroges (W.). Col de Chaude. 1900 m (H.). - IV. Dreieck, 2760 m, 28. VIIL 17 (H.). (irüneck,2800m,28. VIL 17 (H.). Finsteraarhornhütte, 3287 m, 3. VIL 16 (H.). Tablasot. 2200 m. 8. VIII. 18 (H.). - Hohen Kasten (H.). Säntis, 2500 m. 2. VIII. 06 (('.). Rotepitz, 2500 m (Partnuntal) (C). Felsenmeer (Minschun), 2750—3000 m. 10. VIII. 05 (C). Verbreitung: Von Grönland, Sibirien Ins Italien. S2 .l..sct Schweizer. 257. Rhyncholophus unidentatus Trag. Fundorte: Mittelland: Basel, unter Steinen; an einer Gartenmauer, unzählig. VI. 17. Alpen: Quellwasser bei Tenna (Graubünden) ca. 1500 m. 30. VII. 18 (W.). - Füllv (Wallis), in dürrem Laub eines Kastanienhains, unzählig, 26. V. 18 (H. |. IV. Dreieck, 2760 m, 28. VII. 17 (H.). - Kranzberg, 2800 m, 27. VII. 17 (H.). - Faulberg, 2950 m, 26. VII. 17 (H.). - Finsteraarhom, 3237 m, 3. VII. 16 (H.). - Grüneck, 2800 m, 28. VII. 17 (H.). - Desorhom, 2500 m, 22. VII. 16 (H.). - Höhhorn, 2756 m, 9. VIII. 16 (H.). - Lischanna- Aufstieg. 2700 m, 29. VII. 17 (H.). - Piz Soer, 2800-2900 ra, 8. VII. 05 (G). Verbreitung: West- und Ostgrönland, Schweizer Alpen. Trägardh bezeichnet diese .Spezies als die einzige rein arktische Form, die bis jetzt in den Alpen gefunden worden sei (95, p. 577). Interessant sind meine Funde im Juni, wo die Tierchen in unzähliger Menge, sowohl bei der stärksten Mittags- hitze, als auch noch kurz vor Sonnenuntergang an einer etwa 100 m langen und 5 m hohen, nach Süden exponierten Garten- mauer munter herumliefen. Im Gras oder am Boden am Fusse der Mauer waren nur einige Exemplare zu finden. Auch die Funde von Handschin im gefallenen Laube des nur in warmen, ge- schützten Lagen gedeihenden, zahmen Kastanienbaumes lassen eher auf eine wärmeliebende Art schliessen. 258. Bhyncholophus regalis C. L. Koch. Fundorte: Alpen: Villeneuve, unter Baumrinde (H.). — Bamalp. 2000 m (Kt. Unterwaiden, Eder). - IV. Dreieck. 2800 m, 28. VII. 17 (H.). - Grüneck. 2800 m, 28. VII. 17 (H.). - Höhhorn, 2756 m (H.). - Rotloch. 3000 m. 4. VIII. 16 (H.). - Pisehahorn, 2900 m, 12. VIL 14 ( Jegen). - Lischanna- Grat, 19. VIII. 05 und 24. VIII. (tfi (('.). - Lischanna-Gipfel, 3100 m. 19. VIII. 05 (C). - Felsenrneer, 2750 m und 3000 m, 10. VIII. 05 (C). - Champatsch- Gipfel, 2925 m, 8. VIII. 06 (C). - Rotspitz, 2000-2600 m, 4. VIII. 05 (G). — Pontresina (G). — Schollenberg-Gipfel. — Vierecker, 2800 rn (Menzel). - Foraz d. Nüglia, 2500 m. 29. VII. 19 (H.). - Trup- schum, 1800 m, 8. VII. 19 (H.). Verbreitung: Weitverbreitet in Europa. An einem Exemplar vom Rotloch, 3000 m. fanden sieh zwei verschiedene Trombidiidae-Larven, die ich als Achorolophus ignotus, Oudm. (3 Stück) und Brochartia Kuyperi, Oudm. (1 Stück) bestimmte. 259. Rhyncholophus plumipes Lucas. Fundorte: Alpen: (Nach Haller) Siders, ziemlich häufig an drei Stellen (alte Ruine, Abhänge des Klosters und Rhoneuferhügel oberhalb Glarey). Martigny, am Tour de la Batia-Hügel (Frey- Gessner). Branson- Follaterre, 16. V. 1921 (H.). Verbreitung: Algier, Andalusien. Corfu, sehr zahlreich, Schweiz (Kt. Wallis). Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 83 Die obigen Fundortsangaben stammen von Conservator Frey-Gessner in Genf, der die Milben Ende der siebziger Jahre gefunden hat. Nach seinen Angaben sind die Tierchen am Tage meist unter oder an Steinen und halten sieh auf kurzrasigem, trockenem Wiesen- und Ackerboden auf. Haller gibt eine Be- schreibung und Abbildung (34, p. 6, Fig. 2) dieser, sowohl wegen ihrer geographischen Verbreitung, als auch durch die sehr langen. buschigen Hinterbeine interessanten Milbe. - Herr Privatdozent Dr. Ed. Ilandschiu erbeutete an Pfingsten dieses Jahres zwei Exemplare in der Nähe obiger Fundorte. 260. Rhyncholophus phalangoides (De Geer). Fundorte: Alpen: Rotspitz. Alpenrosenregion (C). — SJalvatore (Tessin) (H.). — Schaf berg- Gipfel (Menzel). — Tablasot, 2200 m, unter Steinen, 8. VIII. 18 (H.). — Lisehanna, 2700 m, unter Steinen in .Murmeltierkot. 15. VIII. IS (H.). - Vulpera. 10. VIII. 18 (H.). - Sampuoir, 20. VIII. 18 (H.). - Zernez (H.). - Mt. Baseglia. 1800 m (H.). - Hotel Fuorn, 1800 m (H.). Verbreitung: Weitverbreitet in Europa. 261. Rhyncholophus globiger Berl. Fundorte: Mittelland: Vessy (Genf), an Gras, mit dem Kutscher 7 Exemplare erbeutet, 22. VI. 19 (H.). - Grösstes Exemplar 3000 x 1350 u. Alpen: Puscblav, Talsohle, unter Steinen, 30. VIII. 06. (C). Verbreitung: Italien. Norwegen. 262. Rhyncholophus Vertex Krämer. Fundorte: In Moos, unter Holz und Steinen. Mittelland: Basel, Diessenhofen. Juni: Sennweid (Rehhag). Alpen: Lugano (H.). — Schills (H.). - IV. Dreieck. 2760 (H.). Verbreitung: Italien, Deutschland. Norwegen, Schwedisch- Lappland, Grönland, Sibirien? 263. Rhyncholophus trimaculatus l Herrn.) K. Fundort : Jura: Liestal, unter Steinen, im April, massenhaft in einem ehemaligen Rebberge, um einen Ameisenhaufen herum (II.). Verbreitung: Ganz Europa. 261. Sniarix expalpis (Herrn.) Koch. Fundorte: Mittelland: Basel, in Moos, 1 totes Exemplar. Alpen: La Rosiaz, Tablasot, 2200 m, unter Steinen (H.). — Gorge de Nozon, in Moos ill.i. — Vierecker. 2450 m (M.). F. di II Botsch, 2700 m, unter Steinen an Schneefeld (H.). — Im Wasser eines Brunnentroges. Weberiis höhle, Partum) (M.l. -- 1 Larve in untergetauchtem Moospolster eines in den Partnunsee mündenden Baches, ca. 1900 m (W.). Quellbäche K4 Josef Schweizer. am Melchsee-Köpfli, 2000 m, in Moospolster, Wassertemperatur 2-3° C (W.). — Quelle am Tilisuma-See, 2150 m (W.)- — Quelle am Fusse des Boni (Melchtal), 1900 m. Wassertemperatur 8-10° C (W.). Verbreitung: Europa. Haibert bezeichnet diese interessante Milbe als ausgesprochen aquatil und glaubt, dass sie namentlich Sphagnumteiche bevor- zuge. Die obigen Funde zeigen, dass die Tiere sich auch in Quellen mit niederen Temperaturen aufhalten, und dass sie vertikal bis zu den Schneefeldern emporsteigen. Ein von Dr. Walter aus dem Allgäu erbeutetes Exemplar besitzt eine Grösse von 3200x1500/;. Fam. Hoplopidae. 265. Caeculus echinipes Duf. Fundorte: (Sämtliche von Handschin.) Alpen: Unter Steinen, IV. Dreieck, 2700 m, 2780 m, 28. VIII. 17. - Kon- kordia, 2950 m, 25. VI. 19. - Kranzberg, 2800 m, 27. VII. 19. - Grün- eck, 2800 m. 27. VII. 17. - Rotloch. 3000 m, 4. VIII. 16. - Hohhörner. 2756 m, 9. VIII. 16. Engadiner- Dolomiten: Marangun, 2500 m, 9. VIII. 18. — Mäschauns, 2430 m. VII. 19. - Val del Aqua, 2200-2500 m, 17. VII. 19. - Ofenstrasse, ca. 1600 m, 1 Exemplar im Gras. 13. VII. 19. Verbreitung: Ganz Italien, Sizilien, Algier, Frankreich. Die Gattung kommt nördlich der Alpen nicht vor. Diese, meistens unter Steinen und in der Erde sich aufhaltende Milbe scheint in den Alpen allgemein verbreitet zu sein. Selten findet man sie einzeln ; meistens sind mehrere Exemplare beisammen. Die Bestachelung der Beine ist eine doppelte, was aus der Abbil- dung von B er lese (2, Fase. 50, 3) nicht ersichtlich ist. Analog den Stacheln der beiden vordem Beinpaare, die horizontal nach innen gerichtet, verlaufen rechtwinklig zu ihnen, gleichgebaute Stacheln, die aber nach unten gerichtet sind. Sie sind auf der äussern Unterseite der einzelnen Beinglieder inseriert und von oben nicht sichtbar. Die einzelnen Rückenschilder scheinen in Form, Grösse und Anzahl variabel zu sein. Durchschnittliche Grösse 2600 x 1000 ,,. Fam. Thrombidiidae. (19. p. 1-291.) 266. Tanaupodes passimpilosus Berl. Fundorte: Alpen: Salvatore (Tessin) (H.). - Col de Chaude (Wallis), 1900 m (H.). Verbreitung: Italien (Umbria, Bevagna). terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 85 267. DiplothniHibium lomf> palpe Bcrl. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, in Moos um einen morschen Pappelstrunk am Rheinufer. — Oberwil, in Moos. Jura: Bennwil, 800 m. in Moos am Vier eines Bächleins, 1(>. VI. 19. Verbreitung: Italien (Vallombrosa, Val d'Aosta), in Moos hoher Berge, nicht häufig. Deutschland (Ratzeburgersee, 3. X. 19, Material Thieneniann). Meine Exemplare sind kleiner als die Typen von Berlese. Länge 1000—1350 ». Tarsus I 350x130 ,».' 268. Diplothrombium longipes spec. nov. (Fig. :«a. b, c.) Fundort: Mittelland: Ich fand 10 Exemplare in einer Handvoll Moos, das an einem kleinern Baumstrunk wuchs, 15. X. 17, Wald zwischen Oberwil und Benken (Baselland). Alpen: (Jorge de Nozon, in Moos (H.). — Beim Aussieben des Mooses stellten sich diese Tierehen tot. Länge 1500—300(1//. Breite 1200— 1650//, Tarsus I 830x220». Tibia 730 ». Länge des 1. Beines 3200 p, des 4. Beines 4000 ,«. Die Art unterscheidet sich von I). eximium hauptsächlich durch die langen Beine und die Behaarung des Körpers. Abdomen dunkelsehwarzrot, Beine und Rostrum rötlicher. Ilaare des Ab- domen- auf etwa 2(1 » hohen zylinderförmigen Tuberkeln sitzend, sind stachelartig entwickelt, fast rechtwinklig umgebogen und erreichen eine Länge von etwa 60 ». Haare der Beine dünner, aber fast doppelt so lang; sie sind direkt auf der Haue inseriert. Körpergestalt, Palpen, Crista wie bei D. eximium, die ich durch Herrn Dr. Walter aus dem Allgäu besitze. Verbreitung: Deutschland (in Quellen vom Keller-. Diek-, Selenter- und Ratzeburgersee, Rügen). 269. Diplothrombium walteri spec. nov. (Fig. 34 a -f.) Fundort: Alpen: Nur ein einziges Exemplar, aus Moos vom Val de! Aqua (Nationalpark), 2100 m, 19. VII. 19 (H.). Länge mit der Nase .">70 n. ohne Nase 525 ». Schulterbreite 375 ». Länge des 1. Beines 600 ,». Tarsus I 175x88 //, Tibia 8S » : Länge des 1. Beines 630 ,». Farbe hellrot, Abdomen herzförmig, stark geschultert. Crista (Fig. 34a) als einfache Chitinleiste ent- wickelt, die vorn in eine Nase ausläuft. Die beiden Sinnesfelder sind nur durch zwei Sinneshaare angedeutet, von denen das vordere einlach, borstenartig ist, während das hintere (Fig. 3 Mo bläschenförmig, mit dünnem Stiel und kugeligem Köpfchen ver- 86 Josef Schweizer. sehen ist; die Augen sind kurz gestielt. Kürperhaare (Fig. 34c) einfach, auf halbkugelförmigen Tuberkeln aufsitzend. Beine kräftig, mit einfachen Haaren ohne Tuberkeln. Viertes Palpen- glied (Fig. 34d+e) mit einem kleinern Dorn auf der Aussen- seite, Palpenanhängsel distal mit zwei starken, gleichgrossen, dornenähnlichen Borsten. Diese neue Art nimmt inbezug auf die bläschenartige Aus- bildung der Sinneshaare unter den Thrombidien eine isolierte Stellung ein: anderseits bildet sie wegen der Beschaffenheit der Crista einen Übergang zwischen Di/plothrombium und Eothrombinm. 270. Podofhrombium bicolor (Herrn.). Fundorte: Jura: Liestal (H.). Alpen: Aelpli- Gletscher, 2500 m. 7. VI. 16 (H.). -- Trübtensee. 2500 m. 24. VII. 16 (H.). - Konkordia. 2850 m. 4. VIII. 16 (H.). Val Ftur. 2500-2600 m (H.). Verbreitung: Zentraleuropa. 271. Podoihrombium bland spec. nov. (Fig. 35 a— d.) Fundort: Jura: Jouxtai, in Bauniiuoos. IX. 18 (B.). Länge mit Rostrum 690 //, ohne Rostrum 510 //, Schulter- breite 360 n. Länge des 1. Beines 800 f i, Tarsus I 196x70 /t. Tibia 140 /«. Länge des 4. Beines 760 //. Kommt hinsichtlich der Beingliederverhältnisse und der Palpen der Art P. montanum am nächsten, erreicht hingegen kaum die Hälfte ihrer Körpergrösse. Farbe gelblichrötlich. Ab- domen länglichherzförmig, gut geschultert. Die Körperhaare (Fig. 35 d) sind einfach und stehen auf halbkugeligen Erhöhungen, ziemlich dicht beisammen und erreichen eine Länge von ca. 50 //. Genitalfeld mit nur zwei Paar Haftscheiben. Beine kräftig ent- wickelt. Tarsus (Fig. 35c) spindelförmig, distal zugespitzt, nicht dreimal so lang als breit, doch länger als die Tibia. Palpen (Fig. 35 a u. b) kräftig. Rücken des vierten Gliedes mit starken Dornen besetzt, Innenseite mit drei kräftigen Borsten, die alle viel robuster entwickelt sind als die übrigen Palpenhaare. 272. Podothrombium strandi Berl. Fundorte: Alpen: Hohen Kasten. 1797 m (H.). - Piz Murtèr, 28.38 m, 31. VII. 19 (H.). Verbreitung: N orwegen . Je nur 1 Exemplar, die dieser Spezies am nächsten kommen. Grösse 1700x1200 //. Tarsus 1 375x95 //. Tibia I 390 />. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 87 278. Podothrominum filipes (Koch). Fundorte: Alpen: Hotel Fuorn, 1800 m, unter Steinen, 16. VII. I!» (H.). — Trupsehum, 1800m unter Steinen, 8. VII. 10 iH.i. Verbreitung: Deutschland, Norwegen. Exemplar von Fuorn: Grösse 1320x750 //: Tarsus I 495x105 //. Tib. I 555 // Exemplar von Trupsehum: 1425x810 //: Tarsus I .-)10xl22 //. .. 600 /u 271. Euihrombidium frigidum Beil. Fundort: Alpen: Champlong, in Mist. 22. VIII. 19 (H.). \ erbrei t ung: Norwegen. Drei Exemplare vom selben Fundort, die aber in ihrer Körper- grösse sehr differieren, inbezug ihrer Tarsen- und Tibiamasse indessen unter sich und dem Typus von Berlese nahe stehen. Länge Breite Tarsus I Tibia I Typus 2600// 1450 n 840x120// 290// | 2600 // 1200// 365x112// 306// Ahine Exemplare 1950// 1050// 350x112 /< 280// | 180(1 fx '.I7Ö // 333x116 // 274 // Hieraus ist ersichtlich, dass die Grössenverhältnisse der Tarsen und der Tibia bei einer Spezies konstanter sind als die Körpergrösse, die zu sehr von der Nahrungsaufnahme abhängig ist. Dieselbe Beobachtung machte ich auch bei Diplothrombium longipes Schweizer. Die systematische Verwendung der Bein- gliederverhältnisse durch Berlese, der Oudemans keinen grossen Wert beilegt, halte ich für sehr glücklich. 275. Microtrombidium pvsillum (Herrn.). Fundorte: Alpin: Frutt iKt. Unterwaiden, Edcr). — Davos. Anstaltsquelle. 1560 m. Wassertemperatur 5,5° ('. 21. IX. 15 1 adulte Form 7. 14. Wasser- temperatur 4,5° C. 1 Larve (W.). Val del Aqua, 2100 m, im Moospolster einer Quelle, 19. VII. 19 (IL). - Val Cluoza. 1860 m (W.). \ er breitung: Deutschland. Auffallend ist bei einem Exemplar aus der Davoser Anstalts- quelle, dass der Palpenanhängsel mit einem 110 // und einem 90 // langem Haar, die beide am distalen Ende des Anhängsels inseriert und wie die übrigen Anhängselhaare gefiedert sind, ver- sehen ist. Dies fällt um so mehr auf, weil das längere Haar den Palpenanhängsel um das Vierfache an Grösse übertrifft. Ausser- dem ist am 4. Palpenglied, ähnlich wie bei Mierotr. geographicum, auf der Aussenseite ein Dorn inseriert. Grösse dieses Exemplares 88 .loset Schweizer. 1200x810 ». Tarsus I 175x105 ». Tibia 116 ». Körperhaare in 60 ii. 275a. Microtrombidium pusillum (Herrn.) var. minor, nov. (Fig. 36.) Fundorte: Mittelland: Diessenhofen, im .Moos eines Moränehügels, VII. 07. Alpen: Kastenloch (H.). - Val del Aqua. 21011 m. in Moos. VII. 19 (H.), Länge 4—450 //. Breite 285 //. Bedeutend kleiner als die Hauptart und mit nur zwei Paar Genitalnäpfen. Möglicherweise handelt es sich um zwei verschie- dene Varietäten, da die Tarsen des Tierchens vom Val del Aqua anders proportioniert sind, als diejenigen Exemplare von den beiden ersten Fundorten. Exemplar aus Diessenhofen und Kasten- loch: Tarsus I (Fig. 36) 105x53 », Tibia I 53 ». Gestall ähnlich wie bei Micr. pusillum var. columbianum oder var. balzani . Körper- haare 2(1 ii. Exemplar aus Val del Aqua: Tarsus I 98> 19 ,». Tibia I, 4'.) » Körperhaare 25 ,». 270. Microtrombidium sucidum (Koch) var. norvegicum Beil. Fundorte: Alpen: Meistens unter Steinen. Konkordia. 2850 m, 4. VIII. 16; 2950 in. 25. V. 17 (H.). - Aelpli- Gletscher, 2500 m, 7. VI. 16 (H.). - Ritom-See, 1800 in. in Wasser (Borner). — Schild (JJarertepp) (Jegen). Säntis. 250(1 m, 2. VIII. 06 (('.). - Lischanna, 2700 m. 15. VIII. 18 (H.). Fräs. 2300 m (H.). - Sür En d' Aidez. 20. VIII. 16. - Forcola di Livin- mio. 2090 in, 27. VII. 10. in Quellwasser (W.). - Macun, 8. VIII. 18 (W.i. F. del Botsch, 2700 m, unter Steinen an Schneefeld, 21. VII. 19. (H.). - Mt. Baseglia, 1800 m. 12. VIII. 19 (H.). - Mt. La Schera, 2500 m., unter Steinen an Schneefeld (H.). — Piz Terza, 2600 m. unter Steinen in einer Sehneeinsel. 31. VII. 19 (H.). - Val Ftior. 2500-2600 m und 2800 m an Schnee, 19. VII. 19 (H.). - Murtér, 2600 in. 30. VII. 19 (H.l. Stavelchod, 2600 m, an Schnee. Verbreitung der Art und Varietät: Norwegen. Wie in Norwegen, so scheint diese Spezies auch in den Alpen gemein zu sein, [m Mittelland und Jura wurde sie bis jetzt noch nicht gefunden. Da sie sich meistens in der nivalen Zone auf- hält und hier häufig in der Nähe der Schneefelder oder in Sehnee- inseln zu finden ist. so möchte ich ihren nördlichen Ursprung nicht bezweifeln und sie als Glazialrelikt aufgefasst wissen. Die Körperlänge meiner Exemplare variiert zwischen 1000 — 1500 ii. 277. Microtrombidium feroeiforme (Trüg.). (Fig. 37 a. b, c.) Fundort: Mittelland: Basel (Lange Erlen), unter Steinen. 4. IV. 18 (W.). Verbreitung: Ägypten, in Termitennest in der Gegend des weissen Nils. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 89 [eh besitze mir ein einziges Exemplar, das ich mit dieser Art identifizieren möchte, da die Körpergrösse. dir (lestait und Grösse von Tarsus I Fig. 37 a) und Tibia des 1. Beinpaares, sowie die Palpen Fig. 37b, c) mit den Abbildungen von Berlese übereinstimmen. Nur die Struktur der Körperhaare, die ebenfalls 20—25 /« lang sind, scheint zu differieren, indem der Kiel kräftiger und die Fieder nicht so lang sind wie bei der typischen Art. Länge 1500 u. Tarsus I 245x88 )>. Tibia I 158 fi. ' 278. Microtrombidium quadrispinum Berl. Fundort: Alpen: Zernez, unter Steinen, 11. VII. 19 (H.). Verbreitung: Norwegen . Zwei Exemplare, die dieser Spezies am nächsten kommen, obwohl sie um etwa ein Viertel grösser sind als der Typus. Grösse 2100> 1400 //. Tarsus 1 350x140 u, Tibia I 2(53 ,«.' Von den vier Dornen des 4. Palpengliedes ist der zweitvorderste schwächer entwickelt als die übrigen. Auf der Innenseite des- selben Palpengliedes stehen im mittleren Teile etwa 9 stark aus- gebildete, dornenähnliche Borsten, die anregelmässig angeordnel sind. Körperhaare 35 u lang. 27!i. Microtrombidium simulans Berl. Fundort: Alpen: AI bula- Quelle, 2050 m, Wassertemperatur, 1,5° -2,5° (', in Moos, VIII. 09 (W.). Verbreitung: Norwegen. Grösse 2 Km ■ 1350 fi. Tarsus I 375 ; 150 u, Tibia I 225 //. Körperhaare 50 //. Wie die obige Art, so ist auch dieses einzige Exemplar, das ich besitze, grösser als der Typus. Die Haare des Abdomens sind schlanker und mehr spindelförmig. Oudemans fassl diese An als Svnonim auf von Micr. sylnitiriuii, ('. L. Koch (72, p. 123). 27!ia. Microtroinbidium simulans Berl. var. minoi nov. (Fig. 38 a -d.) Fundort: Mittelland Basel (Niederholz), im Pflanzengenist eines Wassergrabens, VI. I!». I Exemplar. Grösse *~>~> ■ 150 u. Tarsus 1 182x77 //, Tibia 105 /<. 'deicht inbezug auf Palpen- und Haarbau der Hauptart, unterscheide! sich aber von ihr durch die Kleinheil (Typus 200(1 ■ 1300 ,m und durch das Vorhandensein von nur zwei Paar < teschlechtsnäpfen. 90 Josef Schweizer. 2791). Microtrombidium simulans var. parvulus nov. (Fig. 39 a -d.) Fundort: Miüelland: Basel, an Treibholz der Birs, IX. 17. 1 Exemplar. Grösse 450x300 /i. Tarsus I 125x53 //, Tibia 73 (t. Unterscheidet sich von der vorhergehenden Varietät durch die sehr geringe Körpergrösse. Auch ist der Schaft der Haare nicht spindelförmig, sondern stabförmig und mit längeren Seiten- fiedern versehen. Ebenfalls nur zwei Paar Genitalnäpfe. 280. Microtrombidium berlesei spec. nov. (Fig. 40a, b, o.) Fundort: Mittelland: Diessenhofen, in Moos und dürrem Laub am Fusse einer Pappel, je ein Exemplar, 23. VII. 17. Grösse 600x390 //. Tarsus I 150x84 //, Tibia 70 it. Lauge von Bein I 450 //, von Bein IV 300 //. Farbe rötlich-gelblich, Abdomen eiförmig, durch leichte Ein- schnürung am hintern Teil des Rostrums schwach geschultert, dicht mit zweierlei Haaren (Fig. 40 a) besetzt. Grössere Haare 55 jli lang, Basis gefiedert, erweitern sich distal kelchartig, mit einem kräftigen, langen, nach hinten gerichteten und zwei kürzern, vordem Zähnen; dazwischen mehrere feine, spitzige Dörnchen. Die kürzern Haare messen 35 fi, besitzen distal sich verjüngende Mittelstämmchen, deren Spitze sich ungleich verzweigt und die mit starken Seitenästchen versehen sind. Tarsus I (Fig. 40b) relativ kräftig ausgebildet. Palpen ähnlich gestaltet wie bei Micr. italicum. Genitalfeld (Fig. 40c) mit nur zwei Paar Saug- näpfen. Merkwürdig ist bei diesen neuen kleinen Formen, wie bei Micr. pusillum var. minor, Micr. simulans var. minor und var. parvulus, Micr. berlesei. dass statt drei Paar nur zwei Paar Genital- näpfe auftreten, was, wie Trägärdh (94, p. 53) bemerkt, bei keiner bis jetzt bekannten Trombidium-Art vorkommen soll. 281. Microtrombidium (Enemothrombium) bifoliosum Can. Fundorte: Alpen: Val Nüglia, 2250 m. in feuchtem Moos. 30. VII. 19, 5 Exem- plare (H.). - Val del Aqua, in feuchtem Moos, 19. VII. 19. 1 Exemplar (H.). Verbreitung: Italien, Deutschland. 282. Microtrombidium (Enemothrombium) densipapillum Berl. Fundorte: Alpen: C4orge de Nozon, in Moos, 4. V. 18 (H.). — Perif (National- park), auf einer Wiese. 17. VII. 19 (H.). Frutt (Engelberg), unter Steinen, 31. VI. 17 (H.). Verbreitung: Italien. Schweiz (Theodul, Berlesei. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 9] Länge 2000—3000 ,«. Tarsus 1 420—525x120—140 fi, ist in der Mitte leicht eingebogen und nähert sich also in der Form eher der Varietät boréale. Viertes Palpenglied mit zwei Stacheln auf der Aussenseite, von denen der hintere schwach ausgebildet ist. 283. Microthrondn u m (Enemothrombium) subrasum Berl. Fundort: Mittelland: Diessenhofen (Bleiche), unter Steinen. VII. 17. Verbreitung: Italien (Vallombrosa), Deutschland (Marburg), England, Irland. 284. Sericoihrombium holosericeum (L.) Berl. Fundort: Mittelland: Diessenhofen. Romanshorn, Liestal. Verbreitung : Europa . Tarsus I 750x180 ». Tibia I 570 (i, nahen sich also dies- bezüglich mehr der italienischen Form. 285. Sericoihrombium scharlatinum Berl. Fundort: MitteUand: Ouchy (H.). Jura: Liestal (H.). Alpen: Partium (W.). Schafberg-Gipfel, 2500 in (M.). -■ Laschadura, 2600 2700 m. unter Steinen eines Schneetälchens, 14. VII. 1!) (H.). - Zwischen Val Botseh und Stavel-chod, unter Steinen eines Wassertümpels. VII. 19 (H.l. Mt, Baseglia, 1S00 m und 2300 m. unter Steinen, 17. VII. 19 (H.). - Alp la Sehera. unter Brettern. 18. VII. 19 (H.). - Champ long. 22. VUE. 19 I H.). - Val Ftior. 2500-2600 in. unter Steinen. 19. VII. 19(H.). - F. del Val Botseh, Aufstieg. 2500 m. 22. VII. 19 (H.). - Murtaröl, 2400 m. 5. VUE. 19 (H.). Verbreitung: Ganz Europa. 286. Trombidium megalochrium Berl. v&r. ticini qov. Fundort: Alpen: Lugano (H.). Verbreitung der Hauptart: Italien (Tarvisini, Campomolino). Grösse 1350x825 //. Tarsus T 480x120 //. Tibia I 250 ,/. l.;inge des 1. Picincs 1650 m. des 4. Beines 1400 u. Unterscheidel sich von der Hauptart nur durch grössere Haare, die eine Länge von 50 — 53 //, erreichen (Typus 15 — 18 //) und schwach gebogen sind. Der Mittelschail ist nicht spindel- förmig, sondern mehr konisch, schwächer entwickelt, hingegen mit langem Seitenfiedern. 287. Allofhrombium fuliginosum (Herrn.). Fundorte: Mittelland: Hasel. ■Iura : Liestal I H.). Alpen: Lugano (H.). — Xiouc (Kt. Graubünden) (•'.). Verbreitung: Mittel- und Nordeuropa. 02 Josef Schweizer. Unt. Ord. Sarcoptoidea. Fam. Tyroglyphidae. 288. Histiostoma ferroriarum (Duf.). Fundorte: Mittelland: Basel, im Sarginhalt einer menschlichen Leiche. 2 Imago und ca. 20 Wanderlarven (Hunziker). Alpen: Villeneuve, unter Baumrinde (H.). — Gentilione (Kt. Tessin) (H.). Laschadura, 2600— 2700 m, unter Steinen eines Schneetälchens. Verbreitung: Europa, an verwesenden Pilzen und unter Baum- rinde. 28!). Aleurobius farinae (Geer). Fundort: Im Mark von SarrAucus tiir/er (Stäger), in Kehrricht, Mehl usw. V e r b r ei tun g : Wali rscheinlicl i kosmopolitisch . 290. Tyroglyphus longior Gerv. Fundorte: Mittelland: Diessenhofen. Alpe»: Säntis. 2500 m (C). — Davoser-See, im Wasser 1 ,j (Schmassmann). Verbreitu Dg: Europa. 291. Tyroglyphus Statins Fum. et Rob. Fundorte: Mittelland: Genfersee, in 30 m Seetiefe, 12 Exemplare (Prof. Yung). - Lausanne, in Stabheuschreckenkulturen des zool. Institutes, unzählig! H. i. Verbreitung: Italien, Spanien, auf getrockneten Canthariden. Obwohl gewisse Unterschiede vorhanden sind, möchte ich meine Exemplare vorderhand mit dieser Art identifizieren. Die innere Längsreihe der Rückenborsten ist auf dem ganzen Rücken- felde vorhanden. Das 3. und 4. Borstenpaar ist bedeutend länger als die beiden vordem I'iiare. erreicht aber an Grösse nur die halbe Körperlänge. Die beiden Haftnäpfe des 4. männlichen Bein- paares teilen, ähnlich wie hei T. krameri den allerdings etwas schlankeren Tarsus in drei ungefähr gleiche Teile. Grösse der Männchen 420—435x180 //. Grösse der Weibchen 165 — 525x180 //. Nach Fumouze und Robin soll die Verhältniszahl von Männchen zu Weibchen 1 : 50 — 100 betragen. Bei dem sehr zahlreichen Material aus Lausanne konstatierte ich. dass un- gefähr auf 5 Weibchen 1 Männchen kam. 292. Tyroglyphus -svVo (L.). Fundort: An allen Nahrungsmitteln. Verbreitung: Euro] >a. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 93 293. Glycyphagus plumiger (('. L. Koch). Fundort: Mittelland: Basel, im Wasser eines 22 in tiefen Sodbrunnens. Verbreitung: Frankreich. Italien. Deutschland in Heuabfällen. 294. Glycyphagus domesticus (Geer). Fundorte: Mittelland: Basel, im Terrarium einer Stabheuschreckenkultur im Zoologisehen Institut (Port mann). Alpen: Davoser-See, in 5 m Wassertiefe. 2 $2 (Schmassmann). - Vulpera. 1350 m, unter Steinen (H.). Verbreitung: Europa. Liste der in der Schweiz gefundenen Acariden und mit Angabe ihrer geographischen Verbreitung. In der nachfolgenden Tabelle wird versucht, die Verbreitung der Acariden innerhalb des Fntersuchungsgebiete.s und in den angrenzenden tiergeographischen Regionen übersichtlich dar- zustellen. Wohl ist unsere Kenntnis dieser Tiergruppe für grosse Gebiete der paläarktischen und arktischen Region eine sehr lückenhafte, und die ans dieser Zusammenstellung gezogenen tiergeographischen Schlii -sc könnten als verfrüht betrachtet werden. Ich möchte alier nochmals, wie in der Einleitung betonen, dass die ganze Arbeit nur als Anfang und als Grundlage für weitere Untersuchun- gen betrachtet werden möge. Für das alpine Gebiet wurden folgende 3 Höhenstufen unter- schieden: 1. Kultur- bis Coniferenregion. Sie umfasst die Hügel- und Laubwaldregion und erstreckt .-ich bis zur nbern Baumgrenze (Xordschweiz bis 1800 m, Tessin bis L900 m. Wallis und Engadin bis 2250 m). 2. Untere alpine Region. Sie reicht von der obern Baum- bis zur Schneegrenze (bis 2500 m). 3. Nivale Region. Sie erstreckt sich von der Schneegrenze an aufwärts. Die Rubrik der „Mittelländischen Unterregion" ent- halt hauptsächlich die Funde aus Italien, welches Land hinsicht- lich der terrestrischen .Milbenfauna, dank den Arbeiten von Ber- lese. wohl am besten erforscht sein dürfte. "14 Josef Schweizer. * Ö ^jiqaQ saipsij^.iy lOiqag sauul|t-i)js||iJo]j o o + + + + + iim».uja|ui] sqjsredojog a o u - lliilï.lJI S|BAI|J milfl'ajj 3Uld[« uoiâwii&rajraog -ni|[n\) ++++ ++ ++ ++ ++++ + + + + + sjnf |iiic|P)|iK aqasipui;||.)|]in ■+ + + + + + + + + ++ + + + H- + ++ + ++ + + + + +T + + + +++ ++++ + + + + + + + o o ■ +++ ++++ + o o o ++++++ CS u 2 o M E b o s PQ ~ "H CO - m V S §".2*15 1. S s; ; s g s 8 .s i 2« > ce! : ; ~^ s* H ^ - c - - -s sb s ~«h s" a s 5 • CÖCD O Qjr^J dj Ä( J « 1 1 .5- 5 £ 3 s 3 Ä, ï .S 8 S: pq - 1 ; c> o s "^ 8 .. Ö o> - s CS B3 «O a . , . . . S cl à ^ w « ^ ii co t^ o6 c; ö ^ fi ^ « 't l': c i^ ce oï 6 ^ cn oi -* iö «HiHrtHii-irtHHrtWNcMNN« ferrestriscne Milbenfauna der Schweiz. - .« . -z - + -1 o o + +++++ - : -ï- + T - - ++ +++ ++ -f + + + ++ + ++++ + ++ + - h+ + ++ +++++ - - + -f +++++ [ -+ ++++++++ -++-- ++- + + h ++++++++ ++++++++ - pq o- 2}- 3 Spq .- ^ i — Z -^ 'C - - . ■ Z _ - - i-2 'S 12 • fn ;« 3« SO - - ~. o a UM- J3 o S a M -: °> •= T 1 C „c -i à 5 à ? ' ■■- a _î "g bW ' : £ * B « 3 -S SS C C^ 7- ? S>£ ci a, - S "^ "- £ S ü S S , w S S *** -^ • II S <_ C -i; ^ e - C — -N : I- X — C M«^ Ifl ~ l- X ~ C — Cl :- -t i~ ■ : ^ r; ïï rf ^ -in »t Tf -t ^ ^t i- *t *+ '- '" '* '* 'C ic i 96 Josef Schweizer. ;.'ii|.i;> soi[osi}5j.iY jsiqsg s.iiml[i:-i|.Ki|ini^ + ii«i3jjj.)|ii;] äipsjjdojng U0lS»J 3|BAt|j ums f[| .liuilp: 3.i.i)iif| IM,uil|.|j|lllh| -jnilij iiiif I II''WR IUibl,lll,i||[ ] ii|.Ki| 1 iii.:||,.| ) i|( ++ +++++ o o o + +- + + +- + + ■ -++ ++ + + + + + + + -+ ++ + - + + +++- + + + +++++ ++ pq •w - g o § ^ co g S -S «3 'S sw-s s: ~ ^ ^s ~ o ^ v. 5 a •3sl£g o ja o M _ 2 o CD Ä J3. — .W «äü .§ -3 -3 B « s JMol * .6 SM _4 03 s o ^ ï £2 Œ S.&S. ■S fcS 1 SU 1> t- 1 ~ «- W ni * ^ • » -2 ü ' 3.2 2 Gn an -r« ^ fcq Et) ^ ■° s *- ^ S S i.C so eäJ3 Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. + ■++-+- + •+ + + + + - ++ ++ ++ - + ++++++ + ++ +++++++-+ fc fc _= : ~ r. — ~ ; ~ -s '- . -r % V F C 'ZT ^ 5* ^ -. Uli ; -8 ? S c •s'S ~-' ? •* a <* fc 1 S h » ? — . o W ~ g : 5» CS 1» ■3 CS X. 5 1 TS o S~ J B -r + ^£ 'S ö * ^ '. r~ - o o =; ^ n; 9S Josef Schweizer. rjoiqa;) saqosyppy 3 £ri S - ert :3 « ö + + + |.in|.ii| s9utdp-([ascpjo)j + nniS.i.[j.i|iii] aqasigdoJDg + + - ++++++++ + ++++++ imi;;.>;| »[BA.IJÜ + + + + + + + + + UOlS.J}] 3U[d|I + + + UOlS&IMJIUOg -jn||[i\i ++++ ++++++ ++ + + + + l'JDf + + + + + + paü|pH!JI + + + + + + ++ + + + + - uorösjjjjuj] »qjs[[iuB||siji[f + + + + + - - + - +++++++++ & — : 5 _£ C'a S. S 1* a Ä o :& oJ3 J a •** ^ (ü - 2 _ o ,a . pq « PQ fc s fc o S CD s S E w c 'jS « Ö ös. 2 /S ,». A ° "P 'S -* § 5 N S. a. Si-! îffl 5 8.«' ; no ^ -5 . ;•§§■§.§ i » l. 4 k w "- .a ■H- 5.5 s s :s 's s, S r^ : : -^ r° Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 99 + + + + + + + + - + + + + + + + + - + +++++++ ++++ + + + + + — +++ + + + + + + + ++++++ ++ +++ ++ + + + +++ ++ + + ++ + + ++++++ ++ --+++ - +++++++ +++ +++++++ +++++ ++ o ++++ ++ +++ ++++ ++ +++ + ++ +++ Jffl lg 43.W äjSgHl^ S « » a s. -, : ■ - u = a •^J 4) «o -S ' > ■> . ; 3 -SS II § I ■* C! -_ e öa -c -." g -z .^ *» *— Ö JS g 1 1 ; o : S : : * « c ; r - s N < &i _ r- -- 03 > _ 0) 7 r Si op 3 -c X 33 O i-t ©Ï Vi •«* «3 CC I- SC 03 ■ ^ ^ ^« L* L* IC-t IC IC S x r! c -^ îi r; ^ i.: io à i^ x ci O -. w n i"C ; [- /- " i c — — — cc — — — — — — — i - i - i - ' - i * t - ' - ' - ' - 100 Josef Schweizer }âTqaf) saqosi;^.iy + 4 |j;i|ai| S9u;d|i!-qo8ip.i0j| + + lliilS.i.lJ.illli) 9l[»sn:doJHjJ K ■ä -5 Oh imàijl o[BAt|j + + + + +++ +- + + + ++++++ + .Il4|ll | + + + + IMlï.i.||M|.i|i||ii ; | I.MIIf - + + + + + + + + + + + + + - + + + +++++++++++ ++ + + IWÖ.U.1,)|II|| .i(|.k[[«||.-|||IH + + + + -r- + + + + + ++++ +++++++++++++ +++++++ J -O ü j3 -^ o * o . WO; '«. . O ' _: es y< . s a. 2 irt Jii « CS im PC 9 S 3 d 2. o o o -PhPm 1 — — . J OJ — - "S s -d -s . 's ^ Pm -gcqüpq 'S s i t «a *~ H " " •V ^ « « : 2 o 'S s 1 ^ f° fc cj -C g ^ •- S rÖ C Ss -X 5 "Ä. •s I s s S ö =5 te;! r^GOoococoxcooooococoaiOOîOJOiCiciQaîOC O O O .s ;« u S a >> O ä ^ ö O 05 Ä ^ s i* 4) «O Ö S Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. KM AS I SI -++ r + + + + + +++++++ ++++ o o + +- ++- - + +++ - + - + ++ ++++ + +++++ + ++++++ :- + +++++ -+++++++++++ ■SPP 'S« îi- 5 „ — Q 2 s "2 ^ ~ -— - 3 6C i .- si — o ä o ~ oä — : ;« ï '; 'S ; 3 TS «ö *? >: J ; : 0=: •< ä îè ?= • ~z 5 "*" "^ '• 's ; T ~ c ? *"§ ■" pJ _:" J '- — — » ^ . — M É ES — ^ ^ - 5-.- Q e *s p *> 5 35 :ï K s | .§ g, 'S »'S •S a a 's* 3? r» x ~ C — 7i r* -t »- -i t- y: n O — 7i rc. -t i- 94 9104 04 71 04 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 ■^ i- 30AOH 71 fO -t '7 "^ i- X 3S 71 71 71 71 T7 77 C7 77 Î7 77 77 7C C7 77 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 71 7| 71 71 102 Josef Schweizer. i s s St» 5 § S SS — — - t- <- n -3 rt o o -< in tu !z; £ 3 S s s jaiqaf) sJipspjjjy + +++ + + + laïqai) sMldjt-ipsipiOjl iii);ü9.i.i-i)ii|] .iqjsredojnj + + ++ + + ++ -+ + + + + + + + + + + + - - eu uupisj] 9|Mt{| + + + + + + + + ■ + 3J3)U(] + noiSajoaisjniog -Jn||iij] + +4- + + + + + + - + + - nnif ++ +++ +^ |iui;||,i))rji + + + + • + - + + + U0IÏ3JJ9)IIJ] aqs>sipin:|i.i||j|( +++++++++++++++++ +++++++++ J3 ta •— < aj w -E- « «1 - S -- se . « <ù — . . UZ aa 23 _j _3 o3 — • r- W go 2 Ä 5 ~- — ao ~ A t aa ■W 3« es H . o •" o — . — -pa S || 3 si 05 O s» S ■Su- ' S 2 s "JS Ü 05 a' s S'a § - o S w a 5 S «œ.e W' ta ^ < « ^ 5 - s "S, 3 fe - 11 ; : 2 | "£ Ä s; O — "i ÎC -r -" 10 "C E- 30 cd t> t> i> I> t> »- i- r— i— r- r- r -1 CI T) Tl ?1 C) Tl -1 T) Tl Tl T 1 ? 1 TJ 5 |pq - 3 Q75- o -S* 05 Ci © — i c-i ce -t là ■■£ i - u ■a a o •j u (8 en •o s- C c I I -1 ! .s a;-^f~ S, : ce oo es as as ai o; -M Cl Tl Cl Cl Cl Cl 1(14 .loset Schweizer. 1 >ic nur aus der Literatur bekannten Vorkommen von AcarideD aus England. Irland, Frankreich, Holland, Deutsch- land, Schweden, Finnland, Österreich und Russland wurden in die Rubrik der ..Europäischen ünterregion" ein- getragen. In der Rubrik der „Nordisch-alpinen Gebiete" wurden jene Funde verzeichnet, »lie wir Trägardh aus dem Sarek- gebirge verdanken. Dabei wurde die Birkenzone, die unserer ('oniferenregion, die Grauweidenzone, die unserer untern alpinen Region und die Flechtenzone, die unserer Xivalregion entspricht, zusammengezogen. Audi die Funde aus Norwegen wurden hier eingetragen. Zusammenfassung der Resultate. Die Gesamtzahl der bis jetzt in der Schweiz gefundenen Acariden beträgt 304, wovon für das untersuchte Gebiet 31 Arten bereits bekannt waren. 273 Spezies und Varietäten hingegen erst durch diese Untersuchungen nachgewiesen wurden. Neu für die Wissenschaft sind 17 Spezies und 1(1 Varietäten, ebenso 4 Gaina- sidenmännchen. Die 304 Spezies verteilen sich in folgender Weise auf die ver- schiedenen I Unterordnungen: Gamasoidea 113 Ixodoidea 1 Oribatoidea 1 1S Thrombidoidea .... 65 Sarcoptcridea 7 Die Verbreitung in den verschiedenen Abschnitten des Ex- kursionsgebietes mag durch die folgende Zusammenstellung veran- schaulicht werden: Mittelland .Iura Alpen 77 I 82 44 liti 55 7.'! Oribatoidea . . . Thrombidoidea Xi 1'4 46 3 Total. . . 2< ii i 134 177 Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. i 1 15 Die vertikale Verbreitung in den Alpen ist aus der u folgenden Tabelle ersichtlich: Kultur- Coniferen- untere alpine Aivale [légion K, '- 1 °" Kt >'" m 17 26 23 1 67 Thromhidoidea 40 15 Total ... 151 58 Tiergeographisch können die schweizerischen Acariden in 5 Gruppen eingeteilt werden: Die 1. Gruppe umfassl diejenigen Arten, welche ausser in der Schweiz auch im ganzen paläarktischen and arktischen Gebiet, horizontal und vertikal, weitgehend verbreitet, oder durch Varie- täten vertreten sind. Sie zählt 161 Arten, das sind •">:>",, der Ge- samtzahl, nämlich 54 Gamasiden, I Ixodide, 33 Thrombidien, liT Oribatiden und 6 Sarcoptiden. Die 2. Gruppe umfasst diejenigen Arten, die der Schweiz und der mittelländischen Uhterregion eigen sind, also als südliche Einwanderer betrachtet werden können. Hieher rechne ich 59 Alten, das sind 19%, nämlich 27 Gamasiden, 13 Thrombidien, is Oribatiden und 1 Sarcoptide. Hievon sind folgende 11 Arten ausser für die Schweiz, nur für Norditalien oder nur für das alpine Frankreich nachgewiesen und deren Hauptverbreitungsgebiet wahrscheinlich die Alpen sind: 1. Gamasus (Perg.J misellus. 2. Gamasus (Perg.) noster. 3. Gamasus f l'erg.) iheseus. 4. Gamasus (Perg.) decipiens. .">. Macrocheies (Géhol.) mandibulams. 6. Macrocheles (Géhol.) alpinus. 7. Zercon triangularis var. caudatus. s. Zercon perforatulus. !l. Zercon trigonus 10. Sphaerozetes (Trichoribates) principalis. 11. Sphaerozetes ( Tectoribates) undulatus. 12. Scutovertex caelatus. I>ie nachfolgenden I 1 Alien, die der mittelländischen Unterregion gehören, sind bis jetzt nur für die Alpen, nicht aber für das schweizerische Mittelland oder für den .Iura, nachgewiesen wurden: 106 Josef Schweizer. 1. Gamasus (Perg.J parvulus var. dilatellus, 2. Eviphis hallen. 3. Penthaleus egregiiis. 1. Erythraeus hercules var. iiinilis. ö. ., sabulosus. 6. ., venvstissinms. 7. Rhyncholophus plumipes. 8. Caeculus echinipes. 9. Microtrombidium (Enemotr.) densipapillum. 10. Trombidium megalochrium var. ticini. 11. Tanaupodes passimpilosus. 12. Oribata longi/plumus var. myrmophilus. 13. Damaeus berlesei. 14. Tyroglyphus siculus (Lausanne an Stabheuschrecken- kulturen). Interessant ist ferner das Vorhandensein von Amenis troisi, welche Art bis jetzt nur für Algier und Italien bekannt war. Sie scheint zwar äusserst selten zu sein, denn ich fand sie. trotz ihrer relativ beträchtlichen Körpergrösse und ihrer charakteristischen Gestalt, nur ein einzigesmal und nur ein einziges Exemplar im Basler Jura. Eine ähnliche geographische Verbreitung weist Rhyncholophus plumipes auf. Das Vorkommen dieser Art scheint nur auf die Umgebung von Martigny im Wallis beschränkt zu sein. Ende der siebziger Jahre von Frey-Gessner in jener Gegend ziemlich häufig konstatiert, wurde sie im Mai 1021 von Herrn Privatdozeut Dr. Ed. Handschin von Liestal in zwei Exemplaren bei Branson- Follaterre wieder gefunden. Die, durch ihre Grösse, namentlich durch ihre buschig behaarten Tarsen des 4. Beinpaares auffallende Milbe, kennt man nur für südlichere Gegenden, nämlich Algier. Andalusien und Korfu. Ebenso merkwürdig wäre das Vorkommen von Microtrom- bidium ferociforme in der Umgebung von Basel. (Lange Erlen.) Diese Art ist nur in Ägypten, in der Gegend des weissen Xil nach- gewiesen worden. Da mir nur ein einziges Exemplar und zudem kein Vergleichsmaterial zur Verfügung steht, so möchte ich diese Determination vorderhand mit Reserve aufgefasst wissen. Auf die Verbreitung von Caeculus echinipes. welche Gattung unter den Thrombidien eine isolierte Stellung einnimmt, hat schon Trägardh aufmerksam gemacht. Sie erstreckt sich aber ganz Italien. Sizilien, Algier und das alpine Frankreich, scheint in den Alpen, namentlich der nivalen Zone allgemein verbreitet Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. M>7 zu sein, kommt aber nördlich der Alpen nirgends vor. Auch diese Art fallt durch die Grösse und durch die kräftige Bestachelung der zwei vordem Beinpaare auf und könnte heim Sammeln nur durch Zufall entgangen sein. Die 3. Gruppe umfasst diejenigen Arten, welche der Schweiz und der europäischen Unterregion angehören und deren Einwande- rung in das untersuchte Gebiet von Norden, Osten oder Westen erfolgt sein muss. Sie zählt 49 Arten oder 16°, ü . nämlich 19 Gama- -iden. •"> Thromhidien und 24 Oribatiden. Die 4. Gruppe umfasst die nordisch-alpinen Elemente, die gleichzeitig im hohen Norden und im Hochgebirge vorkommen, im Zwischenraum aber fehlen und als Überreste einer glacialen Mischfauna aufgefasst werden können. Als solche betrachte ich '.> Arten, nämlich 6 Thromhidien und 3 Oribatiden. Rhyncholophus unidentatus. Podofhrombium strandi. Eutrombiwm frigidum. Microtrombidium sucidum var. norvégiens. Microtrombidium quadrispinum. Microtrombidium simulans. Platynothrus punetatus. Malaconoihrus sphagnicola. Malaconoihrus globiger. I»ie "y. Gruppe umfasst die neubeschriebenen Arten, deren Herkunft fraglich ist. Ob es sich hier um autochthone Formen ■ ■der um Emigranten handelt, müssen spätere Untersuchungen eigen. Sie zählt Kl Gamasiden, 9 Thromhidien und S Oribatiden. Neu fur die Wissenschaft sind: 1. Gamasus (Gamasus) handschini Schweizer. 2. Gamasus (Eugamasus) zschokkei Schweizer. 3. Gamasus (Pergamasus) probsti Oudms. (Männchen.) 4. Pachylaelaps pectinifer var. magnus Haibert (Männchen), ö. Pachylaelaps laeuchli Schweizer. ti. Amblyseius obtusus vor. alpinus Schweizer. 7. Ameroseius pseudocometa Schweizer. s. Lasioseius (Lasioseius) serratus Haibert (Männchen). 9. Lasioseius (Lasioseius) tenuipes Haibert (Männchen). 10. Zercon triangularis var. echinatus Schweizer. 11. Epierais menzeli Schweizer. 12. Uroseius hunzikeri Schweizer. 1:!. 1 Hieb i)iiropo<]n f Dinije)inraj alpina Schweizer. Kl. Urodinychus subterranus Schweizer. les .loset Schweizer. lö. Oribata gracilis var. minor Schweizer. 16. Oribata tecta var. alpina Schweizer. 17. Oribata conjuncta Schweizer. 18. Oribata pseudofusiger Schweizer. 19. Oribata carli Schweizer. 20. Cepheus nivalis Schweizer. 21. Notaspis exilis var. mur/data Schweizer. 22. Tripochthonius trichosus Schweizer. 23. Erythraeus hercules var. nivalis Schweizer. 24. Diplofhrombium longipes Schweizer. 25. Diploikrombium walteri Schweizer. 26. Diploihrombium bland Schweizer. 27. Microtrombidium pusillum (Herrn.) var. minor. Schweizer. 28. Microtrombidium simulons Berl. var. minor. Schweizer. 2'.). Microtrombidium simulans Berl. var. parvulus Schweizer. 30. Microtrombidium berlesei Schweizer. 31. Trombidium megalochrium var. ticini Schweizer. Literatur-Verzeichnis. 1. Bäbler, E. Die wirbellose, terrestrische Fauna der nivalen Region. Rev. Suisse y.ool. 1910. 2. Berlese, A. Aeari. Myriapoda et Scorpiones hueusque in Italia reperta. Patavii, Floren tiae," 1882-1892. :!. ibid.. Ordo Mesostigmata (Gamasidae), 1882—1892. 4. - ibid.. Ordo Prostiginata (Thrombidiidae), 1882-1893. .5. - Ibid.. Ordo Cryptostigmata (Oribatidae), 1882 -1S9H. 6. — Atari nuovi, Manipulus I. Redia I, 1903. 7. — Acari nuovi. Manipulus II. Redia I, 1903. 8. — Aeari nuovi. Manipulus III. Redia II, 1904. 9. Acari nuovi. Manipulus IV. Redia II, 1905. 10. — Acari nuovi, Manipulus V. Redia II, 1905. 11. - Acari nuovi. Manipoli V— VI. Redia VI, 1910. 12. - Acari nuovi. Manipoli VII— VIII. Redia IX. 1913. 13. — Acari nuovi. Manipulus IX. Redia X. 1914. 14. Diagnosi di aleune nuovi' specie de Acari italiani, mirmecofili e liberi. Zool. Anz. Bd. XXVII, 1903. 15. — Acari mirmecofili. Redia I. 1904. Hi. Monografia del genere Gamasus Latr. Redia III. 1906. 17. — Elenco di generi e specie nuovi. Redia V, 1908. In. — Lista di nuove specie. Redia VI, 1910. 19. Thrombidiidae. Prospetto dei generi e delle specie finora noti. Redia VIII. 1912. 20. — Centuria prima di Acari nuovi. Redia XII, 1917. 21. — Centuria seconda di Acari nuovi. Redia XII, 1917. 22. — Centuria terza di Acari nuovi. Redia XII, 1917. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 109 2.3. Heile«. A. Centuria quarts di Acari nuovi. Redia XIII, 1918. 24. Intorno agli l'ropodidae. Kedia XIII. Hl IN. 25. Berlese, .1. et Leonardi, G., Acari sudamericani. Zool. An/.. Bd. XXV. 1901. 26. Bonnet, .1. Gamasides cavernicoles. Anh. zool. Exp. Gén. Tome VIII, 1911. 27. Caneslrini, G. und Kramer, 1'. Demodicidae und Sarcoptidae. Das Tier- reich, 7. Lief. B.ilin 1899. 28. Chinaglia, Leopolde Revisione del gen. Hydrozetes Berl. Redia XII. 1917. 29. Hauer, G. Acarinologisches I ': Arch. Naturg. 1880. 30. Acarinologisches II '.' Ibid. 31. - Die Milben als Parasiten der Wirbellosen. Arch. Naturgeseh. 1880. :>2. Beitrag zur Kenntnis der Milbenfauna Württembergs. Xaturw. Jahres- berichte XXXVII 1. 1SS2. 33. -- Beschreibung einiger neuer Milben. Arch. Naturgeseh. Jahrg. 50, Bd. T, I8S4. 'M. Beitrag zur Kenntnis der schweizerischen Milbenfauna. Vierteljahresschr. Naturforsch. Ges. Zürich. Jahrg. 30, 1885. ::.-.. l/,ilh,,t. ./. .V. Acarina of Lambay. Irish Naturlist. XVI. 1907. 36. Cläre Island Suives . Aearinida I. Proc. Roy. Irish Acad. XXXI, 1911. 37. Cläre Island Survey. Aearinida II. Proc. Roy. Irish. Aead. XXXIX. 1915. :!>•. Karpelles, L. Bausteine zu einer Acarofauna Ungarns. Math. Termész. Közlemenyek, XXV. 1893. .39. Koch, < '. !.. Übersicht des Arachnidensystems. Nürnberg 1842. 4(1. Koch, !.. Arachniden aus Sibirien und Novaja Semlja. Kongl. Sv. Vet. Aka.l. Handl. XVI. 1878. 41. Kramer, /'. Zur Naturgeschichte einiger Gattungen aus der Familie dir Gamasiden. Arch. Naturgeseh. XLII. 1876. 42. Über Milben. Zeitschr. ges. Xaturwiss. LIV, 1881. 4:i. Über Gamasiden. Arch. Xaturgesch. LXVIII, 1882. 44. Mègnin, V. La Faune des cadavres. Encyclopédie scientifique des Aide- Mémoire. Paris 1894. 40. Michael, A. D. British Oribatidae. Ray. Soc. London 1883-1887. 46. — Oribatidae. Das Tierreich. 3. Lief. Acarina. Berlin 1898. 47. Munie:, H. Acariens observés en Fiance (première liste). Hev. Biol. du Nord de la France. III, 1890. 48. Neumann, !.. '■'. [xodidae. Das Tierreich. 26. Lief. Acarina. Berlin 1911. 19. tfordenskjöld, E. Zur Kenntnis der Oribatidenfauna Finnlands. Acta Soc. pro Fauna et Flora Fennica. XXI. 1901. 50. Oudemans, A. C. Notes on Acari. I 81 série. Tijdschr. v. Entom. XXXIX, 1897. öl. Further notes on Acari. 2' 1 série. Tijdschr. v. Entom. X LI II, 1900. 52. Xotes on Acari. 3 rd série. Tijdschr. Nederl. Dicrk. Ver. VII (2). 1901. ö.'i. Notes on Acari. 4«' série. Tijdschr. Xederl. Dierk. Ver. VII (2). 1903. 54. Xotes on Acari. 5"' série. Tijdschr. v. Entom. XLV, 1903. 55. — Notes on Acari. 6"' série. Tijdschr. v. Entom. XLVI, 1903. 56. Notes on Acari. 7'" série. Tijdschr. Xederl. Dierk Ver. VIII (2). 19(12. 57. Notes on Acari. 8"> série. Tijdschr. Nederl. Dierk Ver. VIII (2). Ulli:;. 58. — Acariden von Borknin und Wangeroog. „Notes on Acari." IX. Serie. Abh. Xat. 7er. Bremen XVIII, 1904. 59. Notes mu les Acariens. X e série. Parasitidae. Tbrombidiidae et Oriba- tidae d'Italie. Mém. Soc. Zool. France XVI, 1904. 60. - Notes on Acari. 11"' série. Tijdschr. v. Entom. XLVI, 1904. 61. - Notes on Acari. 12'» série. Tijdschr. Xederl. Dierk. Ver. VIII (2), 1905. 62. - Notes mi Acari. 13 th série. Tijdschr. v. Entom. XLVII. 1905, 110 Josef Schweizer. 63. Oudemans, A. G. und Voigts, H. Notes on Acari. 14 m série. Tijdschr. v. Entom. XLVIII, 1905. 64. - Notes on Acari. 15'" série. Tijdschr. v. Entom. LI, 1908. 65. - List of Dutch Acari. First Part, Tijdschr. v. Entom. XXXIX. 1896. 66. - New List of Dutch Acari. First Part, Tijdschr. v. Entom. XLIII, 1900. 67. — Bemerkungen über Sanremeser Acari. Tijdschr. v. Entom. XLIII. 1901'. 68. — New List of Dutch Acari. Second Part. Tijdschr. v. Entom. XLV, 1902. 69. — Die bis jetzt bekannten Larven von Thrombidiidae und Erythraeidae etc. Zool. Jahrbücher. Suppl.-Bd. 14, Heft 1, 1912. 70. — Suctoriologisch.es aus Maulwurfsnestern. Tijdschr. v. Entom. LVI, 1913. 71. — Acarologisches aus Maulwurfsnestern. Arch. Naturgesch., Jahrg. 79 A. Heft 8, 1913. 72. — Acarologisches aus Mauhvurfsnestern. Arch. Naturgesch., Jahrg. 79 A, Heft 9, 1913. 73. - Acarologisches aus Mauhvurfsnestern. Arch. Naturgesch., Jahrg. 79 A. Heft 10, 1913. 74. — Beschrijoing van een weinig bekende en drie nieuwe soorten van Anoetus. Tijdschr. v. Entom. LVII, 1914. 75. - Notizen über Acari. XXI. Reihe (Parasitidae). Tijdschr. v. Entom. LVIII, 1915. 76. — Notizen über Acari. XXII. Reihe (Parasitidae). Arch. Naturgesch.. Jahrg. 81 A, Heft 1, 1915. 76a — Notizen über Acari. 26. Reihe (Oribatoidea). Archiv i. Naturgesch. 1917. 77. Oudemans, A. ('. und Voigts, H. Zur Kenntnis der Milbenfauna von Bremen. Abh. Nat. Ver. Bremen, XVIII, 1904. 78. Paoli, G. Monografia del genere Dameosoma Berl. et generi affini. Redia V, 1908. 79. Poppe, 8. A. Nachtrag zur Milbenfauna der Umgegend Bremens (mit Bei- trägen von Dr. A. C. Oudemans). Abh. Nat. Ver. Bremen, XIX, 1909. 80. Roder, E. Eine schädliche, neue Uropoda-Art. Acta Soc. pro Fauna e Flora Fennica, 27, No. 5, 1905. 81. Sellnicl; M. Die Tardigraden und Oribatiden der ostpreussischen Moos- rasen. Sehr. d. Phys. -Ökonom. (!es. Königsberg XLIX. 1908. S2. Siij. Thor. Forste undersögelse af Norges Thrombidiidae. C'hra. Vidensk. Selsk. Forh. 1900, No. 2. 83. — Forste undersögelse af Norges Rhyncholophidae. Chra. Vidensk. Selsk. Forh. 1900, No. 3. 84. — Zur Systematik der Acaridenfamilie Bdellidae. Verh. d. K. K. zool. bot, Ges. Wien, 1902. 85. - Norwegische Bdellidae I. Zool. Anz. Bd. XXVIII, No. 3, 1904. 86. - Norwegische Bdellidae II. Zool. Anz. Bd. XXIX, No. 7, 1905. 86a — Über die Acarina der russischen Polarexpedition 1900—1903. Peters- burg 1908. 87. — Verzeichnis der in Norwegen gefundenen Eupodidae. Zool. Anz. Bd. XXXIX. No. 516, 1912. 88. — Norwegische Anystidae I. Norwegische C'unaxidae und Cheyletidae I. Zool. Anz. Bd. XXXIX. No. 11/12, 1912. 89. — Biscirus gen. nov. Eine neue Bdelliden- Gattung und zwei neue Unter- gattungen. Zool. Anz. Bd. XLII, No. 1, 1913. 90. Trägardh, ./. Beiträge zur Fauna der Bären- Insel. Königl. So. Vet. Akad. Handl. XXVI, 1900. Terrestrische Milbenfauna der Schweiz. 1 1 1 91. Trâgàrdh, ./. Revision der von Thorel] aus Grönland, Spitzbergen und der Bären-Insel, und von L. Koch aus Sibirien und Novaja Semlja beschriebenen Acariden. Zool. Anz. XXV. 1901. ;t2. Zur Kenntnis der litoralen Arten der Gattung Bdella Latr. Königl. So. Vet. Akad. Handl. XXVII. 1902. 93. Beiträge zur Kenntnis der schwedischen Acariden-Fauna I. Königl. So. Vet. Akad. Handl. XXVII. 1902. 94. — Monographie der arktischen Acariden. Fauna Arctica [V, 1 !» »4. 95. — Acariden aus dem Sarekgebirge. Naturw. Unters, d. Sarekgebirges in Schwedisch- Lappland IV, Zoologie, 1910. 96. — Biospeologica XXII. Acari (l st série). Arch. zool. Exp. Gén. \'I1I (5), 1912. !>7. Vitzthum. Neue myrmecophile Milben. Zool. Anz. Bd. 50, 1919. 98. Voigts, II. Verzeichnis der in der nähern Umgebung von Göttingen ge sammelten Milben. Zool. Anz. Bd. XXV. 1902. 99. Wasmann, E. Über einige myrmecophile Acariden I. Zool. Anz. Xo. 531 1897. 100. — Über einige myrmecophile Acariden II. Zool. Anz. Xo. 541, 1897. Zoologische Anstalt der Universität Basel, Januar 1920. Fig'urenerklärung\ Tafel I Fig. 1. Gamasus (Garn.) handschini Schweizer, q. la dorsales Habitusbild; lb zweites Bein: le- d Epistom; le Mandibel; lf Corniculus labialis. Fig. 2. Gamasus (Gam.) handschini Schweizer. Ç. 2a dorsales Habitusbild; 2b Mandibel; 2c Epistom; 2d Genitalschild. Fig. .'! Gamasus (Eng.) zschokkei Schweizer, . 4a Dorsalansicht; 4b Mandibel ; 4c Epistom; 4d Genitalschild. Fig. 5. Gamasus (Perg.) probsti Oudem. Mandibel; 5 c Epistom. Fig. 6. Gamasellus (Protolaelaps) aster Berl. j. (ia Ventralansicht; 6b zweites Bein; 6c Mandibel; lid Epistom. Fi>_r. 7. Gamasellus ( Protolaelaps) aster Berl. ?. 7a Dorsalansicht; 7b Mandibel; 7 c Epistom. Fig. B. Pachylaelaps laewMi Schweizer, $. 8a ventrales Habitusbild; 8b zweites Bein; 8c Mandibel; 8d Epistom. 9. Macrocheies (Geholaspis) mandibularis Berl. 9a Dorsalansicht; 9b Mandibel; 9c Epistom. Tafel II. Fig. 10. Amblyseius obtusus vax. alpinus Schweizer. Ventralansicht. Fig. II. Aiiifrn-ieiii-i psaitloroiiiptii Schweizer. IIa Dorsalansicht; IIb Ventral ansieht; 11c Mandibel. Fiu. 12. I.ti. Mangel der Atmosphäre nicht anzunehmen sei. Es ist möglich, dass diese schwache Atmosphäre sich jeweilen durch lokale Ur- sachen einigermassen trübt und verdichtet." (1. e. p. 153.) Man sieht, Mäiller war äusserst nahe daran, den von ihm beobachteten blauen Schimmer auf Ringgebirgen als lunares Himmelsblau zu deuten: aber er verfolgte diesen Pfad nicht weiter, und er spricht .-ich in seiner später erschienenen populären Astronomie doch entschieden dahin aus (9, p. 167): ..ein blauer Himmel ist auf dem Monde nicht möglich; wir müssen aus allen Umständen schlies- sen, das- auch der Taghimmel dort schwarz sei. Unser Rlau isi nicht die Farbe des Äthers im Weltenraume, sondern unserer Luft, die dem Monde fehlt." •/. /•'. ■/. Schmidt schreibt (16. p. 41) : ..man bemerkt in seltenen Fällen dicht an der Phase um einzelne von der Sonne beleuchtete Berggipfel ein blaues Licht von geringer Ausdehnung, zumeist aber an sehr hellen Punkten, ohne etwas ahnliches an benachbarten Bergen zu entdecken. Mädler z. B. sah die Erscheinung an den Etinggebirgen Archimedes, Aristillus und Autolycus; ich dagegen u. a. am Westwall des Clavius, des Maurolycus und am westlichen Fusse de.-^ Pico, während er seihst genau in der Lichtgrenze lag." Zu diesen Beobachtungen schreibt Nelson (13, p. 21): „Beer und Mädler erwähnen verschiedene Umstände, welche sie als Be- weis für die Existenz einer lunaren Atmosphäre betrachteten, und Ix -i inders ,in, >n blauen, vorübergehenden Schein an Kraterwänden bei Sonnenaufgang, der schnell verschwindet und gänzlich lokal erscheint. Diese Erscheinung ist auch von späteren Beobachtern -eschen worden. Bisweilen erscheint von zwei benachbarten ( »bjekten in ähnlicher Lage und von gleicher Helligkeit und Gestalt das eine schwach und dunkel und von einer bläulichen Farbe um- geben, während das andere scharf, klar und farblos ist." Warum das Blau gerade über Ringgebirgen sichtbar wird, während man es auf den anderen Schattenstellen vermisst, muss seinen' besonderen Grund haben; ich erinnere aber zunächst daran, d;e-- der Mond kein vollständig starrer und ausgebrannter Körper ist. wie man früher glaubte; vulkanische Ausbrüche sind mindestens wahrscheinlich gemacht; gewisse Beobachtungen führten H. J. Klein '13, p. 419) zu dem Satze, „dass die Mondoberfläche noch heute der Schauplatz gewaltiger Vorgänge ist, hinter denen die gegenwärtige vulkanische Tätigkeit der Erde weit zurückbleibt." Sollte aber dem so sein, dann könnte man vielleicht vermuten, dass iler von solchen Eruptionen in höhere Schichten der Atmo- sphäre emporgetragene vulkanische Staub die blaue Farbe der Atmosphäre lokal verstärken würde, wozu ich den Satz von Schmidt 120 Paul Sarasin. heranziehe (16, p. 27), wonach „man in seltenen Fällen am Rande des Schattens in Kratertiefen einen verwachsenen, bräunlich grauen Saum bemerkt," und Mädler dachte, wie schon erwähnt, an die Trübung und Verdichtung der Atmosphäre auf Ringgebirgen durch lokale Ursachen. Indessen, so wichtig auch diese vulkanologischen Beobach- tungen an und für sich sind, so befriedigt doch der Versuch, sie als Erklärung des bläulichen Schimmers auf Ringgebirgen heranzu- ziehen, keineswegs; denn fürs erste hat sich die Anzahl der Ring- gebirge, auf denen das bläuliche Licht beobachtet wurde, bereits auf zehn erhöht, worauf ich noch zurückkommen werde, und es besteht kein Anhaltspunkt dafür, einer so namhaften Anzahl lunarer Vulkangebirge Eruptionstätigkeit zuschreiben zu dürfen. Fürs zweite wissen wir nichts davon, dass das Himmelsblau durch emporgetragenen vulkanischen Staub zu stärkerem Leuchten ge- bracht würde in der Art, wie derselbe beim Ausbruch des Krakatau im Jahre 1883 die feurigen Dämmerungsfarben hervorgerufen hat. Ich möchte darum, wie bei der blauen Sichel, der folgenden Ver- mutung den Vorzug geben: Angenommen, es würden die Beob- achtungen zur Zeit angestellt, wenn der Halbmond dem Unter- gange zuneigt, so wird der Blick bei Betrachtung der amLichtrande stellenden Ringgebirge senkrecht auf die Aussenabhänge derselben fallen, da diese bei den Mondgebirgen äusserst steil sind 1 )- Etwaig vorhandenes atmosphärisches Blau wird also an diesen Stellen wegen der Dünne der Atmosphäre unerkennbar bleiben. Anders beim Blick auf das Innere der Ringgebirge: da diese letzteren schalen- oder beckenförmige Gebilde darstellen, so wird die über ihnen ruhende Atmosphäre von den Sonnenstrahlen horizontal getroffen und, da zugleich der Boden des Ringgebirgbeckens im Dunkeln bleibt, so kann das Himmelsblau sichtbar werden, das an anderen Stellen, sowohl auf Ebenen wie an Gebirgsketten, von der reflektierten Sonnenbestrahlung der Mondoberfläche überblendet würde. Dieser Erklärungsversuch würde mit der Auffassung zusammenstimmen, die ich mir vom Zustandekommen der blauen Sichel bei Mondfinsternissen gebildet habe; in beiden Fällen würde es sich demgemäss um horizontale Durchscheinung der Atmosphäre auf dunklem Grunde handeln. Der Unterschied wäre allein der, dass. wie schon angedeutet, bei den Mondfinster- ') Wie ich vermuten möchte, kommt diese Steilheit daher, weil die Schwerkraft auf dem Monde nur '/o von derjenigen auf der Erde beträgt und mithin Schottermassen an Gebirgshalden sieh wegen der relativen Leichtigkeit der Gesteinsfragmente höher und steiler auftürmen werden als an irdischen Gebirgen. Blaue Ramlsiehel bei partiellen Mondfinsternissen. 121 oissen das blaue Licht durch den zurückstrahlenden Lichtschein der besonnten Mondoberfläche zustande käme, auf den Ring- gebirgen aber das direkte Sonnenlicht als bewirkende Ursache in Betracht fiele. Die oben wiedergegebene Vermutung von Schmidt, es müsse sieh bei Mondfinsternissen auch das blaue Licht, ebenso wie das rote, durch die Strahlenbrechung der Erdatmosphäre erklären lassen, erscheint angesichts der Tatsache, dass dasselbe Blau an ganz zerstreuten, aber wohlamschriebenen Orten der nicht ver- finsterten Mondoberfläche auftritt, unhaltbar; dieses Himmels- blau gehört vielmehr ganz gewiss dem Monde an, da es ja nicht durch die Strahlenbrechung der irdischen Atmosphäre hervor- gerufen sein kann. Schmidt stand völlig im Banne von Bessel, der. weil er eine Refraktion hei Sternbedeckungen soviel wie ganz vermisste. dem Monde nur eine äusserst geringe Spur einer Atmosphäre zusprach, und er zweifelt deshalb auch an der Realität des von ihm selbst bestätigten Klauen Lichtes auf gewissen Ring- Liehirgen und denkt an die Möglichkeit chromatischer Aberration suoar liei achromatischen Linsensystemen. ..Es ist", schreibt er, „bei diesen Beobachtungen die höchste Vorsicht unerlässlich, da selbst achromatische Fernrohre ersten Ranges glänzende Ring- gebirge wie Aristarch und Tycho und auch andere helle Objekte wie z. B. weisse Sterne erster Grösse, mit blauem Hing umgeben darstellen." Alter es handelt sich bei den beschriebenen blauen Lichtern durchaus nicht um farbige Säume die ja genau kreis- förmig sind und geübte Beobachter unmöglich irreführen können. Man erkennt, dass Schmidt sich mit der Erklärung der auf dem Mond beobachteten blauen Farbe abmühte, die er alier nicht linden konnte und darum einmal als Strahlenbrechung der irdi- schen Atmosphäre, das andere Mal als chromatische Aberration der Instrumente deutete; er suchte also diese blauen Phänomene vom Monde selbst wegzubringen, und so trennte er auch die beiden Erscheinungen der blauen Sichel und der blauen Schalten voneinander, die «loch beide unter denselben Gesichtspunkt zu rücken sind. In einer in der Nature (1) erschienenen Notiz über die Farben des Erdschattens auf dem Monde bei der letzten Mondfinsternis wird folgendes ausgeführt: „Besonders interessant war die ver- schiedene Färbung des Schatten-. Der äussere Teil desselben war bläulichgrau oder schiefergrau, der innere entschieden rötlich. Es ist nicht schwer, eine Erklärung dafür zu geben: das Licht, welches an den äusseren Teil gelangte, bedurfte nur eines ge- ringen Betrages von Refraktion und durchzog die höheren Re- 122 Paul Narasin. gionen der Erdatmosphäre, wo es nur geringe Absorption erlitt, während das in der Nähe des Mittelpunktes des Schattens starke Refraktion erfuhr und nahe an der Erdoberfläche die Atmo- sphäre durchstrahlt haben muss, so dass nur die langen, roten Wellen hindurchgelangen konnten.'" Der Berichterstatter teilt also die Auffassung von Schmidt, dass es sich bei dem blauen Phänomen um eine Strahlenbrechung in der Erdatmosphäre handle, und zwar in ihrem oberen Teile. Dazu bemerke ich das Folgende: Das fragliche Licht war nicht blaugrau oder schiefer- grau, sondern von entschiedener Himmelsbläue, und zwar, wie betont, am lebhaftesten gerade am Rande der weissen Mond- sichel, um von hier aus nach dem Roten hin allmählich abzu- flauen und zu verschwinden. Würde es eine Folge der Strahlen- brechung der Erdatmosphäre sein, so müsste sich die Sache gerade umgekehrt verhalten : das blaue Licht müsste gegen die weisse Sichel hin allmählich abflauen, gegen das Rot hin aber sich verstärken. Auch lässt sich die blaue Farbe nicht durch Strahlenbrechung des Sonnenlichtes in der oberen Region der Erdatmosphäre erklären; denn dieses, wenn es überhaupt von der oberen Erdatmosphäre nach dem Monde zu gebrochen wird, muss sich als weisses Licht zeigen, das dann einen grauen Halb- schatten um das Rot hervorrufen wird. Dass es alier als weisses Licht von der tellurischen Atmosphäre gebrochen würde, geht schon aus dem Umstände hervor, dass ja sogar die weissen Strahlen ilcs Mondlichtes das irdische Himmelsblau als solche durchdringen, wie schon oben bemerkt, wie viel eher also die der Sonne selbst. Aus zwei weiteren Berichten, die über die Mondfinsternis vom 26. Oktober erschienen sind (5; 6), entnehme ich, dass die kritische Zone zwischen der hellen Sichel und der rotgefärbten Mondoberfläche ebenfalls als graublau gesehen wurde, und schon Mädler (9, S. 177) bezeichnete sie als graublau; aber ich muss darauf beharren, dass der äusserste Rand der blauen Sichel, der der weissen anliegt, von entschieden ungetrübtem hellem Himmel- blau war, wie sie denn auch schon Schmidt ..sehr schön himmel- blau" nannte (siehe oben S. llö) ; von da an flaut das Blau nach dem grauen Halbschatten zu in bläulichgrau ab. Und hier schliesse ich an, dass Herr W. Mörikofer, Assistent am Meteorologischen Institut, in einem Zeitungsartikel vom 18. Oktober 1921 über die Mondfinsternis u. a. schreibt (10) : „Ein fesselndes Bild boten die wechselnden Färbungen des verdunkelten Mondes; während der Zeit der stärksten Verfinsterung war der obere Teil der Scheibe von einem milden, kupferroten Schein übergössen, der gegen die helle Sichel hin von einem bläulichen Schimmer umsäumt war", Blaue Randsichel bei partiellen Mondfinsternissen. 121! and in t'iiu-r handschriftlichen Aufzeichnung, die er mir freund- lichst zur Einsicht gegeben hat, wird 'las fragliche Licht recht bezeichnend als „bläulich schimmernd wie Fluoreszenz" be- schrieben. Zum Vergleich mit der graublauen Zone wurde auch das Grau der von der beschienenen Efde erhellten dunklen Mond- oberfläche kurz vor und nach Neumond herangezogen, was natür- lich nur auf die Farbe Bezug hat, übrigens nicht genau zutrifft, da dein (hau des besichelten Neumondes kein Blau beigemischt ist. Das Graublau, bezw. das reine Blau bei Mondfinsternissen ist eben etwa- vollständig anderes als das Grau kurz vor und nach Neumond, da ja bei diesem die Erde dem Monde ihre Tages-, bei der Verfinsterung des Mondes aber ihre Nachtseite zukehrt. Das blaue Licht bedarf eben einer besonderen Erklärung, und ich musste nicht ohne Verwunderung erkennen, dass die Frage nach seiner Entstehung gar nie ernstlich aufgeworfen und somit erwogen worden ist. während der graue Schimmer des letzten und ersten Mondes seine völlig befriedigende Erklärung gefunden hat. Wie aber schon angedeutet, ist es recht wohl möglich, dass der graue Halbschatten um das rote Zentralfeld seine Entstehung einer Strahlenbrechung in den oberen .Schichten der irdischen Atmosphäre verdankt, das Blau aber gehört dem Monde an und mischt sich, nach der beschatteten Oberfläche hin allmählich \ ei schwindend, mit dem Grau des Halbschattens zu Graublau. Von Bedeutung ist noch die Angabe von Fabry (5), dass der Krater des Tycho am Rand der weissen Sichel grau bläu lie h er- schien. Es fällt diese Beobachtung mit den oben angeführten Erwähnungen blauer Schatten auf Ringgebirgen und Vulkanen am Rande der beschriebenen Mondoberfläche zusammen; und «la ist es nun. wie schon bemerkt, von besonderer Bedeutung. dass, wo >olche bläuliche Lichter auf dem Monde gesehen wurden. es immer, mit der einzigen Ausnahme des d'Alembertgebirges, Ringgebirge am Rande der beschienenen Mondoberfläche betraf. So -alien. um zu rekapitulieren, Beer und Mädler einen bläulichen Schimmer auf Plinius A. Arago und Sabine. Mädler ferner auf Aristülus, Autolycus und Archimedes. Freilich sah er, wie be- merkt, auch ein zartes Blau auf d'Alembert; aber obschon dieser ein Kettengebirge darstellt, so erhebt er sich doch hart am öst- lichen Rande der gewaltigen Wallebene des Riccioli, eines Ring- gebirges, „dessen Inneres zum Teil eine der dunkelsten Stellen de. Mondoberfläche ist" (13, S. 228). Schmidt bemerkte das blaue Licht auf Clavius, Maurolycus und Pico, und dazu kommt nun die neue Beobachtung am Tycho, welche um so mehr be- 124 Paul Sarasin. stätigenden Charakter hat, als der Autor die früheren ent- sprechenden Angaben offenbar nicht kannte, da er sie sonst ge- wiss herangezogen hätte. Der bläuliche Schimmer ist also, wie oben schon erwähnt, bis jetzt auf nicht weniger als zehn Ring- gebirgen von verschiedenen Beobachtern festgestellt, eine optische Täuschung, wie Schmidt vermutet hat, ist somit ausgeschlossen, und es erscheint darum soviel als gewiss, dass bei genauer Unter- suchung des Randes der beschriebenen Mondoberfläche die Bi- obachtungsreihe sich vermeinen und man also auch, ohne ein Verfinsterung abwarten zu müssen, die Frage, ob es sich dabei um «las atmosphärische Blau des Mondes handeln könnte, wird der Untersuchung unterwerfen "können. Noch erinnere ich daran, dass das bei der Mondfinsternis beobachtete blaue Licht auf dem Tycho nicht, wie in den ent- sprechenden anderen namhaft gemachten Fällen, einer direkten Sonnenbestrahlung seine Entstehung verdankt, sondern der indirekten der besonnten Mondoberfläche, und es schlägt so eine Brücke von der indirekt beschienenen blauen Sichel zu dein durch direkte Sonnenbestrahlung hervorgerufenen Blau auf den anderen erwähnten Ringgebirgen; denn da einerseits das blaue Licht auf den Kinggebirgen nur dem Monde selbst angehören kann und andererseits das bei der letzten Verfinsterung auf dem Tycho beobachtete seine Entstehung derselben Ursache verdanken muss. wie die blaue Sichel, so ist die Folgerung berechtigt, dass auch das blaue Licht der letzteren dem Monde selbst angehört, und die Auffassung, dass dieses Blau atmosphärisches Blau des Mondes sei, umfasst gemeinsam alle die erwähnten blauen Er- scheinungen. Xoch ein Wort über die blaue Sichel. Schmidt berichtel (16, Anm. zu p. 55): „am 81. Mai 1844 schien mir der total ver- finsterte Mond stellenweis neben dem blauen Lichte auch Spuren einer grünlichen Färbung zu haben". Gerade diese Beobachtung würde auch zur Stütze meiner' Auffassung, dass in der blauen Sichel das Himmelsblau des Mondes für uns sichtbar werde, heranzuziehen sein; denn ..es erscheinen grünliche Farbentöne da. wo das Gelb des Abendhimmels in das Himmelsblau übergeht" (Meyer Konv. Lex. Dämmerung), und so würde also bei solchen Mondfinsternissen, wo die Farbe der von der irdischen Atmo- sphäre gebrochenen Lichtstrahlen sich zu Orange und Gelb hin erhöht, die blaue Farbe der Mondatmosphäre mit eben jener orange-gelben Bestrahlung zu grünlichem Farbenton sich mischen. Ich fand zufällig in der Literatur, dass auch J. F. W. HerscJiel (7) bei der Mondfinsternis vom 26. Dezember 1833 den Rand Blaue Randsichel lui partiellen Mondfinsternissen. 125 Mondes beim Wegschwindeo des Erdschattens von blass blaugrüner Färbung sah. wörtlich: „at going off of the éclipse the moon changea to a pale bluish green at the edges". Und hier ist anzufügen, dass ein Beobachter der Verfinsterung vom 26. Oktober die kritische Zone als grünlichgrau beschrieben hat 5 . wörtlich: ,,la région éclipsée est rouge cuivrée, la région oppo- sée au contraire gris verdâtre". Darauf wird künftig im beson- deren zu achten sein. Schmidt spricht als Endergebnis seiner Betrachtungen den >atz aus: ..Es bleibt für uns der Mond ein Körper ohne eine Spur von einer Atmosphäre, welche durch überzeugende Beob- htungen nachgewiesen werden kann, nachdem man gefunden hat, dass keine atmosphärische Trübung und Niederschlag als Wolken und Schnee auf dem Monde von der Erde aus zu ent- decken ist." Demgegenüber schreibt der Verfasse) des trefflichen Artikels über den Mond in Meyer's Konv. Lex. 1904: ..es ist sicher. dass die Mondatmosphäre, wenn eine solche existiert, nur eine - ihr geringe Dichte besitzen kann, dass also auch beträchtliche Ansammlungen von Wasser auf dem Monde nicht existieren können, weil dieses verdunsten und in die Atmosphäre übergehen würde. Dagegen würde das Vorkommen von Eis auf dem Munde möglich sein". Ferner hat W. H. Pickering (15) in einer soeben erschienen Abhandlung auf den Vulkanen Conon, Ari- stillus, Eratosthenes und Copernicus Veränderungen an den weissen Flecken festgestellt, die er demgemäss für Schneefelder. eventuell für Reif oder für Wolken anspricht, und er trägt sogar kein Bedenken, gewisse dunkle, in vierzehntägigen Perioden er- scheinende und verschwindende Streifen auf die Existenz einer allerdings eigentümlichen Vegetation zu beziehen. Er schreibt dazu: „we find hère a living world, lying at our verv doors, whose life is wholly unlike anything found upon our own planet, - a world which the astronomical profession in gênerai, for the last fifty years, has utterly and systematically neglected and ignored". Da ich meine Beobachtungen nur mit einem Zeis.s'schen Binokular von sechsfacher Vergrösserung angestellt habe, wird man es schwer verständlich finden, dass ich mich damit hervor- wage und dass ich das machtvolle Wort des grossen Newton: hypothèses non fingo nicht auch mir selbst zum Prinzip mache; aber die Auffassung von der Natur der blauen Sichel ist mir erst während der Beobachtung zu Sinne gekommen, als es zu spät war, um ein starkes Teleskop in Dienst zu ziehen; vielleicht wird indessen ein künftiger Beobachter Anlass nehmen, das erwähnte 126 Paul Sarasin. Phänomen einer Untersuchung mit starkem Instrumente zu unterwerfen; vielleicht gelingt es auch, den blauen Bogenstreifen auf etwa vorhandene Polarisation zu prüfen, womit seine Natur als Himmelsblau nachweisbar würde, und man wird dann aus seiner Breite auch einen Schluss auf die Mächtigkeit der Mond- atmosphäre ziehen können; denn je breiter er erscheint, um so höher muss die Atmosphäre sein. Literatur. 1. Anonymus über die Mondfinsternis vom 16. Oktober 1921. Nature. 1921. p. 207. 2. Beer, W. und J. H. Mädler. Der Mond. Berlin. 1837. 3. Dan Jon, A. Sur une relation entre l'éclairement de la lune éclipsée et l'activité solaire. Compt. rend. Ac. se: Paris. 1920, p. 1127. 4. -- Etude photométrique de l'éclipsé de Lune. Compt. rend. Ac. se. Paris 1921. p. 686. 5. Fabri/, L. Observations de l'éclipsé de Lune du 16 octobre 1921. Compt. rend. Ac. se. Paris. 1921, p. 687. 6. Guillaume, J. et H. Grouiller. Observations pendant l'éclipsé de Lune du 16 octobre 1921. Compt. rend. Ac. se. Paris, 1921, p. 708. 7. Herschel. J. F. W. Briefliche Mitteilung über die Mondfinsternis vom 26. De- zember 1833. Astronomische Nachrichten No. 281. 8. Lebœuf, A. Observations de l'éclipsé partielle de Lune du 16 octobre 1921. Compt. rend. Ac. sc. Paris, 1921, p. 686. 9. Mädler, J. H. Populäre Astronomie. Berlin. 1852. 10. Mörikojer, W. Die Mondfinsternis vom 16. Oktober 1921. Basler Nachrichten vom 18. Oktober 1921. 11. Müller, J. Lehrbuch der kosmischen Physik. Braunschweig, 1875. 12. Nasmyth, J. und J. Carpenter. Der Mond. Deutsche Ausgabe von H. J. Klein. Leipzig, 1876. 13. Neiso?i, E. Der Mond, Deutsche Ausgabe von H. J. Klein. Braunschweig, 1878. 14. Netvcomb — Engelmann. Populäre Astronomie, Fünfte Auflage von P. Kempf. Leipzig und Berlin, 1914. 15. Pickering, W.H. Seasonal changes oecurring incertain lunar craters. Monthly notices of the Royal Astronomical Society. 81. 1921. p. 490. 16. Schmidt, J. F. j\ Der Mond. Leipzig, 1856. 17. Schröter, J. H. Selenographische Fragmente. Göttingen. 1. 1791; 2, 1802. Manuskript eingegangen 8. Januar 1922. Die Flora des Naturschutzreservates an der Rheinhalde oberhalb Basel. Von A. Becherer, E. Steiger und G. Lettau. Mit .einer Tafel (V). Inhaltsverzeichnis. Seite Einleitung. (A. Becherer) 127 — 128 I. Topographisches. Die Rheinhalde als Naturschutzreservat. (A. B.) 129—131 II. Die Flechten der Rheinhalde. (G. Lettau) 131-134 III. Die Laubmoose der Rheinhalde. (E. Steiger) 134—151 A. Übersicht über die verschiedenen Moosassoziationen 137 B. Verzeichnis der im Reservatgebiet an der Rheinhalde vor- kommenden Laubmoose 146 IV. Die Gefässpflanzen der Rheinhalde. (A. B.) 152-208 A. Pteridophyta 153 B. Gymnospermae 155 ( '. Monocotyledones 156 D. Dicotylédones 166 V. Die Vegetation der Rheinhalde. (A. B.) 208-215 Literaturverzeichnis 215 — 217 Einleitung. Von A. Becherer. Der Naturschutz hat sieh in manchen Ländern damit be- gnügt, Reservate zu schaffen, ohne zu wissen, welches der genaue Pflanzen- und Tierbestand war, so dass man sich auch über die Veränderungen, die in der Folge eingetreten sein mochten, keine Rechenschaft geben konnte. Erfreulicherweise ist man in der Schweiz in diesen Fehler nicht verfallen. Wenigstens hat in unserm ..Nationalpark" im Unterengadin sehr bald und in gross- zügiger Weise die wissenschaftliche Erforschung eingesetzt. Ein ganzer Stab von Beobachtern steht im Dienste dieser Aufgabe. Aber auch unsre kleinern, über das Land zerstreuten Re- servate sollten nach und nach, wenigstens nach der botanischen und zoologischen Seite hin, untersucht werden. Die vorliegende 1 2s A. Becherer. E. Steiger. G. Lettau. Arbeil möchte in dieser Richtung einen ersten, botanischen Bei- trag liefern. Im Jahre 1917 wurde mir durch Vermittlung meines Lehrers Prof. Dr. G. Senn von Herrn Dr. Paul Sarasin, dem Präsidenten der Schweizerischen Naturschutzkommission, der Auftrag zuteil, das vor einigen Jahren geschaffene kleine Re- servat an der Rheinhalde oberhalb Basel botanisch zu be- arbeiten. Es sollte insbesondere der gegenwärtige Pflanzen- bestand genau festgestellt werden. Noch im selben Jahre habe ich mich an die Ausführung dieser Aufgabe gemacht und in den folgenden Jahren 1918 — 1921 meine Untersuchungen fortgesetzt und zu Ende geführt. Die Bestim- mung des Pflanzenmaterials, soweit solches gesammelt werden musste, erfolgte, wie überhaupt die Ausführung der ganzen Arbeit, in der Botanischen Anstalt Basel. Ich möchte auch an dieser Stelle Herrn Prof. Dr. G. Senn für das rege Interesse, das er meiner Arbeit entgegengebracht hat. aufs beste danken. Vor allem bin ich ihm, wie auch Herrn Dr. A. Binz, für die Erlaubnis zur Benützung unseres Institutsherbars sehr verbunden. Bei den Bestimmungen haben mich ferner mehrere Spezialisten unter- stützt. Ihre Namen findet man weiter unten (S. 152) aufgeführt. In sehr verdankenswerter Weise haben es die Herren Dr. E. Steiger (Basel) und Dr. G. Lettau (Lörrach) übernommen, zwei Kryptogamen- Gruppen des Reservates, nämlich dieser die Flechten, jener die Laubmoose, zu bearbeiten. Ihre Beiträge bilden eine wertvolle Ergänzung zu meinen lediglich die höheren Pflanzen berücksichtigen! len Erhebungen. Im folgenden soll nun, nach einem kurzen, über das Gebiet allgemein orientierenden Abschnitt, die Flora unsres Reservates behandelt werden, und zwar, nach der Stellung der einzelnen Gruppen im System, zuerst die Flechten, dann die Laubmoose und schliesslich die Gefässpflanzen. War für den Bearbeiter der Moose die Form des Vegetationsbildes die gegebene und konnte bei dieser Abteilung die systematische Liste sehr wohl in gekürzter, tabellarischer Form mitgeteilt werden, so kam für die Darstellung der höheren Pflanzen aus verschiedenen Gründen in erster Linie die systematisch-kritische Liste (Florenliste) in Betracht. Doch sollen, in einem Schlussabschnitt, auch die Pflanzengesellschaften unsres Reservates, wenigstens in grossen Zügen, soweit es der zur Verfügung stehende Raum zuliess, geschildert werden. Botanisches Institut der Universität Basel. 1. Juli 1921. Flora des NTaturschutzreservates Rheinhalde. 129 I. Topographisches. Die Rheinhalde als Naturschutzreservat. Von A. Becherer. Die „Rheinhalde" besteht aus dem etwas über 1 km langen rechtsseitigen Uferstreifen am Rhein oberhalb Basel, /.wischen «1er Eisenbahnbrücke und der Landesgrenze beim Grenz- acher Hörn. Sie bildel den Steilabsturz der Schottermassen der Niederterrasse gegen den Rheinstrom. Diese Schotter sind viel- fach zu felsartiger Nagelfluh verfestigt. Sonst zeigl der Boden meist sandig-kiesige Beschaffenheit. Die Bildung von Humus ist erschwert. Die Halde wird ungefähr in ihrer Mitte, bei der sog. „Bier- burg" (ehem. Brauerei), von dem zur Birsfelder Fähre führenden Treppenweg durchschnitten-. Ausserdem durchkreuzen sie mehrere kleine Fusspfade, die Zugänge zu den sog. Salmenwagen der Fischer. An zwei Stellen sind ferner Schuttabladeplätze eingerichtet. Nach Süden exponiert und starker Trockenheil unterworfen, ist die Rheinhalde von einer xero- und thermophilen, felsen- h ei deähnlichen Pflanzengesellschafl besiedelt. Dies gilt insbe- sondere für den rauheren und steileren untern 'Feil der Halde, von der Führe rheinabwärts bis zur Eisenbahnbrücke, während der obere Teil, gegen das „Hörnli" zu. in der Hauptsache ein kleine- Gehölz darstellt, in dem die offenen Partien zurücktreten. An einigen Stellen fallen die Nagelfluhfelsen senkrecht oder gar überhängend ins Wasser ab. Solche Orte können nur bei sehr niederm Wasserstand übersehen werden. Oben, nahe der von Ahornen und Platanen 1 ) beschatteten Grenzacherstrasse, bilden an zahlreichen Orten hübsche kleine Terrassen den obern Rand des Absturzes. Es sind die bevorzugten Plätze einer zwerghaften, vergänglichen Frühlingsflora: Erophila verna, Saxifraga tridactylites, Cerastium semidecandrum und andere Arten zieren, mei-t scharenweise, diese Gesimschen. Die Abhänge sind, soweit sie von Buschwerk und Bäumen frei sind, teils von einer offenen, den humusarmen Boden sparsam besiedelnden Vegetation bedeckt, teils sind an ihnen kleinere Rasen, meist mit Agropyron intermedium. Bromus erectus oder Brachypodium pinnatum als Leitarten, zur Ausbildung gelangt. An manchen Stellen, vor allem am Ufer, treffen wir Halb- höhlen. Sie weisen aussei- zahlreichen Moosen namentlich Farne auf. Durch das häufige Abrutschen von Sand und Kies in den Rhein verliert bedauerlicherweise die Halde im Laufe der Jahr- 1 Alf, l'upinlofilaliinus, .1. platmioides, Plalanus acerifolia. 9 130 A. Becherer. E. Steiger, G. Lettau. zehnte und Jahrhunderte mehr und mehr an Boden. Das heutige Fehlen einiger früher vorkommender Pflanzenarten ist wohl, wenigstens teilweise, eine Folge dieses natürlichen Zerstörungs- werkes. Die Meereshöhe beträgt an der Strasse bei der Landesgrenze 268 m, am Ufer bei der Eisenbahnbrüeke ca. 254 m. Diese Rheinhalde ist den Basler Botanikern als reiche Fund- stelle bemerkenswerter Pflanzenarten schon lange bekannt ge- wesen. Schon Caspar Bauhin nennt 1622 in seinem „Catalogus plantarum circa Basileam sponte nascentium", bekanntlich der ersten Basler Flora und ältesten schweizerischen Lokalflora über- haupt, bei drei Pflanzen unsere Rheinhalde als Habitat und in seinem Herbar noch bei einer vierten. Es sind dies : A ndropogon Ischaemon, Festuca ovina, Scrophularia canina und Isatis tinctoria. Alle diese vier Arten sind heute, drei Jahrhunderte später, noch reichlich vorhanden. Von ihnen ist besonders Andropoyon für die Rheinhalde typisch. Aber auch Scrophularia canina und Isatis tinctoria, ein alter, jetzt völlig eingebürgerter Kulturflüchtling, sind für das Rheinufer charakteristische Stromtalpflanzen. Festuca ovina ist freilich allgemein verbreitet. Auch Werner de La Chenal, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts um Basel botanisierte, hat die Rheinhalde wohl gekannt. Weiter haben unser jetziges Reservat besucht, nach Alis weis der Herbarien und nach den Floren : nach Bauhin neben La Chenal Job. Rud. Staehelin, dann, in der ersten Hälfte des 19. Jahr- hunderts, Carl Friedr. Hagenbach und seine Mitarbeiter Pfr. Münch, Labram und Rud. Preiswerk, zu gleicher Zeit auch etwa Pfr. Uebelin; später die verschiedenen Bernoulli. Christ, Courvoisier, Schneider usw. Nachdem so der floristische Reichtum der Rheinhalde ge- nügend dokumentiert war, zugleich aber auch in neuerer Zeit ernste Befürchtungen laut wurden, es möchte das in der Nähe der Stadt und unmittelbar an einer belebten Landstrasse gelegene, jedermann zugängliche Gebiet auf die Dauer mehr und mehr Schaden nehmen, war es wohl gerechtfertigt, unsre Uferhalde zu einem kleinen Reservat zu gestalten, wie es im Jahre 1913 dank den Bemühungen der Schweizerischen Naturschutzkommission und dem Entgegenkommen unsrer Regierung gelungen ist. Der Wert der Reservation liegt vor allem in der Erhältung eines Stückes unsrer wilden Flora und insbesondere ihres trocken- und wärmeliebenden oder xerothermen Teiles, der ja in der heu- tigen Zeit ganz besonders der Vernichtung durch die Kultur Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 131 anheimfällt, Unsre Rheinhalde stellt ferner eine noch aatürliche Uferstrecke îles Rheins dar. Sie mag, nachdem unsre Rheinufer in der Stadt läntrst überbaut sind, als Typus dienen für das steile Rheinbord, wie wir es oberhalb Basel ausgeprägt finden. Auch in faunistischer Hinsicht zeichnet sich das Reservat aus. Es beherbergt die südliche Lacerta viridis, ferner mehrere xerotherme Crustaceen, Spinnen und Schnecken (vgl. Hub er 1918). Am Wasser ist nach Aussage der Fischer mehrmals der Fischotter gespürt worden. In den mit Gebüsch bewachsenen Teilen der Halde hält sich neben zahlreichen andern Vögeln die Nachtigall auf. In den Jahren 1918 und 1919 wurde das an die Landesgrenze st ossende Stück der Halde militärisch gesperrt und so der Schutz wenigstens eines Teiles des Reservates bedeutend verstärkt. Auch wurde damals (1918) an der Strasse nahe der Grenze eine Baracke errichtet, die den jeweilen den Grenzdienst versehenden Truppen als Unterkunft diente. Durch mehrere in der Umgebung dieser Hütte, meist vorübergehend, aufgetretene Pflanzenarten hat unsre Rheinhalde-Flora eine kleine Bereicherung erfahren. II. Die Flechten der Rheinhalde. Von G. Lettdii. Die Rheinhalde ist ein Standort, der schon wegen seiner unmittelbar an die Grosstadt angrenzenden Lage für die Ent- wickelung der Flechten im ganzen nicht günstig ist. Wie bekannt, sind in erster Linie die rindenbewohnenden Flechten zum grössten Teil gegen den Kohlenrauch und sonstige Einwirkungen der städtischen Luft sehr empfindlich, in wesentlich geringerem Masse allerdings viele Steinbewohner. Daher finden wir an den südlich-exponierten, meist sonnigen, hier und da aber auch überschatteten Nagelfluhfelsen eine Florula cal ci cola, die zwar nicht reichhaltig genannt werden kann, aber doch eine ziemliche Anzahl der für diese Unterlage charakteristischen Arten enthält. Im übrigen fällt es auf, dass die Facies der hier beobachteten Formen starke Anklänge an diejenige der Mauern, Zement- und Mörtelwände und ähnlicher vom Menschen geschaffener Standorte aufweist, wie sie sich überall innerhalb und in der Nachbarschaft der kleineren Orte unserer Gegend, und teilweise bis mitten ins Zentrum der Stadt Basel hinein vorfindet. Das mag zum grossen Teile damit zusammen- hängen, dass chemisch und physikalisch die Nagelfluhwände eine besonders grosse Verwandtschaft mit den genannten Unter- 132 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. lagen erkennen lassen; zum andern Teile mag auch die Lage des Standortes, in unmittelbarer Nahe der vorbeiführenden belebten Landstrasse und der Stadt, jenen nitrophilen resp. koniophilen Liehenen die Ansiedelung erleichtern. - Hygrophile Flechten, wie z. B. Gyalecta cupularis (Ehrh.) V,. Fr., Bacidia fuscoviridis (Ami) und gewisse Verrucariaceen. scheinen wegen der trockenen, sonnigen Lage ganz zu fehlen. Ebenso fehlen die meisten Charakterflechten der benach- barten .Jurakalkleisen, wie z. B. Verrucaria murina Ach. und parmigera Stnr., Opegrapha saxicola Ach.. Lecidea immersä (Web.) Kbr. und lurida (Sw.) Ach.. Solorina saccata (L.) Ach.. Caloplaca (Gasparrinia) aurantia (Pers.) und cirrhochroa (Ach.) Th. Fr% Die Florula der Rindenbewohner ist durchaus ärmlich, quanti- tativ und noch mehr qualitativ. Da der Standort wohl schon sehr hinge seine Verbindung mit dem Hochwald verloren hat, und wegen der Trockenheit seiner Lage, fehlen fast alle für den eigentlichen Wald charakteristischen und schattenliebenden Arten. - Eine gewisse beschränkte Zahl von Laub- und Krustenflechten bekleidet in erster Linie die längs der Landstrasse gepflanzten höhern und altern Bäume (nieist Ahorne) und siedelt nur hier und da. und meist in dürftigen Exemplaren, auf die meist Jüngern Bäume der eigentlichen Halde über. Nur die an einigen Orten vorkommenden alten Pappeln und Robinien an der Halde selbst gestatten einigen der in unserer Gegend häufigeren Kleinflechten auf ihrer rissigen Rinde ein etwas reichlicheres Wachstum. Verzeichnis der im Reservatgebiet an der Rheinhalde vorkommenden Flechten. (st. = steril). 1. Auf Nagelfluh-Gestein. Staurothele amphiboloides (Nyl.) A. Zahlbr. Verrucaria fuscella Turn. „ interrupta (Anzi) Stur. nigrescens Pers. in verschiedenen Formen. rupestris Schrad. Allarthonia lapidicola (Tayl.) A. Zahlbr. Catillaria aihallina (Hepp) Hellh. Lecidea enteroleuca Ach. Protoblastenia rupestris (Scop.) Stnr. Acarospora Heppii (Naeg.J Kbr. Biatorella (Sarcogyne) pruinosa (Sin.) Mudd. u. /. nuda Nyl. Collema multifidum (Scop.) Schaer. rar. granulijerum Nyl. st. ' Kl. na des Vil uisrlmt/iVMi \ atl'-; 1 1 lii-itilialc le. 133 Placynthium nigrum (Huds.) S. Gray. Lecania erysibe (Ach.) Th. Fr. I. numnti (Aspicilia) contorta (Ach. Hue). (Eu-Lec.) crenulata Nyl. dispersa (Pers.) Ach. Hageni Ach. subsp. umbrina (Ehr.) Arn. [subfusca rar.] campestris Schurr. ( Placodium) saxicola (l'oll.) Ach. Blastenia teicholyta (DC). Nyl. st. spärlich an Felsen, etwas reichlicher an Zement bei der Fähre. Caloplaea (En-Cal.) aurantiaca (Lghtf.) Th. Fr., spärlich. citri hu (Hoff.) Th. Fr. häufig an den Felsen, öfters auch mit Apothecien. Ebenso ;ni steinernen Stufen und an Zement bei der Fähre. luden (Mass. Arn.) und f. aestimabilis Arn. pyracea I Ich.) Th. Fr. „ variabilis (Pers.) Th. Fr. (Gasparrinia) decipiens (Arn.) st. auf Zemenl bei der Fähre. pusilla (Mass.). Rhinodina Bischoffii (Hepii) Kbr. immersa (Kbr.). 2. Auf Nagelflubfels und Erdboden zwischen Moosen. Cladonia pyxidata (L.) Ach. f. neglecta (Flk.) Mass. st. Leptogium lacerum (Sw.) S. Gray und var. pulvinatum Hojj. st. plicatile (Ach.) Nyl. st. Physma chalazanum (Ach.) Arn. Peltigera rufescens (Sm.) Hoff. st. :!. Aul Rinde (und Hol/.). Normandina pulehella (Borr.) Leight. st. auf alten Robinien. Op'egrapha varia ssp. diaphora (Ach.) Nyl. An alten Pappeln und Robinien. Bacidia (Weitenwebera) Naegelü (Hepp) A. Zahlbr. Ebenso. Lernten olivacea Hoff. Häufig auf Kinde älterer Bäume. Candelariella xanthostigma (Pers.) st. an alten Pappeln und Robinien. Lecania cyrtella (Ach.) <>lir. An Pappeln. Lecanora (Eu-L.) angulosa Ach. Strassenbäume. Hageni Ach. An Pappeln. sambuci (Pers.) Nyl. An Pappeln u. Robinien. 134 A. Becherer, E. Steiger. G. Lettau. Lecanora (Ku-L.) [subfusca ssp.] allophana (Ach.) Ami, Strassenbäume. Phlyctis argena (Ach.) Kbr. st. an Strasseubäumen. Candelaria concolor (Dicks.) Wain. st. An Strasseubäumen, aucli an Pappeln und Ulmen der Halde. Formel ia caperata (L.) Ach. st. Strassenbäume; wenig auch an Robinien. dubia (Wulf.) Schaer. st. Strassenbäume. subaurifera Nyl. st. Strassenbäume. sulcata (Tayl.J st. Strassenbäume. ,, verruculifera (Nyl.) st. Strassenbäume. Evernia prunastri (L.) Ach. st. Spärlich an Strassenbäumen. Bamalina pollinaria Ach. st. Nur spurweise an Strassenbäumen. Caloplaca dtrinella (F. Fr.). An Pappeln. Xanthoria lychnea (Ach.) DC. st. An Strassenbäumen. parietina (L.) Th. Fr. An Strassenbäumen. spärlich auch an Pappeln und Robinien der Halde. Buellia myriocarpa (DC.) Mudd. An Strassenbäumen, Pappeln. Robinien. Physcia agglutinata (Flk.) Nyl. st. An Pappeln, Ahornen. ascendens Bitter, st. An Strassenbäumen, auch Ulmen der Halde usw. farrea Wain. f. pityrea Wain. u. alphiphora Ach. st. Strassenbäume. pulverulenta (Hoff.) Nyl. Strassenbäume. virella Ach. st. Strassenbäume, Ulmen usw. Lepraria aeruginosa Seltner, st. Am Grunde verschiedener Bäume. flava Ach. st. An Strassenbäumen. III. Die Laubmoose der Rheinhalde. Von E. Steiger. Die Laubmoosflora des Reservats bildet einen ver- schwindend kleinen Teil im langen Verlauf der Moosflora an den Ufern des Hochrheins, mit deren Natur sie übereinstimmt, ohne einiger Eigentümlichkeiten zu entbehren. Sie dürfte trotz der Nähe der Stadt bei der Interesselosigkeit des Publikums an ihren kleinen Objekten weniger als die Phanerogamenflora von ihrem ursprünglichen Charakter verloren haben. Doch droht auch ihrem Bestände durch das beständige Abrutschen der Kies- massen in den Rhein und die dadurch bewirkte Dezimierung des Terrains mancher Verlust; diese Gefahr besteht gerade für Flora des Naturschutzreservates Rheirihalde. 13. r > eines der interessantesten Moose, den Didymodon cordatus, der sieh nur in den dem Strom zunächst liegenden Kieswänden findet. Die Durchsuchung des Gebietes ergab die Anwesenheit von 86 Arten, die 43 Genera angehören; dieser Formensehatz wird noch vermehrt durch 12 gut bestimmte Varietäten. Hervor- zuheben ist hierbei die starke Vertretung der Familie der Tricho- stomeen durch die Gattungen Didymodon, Trichostomum, Barbitla, Tortella, und der Pottieen durch Tortula und Syntrichia, wogegen die humusliebenden Gattungen Dicranum, Mnium, Poiytrichum durch gänzliches Fernbleiben auffallen. Ebenso fehlen die grossen Hypnen: kein einziges Stengelchen von den sonst doch so ubi- quitären Hypnum iriquekrum oder splendens war aufzutreiben. H. cupressiforme ist hier nur in massiger Menge vorhanden. Der Mangel an diesen, meist durch stattliche Pflanzen repräsentierten Gattungen, erzeugt den Eindruck einer gewissen Dürftigkeit des Mooskleides: letztere wird auch durch den Umstand hervor- gerufen, dass manche Arten nur in spärlicher Tndividuenzahl vorhanden sind. Es wird deshalb in der Artenliste sowohl über die Häufigkeit als über die Menge des vorhandenen Materials Auskunft gegeben. Weitere Anhaltspunkte über den bryologischen Charakter der Halde liefert das Feuchtigkeitsbedürfnis der ein- zelnen Arten. Sehen wir ab von den Baum- und Flussmoosen, so I 'leiben für die eigentliche Halde 56 landbewohnende Arten. Von diesen sind : 26 xerophil, 16 mesophil. 10 meso-xerophil, 1 hygrophil (Pleuridium nitidum), 1 hydrophil (Eucladium), 1 sciaphil (Fissidens taxifolius), 1 mesophil-sciaphil (Encalypta streptocarpa). 56. Aus diesen Angaben erhellt, dass die Moosflora der Halde ein vorwiegend xerophiles Gepräge aufweist. Hinsichtlich der Beziehungen zwischen Substrat und Moos- bedeckung herrschen an der Halde folgende Verhältnisse: Von 67 erdbewohnenden Arten (wieder die bäum- und t'luss- bewohnenden unberücksichtigt gelassen) sind: indifferent 28 Arten kalkliebend 26 „ kalkbevorzugend 10 ,, . 136 A. Bechern. E. Steiger, G. Lettau. Diesen allen stehen nur 3 Arten von mehr oder weniger calcifugem Charakter gegenüber. Unter diesen ist das bezeich- nendste Brachythecium albicans, stellt doch Limprecht in seinen Diagnosen geradezu die Kieselpflanze B. albicans der Kalk- pflanze B. glareosum gegenüber. Amann bezeichnet B. albicans als calcifuge tolérant; hier kommen beide Arten miteinander vor, und für beide erwies sich der Bodm carbonathaltig ! Die beiden andern in diese Gruppe gehörenden Arten sind: Ambly- stegium varium (calcifuge tolérant) und Ceratodon (calcifuge pré- férant); auch ihr Boden zetgte hier Kalkcarbonat an. - Wie ganz anders stellen sich die Kalkliebenden ein, die mit 26 deci- dierten und 10 vorwiegend calciphilen Arten aufrücken. Der Boden der Rheinhalde zeigt also eine chemische Zusammensetzung, welche die Besiedelung durch kalkliebende Arten in hohem Masse begünstigte. Dieses Resultat war nun durchaus nicht von vorn- herein zu erwarten; denn dem Besucher der Halde lallen vor allem die zahlreichen und oft grossen Gerolle vom Charakter der Silikatgesteine in die Augen. Wenn nun trotzdem die calci- philen Arten vorwiegen, so ergibt sich, dass diese nicht unbeträcht- liche Masse der Silikatgesteine sich völlig passiv verhält und auf die Zusammensetzung der Moosflora fast gar keinen Einfluss aus- zuüben vermag. Dagegen wird bei der leichten Löslichkeil des Kalkkarbonats der Krume überallhin Kalk zugeführt, daher den zahlreichen Moosarten, für welche das Vorhandensein dieses Stoffes eine Lebensbedingung bedeutet, die Ansiedelung so sehr erleichtert wurde. Gehen wir nun über zur Betrachtung der Pflanzenvereine. welche, durch die gleichen Lebensbedingungen veranlasst, gemein- same Standorte aufsuchen! In ökologischer Hinsicht werden wir unterscheiden: die Flora der nie vom Strom benetzten Halde von der hygro- und hydrophilen Flora, welche die Litoralzone, d. h. den je nach dem Wasserstande ± hoch benetzten Fuss der Halde und den Strom selbst bewohnt. Von den Assoziationen an der Halde werden wir diejenigen auf den Nagelfluhbänken, den kiesig-sandigen Ablagerungen, den Terrassen und den Ruderalplätzen gesondert betrachten; diesen Standorten der offenen Heide diejenigen im schattigen Gehölz folgen lassen und schliesslich die Gesellschaft der baum- bewohnenden Arten einreihen. Flora des NaturschutzEes< rvaics lîheiiihaklc. 137 A. Übersicht über die verschiedenen Moosassoziationen. 1. Assoziation auf den felsarliueii Xagclfluhbänken. In der Verkittung der Geschiebe lassen sich alle Abstufungen verfolgen vom lockeren Kies l>is zu felshartem Gestein. Au!' letzterem ist Encalypta streptocarpa mil ihren stattlichen Blatt- rosetten über die ganze Halde verbreitet; neben ihr lallt Pottia lanceolata durch ihr rötliches Peristom auf. während die zier- lichen Fiedern «les Homalofhecium sericeum über das matte Ge- stein einen seidenen Glanz verbreiten. An weniger belichteten Stellen zieht Anomodon viticulosus seine langen Stolonen, aus denen er in dichter Reihe gelbgrüne Aste emporsendet. Nur an der Nagelfluh „beim Hörnli" zeigten sieh Chrysohypnum chryso- phyllum und Sommerfeltii; erstere, an sonnigen Felsen im .Iura. häufig, letztere, mehr schattenliebend, ziemlich selten an einigen - 1 •■llt'ii des Oberrheins wiederkehrend. Nicht selten sieht man .-teil abfallende Nagelfluh durch eine überhängende Bank überdacht, wodurch höhlenartige Nischen sieh bilden. An solchen Stellen wuchert in dicken, meergrünen Polstern Eueladium uerticillatum, im Juli stellenweise üppigst Erachtend. Obgleich am Gestein äusserlich gar keine Feuchtig- keit wahrzunehmen ist. kann mit der Hand doch reichlich Wasser aus den Mooskissen gepressi werden. Es scheint, als seien es die durch die Kiesmassen streichenden Sickerwasser, welche diesem Moose, das sonst die Tuffstellen vom Wasser berieselter Felsen aufsucht, die Feuchtigkeit zuführen und uns so Kunde geben von den Lösungsmitteln, die Ihm der Bildung der Nagel- fluh die chemischen Umsetzungen bewirken helfen. Der Lieblingsplatz -des Gymnostomum calcareum ist der /.. ■mein oder wenigstens die Vertiefung zwischen den einzelnen Gerollen, wo seine nur wenig millimeterlangen Stämmchen dicht chlossen einen malachitgrünen Überzug bilden, liier in der Südlage irai ich Gymnostomum calcareum nur steril, in der Nord- lage am Rheinufer hei Augsl und weiter ostwärts dicht mit den firnissglänzenden Kapseln besetzt. Wohl die interessanteste Erscheinung auf der Nagelfluh hietet ans Didymodon cordatus an den Wänden, die unterhalb der Fähre als kleiner Felszirkus sich erliehen. Die seltene Pflanze weist hier alle für diese Species typischen Merkmale auf. 1 ) ', Meli. Vmann: Nouvelles additions et rectifie. .'< la Flore 'les i e , de la Suisse m Bull. d. I. Soc. vaud. «I sciences natur. 1920 pag. 86. 138 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. Wo der Fels leicht mit Sand bedeckt ist, stellt sieh überall Hymenostomum microstomum ein; neben ihm verrät sich durch ihre glockig aufgeblasene Haube Encalypta vulgaris; viel schmäch- tiger als ihre stattliche Schwester streptocarpa, liebt sie die warmen Täler und erinnerte mich an ihr Vorkommen auf der Felsenheide des Wallis, wo sie sich bei Tourbillon in die Vertiefungen des heissen Felsbodens flüchtet. Als Bewohner der Nagelfluh sind noch zu erwähnen Tortella tortuosa, Schistidium apocarpum, Tortula muralis, Orthotrichum anomalum; anderwärts massenhaft auftretend, kommen diese Arten hier aber nur in unbedeutender Menge vor. 2. Assoziation auf den kiesiusandiyen Stellen. Für diese Standortsform ist vor allem Amblystegium varium bezeichnend, ferner Eurynchium praelongum, beide, wie der Ubi- quist Barbula unguiculata, über die ganze Halde zerstreut. Brachy- thecium salebrosum kriecht hie und da an buschigen Stellen; indes Bryum pendulum und B. caespiticium, auch Barbula fallax akzessorisch auftreten; ebenso Camptotheciwm lutescens und Cera- todon purpureus. Da letzterer wie auch das überall wuchernde sterile Bryutn capillwe meist an Stellen auftritt, wo Abfallstoffe den Boden verunreinigen, vermögen diese 2 Arten, allzu sehr an die Nähe der Stadt erinnernd, dem Moosbild einen gewissen profanen Einschlag zu geben. 3. Assoziation auf den Terrassen. Betreten wir von der Strasse lier die Halde, so sehen wir ihren oberen Rand von Rasen eingenommen; steigen wir aber einige Schritte tiefer, so kommen wir auf völlig flache, horizontal der Böschung entlang laufende Stellen, die „Terrassen". Sie bilden das Dach von Kiesbänken, die gegen den Rhein steil ab- fallen; ihre Breite schwankt zwischen einem und mehreren Metern. Nach der Strasse zu sind sie oft von Strauchwerk umsäumt, nach der Rheinseite durch den Steilabsturz begrenzt. Ihre Oberfläche, dem Fuss einen ± weichen Teppich bietend, fällt durch die wie geschoren aussehende kurze Bewachsung auf. Diese wird in ihrer Mehrheit durch Moose gebildet, denen hie und da dem Boden flach angepresste Blattrosetten von Echium, Erodium, Potentilla venia, Sedum usw. eingestreut sind, während ihr im Frühling die ephemeren Gebilde der Eraphila, des Cerastium semidecandrum und der Saxifraga tridaetylites entspriessen. Der Moosrasen dieser Terrassen stellt die für die Halde charakteristischste Formation dar. An ihr nehmen ausschliesslich Flora des Xaturschutzreservates Rheinhalde. 139 Xerophyten teil. Bei trockenem Wetter erscheint seine Farbe dunkel, werden doch grosse Räume von den düstern Rasen der Syntrichia montana und der Tortella inclinata eingenommen. Die Masehen zwischen diesen zwei Barbula-Arten füllt eine dritte: Streblotrichum convolutum. Aber noch ist der Reichtum der Barbula-Formen nicht erschöpft, denn hie und da sind noch die fast haarfeinen Stengelchen der Barbula gracilis eingestreut: auch B. fallax und B. reflexa treten vereinzelt auf, und schliess- lich zeigte sich auf der sonnigen Heide beim „Hörnli" noch Barbula Hornschuchiana in einigen gelbgrünen Raschen. Das sonst in schwellend grünem Gewand auftretende Genus Brachyihecium hat in diese Gesellschaft die Arten albicans und glareosum entsandt, die in ihrem Habitus und ökologischen Ver- halten sich an Barbula gracilis anschliessen. B. glareosum tritt hier in einer Form auf. die dem albicans ähnlich, in nichts mehr an die saftigen Pflanzen erinnert, die wir von dieser Art im Schatten der Kalkgesteine zu sehen gewohnt sind. Als weitere xerophile Elemente beteiligen sich am Moos- teppich der Terrassen: Thuidium abietinum und das saftlose Cylindrofhecium concinnum. Das Genus Bryum ist in diesem Pflanzenvereine durch die therrnophile Species torquescens vertreten, die sich durch die spiralige Einrollung der Blätter allzu intensiver Bestrahlung zu entziehen vermag. In ähnlicher Weise können als Schul /.mittel für unsere Helio- philen der Terrasse gelten: die für Barbula gracilis und Brachy- thecium albicans beschriebene Blattstellung; für Syntrichia montana und Tortella der Einrollungsmodus ihrer Blätter: für erstere auch das lange Glashaar an der Blattspitze; für Cylindrofhecium das dichte Blattnetz seiner englinearen Zellen: für Thuidium die reiche Au-stattung der Zelloberflächen durch Papillen; im übrigen aber dürfte die Hauptwaffe noch viel mehr als im anatomischen Bau in der chemischen Beschaffenheit der Gewebe gegeben sein. Es ist wohl überflüssig, zu bemerken, dass etliche Arten dieser Formation auch auf Nagelfluhfelsen übergehen. Streblo- triclnun reicht bis zur Uferlinie hinab, wo ich sie in der Wasser- nähe die bisher wenig bekannte vor. uliginosa Limpr. (mit abge- rundeter Blattspitze) bilden sah. 4. Assoziation auf Kuderalplätzen, Gartenerde ete. Es i.-t »hon angedeutet worden, wie wenig die Halde zur Erzeugung fetter Erde geeignet ist ; immerhin geben der Staub und Detritus der Strasse hie und da Anlass zur Bildung von Un A. Becherer, E. Steiges, G. Lettau. Ruderalplätzen, den einzigen Ortlichkeiten, wo cleistocarpe Meiose an der Halde vorkommen. So hat sieh Phascum cuspidatum abseits der Strasse und auf Gartenerde in der Nähe des Zoll- häuschens eingefunden. Pleuridium nitidum konnte ich auf einem Murgang-ähnlichen Streifen herabgeflossener Schlammerde beobachten. Dem kundigen Auge meines Freundes Dr. J. Amann in Lausanne war es vorbehalten, in 'lern ohnehin schon kleinen Pröbchen das Pleuridium auch die Anwesenheit des Hi/meno- stomum squarrosum festzustellen; dadurch wurde der Schweizer Moosflora ein neuer Bürger zugeführt, da die auch anderwärts seltene Pflanze in der Schweiz bisher unbekannt war. 1 ) -- Dieser Assoziation gehören auch einige Trupps Pottia intermedia an, die sieh die Erdansammlungen unterhalb der Strasse nutzbar machten. 5. Assoziationen im Gehölz. Die von sengender Sonne ausgetrocknete Halde verlassend. treten wir in das kleine Gehölz, das sich oberhalb der Fähre hinzieht. Im Schatten seiner Laubkronen sind Luft und Boden etwas feuchter; allein keine Schicht abgefallener Blätter hat einen richtigen Waldboden erzeugt, wie denn Waldmoose auch hier fehlen. In solcher Umgebung haben uns natürlich die Xerophyten verlassen und sind durch dünnlaubige Moose mesophiler oder sciaphiler Natur ersetzt. So wuchern überall sterile Rasen des Bryum capillare, die auch auf Baumwurzeln übergehen. Fissidens taxifolius treibt in der feuchten Erde seine palni- I ila tt art igen Wedel. Brachyihecium rutabulum wird häufiger; am bodenfeuchten Gerolle haftet Brachyihecium populeum; auf abgefallener toter Rinde vereinigen sich Bryum capillare, Didymodon rubellus, Brachyihecium sàlebrosum und Amblystegium serpens zu grossen grünen Polstern. Rhynchostegium murale hat sieh auf verkittetem Kies niedergelassen. Auf einem vom nahen Hornfels hierher verirrten Fragment Muschelkalk lebt die wärmebedürftige, aber etwas lichtscheue Khynchostegiella tenella; auch Amblystegium varium stellt sich wieder ein. 4 ) Amann )oc. cit. jiaL'. 82 Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 141 6. Assoziation der baumbewohnenden Moose. Unter den baumbewohnenden Moosen nimmt Pylaisia poly- anthd eine führende Rolle ein, da sie kaum einem Stamm der über die Halde zerstreuten Schwarzpappeln fehlt; sie fruktifiziert stets reichlich; öfters wird sie begleitel von Hypnum cupressiforme. Beiden Arten gesellt sich oft Amblystegium serpens bei. Wo die Pappeln freistehen, ist die Moosbekleidung auf diese '■'> Arten be schränkt, abgesehen von Bryum capillare an ihrem Fuss. Reicher gestalte! sich das Moosleben in dem schon erwähnten Gehölz; da gesellen sieh hinzu: die mattgrüne Leskea polycarpa, Anomodon attenuatus und viticulosus ; auf Ulmusrinde das seiden- glänzende Plagioihecium denticulatum, ferner das ihm ähnelnde Brach ythecium rutabulum var. plumulosum und die saftiggrüne var. robustum dieser Species. Selbst das sonsl nur steinbewohnende Bhynchostegium murale sab ich am Ufer auf Rinde übergehen. Eine am Wasser -teilende alte Salix alba seigt, wie fein die Moose auf die leisen Veränderungen des Standorts reagieren; denn am selben Stamm hat sich auf der Schattenseite eine Kolonie von Plagiotheci-um Roeseanum var. orihocladum festgesetzt, wäh- rend die dem offenen Kaum über dem Rheine zugekehrte Seite viiii den xerischen Orthotrichwn affine und Leucodon sciuroides ein- genommen wird. 7. Assoziation auf den Alleebäumen. Eine Alice längs der Strasse angepflanzter Ahorne markiert genau die oberste Grenze des Reservats. Ihrer freien Lage ent- sprechend, kehren Orthotrichum affine und Leucodon wieder. Neben ". affine tritt 0. diaphanum häufig auf. während eine dritte Art: ". obtusifolium nur in ganz wenigen kümmerlichen Exemplaren, wohl den ersten Pionieren der Besiedelung, nach- zuweisen war. In den Kitzen der Korke verbergen sieh die zarte Syntrichia papulosa und die S. laevipila in ihrer seltenen var. pagorum Milde. I>ie Brutkörper dieser letztern stimmen genau überein mit der Abbildung, welche Limpricht der Beschreibung seiner Tortula pagorum Milde beifügt. H. Assoziation der l'lutmoose im Rhein. Wir nähern uns dem Strome selbsl und damit denjenigen Moosen, deren Lei. en -ich in und am Wasser abspielt. Durch gemeinsame Lehcn-aH charakterisiert sich unter diesen zunächst die Gruppe der Flutmoose, für welche der Strom so 142 A. Beoherer, E. Steiger. G. Lettau. recht eigentlich die Heimat bildet. Ausgerüstet mit langen, zähen, aber biegsamen Stengeln, die leicht den Strömungen des Flusses nachgeben sind sie trefflich den Anforderungen angepasst, welche die Zugkraft des fliessenden Wassers an sie stellt. Der anatomische Bau des Stengels weist dementsprechend bei allen übereinstimmend weite, dünne Innenzellen, fehlenden Zentral- strang und sehr stark verdickte, kleine Rindenzellen auf. In diese Gruppe gehören vor allem die zwei CincUdotus- arten, die in schwarzgrünen Büscheln überall vom Gestein her- unterhangen; von ihnen hält sich C. riparius mehr am Ufer, während C. aquaticus die Kiesbänke bis mitten in den Rhein hinaus überzieht; dass nämlich tatsächlich das Strombett in seiner ganzen Breite vonMoosen bewachsen werden kann, war im Winter 1921 deutlich bei Rheinfelden zu beobachten, wo die schwärz- lichen Rasen dieses Cinclidotus sich ununterbrochen von einem Ufer zum andern über die Kalkriffe hinziehen. An reissenden Stellen fand ich den C. aquaticus in einer prächtigen Flutform von 40 cm Länge. Von äusserst schlankem Wuchs könnte sie als form, gracilis bezeichnet werden, da sie sich durch ihre feinen, schmalen, deutlich sichelförmig gekrümmten Blätter von der breiterblättrigen, häufigeren /. typica unterscheidet. Am Ufer taucht in schlaffen Strähnen Amblystegium riparium ins Wasser; oder es fluten darin die wirren Massen des A. irri- guum. Ersteres hält sich eng an die mittlere Rheinhöhe, da es weder ins eigentliche Strombett geht, noch an der Halde sich in grössere Höhe hinaufzieht. An den Konglomeratblöcken im Rhein haften Brach •ythecium rivulare in seiner Flutform rar. cataractarum Sauter, Hygro- hypnum palustre var. subsphaericarpon, Fontinalis antipyretica, seltener die schmalblättrige F. gracilis. Hier wachsen auch die grossen, dunkelgrünen Wedel des Pachyfissidens grandijrons. Den bisher genannten Flutmoosen gegenüber zeigt er aber insofern ein anderes Verhalten, als seine Sprosse, obgleich im Bau des Stammes übereinstimmend, der Strömung eine gewisse Starrheit entgegensetzen. Dieser statt- liche Repräsentant der Fissidenten bildet eine für den Rhein und seine Nebenflüsse charakteristische Erscheinung, da er im deutsch-österreichischen Florengebiete aus andern Flussläufen nicht bekannt geworden ist. 9. Assoziation der Litoralzone. Den exquisiten Strombewohnern gegenüber führen die Moose der Litoralzone eine mehr amphibische Lebensweise. Als Strand- Flora dos Naturschutzreservates Rheinhalde. 14.'! Unie im ökologischen Sinne möchte ich diejenige obere Grenze an der Halde bezeichnen, über welche hinaus gewisse an die Wassernähe gebundene Arten nicht mehr fortkommen. Alle Arten dieser Assoziation bewohnen Bänke verkitteten Gerölls am untersten Fuss der Halde, wo sie den Niveauschwankungen des Stromes sehr ausgesetzt sind. Unterwaschene Wandstellen sind ausgekleidet von Fissidens crassipes oder F. rufulus, letzterer auch im eigentlichen Rheinbett. Trichostomum crispulum und TV. mutabile rar. cylindricum bilden dichte, gelbgrüne Polster. Wenn diese 2 Arten anderswo als Felsbewohner auftreten, so sind sie hier durchaus auf die Lit oral zone beschränkt, wie ich sie auch an andern Stellen des Hochrheins nie die unmittelbare Nähe des Stromes verlassen sah. Hier auf diesen, je nach dem Wasserstande bald unterge- tauchten, bald trockengelegten Bänken ist der Ort. wo das Genus Bryum sich breitmacht. So vor allem Bryum turbinatum, sowohl in /. typica als auch, und zwar vorwiegend, in der rar. riparium Amann, die in Smaragd - srünen Polstern das Gestein weithin überzieht. 1 ) Die var. gracilescens Br. eur. des B. turbinatum spiegelt deut- lich den raschen Wechsel in der Natur des Standortes. An vom Wasser verlassenen Stellen erscheinen nämlich die Sprosse dieses Bryum stark verlängert, ihre Blätter weit auseinander gerückt. breiter und von zarter Textur; solch gänzlich veränderte Pflanzen erinnern an B. Duvalii und nur die an der Stengelbasis noch erhaltene, dicht anliegende Beblätterung lässt ihren Zusammen- hang mit B. turbinatum erkennen. Auch von B. argenteum fand ich Formen, die durch die Be- rührung mit dem Strom eine Umbildung erfahren; sie sind von Amann 2 ) als rar. cuspidatum beschrieben. Diesen Anpassungs- erscheinungen ist auch das Auftreten der var. patula von Funaria hygrometrica zuzurechnen. Mit dem Auffinden des Bryum Geheebii an der Halde ist der dritte Standort dieser für das Rhein-Aaregebiet endemischen Art bekannt geworden, da dasselbe bisher nur von der Aare bei Brugg und vom Rheinfall bekannt war. An der Scheidelinie zwischen Halde und Rheinbett zeigen sich dürftig an den wenigen grasigen Stellen Amblystegium fili- cinum, Acrocladium cuspidatum und an feuchtem Gestein: Chryso- hypnum protensum. 1 / Näheres über diese, früher mit II. ijeiiiiiiijxirum de Xot. verwechselte Form, siehe in Amann loc. cit. pag. 98 u. f. 2 ) Loc. cit. pag. 101. 144 A. Becherer, E. Steiger, (i. Lettau. 10. Schattenliebende Assoziation an der Rückwand der „Lachsenfalle" beim llörnli. In der Uferzone befindet sich auch die „Lachsenfalle" beim Hörnli, ein glacisartiger Einbau in den Rhein; die Rückwand desselben, aus Muschelkalkblöcken und Rundholz aufgebaut, läuft mit der Halde parallel' su dass der wenige Meter breite Raum zwischen Wand und Halde einen Graben bildet, der bei Hochwasser gefüllt ist, bei Tiefstand aber trocken liegt. An dieser Wand rückt nun das Genus Milium plötzlich mit 4 Arten, nämlich serratum, undulatum, affine und stellare (alle in geringer Menge), auf. Didymodon rubellus erscheint in seiner Schattenform Dar. viridis Schlieph. Eurynchium crassinervium, Hypnum Molluscum, Fissidens deeipiens gesellen sich bei : also eine beträchtliche sciaphile Gesellschaft, die an der Halde gänzlich fehlt. Woher nun dieses plötzlich so geänderte Bild? Die Antwort ist einfach: diese Wand ist der einzige Ort unseres Gebietes mit Nordlage; sie gehört überhaupt nicht zur Halde, sondern stellt sich zu ihr durch ihre dem Lichteinfall gänzlich abgekehrte Lage in grellsten Gegensatz. Ans feuchte Holzwerk der Nordseite der Lachsenfalle geschmiegt, erschienen Limnobium, Fontinalis und Amblystegium riparium einander zum Verwechseln ähnlich: so stark vermochte das gemeinsame Milieu diese verschiedenen Wesen in die gleiche äussere Erscheinung zu zwingen. Der pflanzengeographische Charakter der Laubmoosflora an der Rheinhalde wird durch die Verbreitung einiger ihrer eigentümlichsten Arten gekennzeichnet. Als solche Leitmoose möchte ich Didymodon cordatus, Bar- bula gracilis und B. Hornschuchiana, Bryum torquescens und Brachythecium albicans hervorheben, da ihr Vorkommen an klimatisch deutlich bestimmtes Gelände gebunden erscheint. Didymodon cordatus, eine espèce thermophile méridionale, bewohnt die Zone des Weinstocks im Rhonebecken, wo er von Lausanne, Villeneuve, Roche, Yvorne, Aigle und Sion bekannt ist. Es tritt weiter auf an sonnigen Felsen am Brienzer See bei Niederwvl, am Zürichsee bei Männedorf, um endlich wieder im Churer Becken bei Chur, Zizers, Maienfeld und Jenins zu er- scheinen, wie auch im Tessin an Kalkfelsen des S. Salvatore. Barbula gracilis ist an verschiedenen Stellen der Linie Genf- Folaterres beobachtet; dann an zwei Stellen im Neuenburger Jura, bei Bern, Winterthur und am Zürichsee. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 14."> Bryum torquescens, ein südlicher Typus, findet sich in der Schweiz vorzugsweise an geschütztem Lagen am Genfersee, bei Lausanne und bei Martigny. Barbuht Hornschuchiana wird von Amann als eine für die Schweiz seltene Art bezeichnet ; sie hesit/.t Standorte bei Orsières, Lausanne, Genf, dann bei Zürich. Meilen. Rheinsfelden, Zun und Lugano, schliesst sich also den genannten in der Art ihrer Ver- breitung an. Ebenso Brachythecium albicans, das, abgesehen von einigen Fundstellen im Alpengebiet, von Lausanne, St. Sulpice, Haute- rive in Freiburg, Burgdori (das bekanntlich das xerische Alyssum montanum besitzt), ■ Beatenberg, Klosters und Bellinzona an- gegeben wird. Suchen wir unter den Phanerogamen nach Arten, die eine ahnliche Verbreitung wie diese Moose aufweisen, so sei Potentilla canescens angeführt, die sich im Rheintal bei Konstanz, Eglisau und Laufenburg einstellt und im Wallis und Unterengadin wieder- kehrt. Diese Pflanze wird nun von Christ als pontisches Element bezeichnet. Wir sehen also: die Wege, welchen unsere Moose folgen, stimmen überein mit den Verbreitungslinien, welche christ als die Einwanderungsbahnen pontischer Arten beschreibt, die er als dem warmen Föhrenklima angepasst bezeichnet. Die Stationen des Didymodon cordatus im weiteren Osten dürften diese Auffassung unterstützen, kehrt doch die Pflanze wieder in den Talgebieten der Donau (bei Wien), der Mur (bei Leoben und Graz) und der Save (bei Neumarkt). Tortuhi muntana, Tortella inclinata, Encalypta vulgaris, Pottia lanceolata stimmen in ihrem Verhalten mit den angeführten Arten, bei denen die xerischen Kolonien in der Schweiz noch einzeln konnten nachgewiesen werden, überein; sie erscheinen nur weniger prägnant, weil sie allgemeiner verbreitet sind; ebenso Thuidium und Cylindrothedum, die überall auftreten, wo im Gelände aride Stellen sich finden. Wir können unsere Betrachtungen etwa in folgendes Re- sultat zusammenfassen: Die Laubmoosflora der offenen Flur der < rrenzacher Halde entspricht in ihrem ökologischen Verhalten der Phanerogamenflora; denn wie diese in der unmittelbar an das Reservat anstossenden Rebenkultur, einem verwilderten Feigenbusch, der Alsine Jacquini, dann schwächer in Isatis, der Irtemisia carwpestris und Centaura rhenana fias milde Klima des warmen Flusstales zum Ausdruck bringen, so offenbart diesen 1 harakter nicht minder unsere Trichostomeenheide, die auf ihrem engen Räume so zahlreiche xerische Elemente zu vereinigen vermag. 10 146 A. Becherer, E. Steiger. G. Lettau. B. Verzeichnis der im Reservatgebiet an der Rheinhalde vorkommenden Laubmoose. Vj bedeutet: zahlreiche Standorte mj bedeutet: reichliche Menge V 3 .. mehrere „ m 2 ,, massige V 3 ,, ganz vereinzelte Stand- m 3 ,. spärliche „ orte st ,. steril c. fr. ., mit Früchten Trib. Cleistocarpae. Farn. Phascaceae. Phascum cus-pidatum Schreb. Auf Gartenerde und Ruderalplätzen. V 2 . M 2 . c. fr. Farn. Bruchiaceae. Pleurulium nitidum Hedw. Auf Schlammerde. V 3 . M 3 . st. Trib. Stegocarpae. S u b t r i b. Acroearpae. Farn. Weisiaceae. Hymenostomum squarrosum Bryol. germ. Auf Schlammerde. V 3 . M 3 . st. H. microstomum Hedw. An sandigen Stellen der Nagelfluh. Vj. Mj. c. fr. Gymnostömum calcareum Bryol. germ. Auf Nagelfluh. V 2 . M 2 . st. Eucladium verticillatum L. Auf Nagelfluh. V 2 . M 2 . c. fr. Farn. F issidentaceae. Fissideus crassipes Wils. An überflutetem Gestein. V 2 . M 2 . st. — var. curtus R. Ruihe, An feuchtem Gebälk. V 3 . M 3 . c. fr. F. rufulus Bryol. cur. Auf Nagelfluh im Rhein. V 2 . 3 . M 2 . st. F. decipiens de Not. Schattige Mauer. V 3 . M 3 . F. taxifolius L. Auf Erde im Gehölz. V 2 . M 2 . Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 1-1, Pachyfissidens grandifrons Brid. Nur untergetauchl an Nagelfluh im Rhein. V 2 . M 2 . st. /•'. cordatus Jur. Auf sandiger Nagelfluh. V 3 . M 2 . st. Trichostomum crispulum Bruch. Auf Nagelfluh der Litoralzone. V 2 . .M 2 . st. V. mutabile Bruch, rar. cylindricum Schimp. Wie vorige. Y 2 _ 3 . M 2 . st. TintcHu inclinata Hedw. fil. Auf sonniger Heide: Terrassen. V 2 . M a . st. V. tortuosa L. Auf Nagelfluh. V 2 . M 2 . st. Barhula unguiculata Huds. Auf feuchter .sandiger Erde. Y,. M,. c. fr. B. />///«.(■ Hedw. An kiesigen Stellen. V 2 . M 2 . c. fr. B. reflexa Brid. Auf Nagelfluh, vereinzelt auf den Terrassen. V 2 . M 2 . st. B. Hornschuchiana Schult:. Auf Heide. Y 3 . M 3 . st. B. gracilis Schleich. Auf sonniger Heide: Terrassen. V 2 _ 3 . M 3 . st. Strchlntrichioii connAuUim Hedw. Auf kiesiger Erde: vorwiegend auf den Terrassen, aber auch in andern Formationen. \\. M v st. rar. uliginosa lÄm/pr. An überfluteten Stellen in der Uferzone. V 3 . M 3 . st. Tortula muralis L. An Mauern. V 2 . M,. c. fr. 148 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. Syntrichia papulosa Brid. Auf der Rinde der Ahorne an der Strasse. V,_ 3 . M 2 . st. S. laevipila Brid. var. pagorum Milde. Wie vorige. V 3 _ 3 . M 2 . st. S. montana Nees. Auf sonniger Heide und Nagelfluh: Terrassen. V 2 . M 2 . st. F a m . G r i m m i aceae. Cinclidotus riparius Host. Im Rhein an überflutetem Gestein. V 2 . M 2 . st. C. aquaticus Jacq. Wie vorige. V 2 . Mj_ 2 . st. — var. gracilis mihi. Stempel verlängert, bis 40 cm lang! Pflanze äusserst schlank. Blätter deutlich sichelförmig, schmäler als bei der Normalform. Flutform der Stellen mit stärkerer Strömung im tiefern Rhein. Schisfiili h m apocarpum L. An Nagelfluh. V 2 . M 2 . c. fr. F a m. r thot r i c h a ceae. Orihotrichum anomalum Hedw. Auf Nagelfluh. V 3 . M 3 . c. fr. 0. il ia pliant* m Gmel. Auf der Rinde der Ahorne an der Strasse. \\. M x . c. fr. 0. affine S ehr ad. Auf Ahorn und Salix. \\. Mj. c. fr. 0. obtusifolium Schrad. Auf Ahorn an der Strasse. V 3 . M 3 . st. Farn. Encal yptaceae. Encalypta vulgaris Hedw. Auf sandiger Nagelfluh. V 2 . M 2 . c. fr. F. streptocarpa Hedw. Auf Nagelfluh. V x . M 1( st. F am. F 'un a ri aceae. Funaiia hygrometrica L. Auf Erde. V 2 . M 2 . c. fr. var. patula Bri/ol. eur. An überschwemmten Stellen der Litoralzone. V 3 . M 3 . c. fr. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. lût h' a m. Bryaceae. Bryum pendulum Hum. An sandigen Stellen. V 2 . M;,. c. fr. />'. turbinatum Hedio. f. typica. Auf Nagelfluh in der Litoralzone. V 2 . M 2 . st. rar. gradlescens Schimp. An vom Wasser verlassenen Stellen am Ufer. V 3 . M 3 . st. rar. riparium Amann. 1 ) Dem B. gemmiparum de Not. sehr ähnlich. Auf Nagelfluh des Tiers. Y,. M v st. />'. caespiticium L. An sandigen Stellen der Halde. V 2 . M 2 . B. Geheebii ('. M. Auf Nagelfluh am Ufer. V 3 . M 3 . st. /»'. iinifiitriini L. Auf Erde und Gestein. V,. M,. c. fr. cor. cuspidatum A mann. loc. cit. pag. 101. Wasserform im Niveau des Rheins. /;. torquescens Bryol. cur. An sonnigen Stellen der Terrassen. V s . M 3 . c. fr. B. capillare L. Auf Erde und am Fuss der Bäume. \\. M,. st. I-'iiiii. Mniaceae. Milium serratum Schrad. Mauer der Lachsenfalle. Y 3 . M 3 . c. fr. M. h nil uliit um L. Schattige Stelle an der Lachsenfalle. V 3 . M 3 . st. M. affine Ultimi. Wie vorige. V 3 . M :1 . st. M. stellare Reich. Wie vorige. V 3 . M 3 . st. Trib. Pleurocarpae. F a m. I'u ii 1 1 h al m car. Fontinalis antipyretica L. An Steinen im Rhein. Y 2 . M 2 . st. rar. Iti.rti Mililr. Auf feuchtem Gebälk. V :i . M 3 . st. i ) Nouvell. additions et rectif. à la flou- d. .Mousses cl. I. Suisse in Bullet, d. I. Soc. vaud. îles scienc. oatur. 1020. 150 A. Becherer, E. Steiger. G. Lettau. F. gracilis Lindb. An reissenden Stellen. V ;! . M 3 . st. Fam. Cryphaeaceae. Leitcodon sei moitiés L. An Salix und Acer. V 2 . M 2 . st. Fam. Leskeaceae. Leskea polycarpa Fhrh. Auf Fraxinus und Populus nigra. V 2 . M 2 . c. fr. Anomodon viticulosus L. An Rinde und Gestein. V 2 . M 2 . st. A. attenuatus Schreb. Auf Rinde. V 2 . M 2 . st. Thuidium abietinum L. Auf den Terrassen. V 2 . M 2 . st. Fam. Hypnaceae. Pylaisia polyantha Schreb. Auf Populus nigra. Y 1 . M 1# e. fr. Cylindrothecium orthocarpum La Pyl. (C. eoneinnum de Xot.) Auf den Terrassen. V 2 . M 2 . st. Homalotheciwm sericeum L. Auf Nagelfluh und Baumrinde. V 2 . M 2 . st. Camptothecium lutescens H mis. Kiesige Stellen. V 2 .. 3 . M. 2 _ 3 st. Brachythecium albicans Neck. Sonnige Stellen der Terrassen. V 3 . M 3 . st. B. glareosum Br. eur. Auf Heiden. V 2 . M,. st. />'. salebrosum Hoff»/. An Baumwurzeln und im Gebüsch. V 2 . M 2 . c. fr. B. rutabulum L. Auf Erde und am Fusse der Bäume. V 2 . M 2 . c. fr. rar. plumulosum Bryol. eur. \ T 2 . M 2 . st. rar. robustum Bryol. car. V 2 . M 2 . st. B. rirnlare Bryol. eur. rar. cataractarum Saut. Auf überfluteter Nagelfluh im Rhein. V 2 . M 2 . st. B. populeuin Hedw. Auf bodenfeuchten Bäumen. V 2 . M 2 . st. Eurynchium crassinervium Tayl. Schattige Mauer hei der Lachsenfalle. V 3 . M 3 . st. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. Loi E. praelongum L. Ah 1 1 sandiger Erde. Y,. M,, st. Bhynchostegiella tenella Dicks. Auf Kalksteinfragmenl im Gebüsch. V :t . M.,, c. fr. Tthynchostegium murale Hedw. Auf Nagelfluh. Y,. M,. Plagiothedum Roeseanum Hampe. Ain Fusse von Salix alba. V s . M.,, st. /'. denticulatum L. Auf ülmus. \,. M,, -t. Amblystegium serpens L. Auf Rinde von Populus und Hedera. \ ',. M,, c. fr. rar. tenue Schrad. V 2 . M 2 . A. nm il m Herlw. An sandigen Orten im Gebüsch. Y,. M,, c. IV. A, ri fini i ii m L. An Steinen und Wurzeln des Ufers. Y,. M,, st. par. elongatum Bryol. cur. An feuchtem Holz. V 3 . M 3 . st. .-/. irr ii/ii h m Wils. An Steinen im Rhein. V 2 _ 3 . M 2 . A. filicinum L. Grasige Stellen am Ufer. V 3 . M 3 . st. Chrysohypnum Somrnerfeltii Myrin. Auf beschatteter Nagelfluh. V 3 . M 2 . c. Er. C. chrysophyllum Brid. Auf Nagelfluh. V 3 . M 3 . st. C protensum Brid. An feuchtem Gestein am Ufer. Y,. M :! . ( 'tenidium molluscum Hedw. Mnuer bei der Lachsenfalle. V 3 . M 2 . Drepanium cupressiforme L. Auf Rinde, nur wenig auf Nagelfluh. V 2 . M 2 . st. Hygrohypnum palustre L. Auf überfluteter Nagelfluh im Rhein. \ ,. M 2 . st. Acrocladium empidatum L. Am grasigen I Ifer. V 2 3 . M 3 . Herr Dr. J. Amann, Verfasser «1er „Moosflora der Schweiz". hatte die Güte, meine Bestimmungen der Moose zu revidieren, wofür ihm an dieser Stelle der beste Dank ausgesprochen sei. 152 A. Becherer, E. Steiger. (1. Lettau. IV. Die Gefässpflanzen der Rbeinhalde. Von A. Becherer. Die nachfolgende Liste führt in systematischer Anordnung alle von mir im Reservat (Halde und Ufer) beobachteten Arten von Gefässpflanzen auf. Ausserdem enthält sie von mir nicht bestätigte Angaben anderer, früherer Beobachter. Von einigen dieser älteren Vorkommnisse ist freilich nicht sicher, ob sie sich auf das jetzige Reservat am Rhein beziehen. Ich glaubte indessen diese unsichern Angaben ebenfalls aufnehmen zu sollen, habe sie jedoch mit ? kenntlich gemacht. Die Häufigkeit der von mir nachgewiesenen Arten habe ich im allgemeinen mit Ausdrücken wie „mehrfach", ..im obern Teil" angegeben und. mit Rücksicht auf den geringen Umfang des Ge- bietes, verzichtet, die einzelnen Standorte näher zu bezeichnen. Bei polymorphen Arten ist bemerkt, in welchen Formen sie im Reservat vertreten sind. Gelegentlich folgen Notizen phäno- logischer Natur, öfters Hinweise auf Literatur oder Herbarien, besonders bei Arten, deren Vorkommen an der Rheinhalde schon unsern ältesten Floristen (f. Bauhin, La Chenal. Hagen- bach) bekannt gewesen ist. 1 ) Bei der Bestimmung schwieriger Genera und Species hatte ich mich der Hilfe einer Reihe von Spezialisten zu erfreuen. So bin ich folgenden Herren für ihre freundlichen Bestimmungen oder Revisionen zu grossem Dank verpflichtet: P. Aellen in Basel (Chenopodiiim) , Dr. E. Baumann in Zürich (einige Wasser- pflanzen), Dr. J. Briquet in Genf (einige Labiaten und Rubiaceen) , Dr. IL Gains in Zürich-München (Erophila), F. Käser in Zürich (Hieradurn), Prof. Dr. R. Keller in Winterthur (Bubus sect. Eubatus, Bosa), Walo Koch in Zürich (Carex grex muricata), Dr. F. v. Tavel in Bern (Asplenium Buta muraria), Prof. Dr. A. Thellung in Zürich (besonders Ruderal- und Adventiv- pflanzen), Prof. Dr. E. Wilczek in Lausanne (Equisetum) und C. IL Zahn in Karlsruhe (Hieracium). Ausserdem verdanke ich dem Botanischen Museum der Universität Zürich (Vorsteher: Prof. Dr. Hans Schinz) einige Bestimmungen. Durch Überlassung von Herbarmaterial zu Vergleichszwecken halien mich ferner verpflichtet die Herren Dr. A. Bin/, und P. Aellen in Basel. x ) Bei einigen ruderalen Vorkommnissen, für die schon ältere Angaben existieren (z. B. Leonurus Cardiaca), hat natürlich die Nennung der alten Quelle nicht den Sinn, als hätten sieh die Pflanzen bis heute erhalten: in diesen Fällen entsprechen meine Funde vielmehr neueren Verschleppungen. Flora des Naturscmitzresérvates Kheinhalde. Iô:i In 'In- systematischen Anordnung und Nomenklatur der • inzelnen Arten folge ich, mit wenigen Abweichungen, der ..Flora der Schweiz" von Schinz und Keller, [I.Teil, 3. AufL (1914). Die Ausdrücke „oberer" und „unterer Teil" beziehen sich auf die durch den Fähreweg gegebene Zweiteilung '1rs Gebietes, ebenso „oberer" und ..unterer Schuttplatz". Dir „Insel" („Lach- senfalle" Steigers, ein Einbau in den Rhein) liegt ganz oben, nahe der Landesgrenze. Angewendete Abkürzungen sind: Res. = Reservat, EBB = Eisenbahnbrücke, Herb. helv. = Herbarium helveticum der Basier Botanischen Anstalt. Bei zahlreichen der für das Reservat verzeichneten Arten gebe ich. wie ich hoffe zum Vorteil der Liste, im Anschluss an ihr Vorkommen an der Rheinhalde Bemerkungen über ihre sonstige Verbreitung um Basel und besonders im Rheintal oberhalb Basel. Wenn in Abschnitt I die Pflanzenwelt unsres Re- servates als charakteristisch für das steile Rheinufer, wie es von Basel aufwärts ausgebildet ist. bezeichnet wurde, so soll dies nun hier an Beispielen gezeigt werden. Es konnte sich indessen nicht darum handeln, alle, also auch die bereits in der Literatur verzeichneten Vorkommnisse anzuführen. Dies hätte den Umfang der vorliegenden Arbeit viel zu sehr vergrössert. Dagegen sollen hier mehrere be- merkenswerte, von mir in jüngster Zeit angestellte Beobachtungen verwertet werden: im übrigen muss stets auf die einschlägigen Floren und sonstigen floristi- schen Arbeiten (s. Literaturverzeichnis) verwiesen werden. Ebenso schien mir bei manchen Arten eine Bemerkung am Platz zu sein über ihr Vorkommen in und um Basel (manche der im Reservat nachge- wiesenen Arten konnten bei uns überhaupt als weiter verbreitet festgestellt »erden), oder über das Auftreten von Varietäten, über die Natur der Stand- orte usw. Bei den Standortsangaben aus der Basler Gegend sind übrigens ausser meinen eigenen Beobachtungen auch Funde anderer verweilet, so vor allein der Herren Dr. H. Christ in Riehen, P. Aellen. Dr. A. Binz und W. Weber in Basel und M. Gyhr in Xeu-Allschwil. All den Genannten möchte ich auch an dieser Stelle meinen besten Dank aussprechen für die mir in zuvorkommender Weise mit- geteilten Notizen. Weitere Angaben sind unserm Institutsherbar entnommen. Ferner verdanke ich Herrn Walo Koch in Zürich mehrere Mitteilungen aus dem aargauischen und badischen Rheingebiet. Alle Angaben, bei denen kein Beobachter genannt ist. stammen von mir. Nur selten stellt für Eigenbeobachtung das Zeichen!. Liste der im Reservatgebiet an der Rheinhalde nachgewiesenen Gefässpflanzen. \. Pteridophyta. Cystopteris fragilis (L.J Berrih. ssp. fragilis (L.) Milde I ferfelsen. Mehrfach, spärlich. In den Formen: ] Hr. dentata (Dickson) Hooker (nur als Jugendform), '"/. pinnatipartita Koch /. cynapiifolia Koch (grosse Schattenform) and f. anthriseifolia Koch. 154 A. Becherer, E. Steiger. G. Lettan. Dryopteris Bobertiana (Hoffm.) Christensen (Jferfelsen. An 2 Stellen. Schon Hagenbach Herb. 1833. Am Rhein oberhalb Basel vielfach. Linkes Ufer z. B. : Birsfelden, Rhein- feklen-Ryburg, Mumpf— Stein— Sisseln-Laufenburg. Rechtes: Oberhalb Badisch- Rheinfelden, Wallbach-Säckingen, Murg-Kleinlaufenburg. Auch an Mauern in der Stadt: z. B. Uferbord St. Albanrheinweg, Pelikan weg. /). Fili.r «ms (L.) Schott Uferfelsen und -mauern. Mehrfach, vereinzelt. Kleine, zur var. crenata (Milde) Briq. gehörende Form. Auch sonst in und um die Stadt öfters an Mauern, z. B. bei der Schwimmschule. /). lobata (Hudson) Seh. u. Th. Unter Felsen am Ufer. Mehrfach. Ausser der typischen Form auch Jugendformen (f. Plukenetii [Loisel.]). Sonst im Wald: charakteristisch für bewaldete Stellen am linken Rheinufer von Basel aufwärts, z. B. Hard, Äugst, Rheinfelden. Stein-Sisseln. Laufenburg usw. Ahnlich Rheinhalde bei Kleinlaufenburg. Asplenium Trichomanes L. Felsen und Mauern. Mehrfach. Auch eine zur. var. lobato- crenatum Leu», n. DC. (cf. Uhrist 1900 S. 92) gehörende Form: Fiedern gekerbt-gezähnt bis lappig eingeschnitten, die untern I irait keilig-rautenförmig. 1 ) .1. Dtride Hudson Uferfelsen. An 2 Stellen, spärlich. In der gewöhnlichen Form (f. typicum Luerssen). A. Adiantum nigrum L. ssp. nigrum (Lam.) Heufler Uferfelsen, spärlich. Wenig geteilte, zur var. lancifolium (Mönch) Heufler gehörende Form. A. B-uta muraria L. Felsen und Mauern. Häutig, besonders am Ufer. Sehr formen- reich. Herr Dr. F. v. Tavel (Bern) hatte die Freundlichkeit, einige Proben meines Materials zu bestimmen. Danach kommen folgende Formen im Gebiet vor (Gruppierung und Benennung nach Christ 1903): Var. Brunfelsii Heufler. häufig. Dazu lus. microphyllum (saisondimorph). - Var. calcareum Becker. Klein, mit wenigen ungeteilten oder 3-zähligen Abschnitten (aber doch wohl nicht blosse Jugendform). - Vor. leptophyllum Wallr. Schattenform, vereinzelt unter der var. subtenuifolium. - Var. ellipticum Christ. \' ■ variegatum darstellt, also zum Formenkreis des E. trachyodon A. Br. gehört! Wie mir die Herren Baumann und Walo Koch mitteilen, ist E. trachyodon, und zwar in typischer Ausprägung, nach dir Revision der Herbarien der E. T. H. Zürich durch Dr. (;. Samuelsson (Up- sala) und nach einem neueren Funde von Herrn Koch auch von andern Stellen am Rhein zwischen Basel und Schaffhausen nachgewiesen. Von diesen Vor- kommnissen möge hier nur soviel mitgeteilt werden: es gehört zu E. trachyodon auch eine ehemals von Dr. W. ßernoulli am Rhein bei der Klyheckinsel bei Hasel g< sammelte Pflanze (Herb. Zürich u. Basel; identisch mit Exemplaren von Karls ruhe'i: ebenso gehört hierher die bereits mehrmals umstrittene, von Lüschei bei Kelsenau- Koblenz gesammelte Pflanze, die Lüscher selbst für E. hiemale variegatum zu halten geneigt war. 156 A. Becherer, E. Steiger, <■. Lettau. Auch sonst bei uns da und dort an Mauern verschleppt, z. B. Pelikanweg Basel. C. Monocotyledones. Potamogeton perfoliatus L. 1 ) Im Rhein. Mehrfach. Ausser dem Typus auch in den Formen cordatolanceolatus M. u. K. u. densifolius Meyer. Im Rhein auch z. B.: Augst^Rheinfelden-Beuggerboden, Mumpf-Stein- Sisseln; Wyhlen. Herthen, Badisch-Rheinfelden, Beuggen. /'. crispas L. Im Rhein. Mehrfach, im obern Teil reichlich; im Schlamm auch die /. serrulatus (Schrader) Ttchb. Im Rhein auch z. B.: Wyhlen, Warmbach; Rheinfelden-Beuggerboden (J. Kunz. !); Rietheim (Koch u. ! ). Die /. serrulatus (sterile Winterform resp. Jugend- oder Tiefwasserform) um Basel auch: Lange Erlen. Gräben beim Spitalmattgut Riehen, Tümpel am Rhein zwischen Äugst und Rheinfelden; Gräben Lörrach— Brombach (Dr. Lettau). Schon Hagenbach (1821 S. 162) kennt diese, keineswegs seltene Form („foliis planis, longioribus") und hält sie richtig für eine .Jugendform (Loc: Schützenmatt - weiher. bei Äugst). P. pectinatus L. Im Rhein. Im uliern Teil mehrfach, in grossen Rasen. An- scheinend nur in der Dar. vulgaris Cham. u. Schlecht. Im Rhein an vielen .Stellen: Birsfelden, Äugst. Rheinfelden. Ryburg, Mumpf- Stein-Sisseln; unterhalb Zurzach (Koch u. !), Kaiserstuhl ; Grenzach, Wyhlen. Herthen. Warmbach. Badisch-Rheinfelden, Beuggen. Riedmatt. /'. densus L. Im Rhein. 1919 1 verschwemmtes Exemplar. In der rar. laxus Opiz f. sérratus (L.) Ascherson. Zannichellia palustris L. Im Rhein. Mehrfach, im obern und untern Teil. Mächtige Hasen im fliessenden Wasser, auch spärlich im Ufersand. In der rar. genuina Ascherson. Auch im Rhein zwischen der Eisenbahnbrücke und dem Schaffhauser Rheinweg. Elodea canadensis Michaux Im Rhein. Ein grösserer Bestand alljährlich im obern Teil, sonst vereinzelte Pflanzen. Fehlte noch zu Hagenbachs Zeiten der Basier Flora. Jetzt um Basel vielfach. . I ndropogon Ischaemon L. Halde, Terrassen. Vielfach und häufig. Beim alten Zollhaus auch am Rand der 'lie Strasse begrenzenden Wiesen. Bis Ende ') Einige Potamogetonen hat Herr Dr. E. Baumann (Zürich) freundlich revidiert. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. I">7 Oktober blühend. Schon C. Bauhin 1622 S. 11: in via versus Crentzachum ad Rhenum. (Vgl. Tafel V, Fig. 2.) Am Rhein auch bei Grenzach und Wyhlen. mehrfach: Rheinhalde Wann- bach-Badisch-Rheinfelden. Panicum sanguinale L. Schutt. Uferkies. Mehrfach. In der rar. vulgare (Schröder) Doli; auch eine hohe, kräftige Form (f. esculentum [Gaudin \Goiran). P. Ischaemum Schreber Rheinkies unterhalb der Fähre 1921. 1 Stock. In der var. typicum (A. u. (1.). I'. »ni luteum L. Schutt, Uferkies. Mehrfach. In der var. contractu ni Alef. /'. Crus c/alli L. uferkies, an 2 Stellen. In den var. longisetum Doli u. brevise- l:iin Doli; ferner von var. brevisetum auffallend kleine, nieder- liegende Formen (zu /. pauciflorum A. u. (!.). Setaria glauca (L.) R. it. S. Auf 8ehutt ob der EBB. 1918 ferner an 1 Stelle im Uferkies. N. italien (L.) R. ii. S. ssp. viridis (L.) Thell. (S. viridis ssp. eu- viridis Briq.!) Halde, Terrassen, an den Wegen. Vielfach. In der var. recli- iiata (Vill.J Volkart (meist stark ausgeprägt); auch rot über- laufene Formen (/. Weinmannii \R. u. S.]). Phalaris arundinacea L. Am Ufer. Mehrfach, besonders im obern Teil. J'h. canariensis L. Oberer Schuttplatz 1918. ferner 1918 u. 1919 je an 1 Stelle im Uferkies. Anihoxanthum odoratum L. Grasplätze, mehrfach. Rand der Strasse, Halde. Ufer. In den Formen: Var. typicum Beck, rar. glabratum Celak. subvar. vulgatum .1. u. G. n. subvar. wmbrosum Holle l'hh'inu paniciilatiim Hudson '? Res.: „Rheinhalde gegen Hörnli": Lüscher in Binz (1901 S. 24 u. später). Von mir (und andern) nie gesehen. Vielleicht Verwechslung mit der folgenden Art. 1 ) 'i Meine Anfrage an Lüscher (März 1919) blieb unbeantwortet. 158 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. Ph. phleoides (L.) Simonkai Halde, Terrassen, vielfach und reichlich. Formen: Vers. var. angustifolium (Beck) u. vers. rar. latifolium (Beck), ferner rar. interruption (Zabel) u. rar. blepJiam/ies (A. u. G.) (diese Form stark ausgeprägt mehrfach, auch Binz Herb. 1904). Schon C. R. Preiswerk Herb. 1818, G. Bernoulli Herb. Am Rhein oberhalb Basel auch: Grenzach-Wyhlen-Herthen vielfach, bei Herthen auch stark rot überlaufene Pflanzen ( = /. purpurascens TheU. u. Zimmern*, i. zugleich nir. blepha rodes. I'li. pratense L. Grasplätze am Ufer. Mehrfach. In der var. typicum Beck, doch auch mit kurzer Ahrenrispe. Alopecurus myosuroides Hudson Ufer, im Sand und Kies. 1018 an 2 Stellen. Auch sonst im Rheinbett, so mehrfach unterhalb der Wiesenmündung. Schon Hagenbach (1821 S. 42) sagt: etiam in sabulosis Rheni. Agrostis Spica venu L. Oberer Schuttplatz, ferner mehrfach an den Wegen, auch an Grasplätzen und im Gebüsch. A. alba L. Grasplätze, Gebüsche. Vielfach. Am Ufer meist hohe Formen: var. major Gaudin, durchweg in der svirvar. süratica (Host) Gaudin : am Wasser ferner die var. prorepens (Koch) Ascherson. Längs der Strasse und an der Halde meist die var. genuina (Schur) A. u. G., in den subrar. flavida (Schur) A. u. G. u. decumbens Gaudin. Die var. major auch sonst um Basel vorherrschend in der unbegrannten Form (stibvar. süratica). A. tennis Sibth. An 1 Stelle im untern Teil, Grasplatz. In der var. genuina (Schur). Calamagrostis Epigeios (L.) Both Im obern Teil an 1 Stelle am Ufer. Spärlich. Am Rhein oberhalb Basel an vielen Stellen, so: Birsfelden-Rothaus mehr- fach, R yburg-W allbach , Sisseln-Laufenburg ; unterhalb Zurzach (Koch u. ! ). Zurzach-Rekingen; Grenzach, Wyhlen, Niederschwörstadt-Wallbach-Säckingen; unterhalb Kadelburg. C. Pseudoph rag mites (Haller) Bau mg. Im untern Teil an 1 Stelle am Ufer. 1 Stock. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. l">it Huhns la mit us L. Grasplätze, auch im Uferkies. Mehrfach. In den Formen (± ausgeprägt): Var. coloratus Rchb. (= Typus) n.var.albovirens Rchb. H. mollis L. Gehüsehe. Im uliorn Teil an einigen Stellen. Deschampsia caespitosa (L.J Pal. Ufer. Mehrfach, besonders im obern Teil. In der rar. genuina (Rchb.) Volkart. Trisetum flavescens (L.J Pal. ssp. pratense (Pers.J A. u. G. Grasplätze. Mehrfach. In den Formen: Var. glabratum Ascherson u. var. villosum Fielt subvar. lutescens (Rchb.) Ascherson. Arena fatua L. s. 1. Ssp. fatua (L.) TheU.: Ufer ob Wer EBB 1920. In der var. glabrata Peter »i . Ssp. sativa (L.) TheU.: Ob der EBB, oberer Schuttplatz. Formen: Var. diffusa Neilr. subvar. mutica Alef. u. subvar. arisiata Krause. A. pubescens Hudson Grasplätze, besonders längs der Strasse. Auch ± rar. flaves- cens Gander. A. sterilis L. ssp. byzantina (C. Koch) TheU. Rheinkies oberhalb der EBB 1920. Auch var. biaristata (Rachel) TheU. Arrhenatherum elatius (L.) M. it. K. Grasplätze, vielfach. Ferner im Uferkies. In der gewöhn- lichen Form (rar. vulgare Fries). Cynodon Dactylon (L.) Peru. Ödland. Wege, mehrfach: ob der EBB an 2 Stellen, Weg zum untern Schuttplatz, bei der Fähre an 2 Stellen. (Auch in der Nähe des Res. am Beginn d. äusseren Grenzacherstrasse.) Koeleria cristata (L.) Peru. Halde, Terrassen. Vielfach und häufig. Meist leidlich typische ssp. gracilis (Pers.) A. u. G.; auch Annäherungsformen an rar. pseudocristata (Domin). Schon Fr. Bernoulli Herb. Mehr oder weniger typische ssp. gracilis um Basel und im Rheingebiet auch: Einst beim Aeschentor (R. Preiswerk Herb. 1844), an der Birs zwischen St. Jakob und Neue Welt (Binz. Aellen), Reinaeher Heide (Lüscher, Weber. !), an der Birs bei Dornach (Binz). Hornfelsen und Dinkelberg Grenzach-Wyhlen. 160 A. Becherer, E. Steiger. G. Lettau. Rheinhalde Grenzach, Wyhlen. Herthen, Warmbach. Badiseh-Rheinfelden; Oflingen; Fahrhaus Waldshut mehrfach; Thiengen. Kadelburg-Dangstetten, D.-Rheinheim, Hohenthengen und Umgebung. Augst-Rheinfelden an der Bahn- linie (Lüscher 1918 S. 185. !). l'nterhalb Basel in der Rheinebene und auf den angrenzenden Hügeln verbreitet. Meli ca nutans' L. Gebüsche. Mehrfach, besonders im obern Teil. Briza media L. Grasplatz auf der Insel. In der var. typica A. u. G. Dactylis glomerata L. Grasplätze, Gebüsche. Vielfach. In den Formen (^ aus- geprägt) : Var. typica Posp. u. rar. pendula Du mort. Cynosurus cristatus L. Grasplatz auf der Insel. Poa compressa L. Ufermauern und Gebüsch an je 1 Stelle im untern Teil. 1918 auch 1 Exemplar im Rheinkies. In der rar. typica Beck (auch vers, subrar. umbrosa Beck). P. bulbosa L. Halde und Terrassen. Vielfach, auch im Gebüsch. Meist in der ririparen Form. Schon R. Preiswerk Herb. 1827: am Rhein gegen Grenzach. Im Rheingebiet oberhalb Basel vielfach: Am Rhein bei Grenzach, Wyhlen. Herthen-Warmbach-Badisch-Rheinfelden, Beuggen-Riedmatt ; beim Bahnhof Brennet; Kleinlaufenburg (Lüscher, !). Hauenstein. Albbruck, Dogern, unter- halb Kadelburg; Felsenheide bei Hohenthengen (Lüscher 1918 S. 188. ! ). P. annua L. Grasplätze, Wege, Uferkies. Vielfach. In der rar. typica Beck. P. nemoralis L. Gebüsche, im Humus von Baumstrünken, Uferkies. Vielfach. In der var. vulgaris (Gandin) M. u. K., auch als subrar. tenella Rchb. P. palustris L. Ufer. Im untern und obern Teil, mehrfach. In der var. effusa (Rchb.) A. u. G. und (selten) var. glabra (Doli) Ascherson. Am Rhein oberhalb Basel auch: Birsfeldhof-Fährehof-Hard-Grenzacher Fähre, Augst-Rheinfelden. Ryburg- Wallbach, Mumpf-Stein-Sisseln- Laufenburg: Rietheim, Zurzach (Koch u. ! ), Zurzach-Rekingen. Kaiserstuhl; Grenzach, Albmündung, Kadelburg. Vorherrschend die var. effusa. die rar. glabra z. B. am Rhein beim Waldhaus. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. Itil P. trivialis L. Grasplätze. Verbreitet, besonders am Ufer (hier bis 1,4 m hoch). Ferner auf Schult und im Rheinkies. In der rar. vulgaris 1,'rhh.. auch als /'. stricta DHU. P. praU nsis L. Grasplätze. Vielfach und häufig. Formen: Var. vulgaris (GaudinJ Doli, so an feuchteren Orten: var. angustifolia (L.) Sm., so an den trockenen, sonnigen Stellen, auch als subvar. collina Schur (kleine Form, auf den Terrassen); mehrfach in der /'. colmata Weihe ampl. ■ ria fluitans (L.) R. Br. s. 1. Im obern Teil an 1 Stelle am Ufer. In der ssp. eu-fluitans Hacket. Vulpia Myurös (L.J Gmelin Oberer Schuttplatz 1919. Schon C. R. Preiswerk Herb. |s|:ï: Rheinufer gegen Grenzach. Etuderalpflanze, in und um Basel vielfach. Schon Hagenbach (1821 X. 91) - ■ i _ 1 : satis frequens. /'• stUCÜ nrnia L. Nach meinen Beobachtungen nur in der mj>. duriuscula (L.) Koch. Halde und Terrassen, häufig. Schon* 1 . Bauhin 1622 S.7: ad ripam Rheni versus Crentzachum. Meisl m hohen, kräftigen Formen: Var. crassifolia (Gaudin) Hackel u. vers. var. trachyphylla Hackel, ferner eine zwischen var. gradlior Hackel u. var. crassifolia stehende Form (det. Bot. Mus. Univ. Zürich). /•'. rubra L. Grasplätze'. Mehrfach. In der var. genuina Hackel. !■' . gigantea ( L.j 1'///. Ufer. An mehreren Stellen. In der rar. typica A. n. ll) Volkart, blaugrüne, zur folgenden Art über- leitende Formen. Die Blattscheiden sind nicht nur bei der rar. caesium (Bolle) behaart, son- dern öfters auch bei der typischen Form; so stark bei einer Pflanze vom Rhein- ufer bei Kleinhüningen. A. intermedium (Host) Pal. rar. arenosum (Spenner) Thell. 1 ) Halde und Ufer. Vielfach. Öfters grössere Bestände bildend. Schon La Chenal Herb. : versus Grentzach, Christ Herb. 1848 usw. (Vgl. Tafel V, Fig. 1.) Eine Pflanze, über deren systematische Stellung ich noch keineswegs im klaren bin. Extrem xerophile Formen (stark glauke, mit eingerollten, stechenden Blattspreiten) wird man leicht von A. repens unterscheiden; anderseits finden sich vielfach Pflan- zen, die zu hohen Formen von A. repens übergehen. Ob es sich hier um Bastarde handelt, oder aber, was ich eher glauben möchte, um Rassen eines einzigen grossen, fluktuierenden Formenkreises, werden natürlich nur Kulturversuche zu zeigen vermögen. Auch wird man zur Vergleichung mit unserer Pflanze, abgesehen von den ausserschweizerischen Formen, die Pflanzen des Wallis, des Tessin, des Unter-Engadin heranzuziehen haben, was mir nur in beschränktem Masse möglich gewesen ist. l'm die Stadt auch: Uferstrasse (approx.), schon Hagenbach (1834 S. 480): prope Cliben; ehemals auch zwischen Riehen- und Bläsitor (Hagenbach 1821 8. 119). Riehen (Christ, Berichte Schweiz. Bot. Ges. XX1V/XXV [1916], 164). Rheinvorland bei Kleinhüningen von der Wiesenmündung bis zur Grenze (schon Hagenbach 1821 S. 118). bis vor kurzem in Menge, jetzt vernichtet (Rhein- hafenbau). Unterhalb Basel in Baden: Rheinufer und -Vorland Kleinhüningen- Märkt (Binz 1915 S. 182, Aellen, !) -Istein-Kleinkems-Rheinweiler (soweit Ge- ») Berichte Schweiz. Bot. Ges. XXIV/XXV (1916), 164; hier Synonymie. H'4 A. Becherer. IC. Steiger. <;. Lettau. biet begangen) vielfach und in Menge; für Markt schon von Hagenbaeh (1821 S. 118) angegeben. Isteiner Reben und Felsen. Elsass: Hiiningen (W. Bernoulli Herb.. Binz), Neudorf (Binz). Neudorfer Heide (Aellen, !, sehr typisch), Neudorf- Rosenau (Gyhr); wohl auch im Elsass weiter verbreitet. Am Rhein oberhalb Basel: Linkes Ufer: Ob der Birsfelder Fähre und bei der Au (approx.); Augst-Rheinfelden (Hagenbach 1821 8. 188, auch Rhein- insel), bei der „Wanzenau" (Augarten) nahe Rheinfelden (J. A. Müller 1818 sec. Lüscher 1918 S. 194), in dieser Gegend jetzt verschwunden (Stauung!); Rheinhalde bei Stein, reichlich; Rheinufer ob Sisseln (approx.); Laufenburg- Rheinsulz (J. A. Müller 1834 sec. Lüscher 1. c). Rechtes Ufer: Grenzach (schon Binz Herb. 1890). Wyhlen, vielfach; Rheinhalde Warmbach-Badisch-Rheinfelden und oberhalb Badisch-Rheinfelden; Wallbach-Säckingen; Hauenstein; Albbruck. Triticum aestivum L. s. 1. ssp. Spelta (L.) Tliell. Oberer Schuttplatz 1021. 1 Exemplar. Seeale céréale L. ssp. eu-cereale (A. u. G.) Auf Schutt, im Rheinkies. Mehrfach. Ausser der typischen Form auch rar. triflorum DHU. Hordeum vulgare L. s. 1. ssp. distichum (L.) Thell. Unterer Schuttplatz 1919. Gebüsch hei der Fahre 192(1. um die Soldatenhütte 1920. H. murinum L. ssp. eu-murinum Briq. Grasplätze, Wege, auch auf Schutt und im Uferkies. Mehrfach In den /. intermedium Beck u. intercedens Thell. ') ( 'arex muricata L. 2 ) Grasplätze. Halde und Ufer. Mehrfach. ( '. divulsa Stohes Grasplätze. Mehrfach. In den ssp. Chaberti (F. Schultz) A. ii. G. u. Leersii (F. Schultz) W. Koch. C. digitata L. An 1 Stehe im untern Teil. Reichlich. C. diversicolor Crantz (C. flacca Schreber) Halde, Ufer. An 3 Stellen, spärlich. In der rar. eu-glauca (A. u. G.). ('. acutiformis Ehrh. Im obern Teil an 1 Stelle am Ufer. Gruppe von ca. 15 Exem- plaren. r ) Nach der neueren Gliederung von Thellung in: Allg. bot. Zeitschr. XXIV/XXV. 1918/19 (1920). 6. 2 ) Diese und die folgende Art bestimmt von Herrn Walo Koch (Zürich). Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 165 Juncus bufonius L. Im Rheinsand an 1 Stelle im obéra Teil. In der gewöhnlichen Form: var. laxus Celak. (= var. genuinus Coutinho sec. Briquet 1910 S. 250.) ■J. ni pi h us Vill. rar. fusco-ater (Schieber) Bchb. Ufer. Im obéra Teil, an 2 Stellen. Am Rhein oberhalb Ba.sel auch: Birsfelden; unterhalb Warmbach, hier auch in der svbvar. grandiflorus Beyer, mit J. articulatus und Hybriden; Beuggen- Niederschwörstadt; Sisseln-Laufenburg; Rietheim, mehrfach (Koch u. !); Kadelbui e •/. articulatus L. Ufer. Im obern und untern Teil. Mehrfach. In der Rasse eu-lampocarpus (A. it. (j.J : ausser der typischen Form auch sub- rar. pallidiflorus (A. u. G.J, ferner vers, var, congestus (A. u.'G.). Luzula campestris (L.) Lam. u. DC. ssp. vulgaris (Gaudin) A. u. G. Grasplatz auf der Insel, spärlich. In der /. genuina Ascherson. Allium Scorodoprasum L. rar. lypicum Regel Gebüsche, Grasplätze. Mehrfach. Bis 1 m hoch. Auch f. mviparum Hegel. (Auch unterhalb der EBB.) A . rot u ml u m L. '? Res.: „Ad aggerem Rhenum spectantem versus Grenzach": Hagenbach 1843 S. 62 u. almlieh auf einer Etikette im Herb, (bei Exemplaren von Istein). Belege leiden. A. vineale L. Halde bei der Fähre und an 2 Stellen im untern Teil. Nur in der var. compactum (Thuill.) Ascherson (auch vivipar). Die var. compactum um Basel vorherrschend. Die var. typicum A. ». 0. /.. B. bei Allschwil, südlich ..vordere Allmend". A. sphaerocephalum L. ■? Res.: „Ad ripam Rheni sinistram (sie!) versus Grenzach": Hagenbach 1843 S. (il u. auf einer Etikette im Herbar. Belege fehlen. Auch übergegangen in Doli (1857 S. 353). -letzt sicher nicht vorhanden. .!. Sihni'iiiipiiislilil L. Ufer. Im untern und obern Teil je 1 Gruppe. Im Augusl und September ein 2. Mal blühend. Kleine Form (zu rar. schoeno- prasioides \Fr.] Briq.). Am Rhein oberhalb Basel vielfach, z. B. Birsfelden-Grenzacher Führe; Mumpf— Stein-Sisseln-Laufenburg. ( irenzach, Rheinfelden, Beuggen-Riedmatt- 1 66 A. Becherer, E. Steiger. G. Lettau. Sohwörstadt- Wallbach-Säckingen, Murg-Kleinlaufenburg, Hauenstein-Albbruck- Dogern. oberhalb Waldshut, Rheininsel bei Rheinheini. Öfters blassrosa oder (z. B. bei Birsfelden, Beuggen, Schwörstadt usw.) reinweiss blühend. Auch grosse Formen (zu var. alpinum Lam. u. DC), so eine Pflanze von Sisseln: Stengel bis 53 cm hoch, im mittleren Teil (gepresst) ca. 3 mm dick. Köpfe bis 4.7 em im Durchmesser. A. oleraceum L. Grasplätze, Gebüsche. Mehrfach. \u der var. angustifolium Koch. Ornifhogalum iimbellatum L. In einem Grasplatz im obern Teil, um 1913 (Aellen). Jetzt nicht mehr vorhanden. Muscari racemosum (L.) Lam. u. DC. Grasplatz nahe der Strasse im untern Teil. Asparagus officinalis L. Halde, Ufer. Mehrfach, z. T. in sehr hohen Exemplaren. -In der gewöhnlichen Form (var. campester Gren. u. Godr.). (Auch unterhalb der EBB.) Am Rhein oberhalb Basel auch bei Birsfelden. Grenzaeh-Wyhlen. oberhalb Murg. Kadelburg. Rietheim. In und um Basel häufig verschleppt auf Schutt- plätzen. Bahnhöfen usw. Polygonatum multiflorum (L.) AU. Gebüsche. Im obern Teil, mehrfach. Iris germanica L. „Rheinhalde gegen das Ilörnli" : \V. Bernoulli Herb. 1856. Jetzt nicht mehr vorhanden. Am Rhein bei Basel einst auch ..bei der Baar" (Hagenbach 1821 S. 28). Orchis masculus L. v Im obern Teil nahe der Grenze, im April l'.U8 1 junger Stock. S] läter verschwunden. I). Dicotylédones. Salix alba L. Ufer. Im obern Teil 10 meist recht grosse Bäume, im untern Teil nur kleine Sträucher. S. purpurea L. Ufer. Mehrfach. An 1 Stelle ferner an. der Halde. Z.T. nur ganz kleine Exemplare. Ausser der typischen Form auch rar. styligera Wimmer. Flora des Naturschutzreservates Bheinhalde. 167 S. nigricans Sm. Rheinkies unterhalb der Fähre 1921, 1 kleines Exemplar. S. purpurea X viminalis Ufer im obern Teil heim Galgen „zum Rheinsalm". Ursprüng- lich wohl angepflanzt. Populus tremula L. „Rheinhalde Basel-Hörnli" : A. Buxtorf 1894 im Herb, helv. Jetzt nicht mehr vorhanden. /'. nigra L. Var. genuina Wesmael: Halde und besonders Ufer. Mehrfach. reichlich im obern Teil. (Vgl. Tafel V, Fig. 1.) I ~'. bulbosus L. Grasplätze am Ufer und an mehreren Stellen an der Halde. In der typischen Form (rar. bulbifer [Jord.) Briq.). R. repens L. Ufer. Mehrfach. Ferner auf Schutt. In der var. typicus Beck. ') In mehreren Floren wird unser Standort irrtümlich als im badischen Gebiet befindlich aufgeführt. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 17.". R. (teer L. Vier. Mehrfach, auch auf der [nsel. /'. fluitans Latn. 1 ) Im Rhein. 1918 im untern Teil 1 blühendes Exemplar. Im obern Teil alljährlich reichlich, doch nur steril, auch die Landform (f. terrestris Godron). Im Rhein auch, ausser an den bekannten Stellen (ef. Lüscher 1918 S. li. 207): Unterhalb Rheinfelden (Koch); Ryburg, Sisseln; unterhalb Warmbach, oberhalb Badisch-Rheinfelden, Beuggen. !!. aquatilis /..' Im Rhein. 1919 im untern Teil 1 verschwemmtes blühendes Exemplar. In der var. heleoptylus (A.-T.) Beck. Im Rhein auch: Unterhalb der Wiesenmündung (1918 1 Exemplar); oh den „Rheinhäusern" Grenzach; Augst-Rheinfelden mehrfach. Beuggerboden. In im Heimenholz, Möhlin-Wallbach. R. flaccidus Pers. rar. paucistamineus (Tausch) Rhein und Ufer. Mehrfach, im obern und untern Teil (auch unterhalb der EBB). Ausser der gewöhnlichen Form (im Wasser) auch die /'. terrestris (Gren. u. Goär.), im Sand. Die /. tn-nxtris scheint um Basel nicht selten: Rheinufer bei Birsfelden. bei der Au. Grenzach, Mumpf-Stein, Markt; Tümpel bei Stein (approx.); Gräben im Wiesental bei Schopfheim und Maulburg; Weiher in Burgfelden; Seewencr Weiher. Thalictrum aquilegiifolium L. Ufer, im Gebüsch. Im obern Teil an 1 Stelle reichlieh, ferner spärlich im untern Teil. Am Rhein auch, ausser an den bekannten Stellen: Bei der Birsfelder Fähre, i lothaus. Schweizerhalle, Augst-Rheinfelden. Baden: Unterhalb Kleinhüningen (früher auch innerhalb der Grenze: Prof. A. Buxtorf); Horn-Grenzach— Wyhlen, Rheinfelden, Beuggen-Riedmatt-Niederschwörstadt- Wehramündung- Wallbach- Säckingen, Murg. Hauenstein— Albbruck-Dogern-Waldshut, Fahrhaus- Wutach- mündung, Kadelburg. K.— Rheinheim. Th. // a rinn L. '.' Res.: „In aggere ad Rheni ripam inter urbem et Hörnlein": Hagenbach 1834 S. 59. Beleg fehlt. Berberis vulgaris L. Abhänge, Felsen, Gebüsche. Vielfach. Papaver somniferum L. Strassenbord, Halde. Schuttplätze. 1918—20 an In der ssp. eu-somniferum Briq. ') Material z. T. revidiert von Dr. E. Baumann (Zürich). 174 A. Becherer, E. Steiger. G. Lettau. P. Rhoeas L. Uferkies, Schuttplätze, Grasplätze an der Halde. Mehrfach. Ausser dem Typus (rar. genuinum Elkan) auch die rar. Pryorii Dru ce. P. dubium L. Abhänge, Terrassen. Mehrfach. 1918 ferner im Uferkies. Schon Courvoisier Herb. 1882. Unsere Pflanze (mit wenig geteilten Laubblättern und keulenförmiger, am Grunde ± ver- jüngter Kapsel) ist am besten zur var. Lecoquii (Lamotte) Fedde zu stellen. Im Rheingebiet oberhalb Basel vielfach, z. B. : Badisch-Rhehifeklen, Wall- bach-Säckingen, Stein, Laufenburg. Hauenstein, Fahrhaus Waldshut, Rekingen (Aarg.), Rekingen-Lienheim, Küssaberg, Griessen, Hohenthengen. Eschscholtzia Douglasii (Hooker u. Arnott) Walpers 1 ) Verschleppt. Mehrfach: Bord der Grenzacherstrasse 1918. 2 ) oberer Schuttplatz am Rhein 1918; ferner 1919 1 Stock auf dem Weg zum untern Schuttplatz, durch den breitern Cupularrand sich etwas der E. crocea Bentham nähernd (Thellung). Die im Res. beobachteten Exemplare stammen wohl aus einer Gärtnerei an der benachbarten Niederholzstrasse, wo die Pflanze in Menge kultiviert wird und auch verwildert. Chelidonium majus L. Gebüsche. Schuttplätze. Vielfach. Fumaria officinalis L. Grasplätze, Gebüsche, Uferkies. Mehrfach. Lepidium campestre (L.) R. Br. Halde, Ufer. 1918—20 an 3 Stellen. In der /. typicum Posp. L. Draba L. ssp. eu-Draba Thell. Beim Fähreweg. Reichlich. In der var. genuinum, Thell. In den benachbarten Reben beim Grenzacherhorn (Bad.) erstmals im Jahre 1842 für unser Gebiet nachgewiesen (Fr. Ber- noulli im Herb. helv. u. in Ilagenbach 1843 S. 129). L. sativum, L. ssp. eu-sativum, Thell. Oberer Schuttplatz 1921. In der var. typicum Thell. L. densiflorum Sc-Ivrader 1918 1 Exemplar im untern Teil, Uferkies. !) Z. T. bestimmt von Prof. Dr. A. Thellung (Zürich). 2 ) Dieser Fund schon publiziert in: Thellung 1919 S. 734. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 175 L. ruderale L. Mehrfach: Uferkies, Abhänge ob der EBB, oberer Schuttplatz. Iberis amara L. Strassenbord beim alten Zollhaus 1!)18, 1 Exemplar. Gross- blütig ff. niniiKiria Hort.). Wohl verschleppt aus einer Gärtnerei an der Niederholzstrasse (wie Eschscholtzia). Auch sonst um Basel öfters verschleppt, z. B. Wolfbahnhof 1915. Thlaspi arvense L. Uferkies, Schutt. Mehrfach. Th. perfoliatum L. Grasplätze, Gebüsche. Halde vielfach, ferner im Uferkies. Auch Kümmerformen ff. simplicissimum DC). Schon Ende Februar blühend; Am Rhein oberhalb Basel häufig, z. B. Warmbaeh-Rheinfelden, Wallbaeh- Säckingen. AUtaria offidnalis Andrz. Gebüsche. Uferkies. Mehrfach. Sisymbrium altissimum L. 1918 am Ufer im obern Teil an 2 Stellen, je 1 Exemplar. S. officinale (L.) Scop. Wege, Schutt, Gebüsche, Uferkies. Vielfach. Nur in der var. typicum Abromeii. Die var. leiocarfmm DC. scheint um Basel (wie überhaupt in unsern Gegenden) sehr selten: Wolfbahnhof (Weber 1916, Berichte Schweiz. Bot. Ges. XXVI/XXIX [1920], 205), Birsfelden (Aellen 1921). Isatis tincloria L. Halde, Ufer. Mehrfach. Schon C. Bauhin Herb. : ad ripas Rheni Krentzachum; La Chenal Herb.: ad ripam rheni provenit versus Crenzach; W. Bernoulli Herb. 1865 usw. Unsere Pflanze gehört zur var. vulgaris Koch (em.), und zwar, nach der Behaarung der Laubblätter, zur /. sylvestris (Duby). Doch fanden sich auch ziemlich stark (borstig) behaarte, monströse Exemplare. Eruca vesicaria (L.J Cav. em. Thell. Abhang beim obern Schuttplatz 1920. In der ssp. sativa (Miller) Thell. var. vesicaria (L.) Cosson, mit gelben Blüten (teste A. Thcllung). I7(i A. Becherer. E. Steiger, G. Lettau. Sinapis arvensis L. (Brassica arvensis Scheele) Schutt, Grasplätze, Rheinkies. Halde und Ufer, mehrfach. Formen: Subvar. genuina Godron (pro var.) /. leiocarpa Gaudin u. /. media Acloque: subvar. Schkuhriana (Rclib.) Thell. f. glabra (Godron) Thell. Diplotaxis m midis (L.) DC. Oberhalb (und auch unterhalb) der EBB. Schutt. Mauern, Rheinkies. Im Rheingebiet oberhalb Basel vielfach: Am Rhein bei der Au; Grenzach mehrfach. Wyhlen. Säckingen, Bahnhöfe Kleinlaufenburg, Albbruck und Dogern. am Rhein bei Kadelburg. K.-Rheinheim; Schwaderloch. Zurzach. Erucastrum gallicum (Willd.) 0. E. Schulz (E. Pollichü Seh. u. Sp.) Ufer. Mehrfach. Brassica nigra (L.) Koch Kies und Grasplätze am Ufer. Mehrfach, besonders im obern Teil. Z. T. sehr hohe Exemplare. Am Rhein oberhalb Basel vielfach: Birsfelden— Waldhaus, Grenzach, Möhlin- Wallbach. Mumpf-Stein. unterhalb Sisseln und am Ufer der Sisseln nahe der Mündung, bei der Murger Fähre. B. Eapa L. Ufer, Schuttplätze. Mehrfach. B. Napus L. Unterer Schuttplatz 1919. Baphanus Baphanistrum L. em. Caruel Ssp. segetum (Bannig.) Clavaud: Halde und Ufer. Mehrfach. In der subvar. arvensis (Rchb.) Thell. f. albus (Schübl. u. Mail.). Ssp. sativus (L.) Domin: Ufer, auf Schutt im Gebüsch und an der Halde. Mehrfach. Barbaraea vulgaris R. Br. Ufer. Mehrfach, besonders im obern Teil. Armoracia lapathifolia Gilib. (Cochlearia Armoracia L.) Von mir im Res. bis jetzt noch nicht beobachtet. Sonst am Rhein vorüber- gehend vielfach, z. B. bei Birsfelden, Säckingen, Murg. Luttingen, Rheinheim. Boripq islandica ((Jeder) Seh. u. Th. Ufer, im Kies und Sand. Mehrfach. Am Rhein vielfach, z. B. auch bei Birsfelden, Schweizerhalle, Niederschwör- stadt, Säckingen. Um Basel überall, ausser am Wasser auch sehr häufig an trockenen Standorten, auf Schutt und Ödland. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 17 1 /,'. sylvestris (I..) Besser Am Ufer: ob der Führe, eine grössere Gruppe; bei der EBB. spärlich-. Am Rhein auch in der Stadt: St. Johann-. Schaffhauser und Unterer Rheinweg, und unterhalb der Wiesenmündung (hier z. T. mit R. proatrata); ferner von Basel aufwärts: Möhlin. Wallbach, Mumpf (hier mit R. amphibia); Schwör- stadt-Wehramündung. Murg, Waldshut. In und um Basel ausserdem vielfach an trockenen Orten, auf Bahnhöfen, an Wegrändern usw., und ebenso da und dort im Rheintal: Rheinfelden. an der Strasse nach Äugst und Bahnhof; Badisch- Rheinfelden; Möhlin am Rand des Ryburger Hölzli; Waldshut Bahnhof und St Tassenrand. Z. T. Formen, die ich von R. prostrata (rar. stenocarpa) j. terrestris nicht trennen kann. Es gehen wohl beide Arten ineinander über (und ebenso gibt es wohl - nicht hybride — Zwischenformen R. prostrata-amphibia'.), und der Satz Baumanns (1911 S. 337). dass R. prostrata. im Gegensatz zu R. silvestris, stets an die Nähe des Wassers gebunden sei und nie als Ruderalpflanze auftrete, gilt wohl auch nicht allgemein: ich sah Exemplare vom Wiesendamm Basel (auf Schutt. leg. Weber 1915), die sich durch ihre Laubblätter zweifellos als zu R. pro- atrata gehörend ausweisen (aliq. vers. f. riparia!). Nasturtium officinale R. Br. ( Roripa Nasturtium aquaticum Hayek) Im Rhein und im Sand und Kies am Ufer. Mehrfach, doch meist vereinzelt. Auch sonst am Rhein, z. B. bei Birsfelden. hier 1918 sehr kleine Exemplare (zu rar. microphyllum [Bönningh.]). Cardamine impatiens L. Im obern Teil an 1 Stelle am Ufer. Reichlich (ca. 100 Exem- plare). In der /. apetala (Gilib.) 0. E. Schuh. Am Rhein und im Rheintal auch: Rheinufer Birsfelder Fähre- Waldhaus und bei der Au; Hard bei der Au in Menge; Möhliner Forst; Rheinufer Stein- Sisseln (Linder, !) und Sisseln-Laufenburg; Gneisfelsen Etzgen-Schwaderloch; Rheinufer Koblenz-Rietheim und Zurzach-Rekingen; Nurren gegen Mellikon und beim Steinbruch Mellikon. Baden: Rheinufer Säckingen-Murg und in Menge bei der Albmündung; oberhalb Kleinlaufenburg (Koch). C. iiirsuta L. ssp. eu-hirsuta Briq. Grasplätze, Schutt, Rheinkies, auch im Gebüsch. Vielfach. Schon Mitte Februar in Blüte. Lunaria annua L. Verschleppt im untern Teil 1919, wenige Exemplare. Schon 1918 von Dr. Binz gesammelt (B. 1915 S. 210). Capsella Bursa pastoris (L.) Medikus ssp. eu-Bursa Briq. Wege, Grasplätze, Schutt, L'ferkies. Vielfach. In den Formen integrifolia DC, sinuata Schlerhtend. u. pinnatifida Schlechtend. 12 178 A. Becherer, E. Steige)', (i. Lettau. Draba muralis L. Halde, Terrassen, auch im Gebüsch. Mehrfach, meist trupp- weise. Kleine bis sehr kleine Exemplare, aber auch grosse, mit bis 35 cm langem Fruchtstand. Am Rhein oberhalb Basel auch noch bei Grenzach (schon La Chenal Herb.), Wyhlen und Herthen. Erophila rerna (L.) E. Meyer Halde, Terrassen. Vielfach und reichlich. Schon in der 2. Februar-Woche blühend. Nach freundlicher Bestimmung von Dr. H. Garns (Zürich-München) in folgenden Formen: Ssp. praecox (Steven) rar. praecox (DC.) f. praecox (DC), ferner eine der ssp. glabrescens rar. medioxima (Jord.) nahestehende Form (Haare grösstenteils einfach); /. brachycarpa (Jord.), ferner Zwischenformen zwischen var. praecox f. brachycarpa und der pontischen rar. spathulata (Lang). — Ssp. majuscula (Jord.), dazu (prob.) var. brevifolia (Jord.) (leg. E. Steiger). — Ssp. glabres- cens (Jord. em. Rouy u. Fouc.) rar. minuscula (Sudre) (leg. E. Steiger). Arabidopsis Thaliana (L.) Heynh. Grasplätze, Terrassen. Gebüsche, Ufer. Häufig. Auch kleine (Kümmer-)Formen: /. pusüla (Petit) Briq., ferner grosse, mastige Exemplare. Selten im Spätsommer ein 2. Mal blühend. Turritis glabra L. ..Am Rheinufer gegen Grenzacherhorn" : Schneider 1880 S. 66. Jetzt im Res. nicht mehr vorhanden. Am Rhein oberhalb Basel mehrfach: Grenzach. Wyhlen, Warmbaeh, Badisch-Rheinfelden. Wallbach-Säckingen. Murg-Kleinlaufenburg; oberhalb Birs- felden; Etzgen-Schwaderloch. Erysimum cheiranihoides L. 1918 an 3 Stellen am Ufer. Spärlich. Alyssum Alyssoides L. Halde, Terrassen. Mehrfach. Schon Hagenbach Herb.: ad aggerem Rheni juxta viam Grenzacensem. Hesperis matronalis L. Unterer Schuttplatz 1918. Reseda lutea L. Abhänge, Ufer. Mehrfach. Flora des Naturschutzreservatea Rluinhalde. 1 7!» Sedum spurium M. Bieb. Mauern, Felsen. Mehrfach. 1 ) 1918 ferner im Rheinkies ober- halb der EBB. Auch an Mauern am Rhein zwischen EBB und Schaffhausei Rheinweg. S. albuni L. Terrassen. Abhänge, Mauern. Häufig. S. 'irre L. Abhänge, Felsköpfe. Mehrfach. 8. mite (lilib. Halde, Terrassen. Mehrfach, häufiger als S. acre. Saxijraga tridactylites L. (ampl.) ssp. eu-tridactylites Engler it. Irmscher Abhänge, Terrassen, Felsköpfe. Mehrfach. In der var. genui- na Enyler n. Irmscher. Ribes Grossularia L. rar. uva crispa (L.J Sm. Gebüsche. Mehrfach, besonders im obern Teil. Am Rhein oberhalb Basel vielfach, z. B. Birsfelden. Hard, Grenzach, Herthen. Pyrus Malus L. ssp. pumila (Miller) A. u. G. Gebüsch nahe '1er Strasse bei dei Bierburg, I kleiner Baum. P. communis L. 1 Bäumchen im untern Teil. In der var. Pijraster L.-) Crataegus monogyna Jacq. Gebüsche, Hecken. Vielfach. Auch ± inzise Formen. Nach meinen Beobachtungen ist C. monogyna um Basel häufiger als C. oiij- acantha, wie dies vielfach auch für andere Gegenden und Länder angegeben wird (z. B. Wallis. Tessin, Brandenburg). [Gegenteilige Angaben finden sich z. B. bei Gradmann (1900). Baumann (1911). Kelhofer (1920).] H ab us idaeiis L. An 1 Stelle im untern Teil. Hecke. R. bifrons Vest 3 ) Gebüsche, Hecken. Mehrfach. ') Zuerst von Dr. A. Binz festgestellt (1917). 2 ) Im Sinne Schneiders (Handbuch I S. 661 [1906]). 3 ) Die Riibi der Sektion Eubatus bestimmt von Prof. Dr. R. Keller (Winter- thur). 180 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. R. caesius L. Gebüsche, Hecken. Häufig. Auch als /. armatus Focke, fer- ner f. armatus vers. /. glandulosus Focke. R. bifrons X caesius Gebüsche. Mehrfach. In Kellers ..Übersicht- (1911) S. 255) für Basel noch nicht angegeben. Fragaria vesca L. Halde, Ufer. Mehrfach. Potentilla sterüis (L.) Garcke An 1 Stelle im untern Teil, Gebüsch. P. argentea L. Halde, Terrassen. Mehrfach. Gelegentlich bis Mitte Oktober blühend. Ausser der normalen Form auch .zur var. angustiseeta Sauter u. var. tenuiloba (Jord.) Schwarz gehörende Formen. Im Rheingebiet, oberhalb Basel auch: Grenzach, Wyhlen, Badisch-Rhein- felden. Wallbach. Säckingen. Kleinlaufenburg, Luttingen, Hauenstein. Albbruck, Kiesenbach; PJieinhalde bei Stein. P. verna L. Halde, Terrassen. Vielfach. Im Spätsommer oft nochmals blühend, so 1920 noch am 15. November. 1921 am 16. Januar einzelne Blüten. Formen: Var. typica Th. Wolf, ferner der var. incisa Tausch sehr nahestehende Formen. P. reptans L. Halde und Ufer. Mehrfach. In der var. typica A. u. G. Geum urbanum L. Strassenbord, Gebüsche, Ufer. Vielfach. Füipendula Ulmaria (L.) Maxim. 1 fer. Mehrfach. In der var. denudata (Hayne) Beck. Alchemilla arvensis (L.) Scop. 1919 an 2 Stellen: Weg zum untern Schuttplatz und Strassen- bord ob der Bierburg. Sanguisorba minor Scop. ssp. dictyocarpa (Spach) Briq. Halde, Terrassen. Mehrfach. Flora des Xaturschutzreservates Rheinhalde. 181 Rosa ccmina L. 1 ) Gebüsche, Hecken. Mehrfach. In den Formen: Var. lute- tiana (Leman) Baker u. rar. dumalis (Beckstein) Baker, diese auch m einer der f. eriostyla (Rip. u. Dêségl.) E. Keller sehr nahe stehen- den Form. R. dumetorum Thuill. Gebüsche. An 2 Stellen. Nicht blühend, deshalb Var. nieht bestimmbar. '.' R. eglanteria L. Gebüsch im obern Teil nahe der Strasse. Nicht blühend, des- halb Bestimmung unsicher (in Betracht kommt auch R. micrantha Sm.J. Prunus spinosa L. Gebüsche, Hecken. Vielfach. In der var. typica C. K. Schneider ,. praecox Wimmer u. Grab. P. domestica L. ssp. insititia (L.) C. K. Schneider 1 Banni an der Strasse nahe der Grenze, ferner 1 Strauch am Rhein unterhalb der Fähre. P. arm m !.. Gebüsche. Vielfach. Halde und Ufer. Schon Labrain Herb. 1837. P. Mahaleb L. Abhänge. Mehrfach, im obern und untern Teil. Laburnum anagyroides Medikus Unterer und oberer Schuttplatz BUT, 19. (Ferner FUS unter- halb der EBB.) Keimpflanzen. Auch sonst um Basel öfters verschleppt (junge Pflanzen), z. B. Batterieweg 1917. Ononis repens L. Wegrand im untern Teil. In der rar. »litis (Spenner) Seh. u. K. Medicago falcata L. Abhang nahe der Grenze. In der rar. typica Posp. M . sativa L. Auf Schutt ob der EBB. ferner am Ufer und an der Halde nahe der Grenze. ') Die wenigen Rosen revidiert von Prof. Dr. 1!. Keller. 1S2 A. Becherer, E. Steiger. G. Lettau. X M. varia Martyn Abhang nahe der Grenze, mit M. falcata u. sativa. Blüten- farbe: zuerst violett, dann grünlich bis gelblich (nicht umgekehrt!). ..1/. lupulina L. Grasplätze, Schutt, Uferkies. Vielfach. Auch mit drüsen- haariger Frucht. Drüsige Formen (rar. glandulosa M. u. K., /. adenophora el glandulosa jft. Keller) um Basel häufig, z. B. : Bad. Güterbahnhof. Reservat St. Jakob. Reinacher Heide, Oberwil-Allschwil, am Rhein bei Grenzach. M. minima (L.) Desr. Halde, Terrassen. Häufig. Ausser der typischen Form auch Annäherungen an rar. mollissima (Roth) Koch. Bis Mitte Oktober blühend. Schon C. R. Preiswerk Herb. 1827, Courvoisier Herb. 1863. Im Rheintal oberhalb Basel auch: Grenzach-Wvhlen-Herthen, Badisch- Rheinf eklen. M. hispida Gärtner Im Rheinsand und auf Schutt beim untern Schuttplatz, Uli 8 bis 1920 mehrfach. Formen: Var. denticulata (Willd.) Burnat, ferner Zwischenform zwischen dieser und var. apiculata (Willd.) Burnat. Meli lot us albus Desr. Abhänge. Mehrfach im obern Teil. M. officinalis (L.) Lam. Ufer. Mehrfach. In der var. typicus Pnsp. M. sulcatus Desf. rar. genuinus (Iren. u. Godr. Weg zum untern Schuttplatz (und Rheinsand unterhalb der EBB) 1918 1 ); Strassenbord beim alten Zollhaus 191'.». Trifolium pratense L. ssp. eu-pratense A. u. G. Grasplätze, Uferkies. Mehrfach. In den var. spontaneum Willi;, u. sativum Schreber. Auch als monstr. parviflorum Babington. Die monstr. parviflorum um Basel vielfach: Uferbord 8t. Albanrheinweg. Wolfbahnhof, beim Landauerhof. Augst-Rheinfelden. Therwil, Dorf Blauen: Birsfelden, St. Louis (Weber). T. repens L. var. typicum A. u. G. Grasplätze. Mehrfach. Halde und Ufer. Nur in der normalen (weiss blühenden) Form. l ) Teste A. Thellung (Zürich); diese Funde schon publiziert in: Thel- lung 1919. S. 756. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. ls:; Die rötlieh blühende Form (f. roseum Peterm.) scheint stark ausgeprägt am Basel ziemlich selten zu sein; so Grenzach-Wyhlen. T. dubium Sibth. Halde, Terrassen. Mehrfach. Ferner an 1 Stelle am Ufer. T. patens Schreber Rheinkies oberhalb der EBB 1921, 1 Stock. T. campestre Schreber (T. procumbens L.) Abhänge, Terrassen. Vielfach. In der var. winux (Koch) Gremli. V. angustifolium F.. Unterer Scbuttplatz 1921, 1 Exemplar. Kleine, gedrungene Form (zu rar. intermedium [Guss.] Gib. u. Belli). Lotus ornithopodioides L. unterer Schuttplatz Uli'.). 21. In der Schweiz auch in Zürich verschleppt beobachtet (Thellung 1919 S. 739.) Robinia Pseudacacia L. Halde. Vielfach. Kleine und grosse Exemplare. ( 'oronilla Emerus L. Ufer. Mehrfach. Schon Courvoisier Herb. 1881. Auch am gegenüberhegenden Ufer von Birsfelden bis zur Grenzacher F'ähre. Am rechten Ufer ferner bei Badisch-Rheinfelden. Riedmatt-Niederschwör.stadt. Wallbach-Säckingen (hier schon Linder 1905 S. 48). Obersäckingen-Murg. C. varia L. Abhänge. Mehrfach. In der var. typica Beck. ('. scorpioides (L.) Koch Im Rheinsand oberhalb (und unterhalb) der EBB 1918, reichlich. Vida hirsuta (L.) S. F. Gray Hecken im obern Teil, ferner an 1 Stelle f Grasplatz) im untern Teil. In der gewöhnliehen Form: var. eriocarpa ((Iren. it. Godr.) Höh,,. Schon A. Buxtorf Herb. 1803. 1 '. tetrasperma (L.) Mönch Rheinkies oberhalb (und unterhalb) der EBB 1918; Strassen- bord im obern Teil 1919 (Kümmerform, zweisamig). In der var. leiocarpa (Gren. //. Godr.) Bouy. V. Cracca L. ssp. vulgaris Gnu/Im Gebüsche am Ufer. Mehrfach. 181 A. Becherer, E. Steiger. G. Lettau. V. saepium L. Im obern Teil an 2 Stellen am Ufer. In der var. vulgaris (Imidin. V. sativa L. [Ssp. obovata (Her.) Gaudin: unterhalb der EBB im Rheinkies 1918.] Ssp. cordata (Wulfen) A. u. G. : Halde, Terrassen. Mehrfach. 1 . Mit ssp. angustifolia und Übergangsformen. Steht der ssp. angusti- folia näher als der ssp. obovata und wäre deshalb wohl besser jener als Var. unterzuordnen (ssp. angustifolia var. cordata Briq.J. Auch nahe am Rhein bei Herthen, identisch mit der Pflanze des Res. Ssp. angustifolia (L.) Gaudin: Halde. Terrassen. Vielfach. In der var. segetalis (Ser.) Koch. Schon W. Bernoulli Herb. Am rechten Rheinufer von Basel bis Waldshut an vielen Stellen. Auf der linken Rheinseite weniger häufig: Äugst— Rheinfelden, Rheinhalde Mumpf— Stein. Pisum sativum L. ssp. hortense (Neilr.) A. u. G. Rhemkies, Schutt, Mehrfach. Lathyrus pratensis L. An 1 Stelle im untern Teil am Ufer. In der var. glaberrimus Schur. Phaseolus vulgaris L. Auf Schutt am Ufer. Mehrfach. In der var. communis Ascher- son. Géranium pyrenaicum Burin. Strassenrand, Halde. Ufer. Vielfach. G. col umhin um L. Fähre/weg und mehrfach Gebüsche im obern Teil. G. dissectiim L. Uferkies ob der EBB 1018. Eine oberwärts auffallend stark borstige Form. G. rotundifolium L. Abhänge, Ufer. Häufig. Vom April bis Mitte Oktober blühend. Auch am Rhein bei Grenzach. Wyhlen. Herthen, Badisch-Rheinfelden. G. pusillum Burm. Grasplätze. Mehrfach. G. molle L. Grasplätze. Vielfach. ') Teste Bot, Mus. Univ. Zürich. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 185 G. Robertiiinit») L. ssp. eu-Robertianum .1. it. G. Grasplätze, Gebüsche. Uferkies. Vielfach. Erodium eicidarium (L.) L'Hér. Abhänge, Ufer. Vielfach. In der rar. triviale Trautv.; dazu: subvar. chaerophyllum (!>('. ) und mehrfach /. praecox (DC.J. Oxalis stricta L. Auf Schutt und Ödland. Mehrfach. Linum usitatissimum L. 1 Hl 8 im Rheinkies im obéra Teil, '2. Stöcke. Auch sonst um Basel häufig verschleppt. Ailantus altissima (Miller) Swingle (A. Cacodendron Seh. u. Th.) 1 ) Im Rheinsand ob der EBB 11*17, unterer Schuttplatz 1919. Keimpflanzen. Auch sonst in und um die Stadt öfters verschleppt (junge Pflanzen), z. B. Bad. Güterbahnhof. Schanzenstrasse. Mercurialis annua L. Halde. Ufer. Mehrfach. In der gewöhnlichen Form (f. ciliata [Presl] Fax u. K. Hoffrn.). Schon zu Hagenbach's Zeiten um Basel ..vulgatissima" (H. 1834 S. 471). Euphorbia stricta L. Gebüsche, Uferkies, »Schutt. Mehrfach. /.'. Helioscopia L. Oberer Schuttplatz an 2 Stellen. Weg zum untern Schuttplatz. E. Cyparissias L. Abhänge. Häufig. Öfters infizierte Exemplare. In frühen .Jahren schon Ende Februar mit jungen Infloreszenzen. Gelegent- lich im Herbst zum 2. Mal blühend. E. exigua L. An 1 Stelle im untern Teil auf Ödland. E. Peplus L. Auf Schutt. Mehrfach. Evonymus europaeus L. Gebüsche. Vielfach. Halde und Ufer. E. latifolius (L.) Miller Abhang ob der Fähre im Gebüsch 1919, 1 blühendes Sträuchlein. ') Über die Nomenklatur dieser Art vergl. Schinz und Thellung in Vierteljahrsschr. Xaturf. Ges. Zürich LXV1 (1921). 293. 1 S6 A. Becherer. E. Steiger, G. Lettau. .leer Pseudoplatanus L. Kultiviert an der Strasse (mit platanoides), ferner vielfach kleine und grosse Exemplare an der Halde. In der rar. typicum l'n.r subvar. quinquelobum (Gilib.) Schwerin (der bei uns häufigsten Form). A. platanoides L. Mit A. Pseudoplatanus längs der Strasse gepflanzt, ausserdem zahlreiche Sträucher und auch grössere (blühende) Bäume an der Halde. Nach der Farbe der austreibenden Laubblätter verschie- dene (zur var. typicum Pax gehörende) Formen: etwa subvar. ■nibelliim Schwerin (gerötet) u. subvar. pratinwm Schwerin (ganz hellgrün). A. campestre L. Halde und Ufer. Mehrfach. In den Formen: Ssp. leiocarpum (Opiz) Pax, 1 Vorkommnis, in der rar. normale Schwerin; ssp. hebecarpum (DC.) Pax, die uhrigen Vorkommnisse, in der var. lobatum Par. doch z. T. Blätter etwas spitzlappig. Nach meinen Beobachtungen (1919) um Basel überall in der ssp. hebe- carpum (die ssp. leiocarpum ausser ander Rheinhalde bis jetzt nirgends gesehen!). Die meisten Exemplare gehören nach der Blattform zur rar. lobatum Pax (Normal- form), doch sind auch spitzlappige Formen (rar. acutilobum Pax) nicht selten (Annäherungen sind häufig), z. ß. Res. St. Jakob. Pfeffingen, Soyhieres, auch: Isteiner Klotz (Dekan Lang 1835, im Herb. Hagenbach). In der Behaarung der Laubblätter sehr wechselnd: Var. lobatum Pax f. affine Opiz, wenig behaart bis verkahlend. häufig; /. molle Opiz. dicht weichhaarig, so stark ausgeprägt bei Allschwil. angenähert z. B. bei Neue Welt; analog: rar. acutilobum Pax f. glabrescens, foliis sparse pilosis vel glabreseentibus. z. B. Res. St. Jakob; /. pubescens, foliis dense pubeseentibus, so die Pflanze vom Isteiner Klotz (Lang), angenähert die Probe von Soyhieres. A. Negundo L. 2 Bäume hei der Bierburg. Aesculus Hippocastanum L. 1 Baum an der Strasse, ferner an 3 Stellen an der Halde. Impatiens Noli längere L. An 3 Stellen am Ufer, vereinzelt. 1. parviflora DC, Gebüsch bei der Bierburg. Ferner l'.HH an 2 Stellen im Rheinsand. Die Kolonie bei der Bierburg stammt wohl vom gegenüberliegenden Ufer, wo die Pflanze beim Birsfeldhof seit 20 Jahren (H. Hunziker) vorkommt. Auch sonst am Rhein: tirenzaeh; vorübergehend ferner an der l'ferstrasse Basel (1918) und zwischen Äugst und Rheinfelden (Gyhr 1920). Flora des Xaturschutzreservates Rheinhalde. 187 Ehamnus caihartica L. Gebüsche. Im obern Teil an '2 Stellen. Parthenocissus quinquefolia (L.) Planchon Abhänge, Felsköpfe. Gebüsche. Vielfach. Tilm cordata Miller 3 Bäume an der Strasse im untern Teil, ferner mehrfach an der Halde und am Ufer. In den var. typica Heck u. asymmetra Borbâs, sowie Übergangsformen (wechselnd am selben Zweig!). Audi klein- und grossblättrig. Ferner nach den Laubblättern zweifelhafte, zu T. intermedia DC. gehörende Formen. Am Rhein oberhalb Basel weitverbreitet. Am linken Ufer z. B. : Birsfelden, Hard. .Schweizerhalle. Äugst. Rheinfelden, Möblin, beim Fährhaus Etzgcn; ebenso überall am rechten Ufer. T. platyphyllos Scop. An 1 Stelle am Ufer im untern Teil. Stockaussehläge eines jetzt zerstörten Baums. In einer stark verkahlenden Form (cf. ssp. pseudorubra C. K. Schneider). Ursprünglich wohl angepflanzt. Mulm neglecta Wallr. Schutt, Uferkies. Mehrfach. Hypericum perforatum L. Abhänge, Terrassen. Gebüsche. Vielfach. Formen: Var- vulgare Neilr'., ferner an trockenen, sonnigen Orten mehrfach var- microphyllum DC. (z. T. sein- ausgeprägt, z. T. nur angenähert), ausserdem eine wenigblütige Form (zugleich vers. var. angusti- folium DC). Formen mit reduzierten Laubblättern (var. microphyllum DC. var. angu&tijolium IX'.) um Basel auch sonst nicht selten (öfters nur angenähert). /.. B.: Rheinhafen, Rheinhalde Grenzach-Wyhlen. Eimeldingen; Ruchfeld (Ab- derhalden); Riehen (Dr. Christ); Pratteln (Christ 185.-). ! 1919). Helianihemum nummulari/um (L.) Miller Abhänge, Terrassen. Vielfach. In der Grösse, Form und Be- haarung der Laubblätter sehr variabel. Am häufigsten ssp. ovatum (Viv.) f. lanceolatum (Willi;.), auch fast ganz kahl, ferner mit grossen, dunkelgrünen Laubblättern; seltener schmalblättrige Formen (f. angustifolium \ Willi;.}, resp. Annäherungen an diese), ferner mehrfach ssp. nummularium (L.). mit unterseits ; stark graufilzigen Laubblättern. Viola odorata !.. Gebüsche. Grasplätze. Mehrfach, besonders im obern Teil. Auch in der /. lilacina (Bossm.) Wiesb. 188 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. V. sylvestris Lam.em. Rchb. ssp. Beichenbachiana (Jord.) J. Broun Gebüsche. An :> Stellen. Spärlich. T". tricolor L. ssp. arvensis (Munit)/) Rheinkies im untern Teil V.llK. Strassenbord oberhalb der Bierburg 1919. Lythrwn Halicar ia L. Am Ufer im obern Teil. Mehrfach. Epilobium hirsutum L. Ufer. Mehrfach. Formen: Var. vulgare Hausskn., ferner starke Annäherung an rar. villosum Hausskn. E. parviflorum Schreber Ufér im untern Teil. Mehrfach. E. montanum L. An 1 Stelle im obern Teil, Gebüsch. In der Stadt öfters Trocken- (f. apricum Hausskn.) und zugleich Zwerg- formen (f. minus Hausskn.). so an den Mauern am Rhein, mit E. parviflorum. roseum, tetragonum und gelegentlich selbst hirsutum. E. roseum Schreber Ufer im untern Teil an '2 Stellen, unterer Schuttplatz. E. tetragonum L. Ufer. Mehrfach im untern Teil, ferner ob der Führe. Oenothera biennis L. Ufer. Mehrfach. Vereinzelt. Schon vor 100 Jahren um Basel „civis vulgaris" (Ilagen- bach 1821 S. 356). Myriophyllum spicatum L. Im Rhein. Mehrfach, doch vereinzelt (verschwemmte Exem- plare). Im Rhein auch (cf. auch Lüscher 1918 S. 61): Beim Waldhaus, oberhalb Äugst; unterhalb ..Augarten" bei Rheinfelden (Koch); bei Rietheim (Koch u. !); Herthen-Warmbaeh, Badiseh-Rheinfelden-Beuggen. Hedera Hélix L. Häufig. An Bäumen (Populus, Robinia usw.), Felsen; Mauern, auf dem Erdboden. Chaerophyllum temulum L. Vielfach. Mauern. Rheinkies, Grasplätze und besonders ( rebüschc. Flora des Xaturschutzreservates Rheinhalde. 189 Chaerefolium silvestre (L.) Seh. u. Th. ssp. eusilvestre (Briq.) Seh. u. Th. Grasplätze. Mehrfach. In der vor. genuinum (dien. u. Godr.) Seh. ». Th. Torilis Anthriscus (L.) Gmelin Gebüsche, Grasplätze. Vielfach. T. arvensis (Hudson) Link Abhänge, Gebüsche. Vielfach. Meist hohe, zur/, anthriseoides (DC.J gehörende Pflanzen (bis 1,15 m hoch!), seltener kleine, aber meist (wie die hohen Formen) nur oberwärts verzweigte Exem- plare. Blüht früher als T. Anthriscus und nicht umgekehrt, wie fast in allen Floren angegeben wird! 1 ) An der Rheinhalde lässt sich dies -ehr schön beobachten: an Stellen, wo beide Arten zu- -animen vorkommen, steht T. arvensis in voller Blüte und z.T. schon in Frucht, wenn T. Anthriscus erst junge Infloreszenzen oder doch nur vereinzelte Blüten zeigt, su 1919 Mitte Juli (ganz ähnlich an der Rheinhalde Warmbach-Rheinfelden). In und um Basel vielfach: Uferbord St. Johann- und St. Albanrheinweg. Wolf-, St. Johann- und Bad. Güterbahnhof. Rand der Grenzacherstrasse bei der Eisenbahn und Geleiseareal bei der EBB. Leimgrubenweg. Wiesendamm, Res. St. Jakob, Binningen-St. Margarethen; Rheinhafen (Aellen. Berichte Schweiz. Bot. Ges. XX IV XXV [1916], 221). Areal des alten Bad. Bahnhofs (Aellen, 1. c, !); St. Jakob (Dr. Binz. Gyhr). Dreispitz (Gyhr); gegen Reinach (Hagenbach Herb. 1845). Im Rheingebiet oberhalb Basel: Strassenrand Grenzacher Hörn. Rhein- halde bei Grenzach. Wyhlen und Warmbach-Rheinfelden. Unterhalb Basel auch bei Efringen und zwischen Kleinkems und Rheinweiler. Meist grosse 2 ), nur oberwärts verzweigte Formen (zu /. anthriseoides); typische /. divaricata (DC.) scheint um Basel viel seltener (z. B. Hüningen. Herb. Hagenbach 1834). Coriandrum sativum L. Unterer Schuttplatz 1018. Bupleurum falcatum L. ssp. eufalcatum H. Wolfj Halde. An mehreren Stellen. In der rar. elongatum Briq. Am rechten Rheinufer auch bei Grenzach, Wyhlen und Herthen. Carum Carvi L. Grasplatz nahe der Strasse im untern Teil. ') Xur die Ackerform von T. arvensis blüht spät (allenfalls später als T. Anthriscus). Um Basel ist die in Hecken, an Wegrändern, Mauern usw. vor- kommende Form viel häufiger (siehe die unten folgenden Angaben); sie wird jedoch wegen ihrer grossen Ähnlichkeit mit T. Anthriscus leicht übersehen. 2 ) Auf magerem Boden indes nicht selten 10 cm hohe Zwergformen. 190 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. Pimpinella major (L.) Hudson Grasplätze am Ufer an 2 Stellen. P. saxifraga L. Grasplätze. Mehrfach. Ufer und Halde. Aegopodium Podagraria L. Gebüsche. Vielfach. Aethusa Cynapium L. Abhang ob der EBB. unterer und oberer Schuttplatz, Gras- platz auf der Insel. In den rar. agrestis Wallr., domestica Waür. u. elata Frivaldsky. Angelica sylvestris L. Gebüsche, feuchte Grasplätze. Mehrfach am Ufer. Pastinaca sativa L. ssp. eusativa Briq. Ufer. Mehrfach. Heracleum Sphondylium L. ssp. eusphondylium Briq. Ufer. Mehrfach. In der rar. latifolium Gaudin. Auch mit rötlichen Blüten. Damit* Carola L. Grasplätze, Uferkies. Mehrfach. Cornus mas L. Im untern Teil an zwei Stellen. C. sanguinea L. Gebüsche. Häufig. Primula veris L. ein. Hudson Grasplatz auf der Insel. Spärlich. Lysimachia vulgaris L. Ufer. Mehrfach. L. Nunimularia L. An 1 Stelle im obern Teil, Ufer. L. punctata L. Rheinhalde gegen Grenzach, 1848: Christ (Herb. helv. u. Binz Flora 1901 u. 05). Anagallis arrensis L. Ssp. phoenicea (Scop.) Seh. u. K. : Schutt, Wegränder. Mehr- fach. Flora des Xaturschutzreseivates Kheinhalde. 19] Ssp. femina (Miller) Sch. u. Th.: Bei der Soldatenhütte und an 1 .Stelle im untern Teil. Fraxinus excelsior L. Halde und Ufer. Mehrfach. Auch grössere, blühende Bäume. F. Ornus L. An 1 Stelle im untern Teil. Abhang. Blüht. Syringa vulgaris L. Abhang bei der Bierburg. Ldgustrum vulgare L. Gebüsche. Häufig. Centaurium umbellatum Güib. Ufer im obern Teil. Spärlich. Vinca minor L. Gebüsch im obern Teil nahe der Grenze. Vincetoxicum officinale Mönch Gebüsche, Grashalden. Mehrfach. Auch eine hohe, laxe, windende Form. Convolvulus saepium L. Gebüsche. Hecken. Mehrfach. C. arvensis L. Halde und Ufer. Mehrfach. Cuscuta europaea L. Rheinhalde gegen Grenzach: G. Müller (Herb. 1899. auf Urtica dioeca 1 ), u. Binz Flora). Jetzt verschwunden. Cynoglossum officinale L. '? Res.: ..Gegen Grenzach": Dr. Fr. Bernoulli im Herb. lielv. Jetzt im Res. nicht vorhanden, aber vielleicht früher an der Rhcinlialde. Synvphytum officinale L. Im obern Teil am Ufer 1 Stock. In der rar. purpureum Pens. Lycopsis arvensis L. Oberer Schuttplatz 1919. Schon Hagenbach Herb.: ad erem Rheni juxta viam Grenzacensem. ') Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Konservator Dr. Jos. Braun- Blanquct (Zürich). 192 A. Becherer. E. Steiger, G. Lettau. Myosotis scorpioides L. cm. Hill Vier. Mehrfach, unterer und oberer Teil. M. lutea (Car.) Peru. rar. versicolor (Pers.) Thell. ,,Ad Rheni ripam acclivam versus Grenzach": Hagenbach 1813 S. 31 u. Herb. Wohl ruderales Vorkommnis. Jetzt nicht mehr vorhanden. .1/. pyrenaica Pourret ssp. silvatica (Hoffm.) (M. silvatica Hoffm.. M. pyrenaica y silvatica Fiori) Abhang nahe der Grenze. Auch rötlich und weiss blühend. Auch sonst in und um Basel nicht selten auf Schutt und Ödland verschleppt. M. orrensis (L.) Hill Grasplätze, Uferkies. Vielfach. M. colli na Hoffm. An 2 Stellen, Abhang. Schon Labram im Herb. Plagenbach: ad Rheni clivum versus Grenzach. Im Rheingebiet oberhalb Basel vielfach: Grenzach, Wyhlen, Herthen. Murg-Kleinlaufenburg, Albbruck, unterhalb Dogern, D.-Waldshut. Fahrhaus- Thiengen, Rheinheim-Dangstetten, Grieesen; Möhlin-Wallbach (Koch). I'jIuiuh vulgare L. Halde. Ufer. Mehrfach. Verbena offirinalis L. Strassenrand, Schutt, Uferkies. Mehrfach. Ajuga gener ensis L. Grasplätze. Mehrfach. In der var. grossidens Briq. (± aus- geprägt). Teucrium Chamaedrys L. Abhänge, Terrassen. Vielfach. Auch hell (weisslich) blühend und recht stark behaart. Glechoma hederaceum L. Grasplätze, Gebüsche. Mehrfach. (kileopsis Tetrahit L. Gebüsche, Ufer. Mehrfach. In der var. silrestris Schtechtend. (± ausgeprägt). Lamiiim purpureum L. Gebüsche, Schutt, Rheinkies. Vielfach. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 193 /.. maculatum L. Grasplätze, Gebüsche. Vielfach. In der rar. nemorale Rchb. Auch rosa blühend. Leonurus Gardiaca L. Unterer Schuttplatz, 1918—21. Schon Hagenbach 1834 S. K'ii: ad viam versus Grenzach, u. Preiswerk Herb.: ad ripas Rheni inter Grenzach et Basileam. Ballota nigra L. Gebüsche. Ufer. Mehrfach. In der ssp. nigra (L.) Briq. Nach meinen Beobachtungen und nach Herbarbelegen Anderer um Basel allenthalben in der ssp. nigra. Merkwürdigerweise soll nach Doli (1859 S. 689) in Baden die rar. a vulgaris, mit ..allmählich zugespitzten" Kelehzähnen (also = ssp. ruderalis [Sw.] Briq.). ..gemein" sein, während die rar. ß foetida (= ssp. nigra) nur von wenigen Stellen angegeben wird. Die neueren badischen Kloren sagen nichts über diesen Punkt. Stachys silvaticus L. Gebüsche im obern Teil. Mehrfach. St. armuus L. 1918 an 1 Stelle im untern Teil der Halde. St. rechts L. ssp. retins (L.) Briq. Abhänge, Terrassen. Häufig. Ausser der gewöhnlichen Form (rar. major Ten.) auch schmalblättrig: rar. stenophyllus Briq. i/. T. nur angenähert). 1 ) Salvia offidnalis L. Im untern Teil der Halde an '2 Stellen. Audi rosa blühend. S. pratensis L. Abhänge, Terrassen. Mehrfach. Melissa offidnalis L. Gebüsch am Ufer ob der EBB. Reichlich. Eine zur rar. foliosa (Opiz) Briq. gehörende Form. Satureia Acinos (L.) Scheele Abhänge, Terrassen. Mehrfach. In .1er gewöhnlichen Form (rar. elliptica Briq.). Schon Hagenbach (1834 S. 106) sagt richtig auch: „ad vias" und „in collibus apricis". Findet sich um Basel ausser auf Ackern sehr häufig an ähn- lichen Standorten wie die Rheinhalde, z. B. St. Jakob-Neue Welt, Neudorfer Heide. I'elsenheide Istein-Kleinkems (hier auch eine hohe, schlaffe, grossblättrige ') Einige Proben meines Materials hat Dr. .1. Briquet (Genf) revidiert. 13 194 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. Form), ebenso auf Felsfluren im Jura. In und um die Stadt ferner vielfach auf Schuttplätzen und Bahnhöfen. Origanum vulgare L. Abhänge, Terrassen. Häufig. Form: Var. glabrescens Beck. auch als /. virescens Cur. u. St. -Lauer. Die var. puberulum Beck scheint um Basel zu fehlen. Thymus Serpyllum L. Abhänge, Terrassen. Vielfach. In den Formen (det. J. Bri- quet): Ssp. ovatus (Miller) Briq. var. ovatus (Miller) Briq. u. ssp. subcitratus (SchreberJ Briq. var. subcitratus (Schreber) Briq. Ferner zahlreiche Übergangsf ormen zwischen diesen beiden, nach der Form der Infloreszenzen getrennten Gruppen. Auch . Pflanzen, deren Laubblätter dick, .steiflich und etwas verbogen sind und eine ziemlich stark entwickelte Nervatur besitzen. Lycopus europaeus L. An 2 Stellen am Ufer. In der var. pubescens Bentham. Mentha aquatica L. 1 ) An 1 Stelle im obern Teil, Ufer. Form: Var. major Sole, etwas gegen var. capitata (Opiz) Briq. neigend. M. spicata L. ein. Hudson Ufer ob der Fähre. In der var. piperella (Le], u. Court.). M. longifolia (L.) Hudson Ufer. Mehrfach. Formen: Var. oblongifolia (Wimmer u. Grab.) Briq., f. debilior; var. grandis Briq.; var. gibbosidens Briq., forma. Lydum halimifolium Miller Längs der Strasse im obern Teil, ferner an 2 Stellen (Halde und Ufer) im untern Teil. Schon Schneider (1880 S. 212). Courvoisier Herb. 1882 usw. Auch am Rhein zwischen EBB und Schaffhauserrheinweg. Hyoscyamus niger L. Unterer Schuttplatz 1919. 1 Exemplar. In der var. pallidum (Kit.) Bchb. Solanum Dulcamara L. Ufer. Mehrfach. S. nigrum L. em. Miller ^ r ar. vulgare L. : Strassenbord, Schutt. Uferkies. Vielfach. ') Die Formen von Mentha bestimmt von Dr. J. Briquet (Genf). Flora des Xaturschutzreservates l'.heinhalde. 195 Var. humile (Bernh.): Auf Schutl oberhalb der EBB; subvar. chlorocarpum (Spenner): Rheinkies im obern Teil 1921. S. tuberosum L. Aul' Schutt. Mehrfach. S. /-//' opersicum L. Schutt, üferkies. Mehrfach. Verbascum thapsiforme Schröder Abhänge, Ufer. Mehrfach. Blüht bis Ende Oktober. V. Lychnitis L. Abhänge. Mehrfach. Nur in der rar. album (Miller) Schrader. Um Basel ist (wie anderwärts) die Varietät häufiger als die gelbblühende Xormalform. was schon Hagenbach (1843 S. 38) richtig bemerkt. V. pulverulentum Vill. Unterer Schuttplatz 1920. 1. nun m Gymbalaria (L.) Miller Mauern, Felsköpfe. Vielfach. Ferner mehrfach im Uferkies. 1 ) Blütezeit: Ende Februar bis Mitte November (Extreme). Im Rheintal oberhalb Basel vielfach : Am Rhein beim Waldhaus und ob der Saline Schweizerhalle; Warmbach, Badiseh-Rheinfelden. Beuggen, Säckingen, Kleinlaufenburg, Hauenstein, Waldshut. Thiengen. /.. vulgaris Miller ssp. euvulgaris •/. Brunn An 1 stelle im Uferkies 1918, spärlich. /.. minor (L.) Des f. Mehrfach am Ufer im Kies und Sand, 1919 auch im hohen Gras. Scrophularia nodosa L. Ufer. Mehrfach, vereinzelt. S. i uni nu L. Abhänge, Ufer. Vielfach. Schon ('. Bauhin (1622 S. 68): in ripa Rheni versus Crentzachum, und nach diesem 11 aller (17(is 1 >. 142): ad Rhenum versu,- (.'renzach. In der oar. genuina Bouy. I eronica Inagallis aquatica L. ssp. Anagallis aquatica (L.) Ufer. Mehrfach. Auch eine Form mit drüsiger Infloreszenz (f. anagallidiformis \ Bor.) Beck), zugleich Landform. 1 . Beccabùnga L. Ufer. Im Kies und Sand. Mehrfach. 'i v ' hon Hagenbach (1834 S. 123) sagt: etiam in glareosis ad Rheni ripai 190 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. T". Chamaedrys L. Grasplatz bei der Bierburg. T'. arvensis L. Abhänge, Tornissen. Vielfach. Grasplätze, Gebüsche. Auch eine grosse (fast tO cm hohe), verbogene, lockerblütige Form. V. Tournefortii Gmelin Grasplätze, Uferkies. Vielfach. V. politn Fries Gras] ilätze. Mehrfach. V. hederifolia L. Grasplätze, Gebüsche, Schutt. Häufig. ffliinanthus Alectorolophus (Scop.) Pollich 1918 im obern Teil am Ufer, 1 Exemplar. Subspecies un- bestimmbar (Früchte fehlen). • Rh. Crista galli L. 1 i > 1 8 am Ufer ob der Fähre, 1 Exemplar. Fli. spec. 1918 am Ufer im untern Teil 1 zwar blühende, alier doch noch wenig entwickelte (und deshalb schwer bestimmbare) Pflanze der major- oder angustifolius- Gruppe. Nach Thellung (in litt.) ziem- lich identisch mit einer von ihm am Rhein bei Bernau (Aarg.) gesammelten, von Sterneck als Rh. subalpinus bestimmten Pflanze. Orobanche alba Stephan ..Rheinhalde gegen Grenzach": Bernoulli in Binz Flora (1901 u. 05). Scheint jetzt verschwunden. 0. vulgaris Poiret Abhänge. Mehrfach. Auf Galium Mollugo. 0. Teucrii Holandre Halde und Ufer. An 3 Stellen. Auf Teucrium (Jhamaedrys. Schon Hagenbach (1843 S. 200) : an der Rheinhalde versus Hörnlein. O. barbata Poiret Uferkies im untern Teil 1919, 1 Exemplar. Plantago media L. Strassenrand, Ufer. Mehrfach. Flora des Naturschutzreservates Kheinhalde. 197 P. major L. Strassenrand, Halde, Ufer. /'. lanceolata L. Grasplätze. Mehrfach. Strassenrand, Halde, Ufer. Auch • ine stark behaarte Form, ferner lus. polystachya. Ausserdem ssp. altissima (L.) Rouy: im Uferkies 1918, 21, bei der Soldaten- hütte 1919 (hier auch lies, distaehya). Asperula cynanchica L. ssp. cynanchica (L.) Beck Abhänge, Terrassen. Vielfach. Formen: Var. vulgaris Rchb., auch in einer sehr diffusen Form. Ferner: Var. rupicola (Juni.) Car. h. St.-Lager, mit grösseren und intensiv rötlichen Korollen. Nach Briquel (in sched.) hierher gehörend, obwohl die var. rupicola sonst fine alpine Rasse i-t und kaum unter 1000 m herab- steigt. ,,Cette jolie race alpine es1 fori bien caractérisée par la grandeur île sa corolle, et a une valeur systématique très supé- rieure aux formes que l'un a cherché à distinguer à l'intérieur delà var. a [= vulgaris Rchb.]" (Briquet et Cavillier 1915 S. L75). Galium Aparine L. Gebüsche, Heiken. Grasplätze, Schutt. Vielfach. In der ssp. • n- Iparine Briq. u. Cavill. mr. verum Wimmer u.Orab. (',. palustre L. An feuchten Grasplätzen am Ufer, mehrfach. Formen: Var. vulgare Uechtr. und schwache Annäherungen an var. lanceolatum Uechtr. Ferner mehrfach an den Uferfelsen (hart über dem Wasser) dichtrasige, kleinblättrige, sterile Pflanzen (zu /. caespitosum G. Meyer), eine ähnliche Form auch selten im Uferkies. G. Mollugo !.. Halde. Ufer. Vielfach. In folgenden Formen: 1 ) Ssp. rliiiiim (Thuill.) Lange (Gebüsche, Hecken, Grasplätze): Var.elatum (Thuill.) IX'.: Subvar. eriocaulon (Opiz) Briq. n. Cdiill.: subvar. procurrens Briq. u. Cavill., las 1,8 m lang; ferner eine I bergangsform eriocaulon — > procurrens. Var. dumetorum (Jord.) H. Braun: Subvar. trichoderma Briq. //. Cavill.; subvar. levicaule H. Braun. Ferner mehrfach zwischen var. elatum u. var. dumetorum stehende Formen. M Herr Dr. J. Briquet (Genf) liait, die Freundlichkeit, das von mir ge- sammelte Material zu bestimmen. Gruppierung and Nomenklatur nach Briquet h. Ca\ illier I 1915 S. 127 ff.). 198 A. Becherer, E. Steiger, (i. Lettau. Ssp. erectum (Hudson) Lange ampl. (Abhänge, Uferfelsen): ]'ar. erectum (Hudson) Ascherson: Subvar. calvescens Briq. h. Cavill., auch eine kurzblättrige Form; ferner eine übei'gangs- form zu subvar. hirtifolium H. Braun. G. verum L. Abhänge, Terrassen. Mehrfach. In der ssp. verum (L.) Hayek. Sarnbucus nigra L. Gebüsche. Vielfach. Halde und Ufer. Viburnum Lantana L. Gebüsche. Vielfach. Öfters mit infizierten Laubblättern i l'areiicliymgallen von Oliaofmi/luis Solmsii Kieffer). T". Opulus L. Gebüsche. An '2 Stellen am Ufer im obern Teil. Lonicera Caprifolium L. 1 Strauch im obern Teil am Ufer. Auch am gegenüberliegenden Ufer unterhalb der Birsfelder Fähre. L. Xylosteum L. Gebüsche, Hecken. Vielfach, in der rar. typica Beck. Symphoricarpus racemosus Midi nur Gebüsche an der Strasse im obern Teil. Reichlich. Valeriana officinalis L. ssp. eu-officinalis Briq. h. Cavill. Abhänge und besonders Ufer. Vielfach. In den Formen: Var. tenuifolia Vahl, mit subvar. minor (Koch) Briq. u. Cavill. u. subvar. media (Koch) Briq. u. Cavill.; rar. latifolia Vahl. Valerianella olitoria (L.) Pollich Grasplätze, Qdlànd. Mehrfach. V. carinata Loisel. Grasplätze. Mehrfach. V. riniosn Bastard Bei der Soldatenhütte 1920, 1 Exemplar. In der var. leio- carpa Ttchb. Dipsacus silvester Hudson Abhänge, Ufer. Mehrfach. < 'ueurbita Pepo L. Auf Kompost oberhalb der EBB, an 2 Stellen. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 199 um dioeca -Juni. Gebüsche, Hecken. Mehrfach. Campanula rotundifolia L. Abhänge, Uferfelsen. Mehrfach. Formen: Vor. reniformis (Pers.) Beck; rar. confertifolia Beuter (teste Bot. Mus. Univ. Zürich); vor. Hostii (Baumg.) Beck. I . Rapunculus L. An 1 Stelle im untern Teil. Abhang. In der mr. hirta Peterm. < . persidfolia L. Rheinhalde: Binz (in Sarasin 1915 S. 125). Nach freundlicher Mitteilung von Dr. B. früher häufig. -Fetzt verschwunden. Am Rhein oberhalb Basel vielfach. ('. Trafhelium L. An 1 Stelle im obern Teil, Gebüsch. Eupatorium cannabinum L. Mehrfach am Ufer. Vereinzelt. In der typischen Form (mr. partitum tyeilr.). 1 igo Virgaurea L. Gebüsche. Vielfach, besonders im obern Teil. In der ssp. eu-Virgaurea Briq. u. Cavill. (Rasse der Ebene und niedern Berge) var. vulgaris (Lam.) DC. Nicht- oder wenigästige Formen, aber Gesamtblütenstand gleichwohl i stark ändernd (teils ± kurz, dichl eiförmig, teil- verlängert, unterbrochen, ± schlank): nach den Laubblättern mir mittlere Form. S\ serotina Aiton Ufer. Mehrfach, im obern und untern Teil. Am Rhein oberhalb Basel bis ins Schaffhauser Gebiet (und weiter) überall, oft« i- m Menge. Hierher auch die Angaben von . : Murg (Linder 1905 S. 44). Wallbach und Laufenburg (Lüscher 1918 S. 80, auet. Bruhin resp. \. Hl. .sein. Vereinzelte Stucke auch am Rhein in Hasel (St. Alban-, Schafihauser- i heinweg l. /•'■ Uis përeni lis L. Grasplätze, Gebüsche, Uferkies. Mehrfach. Erigeron iiiiiiiiiis (L.) Pers. All I Stelle am [Ter im (iliel'll Teil. /•.'. canadensis 1^. Abhänge, Ufer. Vielfach. Zwergformen bis -ehr hoch. 200 A. Becherer. E. Steiger, G. Lettau. Inula squarrosa (L.) Beruh. AMiangc I'l'er. Mehrfach. Pulicaria dysenterica (L.) Bemli. An einer feuchten Stelle am Ufer im obern Teil. Anihemis tinctoria L. ssp. eu-tinctoria Briq. u. Cavill. '? Res.: „Ad Rhenum circa Grenzach": Hagenbach (is:;i S. :J40). Jetzt nicht mehr vorhanden, weder im Res. noch sonst bei Grenzach. Achillea Millefolium L. ssp. Mülefolium (L.) Fiori u. Pool. em. Ufer. Halde. Mehrfach. In der rar. vulgaris Neilr. Matricaria Chamomüla L. Strassenbord, Uferkies. Mehrfach. Auch sonst um Basel ausser auf Ackern vielfach verschleppt. Chrysanthemum maritimum (L.) Pers. rar. agreste (Knaf) Bedien, (Ch. inodorum L.) Uferkies im obern Teil 1918, 1 Exemplar. Ch. Leucanthemum L. Halde, Ufer. Mehrfach. In der ssp. triviale Gaudin. Ch. Parthenium (L.) Beruh. Auf Schutt. Mehrfach. Tanacetum vulgare L. Uferkies. An 2 Stellen. Artemisia vulgaris L. Abhänge, Ufer. Mehrfach. A. Absinthium L. Ufer ob der EBB 1920, 1 Stock. A. campestris L. Halde. Terrassen. Mehrfach und reichlich. In der gewöhn- lichen Form (rar. genuina Gren. //. Godr.). Schon La. Chenal Herb.: abunde repperi ad dextram viae versus Crenzäch juxta Rhenum. Hag'enbach Flora (1834 S. 306) n. Herb. usw. Tussilago Farfara L. An 1 Stelle am Ufer im obern Teil. Senecio vulgaris L. Grasplätze, Wegränder. Schutt. Rheinkies. Vielfach. Flora (1rs Naturschutzreservates Rheinhalde. 201 >'. ris, vs h s ].. Halde beim alten Zollhaus, 1 grosser Stock. S. Jacobaea L. Abhänge, Ufer. Mehrfach. Z. T. sehi gross (bis 1,8 m). Helianthus annuus L. 1 ) Abhänge, Ufer. 1918 — 20 mehrfach, meist vereinzelt. Z.T. Kümmerformen. //. strumosus L. Unterer Schuttplatz litis ff., in der var. mollis (Willd.) Tom %j a. Gray; ferner 1919 bei der Gärtnerei, = in der typischen Form. Calendula officinalis L. ssp. arvensis (L.) Fiori Rheinhalde: Aellen 1912 (Berichte Schweiz. Bot. Ges. XXIII 1914], 130 u. Binz \'.Ur, s. 217). Ausgesät! Samenmaterial stammte aus dem Vogesenvorland. Jetzt erloschen. Arctium minus (Hill) Beruh. Unterer Schuttplatz an 2 Stellen, feiner heim alten Zollhaus. ( 'nullius crispus L. Weg zum tintern Schuttplatz, ferner an 2 Stellen am Ufer. Cirsium lanceolatum (L.) Hill Ufer oberhalb der EBB. In der var. vulgare Nägeli. < . arvense (L.) Scop. Strassenrand, Halde. Uferkies. Mehrfach. Formen: Var. mite Wimmer ». Grab., rar. horridum Wimmer u. Grab. u. vers. rar. incanum (Fischer) Ledeb. Filzige Formen scheinen um Basel nicht selten, so 1919 auf dem Wolf- bahnhof var. incanum (Fischer) Ledeb. u. var. argenteum (Vest) Fiori (mit var. mite [auch als f. integrifolium Wimmer u. Grab.] u. var. horridum); Wegrand st. Jakob-Neue Welt, var. uni, nie um. C. oleraceum (L.J Scop. Ufer ob der Fähre. Centaurea Jacea !.. Grasplatz auf der Insel, in der ssp. eu-Jacea Gugler var. semi- pectinata (Gremli) Gugler (z.T. als f. recurvata Gugler). Ferner mehrfach am Rand der Strasse, Annäherungsformen an ssp. angustifolia (Schrank) Gugler („ssp. jungens" Gugler; nach der ') Die Heliantkus-Arten bestimmt oder revidiert von Prot. Dr. A. Thel- lung (Zürich). 202 A. Becherer. E. Steiger. G. Lettan. Gugler'schen Einteilung als rar. efimbriata a. rar. variisquama Gugler). ( in Basel sehr foimenreicli. Sjieziell sind Formen mit teilweise gekämmten Anhängseln (semipectinata-'Reïhe Gugler's) recht verbreitet. Ich gebe im folgenden einige Daten über die Formen unseres Gebietes 1 ), verzichte jedoch fast ganz auf die Benennung der Formen nach der Gugler'schen Einteilung (1907). da die Formenkreise dieses Autors, wie neuerdings Hayek (1918) dargetan bat. durch- aus nicht einheitlich sind. Ssp. eu-Jacea Gugler: Semipectinat: Z. B. Wolfbahnhof. Bad. Güterbahnhof. Neu-Allschwil, Liestal (Aellen); Schützenmatte, Bruderholz. ..Käsacker" am bad. Blauen 2 ) (Binz). Vers. ssp. angustifolia (Schrank) Gugler: Epectinat: St. Jakob an der Strasse nach Muttenz, Blauen-Dittingen; St. Johann-. Wolf- und bad. Güterbahnhof. Lössfelsen bei Binningen (Aellen); Michelfelden (Binz): gegen Burgfelden (Fr. Bernoulli Herb.); Hauenstein bei Waidenburg (Christ Herb.). Semipectinat: Rheinufer bei Grenzach; Hochwald-Seewen ; Wolfbahnhof 3 ), Bad. Güterbahnhof"), St. Louis. Neudorf (Aellen); Burgfelden. Bourrignon (Binz); Riehen (Dr? Christ). Ssp. angustifolia (Schrank) Gugler: Verbreitet in der elsassisch-badischen Rheinebene und im angrenzenden Hügelland von Basel abwärts. So im Hügelland im Elsass z. B. häufig in der ( legend Hegenheim- Wenzweiler- Volkensberg, in Baden z. B. vielfach im Gebiet Binzen-Fischingen-Efringen- Winters weiler; in der Ebene z. B. bei Hüningen. Neudorf, Markt. Istein-Kleinkems usw. Um die Stadt innerhalb der Landes- grenze besonders auf dem Bruderholz und um Allschwil (Lössgebiete ! ). Im Jura: Blauen (Dr. Binz). Gegend von Lützel (Pleigne. Lützel, Bourrignon). Delsberger Birken (Domont). Epectinat: Z. B. Wolfbahnhof, Burgfelden; Bad. Güterbahnhof. Lössrain bei Binningen. Neudorf (Aellen); Bruderholz (Christ. Binz); Münchenstein (Binz, !); Hofstetten (Binz); St. Jakob, an der Wiese 1836. Eimeldingen— Fischingen 1834 ( Herb. Hagen baeh ). Semipectinat: Reinacher Heide. Rheinhalde bei Wvhlen. Wenzweiler. Atten- schweiler; Bruderholz, Hüningen, Rixheim, Niedereggenen (Binz); München- stein (Binz. ! ); Burgfelden (Aellen, ! ); Neudorf ( Binz. Aellen. ! ); St. Louis (W. Ber- noulli 1881). Unsere angustifolia-Foimen gehören teils zur westlichen var. approximata Cht h.) Hayek, teils zur östlichen var. pannonica (Heu/fei) Gugler (1904) -- nach Hayek (1918) scheiden sich in unsrer Gegend (Rheingebiet) diese beiden geo- graphischen Rassen —, möglicherweise auch zu der nach Hayek seltenen. westeuropäischen var. serotina (Bor.) Hayek. C. Stoebe L. .s.s/j. rhenana (Bar.) Seh. //. 'I'h. Abhänge, Terrassen. Vielfach. Z. T. sehr gross. Blüht bis Ende Oktober. Schon E. Groh IST.) S. 2(17 (sub: ('. paniculata). 1 ) Für Überlassung von Herbarmaterial danke ich den Herren Dr. A. Binz und P. Aellen auch hier aufs beste. (Dasselbe gilt für C. Stoebe.) 2 ) Hierher die Angabe von C. pratensis Thuill. in der Basler Flora von Binz (1901-1911). ; ) Hier auch fast omnipectinate Formen. Flora des Xaturschutzresei vates Kheinhalde. 203 l'm Basel auch bei Neue Welt beim Wasserfall 1916. Im Rheintal auf- wärts: Hornfelsen, am Rhein bei Grenzach. Nachdem neuerdings Braun-Blanquet I 1918 S. 30f. sep., 1919 S. 61 3ep.) über die Siuehe-Vormen Graubündens berichtet hat. mögen hier einige Bemer- kungen folgen über unsere Basier- und Rheintalpflanze, die ja die hiesigen Floristen ächon mehrfach früher beschäftigt hat (Hagenbach 1834 S. 345, 1843 S. I78f. u. 1847 S. 1l'4; Manch 1856 S. I20ff'.). 1. Pappus. Bei sämtlichen Pflanzen wurde ein Pappus konstatiert. 1 ) Er ist in der Regel halb so lang als die Frucht, seltener kürzer (etwa ' ; . so bei Exemplaren von I. ipoldshöhe, leL'. Binz) oder länger. 2. Fransen (der Anhängsel). Zahl: Meist 6—8, doch auch mehr (bis !) bei der Pflanze von Neue Welt, 10 bei Pflanzen von St. Louis und der Xeudorfer Heide). Form: Sowohl kleine, kurze (+ dreieckige), als auch lange, feine, ge- wundene. Farbe: Schwarz— braun — gelblich weisslich, oft ineinander übergehend. :>. Anhängsel. Grösse: Wechselt sehr. Oft autfallend klein (so meist bei den kleinköpfigen Exemplaren, s. unten), oft gross und dann (wenn zugleich mit schwarzbraunem Fleck) der var. Mureti der ssp. maculosa des Unter-Engadin sehr nahestehend in ausgeprägt bei einem Exemplar „supra vallo Leonhardino", Herb. Hagen- Form: Bald mehr dreieckig-rundlich, der Fleck halbmondförmig, bald I dreieckig; spitz, der Fleck einen .scharfen, wenig herablaufendcn Keil bildend (seltener an den Rändern der Hüllblätter weit herablaufend und dann die Xerven der Hüllblätter etwas gefärbt). Farbe des Flecks: Meist dunkel- bis schwarzbraun (im letztem Fall sich i von den Hüllblättern abhebend. Hülle dadurch sehr lebhaft geseheckt). auch heller braun bis bräunlich-gelb (und dann Hülle mehr gleichfarbig, äo fters bei kleinköpfigen Exemplaren). 4. Nerven '1er Hüllblätter. .Meist deutlich (der Mittelnerv oft stark erhallen) nervig, undeutlich öfters bei kleinköpfigen Exemplaren. Zahl der Xerven meist 5. bei grossköpfigen Formen jedoch bis (> und 7. 5. Grossi und Form der Köpfe. Grösse: Sehr veränderlich. 2 Formen: a) Hülle der blühenden und verblühenden Köpfe (gepresst ) meist über 1 cm bi l .ö cm i breit und b) Hülle meist unter 1 cm (meist 0,4 0.7 mm) breit. Zwischen diesen beiden Extremen Mittelformen. Form: a) Köpfe meist kugelig-eiförmig (die verblühten breit-schüsselförmig) seltener b) länglich-eiförmig, etwas gestreckt (so bei kleinköpfigen Exemplaren mit hellerem und kleinerem Anhängselfleck). Nach Gugler stellt die Fonn b) die östliche ssp. micranfhos (Qmelin) C. Biebereteinii DC.) dar. Solche Exemplare unserer Gegend (St. Louis. leg. Aellen u. ! 1918) sind mit einem als t '. Biebersteinii bezeichneten Exemplar ') Unsere Pflanzen gehören also nach dem Vorhandensein eines Pappus zur er/r. genuina Gugler < 1 !•< »7 s. 166). 204 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. der Exsikkaten von R. F. Hohenacker aus t'iskaukasien (gesammelt im Jahre 1842) völlig identisch! 1 ) 6. Farbe der Blüten. Abändernd von hellrot bis blassrosa. seltene]' reinweiss. 7. Verzweigung des Hauptstengels und Form des Oesamtbliitenstandes. 2 Extreme: a) Aste des Hauptstengels meist abstehend, spreizend, an den Enden mit wenigen (meist grossen) Köpfen, Koptstand daher offen, sparrig. locker- und armköpfig. (Pflanze meist hoch, bis über 1 m.) b) Aste des Hauptstengels aufsteigend bis aufrecht anliegend, mit zahl- reicheren bis sehr vielen (stets kleineren) Köpfen. Kopfstand daher geschlossen. zusammengezogen-gedrängt. dicht- und reich- (bis über 200- !) köpfig. (Pflanze oft eis niedrig.) Klein- und öfters zugleich reichköpfige Formen finden sieh um Basel mehrfach. So nach unsern Herbarien: Wiesenufer bei Kleinhüningen. Klein (8,5 und 13.5 cm hoch), etwas buschig. St. Johannbahnhof (Aellen. !). Ebenfalls klein und buschig, mit aufrechten Asten. - Leopoldshöhe und Xeudorf (Dr. Binz). Klein- und reichköpfig. - Hüningen: 1. Herb. Hagenbach: Neben grösseren auch kleine (13—10 cm hohe) Exemplare mit kleineren Köpfen („capitulis dimiduo brevioribus aberrat"); 2. Herb. R. Preiswerk: 1 Exemplar mit sehr vielen (über 200) und kleinen Köpfen (..panieula conferta ramis numerosis aseendentibus nee divaricatis"). Auch in seiner Flora (1843 S. 178f. ) stellt Hagenbach der gewöhnlichen Form (a major) die Meinlcöpfige entgegen: />' minor, .,1 — 3' alta. capitulis saepe plus duplo minoribus, ovato-oblongis . . . ciliis utplurimum albidis" und ßß „panieula contractu d-ensissima, capitulis numerosis parvis". Vm letzterer Form bemerkt er noch: digna quae ulterius examinetur! Hypochoeris radicata L. Bälde, Ufer. Mehrfach. Lapsana communis L. Gebüsche, Wege, Ufer. Mehrfach. In der var. pubescens (Hörnern.) Fiori it. Paol. Ferner var. hirta Guss.: unterer Schutt- platz in Menge (und Schuttplatz unterhalb der EBB). Um Basel überall in der var. pubescens. Die var. hirta auch: Schuttplatz Ruchfeld und wohl sonst noch ruderal. Leontodon autumnalis L. Grasplätze. Mehrfach. Formen: Var. typicus Fiori u. Paol. f. integratus (BHq.J u. /. runcinatus (Briq.J. ') Auch eine von Dr. Binz bei Leopoldshöhe gesammelte Form kommt dieser Hohenacker'schen ('. Biebersteinii sehr nahe. Nach Gugler (1907 S. U>4) bildet die deutsehe Pflanze nie Annäherungen an die ssp. mieranthos ( ? ). Von den beiden im Herbarium generale der Basler Botanischen Anstalt liegenden Hohenacker'schen Biebersleinii-Exemplaven besitzt übrigens nur das eine kleinere und etwas langliehe Köpfe, das andere ist von einer unsrer typischen rhenana- l'flanzen nicht verschieden. Flora des Xaturschutzieseivates Rheinhalde. 203 L. hispidus L. Ufer im untern Teil. Spärlich. In der rar. miliaris (Koch) Bischoff. Vieris hieracioides L. Grasplatz auf «1er Insel. In der gewöhnlichen Form. Tragopogon porrifolius F.. ssp. sativus (Gater.) •/. Braun Ad aggerem acelivum ad Rheni ripam infra dem Grenzacher- horn. Forsan ex horto quondam emigrata": Hagenbach L834 S.2 11 u. ähnlich Herbar. Auch Uebelin Herb. Jetzt verschwun- den. Chondrilla juncea L. '.' Res.: Am Rhein gegen Grenzach: Groh 1819 S. 2G7. Hagenbach 1834 S. 250 usw. Jetzt nicht mehr vorhanden, weder im Res. noch ausserhalb im badischen Gebiet. Taraxacum officinale Weber ssp. vulgare (Lam.) Seh. u. K. Grasplätze. Mehrfach. Halde und Ufer. Sonchus oleraceus L. em. Gouan Wüste Plätze, Wege, Rheinkies. Mehrfach. Ausser der gewöhnlichen Purin (rar. triangularis Wallr.) auch rar. integri- folius Wallr., ferner, auf Schutt, rar. lacer (Willi.) Wallr. S. asper (L.) HUI Kies und Schutt am Ufer. Mehrfach. In der rar. inermis Bischoff. Lactuca sativa L. Rheinkies ob der EBB 1021. 1 Exemplar. /.. Serriola L. Abhänge, Ufer. Mehrfach. In grösserer Zahl im untern Teil ob der ERB. In der rar. typica Rouy. ( 'repis foetida L. Abhang im untern Teil, var. glandulosa (Guss.) Bischoff; Strassenbord bei der Bierburg, var. vulgaris Bischoff. Die var. glandulosa scheint bei uns nicht selten; z. B. auch am Rheinuier in der Stadt. ( '. setosa Haller Grasplätze. 1920 an 3 Stellen beobachtet. In den benachbarten Reben beim „Hörn" 1766 von La Chenal erstmals für unser Gebiet nachgewiesen (Hagenbach 1834 S. 277, 1838 8. 231 usw.). .loi; A. Becherer, E. Steiger. G. Lettau. C. vesicaria L. ssp. taraxacifolia (Thuill.) Thell. Uferkies ob der Fähre. C. biennis L. Grasplätze. Mehrfach. In der var. runcinata Koch u. var. lacera Wimmer u. Grab. C. capülaris (L.) Walk. Strassenrand, Abhänge. Mehrfach. Hieracium Pilosella L. r ) Abhang nahe der Grenze. Form: Ssp. vulgare (Tausch) N. P. a genuinum N. P. 1 subpilosum N. P. H. flor-entinum All. Ufer ob der Fähre. In der ssp. floccipedunculum N. P., doch eine vom Typus etwas abweichende Form. Ferner: Ssp. anadenium N. P.: Rheinhalde beim Hörnli, Binz Herb. 1894 (Binz 1905 S. 347, 1910 S. 141). Vielleicht beziehen sich ebenfalls auf unser Gebiet die Herbarbelege von ssp. obscurum (Bchb.) u. ssp. praeal- tum fVill.): Fr. Bernoulli, ..gegen Grenzach". H. setigerum Tausch (— echioides > Pilosella) Abhang nahe der Grenze. Einige Stöcke. Form: Ssp. setigerum (Tausch) N. P. a genuinum N. P. 2 angustum N. P. (Nach freund- licher Bestimmung von Herrn C. H. Zahn, Karlsruhe.) Zwischenform zwischen dem östlichen (böhmisch-mährisch- ungarischen) H. echioides Lumn. und H. Pilosella L. (jenem näher stehend), ausgezeichnet durch la.x rispigen Kopfstand, abstehend borstliche Behaarung, mittelgrossen, wenigblättrigen, ^ phyllo- poden oder hypophyllopoden Stengel, flockige (oberseits sehr wenig oder gar nicht, Unterseite reich flockige bis leicht filzige) Laub- blätter. Wie H. auriculoides Lang (= Bauhini-echioides) und andere Deszendenten des H. echioides nicht nur im .Verbreitungsgebiet der Stammart, sondern weit darüber hinausgebend, bis zum Rhein, nach Thüringen und der Mark, in abweichender Form sogar bis Schweden und Petersburg ausstrahlend, auch im Altai und in Makedonien. Im Rheingelnet bis jetzt nur von Mainz und aus der Bay- rischen Pfalz bekannt. Unsere Form stimmt nach Zahn (in litt.) überein mit der zwischen Neustadt und Dürkheim (Pfalz) vor- kommenden Pflanze. 1 ) Die von mir im Res. gesammelten Formen von Hieracium sind (mit Ausnahme von H. setigerum) von Herrn F. Käser in Zürich bestimmt worden. Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 2o7 aussei H. setigerum finden sich von Abkömmlingen der pontischen, steppen- hewohnenden Gruppe der Echinina, als deren typischer Vertreter H. echioides anzusehen ist. in unsrer Gegend noch: //. fallax Willd. ( echioides cymosum): Rufach 1 ); H. calodon Tausch (= echioides - florentinum): Rufach; //. auri- culoid&t Lang (H. pannonicum N. /'.. —echioides Bauhini): Grenzach-Wyhlen, Col mar. H. vulgatum Fries Halde. Ufer. Mehrfach. Formen: Ssp. Lachenalii (Gmel.) a Lachenalii (Gmel.) u. ssp. acuminatum (Jord.J. H. divisum Jordan ( - vulgatum-murorum) Gebüsche. Mehrfach. Formen: Ssp. Pollichiae (Sch.-Bip.) 1 normale Zahn h submaculatum Zahn u. ssp. onosmotrichum Zahn. H. sabaudum !.. Im obéra Tril an der Rückwand der „Lachsenfalle". Reichlich. Bis in den November blühend. Form : Ssp. vagum (Jord.), zwischen a genuinum Zahn u. i rigidicaule (Jord.), diesem näher. Ausserhalb unserer Grenzen lallen die Vorkommnisse folgen- der, in der Literatur (Schneider 1880. Bin/. 1901- 11, Thellung 191!), Hei lierer 1921 1 von der ( iren/aeherstrasse oder vom Rhein- ul'er bei der Eisenbahnbrücke angegebener Arten: Setaria retli- cillata (Ti.) Pal, ssp. eu-verticillata Briq., Fumaria officinalis L. ssp. Wirtgeni (Koch) Hegi. Chaerefôlium Cerefolium (L.) Seh. u. Th., ' Marrubium vulgare L., Calceolaria scabiosifolia Sims. Calli- stephus chinensis (L.) Nees, Matricaria suaveolensf Pursh) Buclienau and Rudbecl m bicolor Nutt. Statistisches. Lassen wir einige, in der voranstehenden Liste mit '? aufgeführte Arten ausser Betracht, so ergibt sieh für die im Réservai nachgewiesenen Gefässpflanzen die Gesamtzahl von 185 Arten (inkl. 3 Bastarde). Darunter sind 11 Arten, die von mii- nicht beobachte! wurden sind, die aber, nach den Her- barien und Floren zu schliessen, offenbar früher an der Rheinhalde vorkamen. z. T. freilich nur vorübergehend. 1 >iese, jet ,-t erloschenen Arten sind: Ornithogalum umbellatum, Iris germanica, Populus tremula, Turritis glabra, Lysimachia punctata, Cuscuta europaea, ') Anmerkung während des Druckes: Xach einem neueren Funde (1918) von A. Schnyder, ehem. Bahnhofvorstund in Buchs (Rh.), auf den mich die Herren F. Käser und A. Schnyder freundlichst aufmerksam machen, kommt IL fallax (und Zwar dessen •«/<. iliirisfhtiit X. /'.. (lit. Zahn Iül'l'i auch bei Rhein- felden vor, geht also rheinaufwärt s noch weiter als II. setigerum und aurieuloides. 208 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. Myosotis lutea, Orobanche alba, Campanula persicifolia, Calendula arvensis und Tragopogon porrifolius. Auf die einzelnen Abteilungen verteilen sich die 185 Arten wie folgt : Pteridophyta 10 Gymnospermae 2 Monocotyledones 88 Dicotylédones 3*5 Total 485. An erster Stelle stehen, mit 63 Arten, die Gramineen. Dann folgen mit 53 die Compositen, mit 34 die Cruciferen. Weiter: Leguminosen 30. Rosaceen 23. Lalnaten "21. Caryophyllaceen 20, Scrophulariaceen 18 Arten usw. Das starke Hervortreten der Cruciferen (31 Arten) könnte auffallen. Indes ist darauf hinzuweisen, dass, wie aus unsrer Liste genügend hervorgehen dürfte, die Flora unsres kleinen Gebietes ausser den autoehthonen auch recht viele fremde Bestand- teile enthält: Schutt- und Wegrandpflanzen, Ackerunkräuter, Besiedler junger Flussalluvionen usw. Nun sind eben gerade die Cruciferen eine Familie, die, wie keine zweite bei uns, eine sehr grosse Zahl von Pflanzen der genannten Kategorien stellt. Dass einige anderwärts reich vertretene Familien, wie die Cyperaceen und Orchidaceen, in unserem Reservat nur sehr wenige Arten aufweisen, ist durch die Natur des Standortes bedingt und ohne weiteres verständlich. V. Die Vegetation der Rheinhalde. Von A. Becherer. Bei einer Schilderung der Pflanzengesellschaften unseres Reservates werden wir unterscheiden zwischen der Vegetation der eigentlichen Halde und der Ufervegetation einschliess- lich der wenigen Wasserpflanzen des Rheins. A. Die Vegetation der eigentlichen Halde. 1. Unter den Pflanzengesellschaften der eigentlichen Halde nimmt die xerische Flur der offenen Abhänge und Felsen die allererste Stelle ein. Sie bestimmt den Charakter des ganzen Reservates. Ihr gehören die meisten der für die Rheinhalde typi- schen Pflanzenarten an. Flora des Naturschutzreservates Klirinhalde. L'll'.l An den A bhä ngen finden «leren Arten genannt): Arnim] m mi m Isehaemon Phlemn phleoides Koeleria cristata ssp. gracilis Eestuca ovina ssp. duriuscula Bromus erectus Brachypodium pinnatum Agropyron intermedium var. arenosum Allium Scorodoprasum u. vineale Ficus carica (verschleppl Silène nutans Tuniea proliféra Dianthus Carthusianorum Cerastium brachypetalum u. arvense Minuartia fasciculata Papaver dubium Isaiis tinctoria (alter Kultur- flüchtling) I Iraba muralis Alyssum Alyssoides Medicago minima Trifolium campestre sieh (es seien nur die bezeichnen- Vicia sativa ssp. angustifolia u. ssp. cordata Euphorbia Cyparissias Hypericum perforatum I [elianthemum nummularium Torilis arvensis Bupleurum falcatum Vincetoxieum officinale Myosotis collina Echium vulgare Teucrium Chamaedrys Stachys rectus Salvia officinalis (verschleppt oder Kulturrelikt) Scrophularia canina < Irobanche- Arten Asperula cynanchica Galium Mollugo u. verum Inula squarrosa Artemisia campestris Senecio Jacobaea Centaurea Stoebe ssp. rhenana 1 [ieracium setigerum. Vornehmlich an die Terrassen halten sieh: < îerastium semidecandrum Minuartia tenuifolia Herniaria glabra Erophila venia Saxifraga tridactylites l'utentilla aru'entea u. venia, Erodium cicutarium Veronica-Arten. Bromus erectus, Agropyron intermedium und Brachypodium pinnatum bilden an mehreren Stellen Bestünde, d. h. kleinere zu- menhängende Rasen, die mil der offenen Vegetation ab- wechseln. Vor allem sind die blaugrünen Trockenrasen des Agro- pyron hervorzuheben. Diese Agropyron-Assoziation, soziologisch eine Untergruppe der Bromus erectus-Assoziation, is1 charak- teristisch für die Rheinebene und Hügelzone unterhalb Basel. Ihre S] m ren la --en .-ich indessen auch noch rechl weit rheinaufwärts, über Basel und unser Reservat hinaus, nachweisen (vgl. Floren- liste, S. 164). 14 210 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. Zu diesen Arten kommen als xerophile Holzpflanzen: Berberis vulgaris, der Sauerdorn. Dann die beiden Xerothermen des Birs- tais: Prunus Mdhaleb und Coronilla Emerus. Weiter die südliche, schon im Tessin wilde Manna-Esche, Fraxinus Ornus, die, offenbar einmal an unsere ihr zusagende Halde verschleppt oder angepflanzt, im Mai ihre grossen weissen Blütenstände entfaltet. I>ie Nagelfluhfelsen besiedeln ausser zahlreichen Moosen vor allem 4 Sedum- Arten: album, acre, mite und das verwilderte spurium; ferner die gleichfalls nicht indigène, für unsere. Weinbau- gegenden so charakteristische Linaria Cymbalaria. Auch einige Farne sind hier zu nennen. Sie sind meist auf die Uferfelsen be- schränkt: so beherbergt eine Stelle nahe am Wasser im untern Teil des Reservates 4 Asplenien (Trichomanes, viride, Ruta muraria, Adiantum nigrum), 3 Dryopteris (Robertiana, Filix mas, lobata) und Cystopteris fragilis. Die Vegetation der offenen Abhänge zeigt das Bild der Felsen - heide im kleinen. Unter Felsenheide („Steppenheide" Grad- mann's 1 ) versteht man bekanntlich eine aus Xerophyten beste- hende Pflanzengesellschaft trockener und heisser, vorab felsiger Standorte, der geschlossener Wuchs und einheitliche Wuchs- formen abgehen und die ausserdem in floristischer Hinsicht durch bestimmte, immer wiederkehrende Pflanzenarten (Leitpflanzen) ausgezeichnet ist. An unsrer Rheinhalde sind alle diese Bedingun- gen erfüllt: Sehen wir ab von den kleineren zusammenhängenden Rasen- bildungen, so handelt es sich bei der xerischen Flur des Reser- vates im ganzen um eine offene, den Boden lückenhaft be- deckende Vegetation. In bezug auf die Wuchsform herrschen grosse Verschieden- heiten. Kleine, wenige cm hohe Pflänzchen stehen neben höch- st engeligen Stauden, spärlich vorhandene Einzelpflanzen wechseln ab mit borst- oder polsterartig auftretenden Typen usw. Doch zeigen alle Bewohner der Halde deutliche Anpassung an die an ihrem Standort häufig eintretenden Trockenperioden. Von solchen Schutzeinrichtungen gegen zu grosse Transpiration nenne ich: intensive Behaarung (z. B. Cerastium braehypetalum, Alyssurn Alyssoides, Potentilla argentea, Medicago minima), Aus- bildung von Wachsüberzügen (Agropyron intermedium) , Aus- bildung von Rollblättern (z. B. Koeleria cristata ssp. gracilis, Poa pratensis rar. angustifolia) , Mikrophyllie (z. B. Hypericum perfo- ratum var. microphyllum) , weitverzweigtes Wurzelsystem (Agro- ') Gradmann 1900. Flora de« Naturschutzreservates Rheinhalde. 211 pyron), Verholzung der oberirdischen Sprosse (Artemisia cam- pestris), wasserspeichernde Organe (Sedum- Arten). Die meisten Arten der xerischen Flur unsres Reservates sind perennierende Stauden. Die wenigen Annuellen, die hierher gehöien. sind Frühjahrspflanzen, Mühen und fruchten während der ziemlich niederschlagsreichen Zeit des Frühlings schnell hinter- einander, und ihre reichlich produzierten Samen vermögen die heissen Sommertage zu überdauern. Sie treten meist in ganzen Scharen auf, so die formenreiche Erophila venia, Saxifraga trirfuc- tylites, Veronica arvensis, später Cerastium semidecandrum u. a. Damit Indien wir bereits eine weitere Eigentümlichkeit der Felsenheide gestreift, nämlich die wechselnden Aspekte. Nichts Reizvolleres als das sich stetig ändernde Vegetationsbild in unserm Reservat im Laufe der Jahreszeiten zu verfolgen! Ende Februar oder Anfang März, wenn im Gebüsch der Ilaseistrauch stäubt, erscheinen die zierlichen Miniaturrasen der schon genannten Erophila und Saxifraga tridaetylites, der ersten Vorboten des Frühlings. Bald folgen mehrere Feromca-Arten, von der dritten Märzwoche an entfaltet das Frühlingsfingerkraut seine ersten goldgelben Blüten, und überall erscheinen truppweise kleine, weisse Cruciferen: erst Cardamine hirsuta und Thlaspi perfoliatum, dann Draba muralis und Hungerformen von Arabidopsis. Mitte April folgen an der Halde Euphorbia Cyparissias, Cera- stium braehypetalum, spärlich und nicht an vielen Stellen Alyssum Alyssoides, schon vereinzelt Géranium rotundifolium, und bereits zeigen sich überall die Horste der Poa bulbosa. Im Mai kommen hinzu Arenaria serpyllifolia, Minuartia tenuifolia, kleine Trifolien, Medicago minima, und bald folgt, mehr und mehr dominierend, der Schwärm der Gräser: zuerst die Poa-, Festuca- und Bromits-Arten, dann die Koeleria. Reichlich Mühen Cerastium arvense und Silène nutans. Anders im Juni. Die zierliche Frühjahrsflora ist verschwunden, es beginnen die Fettkräuter zu blühen, Stachys reclus und Helian- themum nummularium, etwa auch mit brennendem Rot ein Dian- thus, die Müsse Tunica, Teucrium Chamaedrys, von Gräsern Phleum phleoides und überall das blaugrüne Agmpyron. Im Juli fallen auf das Rosa von Origanum und Asperula eynanchica, das Gelb VOnGaliuni verum und Hypericum perforafum. das Blau von Campanula rotundifolia. Im Augusl stehen in voller Blüte der Thymian und überall das zierliche Bartgras (Andropogon Ischaemon) . Noch blühen die 212 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. Seilen, die ( 'uni pu mihi und Inula squarrosa, zum zweitenmal etwa auch Potentilla verna, und erst jetzt entfaltet su recht die statt- liche Centaurea rhenana ihre weiten Blütenstände. Im September aber erst, und oft bis spät in den Oktober hinein, sehen wir mit dem letzten Andropogon und dem letzten Helianthemum Artemisia nunpestris in voller Blüte. Endlieh sei bemerkt, dass von den „Leit pflanzen der Steppenheide'" Eichler, Gradmann und Meigen's (1914) wenigstens 5 Arten an unsrer Rheinhalde vertreten sind: Phleum phleoides, Minuartia fasciculata, Orobanche vulgaris, 0. Teucrii und Centaurea Stoebe ssp. rhenana. Reicher an typischen Felsen- heidepflanzen sind bekanntlich die xerisch begünstigteren Stellen des Rheingebietes unterhalb Basel (z. B. Istein, Kaiserstuhl). 2. Die kleinen Grasplätze, die längs des Strassenrandes aus- gebildet sind und alljährlich Ende Mai gemäht werden, bieten wenig Interesse. Es sind künstliche Frischwiesen, mit unsern gewöhnlichen Wiesengräsern und Stauden: Poa pratensis, P. trivi- ales, Arrhenafherum, Arena pubescens, Trisetum flavescens, Dac- tylis, Chaerefolium silvestre, Carum usw. Sie gehen übrigens mit abnehmender Bodenfeuchtigkeit meist in die Trockenrasen des Bromus erectus über, 3. Die Flora der Gehölzpartien. Von den 59 Bäumen und Sträuchern, die an der Rheinhalde und am Rheinufer gegen das Flörnli vorkommen, sind ein Drittel, nämlich 19, verwildert oder angepflanzt. So überall Robinia, Populus italica, Juglans, Acer Pseudoplatanus und platanoides, vereinzelt Negundo, Aesculus Hippocashiuum, Pyrus Malus und communis. Cornus mas, Syringa und manche andere, auch Taxus und selbst ein kleiner Evonymus latifolius. Versuchen wir, nach Alizug dieser fremden Elemente die mit Gebüsch bedeckten Teile unseres Reservates kurz zu charakteri- sieren. Von Uferbäumen sind zu nennen: Salix alba, im obern Teil in starken Bannten; dann Alnus incana und glutinosa, wie überall am Rhein. Sowohl am Ufer wie an der Halde finden sich: Populus nigra in zahlreichen, sehr schönen Exemplaren; Tilia cordata, VI ums campestris, Quercus Robur, Fraxinus excelsior in mehreren, reich- lich fruchtenden Bäumen. Sodann viele Sträucher: Acer campestre, ffliamnus cathar- tica, Yiburnuni Lantana, seltener Opulus, Corylus, Evonymus euro- paeus, Sambucus nigra, Lonicera- Arten, Crataegus monogyna, Flora «los Naturschutzreservates Rheinhalde. 213 einige Rosen usw. Staphylea, su gemein am linken Ufer, suchen wir vergebens. Von Lianen treten auf ( 'lematis, Humulus, Bryonia und Parihe- nocissus. Eigentliche Waldpflanzen dürfen wir nicht erwarten. Ver- einzelt nur finden sich Unmut* ramosus, Brachypodium silvaticum, Agropyron caninum, Polygonatum multiflorum und Potentilla sterilis, reichlicher Melica nutans und Poa nemoralis. Sonst ist die Flora meist eine gemeine Heckenflora mit viel Chelidonium majus, Geum urbanum, Chaerophyllum temulum, Torilis Anihris- cus u.a.: überall erscheint das klimmende Galium Aparine, viel- fach Stachys silvaticus, Vicia Cracca, hohe Gräser wie Dactylis und Poa trivialis. 4. Zum Pflanzenkleid unsrer Halde gehört feiner die Florula, die sieh an den beiden ob dem Wasser errichteten Schuttablade- plätzen und längs den zu diesen führenden Wegen angesiedelt hat. Sic musste mit in die Liste aufgenommen werden, obwohl sie natürlich (gleich wie ein Teil der Uferflora) für den Naturschutz nicht in Frage kommt. Neben gewöhnlicheren Pflanzen haben diese Ruderalstandorte auch mehrere .seltenere Arten geliefert (/.. IL Knnii vesicaria ssp. sativa, Lotus orniihopodioides) . B. Die Ufervegetation (inkl. Wasserpflanzen). Die Uferflora ist in unserm Reservat dürftig entwickelt. Lie relativ leihe Zahl von Uferpflanzen -- von 4S."> Arten unsrer Liste Liehiiren IT.» Arten (d. h. 24,5%) ausschliesslich der Zone .un Wasser an — rührt lediglich daher, da.ss das Hauptkontingent an diese Zahl die unbeständig auftretenden, akzessorischen Arten stellen: Kiesbewohner, verschleppte Ruderal- und Adventiv- pflanzen, Ackerunkräuter und Kulturpflanzen, die sich mit Vor- liebe an den hei Niederwasser trocken liegenden kiesigen und san- digen Stellen einfinden. Diesen Bestandteilen gegenüber tritt die eigentliche, autochthone Uferflora zurück. Vielfach am Ufer findet sich Agrostis alba, in z.T. grossen, hei Hochwasser überschwemmten Beständen. Ausser dieser mehrfach Juncus articulatus, seltener alpinus, ferner Poa palustris, Deschampsia caespitosa, Phalaris arundinacea, 2 Calamagrostis- Arten und andere Gräser, Allittm Schoenoprasum, Myosotis scor- pioides, Galium palustre usw. Da wu im obern Teil das Ufer sich etwas verflacht, überrascht un- im Gebüsch in grösserer Zahl die zierliche Cardamine impatiens. 214 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. Ebenfalls am buschigen Ufer finden sich, mehrfach, Thalictrum aquilegiifolium und Equisetum hiemale. Besonders artenreich ist sodann, wie bereits angedeutet, die Kies- und Sandflora. Ihre höchste Entwicklung erlangt diese Florida in Jahren, wo die Schneeschmelze sehr spät einsetzt und infolgedessen der winterliche Tiefstand des Rheins recht lange, bis in den Frühling, andauert. In dieser Hinsicht erwies sich das Jahr 1918 als günstig. Die damalige Frühlings-Uferflora war sehr ergiebig und wurde von der alljährlichen Spätsommer- und llerbst- flora, die sieb mit sinkendem Wasserspiegel im August und Sep- tember entwickelt, nie erreicht. Das Gros der Kies- und Sandflora setzt sieh aus gewöhnlichen Arten zusammen. Bemerkenswertere sind: Bromus squarrosus, Chenopodiwm Vulvaria, Gh. striatum, Atriplex hortense, Lepidium densiflorum, Sisymbrium altissimum, Trifolium patens, Impatiens parviflora, Stellaria uliginosa (wohl aus dem Schwarzwald stam- mend!). Im Rhein selbst finden sich, wie natürlich im fliessenden Wasser, nur wenige Phanerogamen : mehrere unsrer gemeinen Potamogetonen, Zannichellia, JjJlodea, Banunculus fluitans, R. aqua- tilis (nur verschwemmt), R. flaccidus, Myriophyllum spicatum ( verschwemmt). In grösserer Anzahl trifft man einige der genann- ten Arten jedes Jahr an einer Stelle nicht weit von der Landes- grenze. Zannichellia, Ranunculus fluitans und R. flaccidus iiflden sich nicht selten auch im Sand in gedrungenen Landformen. C. Allgemeiner Vegetationscharakter. Pflanzeng-eographisches. Aus unsrer Liste und den vorstehenden Ausführungen erhellt, dass in der Flora unsres kleinen Reservates die xerothermen Bestandteile die Hauptrolle spielen und dass diesen gegenüber die mesophilen Gehölzbegleiter und die hygrophilen Uferpflanzen entschieden zurücktreten. Andropogon, Phleum phleoides, Agro- pyron intermedia m . Minuartia fasciculata, Centaurea rhenana kenn- zeichnen zur Genüge die bevorzugte Lage der Halde: es ist das Bild der Felsenheide, das sich uns bietet, wie wir es, in weit stär- kerer Ausprägung freilich, so vielfach im Rheingebiet unterhalb Basel treffen. Das vorwiegend xerische und thermische Gepräge unsrer Reservat-Flora ergibt sich ja auch aus der Zusammensetzung der niederen Pflanzenwelt der Rheinhalde. Steiger hat auf das starke Hervortreten typisch xerophiler Arten in der Laubmoos- Flora des Naturschutzreservates Rheinhalde. 215 flora des Reservates hingewiesen (z. B. Didymodon cordatus, Bar- bula gradlis, B. Homschuchiana usw.). Auch die Flechtenflorula weist nach Le t tau vorwiegend xerophile Formen auf von freilich weniger extremem Charakter. Ihre xerische Phaneroganienflora hat die Rheinhalde vor allem aus dem Oberrheingebiet (im Sinne Lauterborn's 1 ) empfangen, einige wenige Arten (Prunus Mahaleb, Coronilla Emerus!) aber auch aus dem Jura.-) Von Basel rheinaufwärts lässt sich unsre Rheinhalde-Flora rechl weil verfolgen, wie ich an anderer Stelle im einzelnen zeigen werde. Die sonnigen, südexponierten I 'fersteilen am Rhein hei YVyh- len, Herthen, Bad.-Rheinfelden und Säckingen beherbergen eine ganz ähnliche (wenn auch — da mehrere rhénane Arten zurück- bleiben — ärmere) Flora wie unsre Basier Halde, ebenso die Steil- halde bei Stein. Ja, einzelne Arten: Poa bulbosa, Ceraslium semi- decandrum u. a. sind im Rheintal oberhalb Basel an zahlreichen Stillen bis über Waldshut und weiter vorhanden und verbinden so die beiden xerischen Gebiete Basels und Schaffhausens. Dass sieh zahlreiche ursprünglich nicht einheimische Bestand- teile der xerischen (und auch der übrigen) Flora unsres Reservates beigesellt haben, darauf ist schon mehrfach hingewiesen worden. Das anthropochore Element spielt tatsächlich eine sehr grosse Rolle in der Zusammensetzung unsrer Rheinhalde-Flora, wie erst die genaue Untersuchung gezeigt hat. Zweifellos hat sich die Flora unsres Gebietes infolge dieses Zuzuges an fremden, anthropochoren Alten im Laufe der Jahrhunderte nicht wenig verändert. Unsre bestrenommierten ..natürlichen" Pflanzenlokalitäten erweisen .-ich so keineswegs, wie oft angenommen wird, als „unberührte" Gebiete, was bei Erörterung gewisser florengeschichtlicher Fragen von Bedeutung ist. Literaturverzeichnis. |vn; |'.i_'| | ,/,,,,,,,.,, P. u. Ctraebner, /'.. Synopsis der mitteleuropäischen Flora. - Leipzig. (Soweit erschienen.) 1622 Bauhin, C, Catalogua plantarum circa Basileam sponte nascentium. - Basel. 1911 Baumann, E., Die Vegetation des Untersees (Bodensee). Eine floristisch- kritische und biologische Studie. — Archiv f. Hydrobiol. u. Planktonk., Suppl.-Band I. Stuttgart. M Lauterborn 1916 S. 10 sep. 2 ) Auf die Verbreitung und Geschichte dieser Florenelemente kann hier nicht näher eingetreten weiden. 216 A. Becherer, E. Steiger, G. Lettau. 1921 Becherer, A.. Beitrüge zur Flora des Rheintals zwischen Basel und Schaff- hausen. — Verh. Naturf. Ges. Basel. Bd. XXXII. Berichte der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft. Besonders die neueren Hefte: XXIV/XXV (1916) u. XXVI/XXIX (1920). Zürich. 1901—1] Bim, A., Flora von Basel und Umgebung. - Aufl. 1 (1901). 2 (1905) u. 3 (1911). Basel. 1910 Xeuere Ergebnisse der floristischen Erforschung der Umgebung Basels. - Verh. Naturf. Ges. Basel. Bd. XXI. 1915 Ergänzungen zur Flora von Basel. - - Verh. Naturf. Ges. Basel, Bd. XXVI. — Siehe auch Sarasin. 1918—21 Braun- Blanquet, ./.. Schedae ad Floram raeticam exsiccatam. Lief. 1—4 (soweit erschienen). Jahresber. Naturf. Ges. Graubünd.. LVIII. 1917/18 (1918), LIX, 1918 19 (1919) u. LX, 1919/21 (1920, 1921). 1910-13 Briquet. ./., Prodrome de la Flore corse. - T. I (1910) u. II 1 (1913) (soweit erschienen). Genève, Bâle, Lyon. Briquet et < 'avillier: siehe Burnut. 1915 Burnat, E.. Flore des Alpes Maritimes. — Vol. V, 2 e partie. Par J. Briquet et F. Cavillier. Genève. Bâle. Lyon. 1900 Christ. IL. Die Farnkräuter der Schweiz. — Beitr. z. Kryptogamenflora der Schweiz. Bd. I. H. 2. Bern. 1903 (]'. H.), Die Varietäten und Verwandten des Asplemum Ruta mura- ria L. — Hedwigia. Bd. XLII. 1857-62 Doli, ./. ( 'Ä.,Flora des Grossherzogthums Baden. - Bd. I (1857). II (1859) u. III (1862). Karlsruhe. 1905—14 Eichler, ./.. Gradmann, B. u, Meigen, W., Ergebnisse der pflanzen- geographischen Durchforschung von Württemberg, Baden und Hohen- zollern. — Beil. z. Jahresh. d. Ver. f. vaterl. Naturk. in Württemberg u, Mitt. d. Bad. Landesver. f. Naturk. u. Natursch. Hefte I (1905). II (1906), III (19(17), IV (1909). V (1912) u. VI (1914) (soweit erschienen). Stuttgart. 1853 Godet, Ch.. Flore du Jura. - Neuchâtel. (Mit Suppl. 1869.) 1900 Gradmann, R., Das Pflanzenleben der Schwäbischen Alb mit Berück- sichtigung der angrenzenden Gebiete Süddeutschlands. — Aufl. 2. Bd. I u. 11. Tübingen. 1819 Groh. E.. Botanische Notizen [aus der Umgebung von Basel], — Flora oder Botan. Zeitung. Jahrg. IL Bd. 1. Regensburg. 1907 Gugler, W,, Die Centaureen des Ungarischen Nationalmuseums. — Ann. hist.-nat. Mus. nat. Hungar., VI, 1908. 1821-43 Hagenbach, V. F.. Tentamen Florae Basileensis. - Vol. I (1*21), II (1834) u. Suppl. (1843). Basel. 1838 Vortrag bei Überreichung seines kritischen Auszuges aus dem Supple- mente zu seiner Flora Basileensis. — Verh. Schweiz. Naturf. Ges., 23. Jahres- versammlung. 1847 Nachtrag zur Flora basileensis. -- Ber. Verh. Naturf. Ges. Basel. Bd. VII. 1768 Huiler, A., Historia stirpium indigenarum Helvetiae inchoata. — T. I- III. Bern. 1918 Hayek, A. v., Kritische Studien über den Formenkreis der Centaurea Jacea L. s. 1. — Verh. zool.-bot. Ges. Wien, Bd. LXVIII. 1906 — 21 Hegi. G.. Illustrierte Flora von Mittel-Europa. — München. (Soweit erschienen. ) Becherer, Steiger, Lettau Fl.ua des Naturschutzreservates Rheinhalde. Verhandl. der Naturf. > -1 *M Phot. M. Birkhäuser, 5. Nov. 1921. Fig. 1. Partie der Rheinhalde, Blick rheinaufwärts gegen das fförnli. Populus nigra am Ufer, links Bestände von Agropyron intermedinm var. arenosum. Fig. 2. Blick auf den Rhein und das linke Ufer bei Birsfelden. Im Vordergrund der obere Rand der Rheinhalde mit Bestand von Andro- pogon Ischaemon; eingestreut: Tunica proliféra, Helianthemum nummularium, festuca ovina ssp. duriitscula. Flora des Xaturschutzreservates Rheinhalde. -17 1918 Huber, A.. Die wärmeliebende Tierwelt der weitern Umgebung Basels. 1 > i — . Hasel. Archiv f. Naturgesch., Jahrg. 82, 1916. Berlin. 1920 A ' f< . E. f, Die Flora des Kantons Schaffhausen. Beil. z. Jahresber. d. Kantonsschule Schaffh. 1919/20. Schaffhausen. 1919 Ki Ihr. I!.. Übersicht über die schweizerischen Rubi. Beil. z. Her. über d. Gymn. u. d. Industrieschule Winterthur 1918 19. Winterthur. 1916 18 Laulerborn, I!.. Die geographische und biologische Gliederung des Rheinstroms. - Teil I. II u. III. Sitz.-Ber. Heidelb. Akad. Wissensch., niath..nat. Kl.. Abt. B., Jahrg. 1916, 1!»17 u. 1918. 1905 Linder, Th., Bemerkenswerte Pflanzenstandorte. Mitt. Bad. Bot. Ver., Nr. 205 ff. 1918 Liischi . IL. Flora des Kantons Aargau. Aarau. |smi Mühlberg, F.. Die Standorte und Trivialnamen der Gefässpflanzen des Aargau's. — Aarau. 1856 Mürtch [Chr.]. Bemerkungen über einige ( ompositcn. - Verh. Schweiz. Naturf. (hs.. 41. Jahresvers. 1893— 1913 Rouy, G. (JRouy et Foucaud, Rouy et Camus), Flore de France. — T. I XIV. Paris (die letzten Handel. 1915 Sarasin, F.. Schweizerische Naturschutzkommission und Schweizerischer Bund für Naturschutz. Jahresbericht 7 fürdas Biemüum 1913 und 1914. — Basel. [Rheinhalde S. 120ff., mit botan. Gutachten von Dr. .1. Bim.] L909, 14 Schinz, II. u. Keller, /.'.. Flora der Schweiz. Aufl. 3. I. Exkursions- flora (1909), II. Kritische Flora (1914). Zürich. 1904 12 Schneider, <'. K.. Illustriertes Handbuch der Laubholzkunde. — Bd. I u. II. Jena. 1880 Schneider, F., Taschenbuch der Flora von Basel. - Basel. 1910 Tavel, F. v., Die Mutationen von Asplenium Ruta muraria L. — Verh. Schweiz. Naturf. Ces.. 93. Jahresvers., Bd. I. 1919 TheUung, .1.. Beiträge zur Adventivflora der Schweiz (III). — Viertel- jahrs-. In. Naturf. « !< 3. Zürich, Bd. LXIV. Manuskript eingegangen 2. November 1921. Als .Separatabzug ausgegeben am 20. März 1922. Neue griechische Trias-Ammoniten. Von Carl Renz. Mit drei Tafeln (VI -VIII) und einer Textfigur. Inhaltsübersicht. Einleitung 218 I. Trinodosusseliichten bezw. Bulogkalk-Äquivalente beim Asklepieion usw. 220 IL Wengenerkalke beim Asklepieion 221 III. Unterkarnische Kalke beim Asklepieion und bei Hagios Andreas . 221 Paläontologische Bearbeitung ' 224 Ptychites 224 Proarcestes 230 Arcestes 235 Joannites 236 Romanites 244 Monophyllites 247 Protëites 247 Halilucites 250 Anolcites 252 Sirenites 254 Erklärung der Tafeln 254 Einleitung-. Seit dem Erscheinen meiner Monographie 1 ) der griechischen Triascephalopoden halte ich an den von mir entdeckten Fund- stätten der Argolis und der Insel Hydra weiteres Material zusammengebracht, das hier beschrieben werden soll. Der paläontologischen Bearbeitung sei ein kurzer Rückblick über die Art des Vorkommens und der stratigraphischen Ver- hältnisse vorausgeschickt. Die beiden cephalopodenführenden Triasaufschlüsse bei Hagios Andreas und beim Hieron von Epidauros (Askle- x ) Carl Renz, Die mesozoischen Faunen Griechenlands. I. Teil. Die triadischen Faunen der Argolis. Palaeontographica 1910. Bd. 58. S. 1—104. Nachträge finden sich bei Carl Benz, Zeitschrift d. deutsch, geol. Ges. 1912. Bd. 64. S. 530-583 und Carl Renz, Centralblatt für Min. usw. 1911. S.296-297. Neue griechische Trias-Ammoniten. 219 l'M'iun) in der Argolis hellen sieli unter den sonstigen, weit verbreiteten triadischen Bildungen von Hellas sowohl durch die Mannigfaltigkeit ihrer Ammoneenfaunen, wie durch die an die reichsten Fossillinsen der Ostalpen erinnernde Anhäufung zahlloser Cephalopoden hervor. Beim Asklepieion erscheint am Ostfuss des Hügels Theokafta in roter, manganführender Kalk- fazies eine vom Trinodosus- bis zum obersten unterkarnischen Horizont reichende ununterbrochene Folge von Ammoneenzonen, während die lithologisch abweichenden, grauen bis rötlichgrauen, kieselhaltigen Kalke von Hagios Andreas in einzelnen Lagern eine erstaunliche Fülle von unterkarnischen Ammoniten lieferten. Auf der Insel Hydra, im argolischen Archipel, treten gleich- falls rote triadische Cephalopodenkalke in der für Bosnien und Dalmatien bezeichnenden Entwicklung der Bulogkalke auf. Die formenreiche argolische Ammonitenwelt umfasst daher bei gleichbleibender Fazies in ihrer grössten Spannweite die Trinodosusschichten, die gesamten ladinischen Zonen, sowie die unterkarnischen Äquivalente und gewinnt durch ihre beim Asklepieion beobachtete Kontinuität angesichts der Lücken- haftigkeit der alpinen Entwicklung eine über den Rahmen der griechischen Trias hinausragende allgemeine Bedeutung. In faunistischer Hinsicht sind die Triasauf Sammlungen der Ar- golis alpin entwickelt: die wenigen, durch die fortschreitende Unter.-uchung in anderen Gebieten immer mehr verschwindenden Lokalarten und die auf den Osten (Anatolien, Indien) oder die Dobrudscha weisenden Typen treten zurück, wenn auch hier durch meine neueren Funde und die inzwischen von Arthaber und Simionescu beschriebenen bithynischen und rumänischen Faunen weitere Fäden geknüpft wurden. Diese Übereinstimmung zwischen der griechischen und alpinen Entwicklung erstreckt sich gleicherweise auf den Jura; im Tessiner Öberlias ist mir erst kürzlich durch den Nachweis einiger seltener, bisher nur auf Hellas beschränkter Ammonitentypen eine weitere Verstärkung der Faunengemeinschaft gelungen 1 ). Fin so auffallender wirkt die ungemein vielseitige Mischung von indopazifischen und mediterranen Cephalopodenformen in der Untertrias des nördlicheren Albaniens. 1 ) Carl Benz, Einige Tessiner Oberlias-Ammoniten. Eclogae Geolog. Helv. Vol. XVII. Nr. 2, 1922. S. 137-1 (Mi inkl. Taf. VI und VII. 220 Carl Renz. I. Trinodosusschichten bezw. Bulogkalk-Äquivalente beim Asklepieion, sowie Bulogkalke auf der Insel Hydra. Die neuen Aufsammlungen erweitern meine früheren Listen der Angehörigen dieses Alters durch eine Reihe bezeichnender Typen. Zusammen hiermit wären von schon bekannten Arten aus den Trinodosusschichten des Asklepieions anzuführen: Ceratitestrinodosus Mojs., Balatonites ( Iudicarites) arietiformis Mojs., Beiflingites fortis Mojs., Norites gondola Mojs.. Ptychites progressus .Mojs.. Ptychites domatus Hauer, Ptychites Oppeli Mojs., Ptychites flexuosus Mojs.. Ptychites Suttneri Mojs., Ptychites opulentus Mojs., Ptychites gibbus Ben., Ptychites Studeri Hauer, Ptychites Stachei Mojs., Ptychites evolvens Mojs.. Ptychites Pauli Mojs., Stund Sansovinii Mojs., Gymnites Palmai -Mojs., Gymnites ob- liquus Mojs., Gymnites Humboldti Mojs., Gymnites inetdtus Beyr., Monophyllites Suessi Mojs., Monophyllites sphaerophyllus Hauer, Proarcestes extralabiatus Mojs., Proarcestes Eschen Mojs., Proarcestes Bramantei Mojs., Procladiscites Brancoi Mojs., Sageceras Walteri Mojs., Syringoceras carolinum Mojs., Orthoceras campanile Mojs., sowie die Bulogarten: Proteïtes decrescens Hauer, Proteïtes labiatus Hauer, Ptychites seroplicatus Hauer, Gymnites bosnensis Hauer. Gymnites falcatus flauer, Proarcestes quadrilabiatus Hauer. Ptychites cfr. subdiscoïdalis Martelli wurde lose aufgesammelt (Theokafta beim Asklepieion), so dass es zweifelhaft bleibt, ob sieh diese montenegrinische Art in der Argolis den Buchensteiner- fcypen beigesellt oder schon der Wengenerfauna angehört. Von besonders schön erhaltenen Exemplaren des hinzu- gekommenen Materials der Trinodosusschichten wurde auch hier nochmals ein Ptychites opulentus Mojs. abgebildet. Neu sind aus den Trinodosusschichten beim Askle- pieion: Ptychites Pauli Mojs. rar. moreana Renz. Anolcites nov. spec. ind. und aus den Bulogkalken Hydras: Proteïtes Thaleiae Renz, Proarcestes Irenae Renz, bezw. aus deren Äqui- valenten beim Asklepieion: Ptychites Plusiae Renz. Ptychites globus Hauer rar. epidaureusis Renz. Halilucites ornatus Hauer Dar. Penthesileiae Renz und Hungarites Mojsisovicsi Roth var. Theokaftae Renz (letzterer ein Buchen&teiner Typ). Die Bulogkalke Hydras lieferten ausserdem einige weitere Arten als Ergänzung meiner früheren Bestimmungen, nämlich: Proarcestes extralabiatus Mojs. (Ilagia Irene, zwischen Chora und Hagia Triada), Win- griechische Trias ^(Timonil sn 221 Proarcestes Escheri Mojs. (Tsingribucht, zwischen Chora und Hagia Triada), Proarcestes Bramantei Mojs., (Tsingribucht, Hagia Irene, zwischen ( !hora und Eagia Triada i, Proarcestes cfr. ventricosus Hauer i zwischen ( ihora und HagiaTriada . Proarrestes rfr. aihlnis Ihuirr iTsiiigrilnu-ht), Proarcestes cfr. carinatus Hauer (zwischen Chora und Hagia Tri;n In |, Ptychites eusomus Beyr. (Tsingribucht), Ptychites seroplicatus Hauer (Tsingribucht), Ptychites dontianus Hauer (Tsingribucht), Gymnites obliquus Mojs. (Hagia [rene), Paragymnites ex. äff. subclausi Hauer (Hagia Irene), Proteites dalmatinus Salopek (Tsingribucht), Hungarites Boeckhi Hauer (zwischen Chora und Hagia Triada). II. Wengenerkalke beim Asklepieion. Die Ausbeute an Wengenerarten war später weniger aus- giebig, als bei den ersten Aufsammlungen. Ich nenne nur folgende Typen dieses Alters: Protrachyceras Archelaus Laube, Protrachyceras longobardicum Mojs., Sturia semiarata Mojs., Monophyllites argolicus Renz, Monophyllites wengensis Klipst., Proarcestes esinensis Mojs., Proarcestes subtridentinus Mojs., Proarcestes Boeckhi Mojs., Pro- arcestes pannonicus Mojs., sowie die neuen Arien bezw. Varie- täten: Proarcestes Arethusae Renz und Proarcestes subtridentinus Mojs. rar. Artemisiae Renz. Reine Cassianerarten habe ich neuerdings nicht mehr erhalten, su dass sieh die eindeutige Cassianerfauna nach wie vor nur auf die drei bereits angegebenen Arien beläuft, d. h. Trachyceras Aon Münster. Eremites orientalis Mojs. und Mono- phyllites wengensis Klipst. mut. Aonis Mojs. einend. Renz. III. Unterkarnische Kalke beim Asklepieion und bei Hagios Andreas. l'ni so reichhaltiger sind dagegen wieder die Sammlungs- ergebnisse aus den Kalken mit Lobites ellipticus von Hagios Andreas und aus den unterkarnischen Äquivalenten beim Hieron von Epidauros (Asklepieion). Individuell besonders häufig erscheinen wieder die arcestoïden Formen, namentlich Proarcestes Gaytani, Proarcestes bicarinatus 222 Carl Renz. nebst seiner rar. ausseana, sowie Joannites cymbiformis und Joannites Klipsteini mit ihren zugehörigen Varietäten. Danehen fanden sich aber auch einige in der Argolis bisher noch unbekannte Typen, wie der hier neu beschriebene Joannites Helenae Renz, der indische Joannites Kossmati Diener mit verringerter Suturen- zahl und Varietäten des Joannites Klipsteini Mojs. Dazu kommen einige evolute Arcestenkerne. Von schon bekannten Arten seien zitiert bezw. wiederholt: Lobites ellipticus Hauer (Hagios Andreas und Asklepieion), Lobites ellipticus Hauer rar. complanata Renz (Asklepieion, Hagios Andreas), Lobites transitoriiis Mojs. (Hagios Andreas), Lobites Schloenbachi Mojs. (Hagios Andreas), Lobites Philippü Mojs. (Hagios Andreas). Lobites Karreri Mojs. (Hagios Andreas), Arrestes evolutus Mojs. (Asklepieion), Proareestes bicarinatus Münster (Hagios Andreas, Asklepieion), Proareestes bicarinatus Münster rar. ausseana Mojs. emend. Renz (Hagios Andreas, Asklepieion), Proareestes Gaytani Klipst. (Asklepieion), Joannites Klipsteini Mojs. nebst Varietäten (Hagios Andreas, Asklepieion), Joannites cymbiformis Wulf, mit Varietäten (Hagios Andreas, Asklepieion), Joannites Kossmati Diener (Hagios Andreas, Asklepieion), Joannites Salteri Mojs. (Hagios Andreas), Joannites diff issus Hauer (Hagios Andreas, Asklepieion), Joannites diffissus Hauer rar. subdiffissa Mojs. emend. Renz (Hagios Andreas, Asklepieion), Joannites Joannis Austriae Klipst. (Hagios Andreas). Ptomanites Siniiunescui Kittl (Hagios Andreas, Asklepieion), Monophyllites Simonyi Hauer (Hagios Andreas, Asklepieion), Megaphyllites Jarbas Münster (Hagios Andreas, Asklepieion), Sageceras Haidingeri Hauer (Asklepieion), Ceratites Kernen Mojs. (Asklepieion), Celtites laevidorsatus Hauer (Hagios Andreas), Celtit.es Eniilii Mojs. (Hagios Andreas, Asklepieion), Dittmarites Ferdinandi Mojs. (Asklepieion), Protrachyceras Yalentini Mojs. (Hagios Andreas, Asklepieion). Protrachyceras Catharinae Mojs. (Hagios Andreas, Asklepieion), Protrachyceras furcatum Münster (Asklepieion), Trachyceras aonoides Mojs. (Asklepieion), Neue griechische Trias-Ammoniten. 223 Trachyceras aonoides Mojs. vor. fissinodosa Mojs. (Asklepieion), Trachyceras Hecubae Mojs. (Asklepieion), Sirenites Junonis Mojs. (Hagios Andreas, Asklepieion), Sirenites striatofalcatus Hauer (Hagios Andreas), Pinacoceras ( Pompeckjites) Layeri Mojs. (Asklepieion), Syringoceras altius Mojs. (Hagios Andreas, Asklepieion), Atractites ausseanus Mojs. (Asklepieion). Neue Arten und Varietäten vertreten: Joannites Helenae Renz (Hagios Andreas). ■Ina unités Klipsteini Mojs. var. aegaeica Renz (Hagios Andreas. Asklepieion), Anolcites Alogomandrae Renz n. sp. ex. äff. Carnerü, Mojs. (Hagios Andreas), Asklepioceras spec. nul. (Hagios Andreas). Abgebildet und beschrieben wurden ausserdem: Joannites Klipsteini Mojs. var. graeca Renz (Hagios Andreas), Joannites Kossmati Diener (Hagios Andreas, Asklepieion), Arcestes spei-, ind. (Asklepieion, Hagios Andreas), Romanites Simionescui Kittl (Hagios Andreas, Asklepieion). Die hier beschriebenen neuen Varietäten schliessen sich an bekannte alpine oder bosnische Arten an. Das gleiche Verwandt- schaftsverhältnis gilt für die neuen Spezies. Protestes Thaleiae Renz gehört zu der Proteïtengruppe der Bulogkalke, Ptychites Plusiae Renz in den Formenkreis des bosnischen Ptychites pusillus Hauer. Der unterkarnische Anol- cites Alogomandrae Renz steht dem gleichalten Hallstätter Anol- cites Carnerü Mojs. nahe. Bei den hier beschriebenen Arcestinenkernen lassen sich in Anbetracht der Unkenntnis der Wohnkammerentwicklung keine absolut sicheren Entscheidungen treffen, doch besitzt Proarcestes In/nie Renz zweifellos alpinen bezw. bosnischen Charakter. Joannites Helenae Renz, ein zurzeit isolierter Joannitentyp, übertrifft hinsichtlich der Vermehrung der Varices noch die var. finir, -n Renz des Joannites Klipsteini. Die Joanniten mit ver- minderter Suturenzahl der Gruppe des Joannites Kossmati Diener wUren bisher nur aus den ladinischen Bildungen Indiens, sowie der Dobmdscha ( •/. Stefanescui Kittl) bekannt und verstärken mil einigen weiteren Exemplaren des Humanités Simionescui Kittl den ostrumänischen bezw. anatolischen und indischen Einschlag in den jüngeren Triasfaunen der Argolis. Die Romaniten und 224 Carl Renz. der vorher nur auf die Argolis beschränkte Monophyllites ar- golicus Renz sind ausserdem der griechischen und indonesischen (timoresischen) Trias gemeinsam. Von dem von mir als subgenus der Gattung Arpadites Mojs. aufgestellten Asklepioceras Renz liegt noch ein weiteres, spezifisch nicht näher bestimmbares Windungsbruchstück vor. das ver- mutlich eine neue Art repräsentiert. Inzwischen wurde der argolische Asklepioceras Helenae Renz von Arthaber auch in der Trias von Anatolien nachgewiesen. Lobiten mit kapuzenartiger Wohnkammerausbildung (Grup- pen der L. moniles und Naso?ies) wurden bisher in der Argolis noch nicht ermittelt, doch ist anzunehmen, da.ss manche Kerne meiner Sammlung auch hierzu gehören. Die nachstehend beschriebene Ammonitensuite befindet sich in der Privatsammlung des Verfassers. Palaeontologische Bearbeitung. Ptychites Mojsisovics. Ptychites Pauli Mojs. var. moreana Renz (nov. var. ). Taf. VI. Fig. 1 und la. Zum Vergleich sei zunächst die Synonymik des Ptychites Pauli Mojs (nur figürliche Darstellungen) angeführt: 188'2. Ptychites Pauli Mojsisovics. Die Cephalopoden der mediterranen Triasprovinz S. 251. Taf. 62, Fig. 2. 1913. Ptychites Pauli J. Simionescu. Studii geologice si paleontologice din Dobrogea VI. Fauna ammonitolor triasici delà Hagighiol. Academia Romanä No. ;i4. S. 70. Taf. 4, Fig. 1. Textfig. 72. 1915. Ptychites Pauli Arthaber. Die Trias von Bithynien (Anatolien). Beiträge zur l'alaeuntolugie und (ieul. Osten'. -Ungarns und des Orients. Bd. 27. S. 144. Taf. 1 :i, Fig. 2. Von diesem zwischen Ptychites Pauli Mojs. und Ptychites seroplicatus Hauer stehenden Ptychitentyp verfüge ich über ein ausgezeichnet erhaltenes, auf Taf. VI, Fig. 1 und la wieder- gegebenes Exemplar. Es schliesst sich mit seinen langsam anwachsenden, an- nähernd dachförmigen Umgängen, seinem weiten, napfartigen, tief eingesenkten Nabel, in dem sich 6 innere Windungen zählen lassen, vollkommen dem Ptychites Pauli Mojs. an. Die bithynische Spielart Arthabers ist etwas breitwüchsiger. Die verschwommene .Seitenskulptur des durchweg gekam- merten griechischen Stückes besteht aus schwachen Falten von unregelmässiger Anordnung und Plastik, die beim Umbilicalrand beginnen, auf der Flankenmitte am meisten hervortreten und gegen die Externseite wieder verlöschen. Sie schwingen in ihrem Neue griechische Trias-Ainmoniten. l'l'."' Verlauf im Gegensatz zu der ebenmässigeren Faltung des /'. Pauli oach rückwärts, ebenso wie die gleichgerichteten feinen Anwachs- streifen der Schalenoberfläche. In der Schalenplastik ähnelt daher die neue Varietäl viel mehr der Wohnkammerskulptur des Ptychites seroplicatus Hauer, der sich aber durch .-einen mehr ovalen Windungsquerschnitt hiervon unterscheidet (Fr. Hauer: Cephalopoden ans der Trias von Bosnien. Denkschr. Akad. Wiss. Wien, Bd. 59, S. 285, Taf. 12, Fig. 2a, b: Taf. 13, Fig. la— c). Die Suturen stimmen in ihrer Grundanlage mit der Mojsisovics- schen Lobendarstellung des Ptychites Pauli überein, sind aber wohl in Anbetracht ihrer äusserst günstigen Überlieferung im einzelnen etwas reicher gegliedert. Ausserdem sind die Loben meines grossen Exemplairs auf einer Windungspartie freigelegt, die hei der kleineren, durchaus gekammerten alpinen Form nicht mehr vorhanden ist. Die tiefe dimero'ide Spaltung des zweiten Lateralsattels bleibt dagegen weit weniger ausgesprochen. Der erste Auxiliarsattel ist deutlich zweigeteilt und der zweite, un- symmetrisch entwickelte Auxiliarlobus, der innenseitig schon an den Ümbilicalrand fällt, noch schräger gestellt, als dies bei dem Ersten bereits der Fall ist. Auf der Nabelwand werden bis zur Naht ein zweigeteilter Sattel und dann unter Absinken der Suturglieder als Xahtlobus zusammengefasst ein weiterer Lobus, ein kleiner ungeteilter Sattel und ein nurmehr zweigezackter kleiner, schmaler Lobus sichtbar, und zwar ebenfalls unter schräger Orientierung der einzelnen Secundärglieder. Die Suturen des anatolischen Ptychites Pauli von Arthaber zeigen -ich in ihrer Zerfransung wesentlich feiner; die Loben sind im allgemeinen auch viel schmaler, wodurch sie zwischen den breiten Sattelstämmen schlauchartig wirken. Lie Lobatur des Ptychites seroplicatus Hauer wird ebenfalls ähnlich, besonders in der Entwicklung des Externsattels. Der erste Lateralsattel ist weniger einschneidend zerschlitzt und er- scheint daher in seinem Stamm massiger. Auch hier bildet sich der zweite Lateralsattel tiefer dhneroïd aus; die schräge Stel- lung und Gestaltung der beiden folgenden Hilfsloben stimmt wieder sein' gut überein, ebenso wie der dazwischen liegende S.iitel. Die Fortsetzung der Sutur auf die Umbilicalwand macht dagegen bei der Hauer'schen Darstellung einen unsicheren Ein- druck. Die Zwischenstellung meines griechischen Originales zwischen den beiden zur Gruppe des Ptychites Pauli gehörigen Ptychitentyp&n und die sonstigen angeführten Abweichungen veranlassen mich, 15 ■22ti Carl Henz. die argolische Form als Varietät — var. moreana Renz — des Ptychites Pauli zu betrachten. Der ebenfalls ähnliche Ptychites domatus Hauer ist wesent- lich breiter und niedermündiger; seine Schale bleibt nahezu glatt. Da sich Ptychites domatus ausserdem durch die Persistenz seiner Jugendform auszeichnet, ist es ausgeschlossen, dass grössere Exemplare dieser Art mit der neuen Varietät übereinstimmen. Der indische Ptychites impletus Oppel zeigt ein noch aus- gesprocheneres Breitenwachstum und eine noch geringere Win- dungshöhe als Ptychites domatus. Von weiteren östlichen Typen ähnelt die rar. moreana dagegen, abgesehen von suturellen Differenzierungen, in der Einrollung und Skulptur dem sonst gedrungeneren Ptychites Brückneri Diener aus der Trias von Kaschmir (C. Diener: Triassic Faunae of Kashmir. Palaeontologia Indica. New Séries Vol. V. Mein. No. 1. Calcutta 1913. Taf. 6. Fig. la— c). Der süddalmatinische Ptychites contractus Salopek ist in- voluter und kräftiger skulpturiert, ausserdem bestehen erheb- liche Unterschiede in der Gliederung der Sättel und in der Ausbildung der Auxiliar région. Vorkommen des Ptychites Pauli Mojs. var. moreana Renz: In den roten Trinodosuskalken am Ostfuss des Hügels Theokafta beim Hieron von Epidauros (Asklepieion). Ptychites Plusiae Renz (nov. spec). Taf. VI, Fig. 3 und 3a. Vgl. 1910. Ptychites pusillus Hauer var. C. Renz. Die mesozoischen Faunen Griechenlands. I. Die triadischen Faunen der Argolis. Palaeonto- graphica Bd. 58. S. 36. Taf. I, Fig. 1, la, 3, 3a. In meinem neuen Material befindet sieb ein Angehöriger der in der Palaeontographica (loc. cit.) mit mehreren Gliedern dargestellten Yariutionsserie des Ptychites pusillus Hauer, der in seiner äusseren Gestalt den dort als Abarten des P. pusillus beschriebenen Formen nahekommt. Obwohl bis ans Ende ge- hämmert, übertrifft das Stück alle bereits vom Asklepieion abgebildeten Originale dieses Formenkreises an Grösse. Der auf Taf. VI, Fig. 3 und 3 a dargestellte, prächtige Ptychit - teils Steinkern, teils Schalenexemplar mit deutlicher Runzel- schicht - - zeigt bei seinen vielen Windungen den treppenartig scharf abgestuften, weiten Nabel und lässt zugleich auch das Lobenbild in vollster Klarheit hervortreten. Die Runzelwellen der Schalenoberfläche orientieren sich im allgemeinen parallel Neue griechische Trias-Ammoniten. l'i'. den Windungsradien; sonst bleiben Schale und Steinkern durchaus skulpturlos. Die Lobengestaltung ähnelt zwar der von Hauer gegebenen Abbildung der Sutur des Ptychites pusillus (vergl. F. Hauer: Beiträge zur Kenntnis der Cephalopoden aus der Trias von Bosnien. I. Denkschr. Akad. Wiss. Wien [math.-nat. Cl.] 1892. Bd. 59. Tat". 13, Fig. 3c), doch stuft sich das Abfallen der Lateral- sattelhöhen gegen die Umbilicalkante zu nicht gleichmässig ab, wie bei der Hauer'schen Lobenzeichnung, sondern lässt eine leichte konvexe Vorbiegung der Sutur nach der Mitte und von da unter Schrägst ellung der folgenden Suturelemente ein stärkeres Zurückweichen nabelwärts erkennen. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um einen ausgesprochenen Suspensivlobus ; die Teilung in Auxiliarelemente liebt sich noch deutlich ab. Ob- wohl dieses Herabhängen der Suturglieder in der Auxiliar- region an die Gymnitenlobatur erinnert, bleiben aber die Extern- sättel rein ptyehitisch. Die Krümmung der Suturenkurve schwankt bei den einzelnen Reihen. Der zweite Lateralsattel und erste Auxiliarsattel sind aus- gesprochener dimeroïd, als bei P. pusillus. Die paarige Teilung der entsprechenden Sättel kehrt auch bei den in der gleichen Gruppe stehenden Ptychiten, P. patens Hauer und P. seroplicatus Hauer, wieder. Abgesehen von den wenig entwickelten, durch einen Siphonal- hoeker geteilten Externloben und den winzigen Externsätteln befinden sich halbseitig 5 Loben auf der Aussenfläche der Um- gänge. Der fünfte Seitensattel, d. h. dritte Auxiliarsattel fällt auf die Nabelkante. Auf derUmbilicalwand wird vor der Naht noch ein weiterer Hilfslobus sichtbar, mit gleicher Verpackung, wie der vorhergehende Auxiliarlobus. In Anbetracht der angegebenen Eigentümlichkeit der Loben- anlage halte ich es für gerechtfertigt, das vorliegende Original (Taf. 6, Fig. 3, 3a) als selbständige Spezies — Ptychites Phisiae Renz -- neben Ptychites pusillus Hauer zu stellen. Die Angliederung der in der Palaeontographica Bd. •">*, Tat'. I. Fig. 1. la und 3, 3a dargestellten Übergangsformen an die neue Art könnte natürlich nur unter der Voraussetzung er- folgen, dass sie auch in der Lobatur dem hier auf Taf. VI, Fig. '■'< und 3a, abgebildeten Typus i\i-^ I'ti/chites Plusiae Renz gleichen. Bei der als var. evoluta des Ptychites pusillus beschriebenen Varietät (Palaeontographica Bd. 58, Tut'. 1. Fig. 6, 6a) ist die Suturlinie ebenfalls noch ungenügend bekannt; bei Überein- stimmung würde sie gleicherweise der neuen Art anzureihen sein. 228 Carl Renz. In der Argolis tritt Ptychites Plusiae zusammen mit den verschiedenen, bisher nur nach der äusseren Gestalt zu beur- teilenden Übergangsformen zu Ptychites pusillus in den roten, manganhaltigen Cephalopodenkalken beim Hieron von Epi- dauros (Asklepieion) auf, woher auch das hier abgebildete Original stammt. Der typische Ptychites pusillus Hauer kehrt nach meinen Bestimmungen auch in den Bulogkalken Hydras wieder. Die indischen Malletiamis-Typen besitzen in der Schalen- form eine gewisse Ähnlichkeit mit Ptychites Plusiae, doch unter- scheiden sie sich durch ihre Suturentwicklung und ßkulpturierung. Vorkommen des Ptychites Plusiae Renz: In den roten Trinodosuskalken bezw. Bulogkalkäquivalenten am Ostfuss des Hügels Theokafta gegenüber vom Hieron von Epidauros (Asklepieion). Ptychites ct'r. subdiscoïdalis Martelli. 1906. Ptychites subdiscoïdalis A. Martelli. Contributo al Muschelkalk superiore del Montenegro. Palaeontographia italica. Bd. 12, S. 141. Tat. 6, Fig. 5 a, 5 b. Ein am Ostfuss des Hügels Theokafta beim Asklepieion lose aufgefundenes, kleineres Ptychitenexemplar passt in den Involutionsverhältnissen, im Windungsquerschnitt und in der Faltenskulptur der Flanken zu dem grösseren Original des monte- negrinischen Ptychites subdiscoïdalis Martelli, so dass es wohl hiermit verglichen werden kann, wenn sich auch die Loben nicht vollständig freilegen Hessen. Die Schalenoberfläche ist radial gerunzelt, gegen die Externseite mit leichter Rückwärtsschwingung der Runzeln, d. h. gleichlaufend mit den Radialfalten. Da das manganbeschlagene griechische Stück nicht aus an- stehendem Fels stammt und die Art in Montenegro aus einer Wengener- und Bulogelemente enthaltenden Mischfauna, also ver- mutlich aus einem Grenzniveau gegen die Buchensteinerschichten, vorliegt, bleibt sein zonales Alter auch in der Argolis zweifelhaft. Ptychites ijluliiis Hauer var. epidaurensis Renz (nov. var. ). Tat. VIII, Fig. 2 und 2a. Zum Vergleich sei auf die bisherigen Abbildungen des Ptychites globus Hauer verwiesen: Vgl. 1892. Ptychites (?) globus Hauer. Cephalopoden aus der Trias von Bosnien. Denksohr. Akad. Wiss. Wien Bd. 59. S. 287. Tat. 15. Fig. 2a— c. Neue griechische Trias immoniten. i!J!i Vgl. 1895. Ptychites globus ^rthaber. Die Cephalopoden der Reiflinger Kalke. Beiträge zur Palaeontol. u. Geol. Österreich-Ungarns und des Orients. Bd. 1U. S. 99. Tat'. 8, Fig. 8a c. Die neue Varietät stellt eine Mittelform zwischen Ptychites globus Hauer und Ptychites progressas Mojs. dar. Sie erreicht nicht das extreme Breitenwachstum der Stücke des P. globus vnn Hauer oder Arthaber und gleicht in ihrem Q.uerprofil mehr einem von Mojsisovics (Tai'. 67, Fig. 6) dargestellten Kern des Ptychites progressas Mojs. (Cephalopoden der mediterranen Trias- provinz). Ptychites progressas Mojs. is1 ebenfalls mit mehreren typischen Exemplaren in meinen Aufsammlungen vom Askle- pieion vertreten (Trinodosusschichten). Anderseits bleiben aber Schale und Steinkern der neuen Varietät vollkommen skulpturfrei und entbehren der Einschnü- rungen und faltigen Seitenwülste des Ptychites progressas Mojs. Die glatte Schale trägt oberflächlich eine Runzelschicht. Die Lobatur weist eine vollständige Übereinstimmung mit der von Arthaber gegebenen Lobenzeichnung des Ptychites globus auf. Vorkommen: In den roten Trinodosuskalken bezw. Bulog- kalkaequivalenten beim Hieron von Epidauros (Asklepieion), Ost- fuss des Hügels Theokafta. Ptychites opulentus Mojsisovics. Tat'. VIII. Fig. 3 u. 3a. Der hier abgebildete, hervorragend erhaltene Ptvchitenkern schliessl sich in der Lobatur den alpinen Originalen an; auf der Nabelwand erscheinen unter Absinken als einfache Zacken noch 4 winzige Hilfsloben nach Art der entsprechenden Lobenpartie bei Ptychites cochleatus Oppel. Bei Mojsisovics ist die Fortsetzung der Suturlinie auf die Nabelwand nicht mehr angegeben. In der Form steht das dargestellte griechische Original zwischen den Figuren 2 und 4 von Mojsisovics (Mediterrane Triasprovinz, Tai'. 73), doch wird der Übergang der Flanken zum Umbilicaltrichter kantiger. Diese Abweichung gegenüber den Querschnitten der Mojsisovics'schen < >riginale geht auch teilweise auf eine mechanische Deformation zurück, indem die Flanken- wölbung der vorderen Windungshälfte etwas eingedrückt ist. Vorkommen: In den mtcn Trinodosuskalken beim Hieron von Epidauros (Asklepieion), Ostfuss des Hügels Theokafta. 230 Carl Renz. Proarcestes Mojsisovics (Subgen. von Arcestes). Proarcestes Irenae Ilenz (nov. spec). Taf. VIII. Fig. 5. 5a, 51.. Die neue Art aus den Bulogkalken der Insel Hydra hält in ihrer Gestalt und in ihrem inneren Schalenbau die Mitte /.wischen Proarcestes Eschen Mojs. und Proarcestes Bramantei Mojs. In ihrer globosen Form mit dem breitgewölbten Rücken schliesst sie sich eng an die Umrisse des Proarcestes Eschen Mojs. an. Ihr Windungsquerschnitt passt gut zu dem des alpinen Stückes von Mojsisovics auf seiner Taf. 46, Fig. 8b (E. Mojsi- sovics: Die Cephalopoden der mediterranen Triasprovinz. Ab- handl. d. Österr. geol. R. A. Wien 1882. Bd. 10). Das Arthaber' sehe Exemplar 1 ) des P. Escher i aus der Trias von Bithynien wirkt noch etwas gedrungener. Beide Gehäuse erreichen ihre grösste Dicke in der Umbilicalregion. Der Hauptunterschied gegenüber Proarcestes Escheri und P. Bramantei liegt jedoch bei meiner neuen Art in der Zahl und- Anordnung der inneren Schalenleisten, bezw. ihrer Eindrücke auf dem Steinkern. Diese Steinkernfurchen werden bei Pro- arcestes Bramantei sowohl auf den inneren Umgängen, wie auf der Wohnkammer beobachtet, während sie bei Proarcestes Escheri auf den inneren Windungen und dem grössten Teil der Wohn- kammer fehlen. Erst auf dem vordersten Teil der Wohnkammer erwachsener Exemplare treten hier nach Mojsisovics zwei un- mittelbar aufeinander folgende, durch grosse Breite und Tiefe hervorgehobene, fast geradlinig verlaufende Steinkernfurchen nul. Mein vollständig gekammertes hydriotisches Steinkern- exemplar ist von innen her vollkommen glatt. Erst gegen Ende der vorliegenden äusseren Windung erscheint eine nach radialem Beginn am Umbilicalrand mit ausgesprochenem Knick nach vorn gerichtete und weiterhin annähernd geradlinig verlaufende Auskehlung von grosser Schärfe und Tiefe. Da mein hydriotisches Stück schon ziemlich erhebliche Dimensionen aufweist, kann man wohl annehmen, dass sich diese einzige Steinkernfurche schon in der Nähe der Wohnkammer befindet und dass der Unterschied der neuen Art gegenüber dem Proarcestes Escheri in erster Linie darauf beruht, dass bei ihr die Entwicklung der Varices schon etwas vorher einsetzt, ') Die Trias von Bithynien (Anatolien). Beiträge zur Palaeontologie und Geologie Österreich-Ungarns und des Orients. Wien 1914. Bd. 27. S. 170. Taf. 15, Fig. 6. Xeue griechische Trias-Ammoniten. 2.'S1 so dass die erste innere Wulsl noch dem gekammerten Schalen- tcil zufällt. Ausserdem weicht die Biegung der einzigen Stein- kernfurche etwas von dem gewöhnlichen Verlauf der Varices bei /'. Escheri ab. Das beiMojsisovics (loc. cit.)Taf. 46, Fig. '•* ab- gebildete kleinere Exemplar des Proarcestes Escheri scheint in 'lieser Beziehung ähnlicher zu sein. Hinsichtlich der Entwicklung der Varices sei noch auf Pro- bes bilabiatus Hauer (F. Hauer: Beiträge zur Kenntnis der Cephalopoden aus der Trias von Bosnien. 1. Denkschr. Akad. Wiss. Wien. Bd. 59, 8. 278. Taf. 10, Fig. la— c) verwiesen, doch liegen bei dieser, auch in der Gehäusefonn verschiedenen Art. die beiden vorhandenen Furchen ebenfalls auf der Wohn- kammer, bezw. deren Anfang. Ferner kommt zum Vergleich Proarcestes quadrilabiatus Hauer in Betracht (F. Hauer: Die Cephalopoden des bosnischen Muschelkalkes von Han Bulog bei Sarajevo. Denkschr. Akad. Wiss. Wien 1887. Bd. Ô4. S. 2(1. Taf. 4, Fig. 2a. b.). Das Original der letzteren Art Hauer's ist ein Wohnkammer- individuum. Während die drei vordersten Varices in unregel- mässigen Aliständen auf der Wolmkammer angeordnet sind, gehört die innerste der vier auf den letzten Umgang fallenden 1'uichcn noch in den Bereich des gekammerten Schalenteiles, falls dies überhaupt die letzte Furche nach innen zu wäre und die Varices auf den inneren Windungen des Proarcestes quaäri- labiatus fehlen sollten, so könnte diese Hauer'sche Spezies bei etwa vorhandener Lobengleichheit der hier dargestellten hydrio- tischen Proarcestenart sehr nahe kommen, zumal auch in der Aus- bildung der Steinkernfurchen. Die Lobenzeichnung des griechischen Originales (Taf. VIII, Fig. 5b) lehnt sich in ihrem allgemeinen Bau an jene der Pro- arcesten der Bramanteigruppe an. Die Suturenreihen stehen auf dem ganzen gekammerten hydriotischen Stück äusserst gedrängt, so dass die tiefsten seit- lichen Lobenspitzen zumeist noch, namentlich auf der Innen- seite, die äussersten Seitenblätter der Sattelköpfe der rück- wärtigen Reihe berühren. Das tiefste Mittelglied der Loben- zackung reicht daher noch ziemlich in die Ausbuchtung des jeweils korrespondierenden Lobus der vorhergehenden Reihe hinein, wie umgekehrt die äussersten Sattelblätter noch in den Stamm der nächstfolgenden Sattelreihen eingreifen. Ferner weicht die Einzelanlage der Sattelblätter der gleich- falls stark zerschlitzten Suturen von der etwas mehr svmme- 232 Carl Renz. Irischen und feingliederigeren Verästelung bei P. Eschen leicht ab und ist etwas mehr alternierend. In dieser Hinsicht erinnert die Lobatur an die des P. pannonicus und auch mancher Han Bulog-Proarcesten, wie Proarcestes ventricosus Hauer, um so mehr, als sie bereits von einer grösseren Windungspartie abgenommen wurde (F. Hauer: Beiträge zur Kenntnis der Cephalopoden aus der Trias von Bosnien. I. Denkschr. Akad. Wiss. Wien 1892. Bd. 59, Tai. 8, Fig. 3.). Leider sind die Loben des bereits zum Vergleich herangezogenen Proarcestes quadrilabiatus Hauer nicht abgebildet. In dem mehr einseitigen Bau der Fxternloben gleicht die neue Art aber wieder vollkommen dem Proarcestes Escheri, sowie den Proarcesten der Archelausschichten. Die sekundären Siphonalsättel sind äusserst kräftig ent- wickelt, und zwar noch stärker, als bei P. Escheri, und P. Bra- mantei. Der Externsattel ist der höchste; von ihm ab geht die Höhenabstufung leicht abfallend und regelmässig bis zum ersten Auxiliarsattel, worauf das Absinken der übrigen Suturelemente bis zum Umbilicalrand etwas rascher erfolgt. Auf den Flanken werden 7 Loben gezählt inkl. Externlobus. Infolge einer leichten Deformation sind die Umgänge meines abgebildeten Exemplares gegenüber der zentralen Umbilicalachse etwas verschoben. Vorkommen des Proarcestes Irenae Renz: In den roten Bulogkalken von Hagia Irene auf der Insel Hydra. Anzahl der Stücke: 1. l'roarepstes Arethusae Itrnz (nov. spec). Tai'. VI, Fig. 4 und 4a. Dieser abnorm gestaltete Proarcestenkern der Wengener- kalke des Asklepieions gehört zu den im Wachstum aberranten Arcestinen, deren Umgänge sich nicht in regelmässigen Spiralen aufwickeln. Der eine vorliegende, vollständig gekammerte, stark globose Kern zeigt in seiner Seitenansicht eine elliptische Gestalt, die auch besonders deutlich im Umriss des mit steilem Abfall tief eingesenkten Nabels zum Ausdruck kommt. Die Schale schwillt an beiden Enden der Umbilicalellipse in der Verlängerung ihrer Hauptachse allmählich zu zwei präg- nanten Höckern an, zwischen denen sich an den Schmalseiten der Ellipse zwei diametrale, tiefe Depressionen im Umbilical- Neue griechische Trias-Ammoniten. 2XÎ rand einkerben, wie das die Vorderansicht auf Tuf. VI, Fig. 4a. deutlich veranschaulicht. Die beiden gegenüberliegenden Eindrücke der Nabelkante setzen sieh jedoch nicht als transversale Einfurchungen auf den Flanken fort. Sonsl i.-t das Gehäuse äusserst niedermündig. Von der Medianlinie fallen die Flanken beiderseits in gleichmässiger flacher Rundung zum Umbilicalrand ab. Von Labialwülsten oder Steinkernfurchen ist an dem meist mich mit Schale versehenen Exemplar nichts zu bemerken. Die Schalenoberfläche ist gerunzelt, wobei die Richtung der linearen Runzelstreifen etwa radial verläuft. Die Suturen, die dicht gedrängt stehen, konnten nur un- genügend freigelegt werden: die Lobenform entspricht, soweit sie sichtbar wird, dem Normalschema der Arcestes-Proarcestes- gruppe. In der Ausbildung der Seitenplastik erinnert die neue Art an die stark eingeschnürten Joanniten vom Habitus des Joannites diffissus Hauer (J. diffissus 1 lauer. ■/. Salteri Mojs., •/. proavus Diener), doch besitzl sie, wie gesagt, keine seitlichen Kontrak- tionen. Dem Joannites diffissus formenähnliche Arcestinen scheinen jedoch in der Trias des nordwestlichen Himalaya aufzutreten. F. Stoliczka beschreibt in den Memoirs of fche geological survey of India (Calcutta 186Ü). Bd. 5, S. 53, Tat'. 5, Fig. 4 einen derartigen Typ (leider sind nur die Loben abgebildet), der in der äusseren Erscheinung mit dem alpinen Joannites diffissus identisch sein soll, nur seien die zwei gegenüberliegenden Furchen „indicating stages of growth, not so strongly marked in most of the spéci- mens, but they are seen dieappearing towards the middle of the back in exactly the same way as mentioned by Hauer." Darnach wäre es möglich, dass dem Proarcestes Arethusae ähnliche Arcestinen in der indischen Trias vorkommen. Leider bleibt die Charakteristik der griechischen Art un- vollkommen, da die Wohnkammerentwicklung nicht bekannt ist. Vorkommen des Proarcestes Aretliusae Renz: luden rolen, manganführenden Wengenerkalken am Ostfuss des Hügels Theo- kafta beim Hieron von Epidauros (Asklepieion). 234 Cari Renz. Proarcestes subtridentinus Mojs. var. Artemisiae Renz (nov. var.). Taf. VII, Fig. 3 und 3a. Die auf Tai. VII, Fig. 3, 3a dargestellte, relativ schlanke, voll- ständig gekammerte Proarcestenform entspricht in ihrer Ge- stalt einei von A. Tommasi als var. carnica abgebildeten Varietät des Proarcestes esinensis Mojs. (A. Tommasi: La fauna dei cal- cari rossi e grigi del Monte Clapsavon nella Carnia occidentale. Palaeontographia italica Bd. 5, Taf. 5, Fig. 3, 3a.). Auf der von der Schale befreiten Rückseite besitzt mein Original zwei Stein- kernfurchen, im Verlauf und der Anordnung analog dem kar- nischen Vergleichsstück, aber auch einem von E. Mojsisovics gezeichneten inneren Kern des Proarcestes subtridentinus (E. Mojsi- sovics, Cephalopoden der mediterranen Triasprovinz, Taf. 44, Fig. 3). Die Kerne des Proarcestes subtridentinus sind aber wesent- lich breitwüchsiger. Auch die von Mojsisovics (Ebenda Taf. 43, Fig. 1) abgebildete schlankere Abart erscheint weit hochmündiger. Anderseits stimmt die abgebildete Schalenansicht meines griechischen Exemplaires sowohl in der Ausbildung der gleich- laufenden feinen Anwachsstreifen, wie in dem plastischen Hervor- treten der externen Wülste wiederum mit Proarcestes subtriden- tinus überein (im Lichtbild zu schwach heraustretend). Infolge seiner schmäleren Form und des frühzeitigen Auftretens der Externwülste wurde das hellenische Original als Varietät — var. Artemisiae Renz von Proarcestes subtridentinus ab- getrennt. Die Loben stimmen, soweit sie auf der Rückseite kenntlich werden, mit dem Normaltypus überein. Als ähnlich kämen noch die jüngeren Arcestes Moeschi Mojs. und A. Mojsisovicsi Hauer in Betracht. Die Externwülste er- scheinen bei diesen Arten jedoch, ebenso wie bei Proarcestes subtridentinus, nur auf dem Konvexteil der Wohnkammer; sie sind noch mehr erhaben und stehen namentlich bei der ersteren Spezies auch enger. Vorkommen des Proarcestes subtridentinus Mojs. rar. Arte- misiae Renz: In den roten, manganführenden Wengenerkalken (Lager mit Protrachyceras Archelaus) am Ostfuss des Hügels Theokafta beim Hieron von Epidauros (Asklepieion). Neue griechische Trias-Ammoniten. :?.'!."> Arcestes Suess. Arcestes spec. im!. Tat. VI. Fig. 6 und lia. Aus den Kalken mit Lobites ellipticus von Hagios Andreas und beim Asklepieion liegen mir einige weitgenabelte Arcestinen- kerne von ziemlicher Grosse vor, von denen ich hier ein Stück abbilde, da derartige Typen bisher aus der griechischen Trias noch unbekannt waren. Die Artdiagnose von inneren Arcestenwindungen ist in An- betracht der aussehlaggehenden Rolle, die die Entwicklung der vollständigen Wohnkammer für den Art- und Gattungsbegriff spielt, immer eine heikle Sache. Es sei hier auf eine diesbezüg- liche ausführliche Betrachtung von C. Diener verwiesen. 1 ) Dazu kommt, dass die Bestimmung der drei, mir von den I 'eiden Fundorten der Argolis vorliegenden Stücke auch durch ihre Erhaltung wesentlich erschwert wird. Sie haben nämlich, obwohl aus dem Gesteinsinneren herausgearbeitet, sämtlich eine stark zerfressene Oberfläche, die von der sonstigen aus- gezeichneten Überlief erung der argolischen Cephalopoden absticht. Unter den im Alter konvenierenden Arcestentypen kommt zum Vergleich zunächst ein vi m Arthaber aus der anatolischen Trias als Arcestes cfr. Richihoféni Mojs. dargestellter Steinkern in Betracht (Beiträge zur Paläontol. u. Geol. österr-. Ungarns u. d. Orients 1914. Bd. 37. Taf. 17. Fig. IIa u. b). Arthaber weist bereits darauf hin, dass sein bithynisches Stück erheblich weitnabeliger sei, als der Hallstätter Typus des Arcestes Richt- hofeni. Dabei schwankt die Nabelweite auch unter meinen drei griechischen Kernen selbst; der breiteste und involuteste unter- scheidet sich nicht mehr viel von dem Arthaber'schen Exem- plar; der evoluteste ist das auf Taf. 6, Fig. 6 und 6a abge- bildete Original, dem gegenüber das anatolische Vergleichs- stück schon wesentlich gedrungener und engnabeliger erscheint. Doch stimmt auch der Verlauf der schwachen Varices, vi m denen bei meinem Original noch eine kenntlich wird, überein. Das Original ist übrigens das einzige unter meinen griechischen Stücken, hei dem sich noch eine schwache Steinkernfurche wahr- nehmen lässt. In den Triasbildungen der Dobrudscha treten nach der Bearbeitung von J. Simionescu gleichfalls als Arcestes ') Carl Diener, Neue Ammonoidea leiostraca aus den Hallstätter Kalken des Salzkammergutes. Denkschr. Akad. \\ Iss. Wien (math.-nat. Kl.). 1919. (id. 97. S. 2-5. 236 Carl Renz. cfr. Richihofeni abgebildete Arcesten auf (Fauna ammonitolor triasici delà Hagighiol, S. 42. Taf. 9, Fig. 10a u. b). die der gleich- bezeichneten anatolischen Form Arthabers nahestehen. Eine weitere Art der Dobrudscha, Arrestes (Anisarcestes) Mrazeci Simionescu, wird im mittleren Wachstumsstadium meinen Stückin in der Einrollung recht ähnlich, bleibt aber flacher (loc. cit. Taf. 9, Fig. 7 und Textfig. 32; vergl. ferner Taf. 4, Fig. 6; Taf. 7 Fig. 2, Textfig. 31. S. 41). Unter den jüngeren Arcestinen kennt man ebenfalls gleich- geformte innere Gehäuse. So passt z. B. das auf Taf. VI. Fig. 6 und 6a wiedergegebene griechische Original in seiner Gestalt zu einem von E. Mojsi- sovics dargestellten Kern des Arcestes oligosarcus Mojs. (Das Gebirge umHallstatt. Tat 44, Fig. 1.). Da wir bei den griechischen Steinkernen die Ausbildungsart der Wohnkammern nicht kennen, bleibt dieser letztere Vergleich, abgesehen von dem Altersunter- schied, problematisch. Während der bithynische Arcestes cfr. Richihofeni sehr tief und fein gegliederte Loben vom regulären Modus der Arcestes- Proarcesfesgruppe aufweist, wirkt die Suturführung der griechi- schen Exemplare einfacher. Exklusive Externlobus stehen auf dem halben Umgang der griechischen Stücke vier Loben, zu denen am Nabelabfall noch ein fünfter hinzutritt. Die Lobatur ähnelt stark den Suturen des oben zitierten rumänischen Arcestes (Anisarcestes) Mrazeci Simionescu und nähert sich in ihrem einfachen Bau schon sehr der Lobenentwick- lung des Arcestes (Sphingites) Meyeri Mojs. Ein weiterer evoluter Arcestes meiner Sammlung aus den Aono'idesschichten des Asklepieions ist Arcestes evolutus Mojs., den ich schon früher in der Palaeontographica Bd. 58, S. 69, Taf. VI, Fig. 7 abgebildet hatte. Vorkommen: In den roten, unterkarnischen Kalken am Ostfuss des Hügels Theokafta beim Hieron von Epidauros (Askle- pieion), sowie in den Kieselkalken mit Lobites eUipticus bei Hagios Andreas. Joannites Mojsisovics. Joamiites Klipsteini Mojs. var. graeca Renz. Tai. VI, Fig. 5 und 5a. 1910. Joannites Klipsteini Mojs. var. graeca Renz. Die mesozoischen Faunen Griechenlands. I. Teil. "Die triadischen Faunen der Argolis. Pa- laeontographica Bd. 58. S. 88. Taf. 6, Fig. 6. Neue griechische Trias-Ammoniten. J:!7 Das auf Taf. VI, Fig. -~>. 5a abgebildete, durchaus gekammerte Innenwindungsexemplar besitzl die äussere Gestall des Joannites Klipsteini Mojs. Anstatt der Maximalzahl der sechs, bisher bei J. Klipsteini beobachteten Varices, besitzl es jedoch trotz seiner geringen Grösse bereits 7 schmale und wenig eingetiefte Steiri- kernfurchen, die in regelmässigen Abständen mit leichter kon- kaver Biegung nach vorwärts schwingen. Die Varices fliessen auf dein Rücken ebenso flach unter geringer Verbreiterung zu- sammen und stimmen in ihrem Verlauf vollkommen mit der Furchenanlage der nir. graeca des •/. Klipsteini überein. Von letzterer Varietät lau' bisher ein in der üben zitierten Abhand- lung dargestelltes Wohnkammerexemplar mit 8 oder wahrschein- lich '■' Furchen vor. Auf der Wohnkammer wird die Breite der von den Furchen abgeteilten Segmentfelder etwas variabel. Trotzdem sieht man wohl kaum fehl, da- hier (Taf. VI, Fig. 5, 5a) wiederuegebene Exemplar als Kern der var. graeca des Joan- nites Klipsteini zu betrachten. Die Suturen stimmen mit der üblichen Ausbildung der Loben des J. Klipsteini überein. Man zählt ohne Externlobus 8 Suturelemente auf der Seitenfläche. Ausserlich betrachtet, bietet die Varietät ein ausgezeichnetes Konvergenzbeispiel zu dem obeiiiassischen Phylloceras Nilssoni Hebert bezw. zu dessen furehenreicheren Abarten. Vorkommen des Joannites Klipsteini Mojs. var. graeca Renz: In den Kieselkalken mit Lobites ellipticus bei Hagios Andreas. Joannites Helenae Renz (nov. spec). Taf. VII. Fi;,'. 1 und la. Die in einem Vertreter vorliegende neue Art geht mit der Yarices-IIöchstzahl noch über die rar. graera Renz des Joannites Klipsteini hinaus (vergl. Carl Renz: Die mesozoischen Faunen Griechenlands, I. Teil. Die triadischen Faunen der Argolis. Palaeontographica, Bd. 58, S. 88, Taf. 6, Fig. <> und fliese Abhandlung, Taf. VI, Fig. 5, 5a). Ebenso wie bei dem in der Palaeontographica dargestellten i >riginal der var. graeca des J. Klipsteini bleibt der letzte Um- gang des auf Taf. VII, Fig. 1 und la wiedergegebenen Steinkern- exemplares fast ausschliesslich der Wohnkammer vorbehalten. Am hinteren Ende der letzten Windung werden noch 2 Suturen- reihen bemerkbar. Die Suturen entsprechen in ihrem allgemeinen Bau und vor^ebogenen Verlauf der Lobatur des Joannites Klipsteini Mojs. s. str. Die suturelle Einzelgliederung ist nichl soweit sror- 238 Carl Renz. geschritten, wie bei der Lobenzeichnung des J. Joannis Austriae und J. cymbiformis von Mojsisovics (Das Gebirge um Hallstatt, Taf. 56, Fig. 4 u. 5); ausserdem erreicht der Siphonalhöcker kaum die Höhe der Cymbiformis-LiobeduT. Vor der Wohnkammer werden 9 Suturglieder gezählt inklusive Externlobus. Auf dem letzten Umgang des Joannites Helenae befinden sich 12, nur in der Externregion entwickelte, nach vorwärts ge- schwungene Steinkernfurchen als Abdrücke von nach unten verkürzten inneren Schalenwülsten. Die zentral verkümmerten, schmalen Varices verbreitern sich bei ihrem konvexen Verlauf über den Rücken meist etwas unter Verflachung nach rück- wärts und verlieren sich auslaufend nach dem Nabel zu; sie reichen auf dem grösseren, äusseren Teil der Wohnkammer nicht einmal bis zur Flankenmitte. Die Umbilicalzone bleibt in weitem Umfang glatt. Nach der vorhergehenden Windung zu werden die Varices- stummel länger. Die letzte, den Rücken vor dem Wohnkammer- boden überspannende Furche läuft schon näher gegen den Um- bilicalrand bin aus und geht hier auf halber Seitenhöhe infolge der konvexen Biegung der Suturen auf den gekammerten Teil über. In Anbetracht dieser am Anfang der Schlusswindung ver- längerten Entwicklung der Steinkernfurchen erscheint es nicht ausgeschlossen, dass die Furchen auf den Innenumgängen bis zur Urnbilicalkante durchziehen. Auf der Wohnkammer halten die nur auf die Externregion beschränkten, rudimentären, inneren Schalenverdickungen ziemlich unregelmässige Abstände unter- einander ein. In ähnlicher Weise sind auch die von den Furchen abgeteilten Segmentfelder auf der Wohnkammer der var. graeca des Joannites Klipsteini Mojs. veränderlich. Die neue Art ist ferner engnabeliger, als die verglichene Varietät und auch Joannites Klipsteini selbst. Mit dem typischen J. Klipsteini Mojs. hat sie sonst die flache Form gemeinsam. Abgesehen von den Relikten der inneren Schalenleisten erinnert Joannites Helenae hinsichtlich seiner dickscheiben- förmigen äusseren Gestalt mit dem ziemlich kantig abgesetzten, stumpf gerundeten Externteil und seinem engen Nabel auch an Romanites Simionescui Kittl. Leider ist auf dem äusseren Umgang keine Spur von Schale mehr vorhanden. Die' Schale der inneren Windungen konnte aber ohne Gefährdung des Uni- kums nicht blossgelegt werden, so dass mir über die Beschaffen- heit der Schalenoberfläche nichts bekannt ist. Nene griechische Trias-Ammoniten. 239 Unter ähnlichen alteren Arten wäre aoch auf •/. bathyolcus Boeckh aus der Zone des Trachyceras Reitzi zu verweisen, der ebenfalls eine schlanke Statur und zahlreiche Einschnürungen besitzt. Die hier auf der Wohnkammer bis zum Umbilicalrand durchlaufenden 8 Steinkernfurchen erreichen jedoch, abgesehen yen ihrer grösseren Tiefe und Breite, keinesfalls die bei Joannites Helenae festgestellte Furchen-Maximalzahl. Vorkommen des Joannites Helenae Renz: In den unter- karnischen. kieselhaltigen Kalken mit habites ellipticus vonHagios Andreas in der Argolis. Joannites Klipsteini Mojs. var. aegacica Renz (nov. var.). Taf. VIII, Fig. 1, la. Diese Varietät besitzt die schlanke Form des Typus, wird jedoch bei flachem Abfall der Flanken in der Umbilicalregion dicker und erscheint dadurch im Querschnitt mehr spindelförmig. Die fünf, mit leicht konkaver Biegung nach vorwärts geschwun- genen Steinkernfurchen sind auf dem Taf. VIII, Fig. 1, la ab- gebildeten Umgang, der bis kurz vor seinem vorderen Abbruch gekümmert ist, wie auch bei gleiehgeformten, grösseren, geküm- merten Exemplaren meiner Sammlung in ungleichen Abständen verteilt. Vier Furchen stehen sich annähernd diametral gegen- iiber, und zwar je zwei korrespondierende Furchen in leichter S-Krümmung. Die fünfte halbiert etwa das vorderste Segment- feld, individuell unter mehr oder minderer Annäherung an die Schlussfurche. Unter Beibehaltung des im letzten Quadranten eingetretenen Abstandsverhältnisses der Furchen wird der folgende der Wohn- kammer angehörende Fmgang durch fünf oder sechs zu dreien korrespondierende Furchen geteilt werden. Eine solche Furchen- anlage findet sich bei gleichgestalteten Wohnkammerindividuen meiner Sammlung. Bei den Wohnkammerexemplaren erscheint die Nabelweite etwas verengert. Die Umbilicalöffnung ist mit einer mehr kantig abgesetzten Nabelwand eng wie bei J. Klipsteini und die Lobatur mit acht Suturelementen inkl. Externlobus in ihrer Struktur der des Typus entsprechend. Der neunte Lobus wird durch den Umbilicalrand halbiert. Die var. aegaeica steht etwa im gleichen Formenverhältnis zu •/. Klipstei/ni, wie die rar. gothica Renz zu ./. cymbiformis. Eine wciteie Zunahme des Dickenwachstums führt zu < le- häusen von der äusseren Gestalt des ./. Klipsteini Mojs. var. 24(1 Carl Renz. orientalis Renz. Die rar. orientalis wurde seinerzeit von mir aufgestellt, da bei den sonst gleichförmigen Joannitenarten, •/. Alimanestianoi Kitt! und J. Deschmanni Mojs. (incertae sedis), die Anzahl der Suturelemente und die Furchenanlage noch un- genügend bekannt sind. Nachdem jetzt auf Grund von neuerem Material auch weitere Joannitentvpen der Dobrudscha, wie J. Kossmati Diener (= J. Stefanescui Kittl). in der Argolis ver- treten sind, darf wohl angenommen werden, dass J. Alimanestianoi Kittl ebenfalls in der griechischen Trias wiederkehrt. Vermut- lich gehören J. Alimanestianoi Kittl, J. Deschmanni Mojs. und meine rar. orientalis des J. Klipsteini ein und derselben Art an oder sind nur durch Varietätenunterschiede gekennzeichnet. Die Entscheidung hierüber kann alier nur an Hand von weiterem, besserem Material aus den alpinen und rumänischen Fundgegenden getroffen werden. In der Gestalt zeigt die var. aegaeica Renz auch einige Ähn- lichkeit mit Joannites styriacus Mojs., der durch seine in sehr ungleichen Abständen angeordneten, vier Steinkernfurchen auf der Schlusswindung auffällt. Eine im Prinzip gleichartige Furchen- kombination weist wiederum der sonst im ganzen wesentlich breitwüchsigere Joannites deranicus Arthaber aus der bithynischen Trias auf. Vorkommen des Joannites Klipsteini Mojs. rar. aegaeica Renz: In den Kieselkalken mit Lobites ellipticus bei Hagios Andreas, sowie in den unterkarnischen Äquivalenten der roten Cephalopodenkalke am ( »stfuss des Hügels Theokafta beim Hieron von Epidauros (Asklepieion). •Joannites Kossmati Diener. Tat. VII, Fig. 4, 4a, 6, 6a und 7. 1908. Joannites Kossmati Diener. Ladinic, carnio and noric faunae of Spiti. Palaeontol. Indira, ser. XV. Himal. Foss. Vol. V. Pt. 3. S. 40. Tai. V, Fig. 7. 1908. Joannites Stefanescui E. Kittl. Beiträge zur Kenntnis der Trias- bildungen der nordöstlichen Dobrudscha. Denkschr. Akad. Wiss. Wien. Bd. 81. S. 504. Tat. 3, Fig. 3. 1909. Joannites Kossmati Diener. The Fauna of the Traumatocrinus Limes- tone of Painkhanda. Mein, of the Geolog, survev of India. Palaeont. Indica. Séries XV. Vol. VI. Mem. No. 2. S. 9. ' Taf. II, Fig. 3. 1910. Joannites Joannis Austriae Klipst. var. hellenica Renz. Die meso- zoischen Faunen Griechenlands. I. Teil. Die triadischen Faunen der Argolis. Palaeontographica Bd. 58. S. 85. Taf. 7, Fig. 2 und 2a. Neue griechische Trias-Ammoniten. 241 1910. Joannites Joannis Austriae Klipst. var. helle